Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 43 (28.10.1863)
- Date
- 1863-10-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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799 800 hinweggerückt. woraus fifkerstrahleudt« Wasser gesprudelt uod die Sur« halb O-lizien« erfrischt. — so sah er aber auch mit Kummer diese Sonne spater verdunkelt, die Quelle getrübt und deu Himmel der Schi» pfungeu von dichten Wolken umlagert. Ich stand am Grabe dieser Leiche und dachte. Hier legt man ela Stück Geschichte hinein und ihr Tausend,, di, Söhne und Enkel seiner Schüler, die ihr selbst seine Zöglinge, ihr hört nicht den Vorwurf, der au« diesen todten Zügen euch zugeschleudert wird? — ״Ich habe euch leien und schreiben gelehrt, und euer, Zungen find lahm und euer Mund ist stumm, nicht eine reg« fich, nicht einer öffne« fich, mir eine Grabrede zu halten. Dahin habt ihr t« mit euerem Zndiffcrentismu« gebracht, daß die so herrliche Stadt Tarnopol. die einst ein Athen genannt wurde, jetzt wie die steinerne Stadt der Todten gefeffclt, verstummt und uuheimlich begraben liegt, in jenem Banne, den nur der ChaßidäiSmu« hkraliszubtschwören vermag. Zbr habet keinen Prediger, ihr könnt nicht deutsch reden; e« ist aber auch von euch da« Wort Gotte« in jener Sprache gewichen, die die Profiten redeten!" Still folgte die Bevölkerung einer großen Stadt dem rntseclien Körper ihre« Lehrer«, still legte man ih» in« Grab — und still, wie nach einer Erekulion. zerstreute fich die zahllose Menge. Ich aber rufe ruch zu: Der *נ״צ. der Rächer wird und muß zn euch kommen. Dir Constitution. die die bürgerlichen Tugenden zu Tage fördert, wird auch diese chinefischen Mauern, die der unsinnige CbaßidäiSmnS um uns gezogen, von uni'crn Aua-» hinwegrasieeu, die Schule. die eine Oase in der Wüste, ein Lcuchtihurm mitten in der Brandung, von der unermüdlichen Sorgfalt Le« Herrn Michael Perl, de« Sohne« de« berühmten Gründer« gehütet wird vor den auprallendea Wogen, wird wieder glanzvoll dastehrn und siegend muß endlich die Wahrheit alle gegen die Ausklärung aufgethürmteo Dämme und Versin» stcrungS-Apparatc durchbrechen und hiuweghaucheu. S. Demant. ZN Äahll'ö kasuistischen Fragen. Von Jud a Lob P org e«. Herr Oberrabbiner Kahn scheint mir die zwcire seiner Fragen: ״Darf ein jüdischer Lehrer und Vorbrter bei der Einweihung einer evan« gelischen Kirche im Chore milsinge»?" in Nr. 38 de« ״B. Clian." (S. 695) mit viel zu geringer Entschiedenheit verneint zu haben. Denn selbst au« btr, Auffassung Philo« und Jose׳»«', welche in dem Verbote 2) אלהים לא תקלל M. 22, 271 eine Warnung fiudet, selbst eine heidnische Religion vor ihren Dekrnnern verächtlich zu machen (S. Mcor Cnajim Abschn.j 5. und Biur zu Micha 4. 5). folgt bei weitem uichl, daß e« dem Juten gestaltet sei, bei einem kirchliche» Alte milzuwirken, der nach jüdischer Anschauung einen שתוף involvirt (S. Maim. Mischna Thora, Akum S. 4. Vrgl. Ab. Zara 27, d. Irr. Labb. 14, 4. Ab. Zara 2. 2. Kohel. r. 1. 8). E« ist mithin klar, daß ein jüdischer Lehrer uud Dorbeler bei dem in Rede stehende» Akte nicht mit» wirken darf (Vrgl. auch Mag. Abr. 126, 54. und Machazith Ha-Schekel daselbst.) Tzegedin, SrltEvrrla, irr Krdalttlo». Literarische Anzeigen. תמניה סצול לרמב״ם Mose b»u M-lmun« och« Kapitel. «». bisch und deutsch mit Anmerkungen von Dr. M. Wolf, Leipzig, Kommissions-Verlag von Heinrich Hunger. 8. VIII. 111. Da« Studium de« Talmud« und der Filosofie, besonder« der Aristotelischen, war unter den jüdischen Landsleuten Maimuui'« stark verbreitet. Die studirende jüdische Jugend wurde in die Lehrhäuser Sem'« uud Jafeth'« geschickt, und nahm, wa« dort und wa« hier gelehrt wurde, mit Wißbegierde auf. Die Einen wendeten fich mehr der talmudischen, die Anderen mehr der peripatetischen Dialektik zu. Wenige nur suchten in beiden Bildungssphärrn vollkommen einheimisch zu werden» uud fich in die Talmudische und in die Aristotelische Dialektik mit glei» cher Lust zu verliefen. Den Allerwenigsten kam e« in den Sinn, die beiden Elemente von tiiiander durchdringea zu lassen, und den Talmud mit dem durch die filosofische Spekulation geschärfterk Blicke zu detrachten. Solchergestalt bildete sich in dem Bewußtsein der talmudisch und filosofisch unlerrichteten spanischen Juden ein DualiSmu« au«: der Talmudist al« solcher abstrahirte von der Filosofie, der Filosof al« sol. cher abstrahirte von deu talmudischen Anschauungen. Maimonide« vermochte nicht, diesem Dualismus» dem naiven Talmudglaubeu und der filosofischeu Reflerion, in seinem Bewußtsein Raum zu geben, und er konnte nicht umhin, erstern^lctzterer unterzuordnen. In vorgerückterem Aller vollzog er Liese Unterorttiung al- Kodisikator de« gesammten tal« mudisch-mosaischen Gesetzes im Scfer Ha-Jad. Denselben Weg schlug er aber schon in seiner Jngend ein, indem er al« Ausleger der Mischna die Aussprüche derselben und öfters auch die der Gemara mit den Resultaten der filosofischeu Schule, zu welcher er sich bekannte, in Einklang zu bringen beflissen war. Formell tritt diese Tendenz schon in dem Nach« drucke htivor, mit welchen, er die Prinzipien oder distinktiven Dogmen de« Judeuihumacccntuirt. So schließt er seine Bemerlunge» über die Lehre von der Gerecktigkrit Gone«, worauf wir hier nicht näher einzugehen haben, mit den Worten: ״Wa« ich von den Grundsätzen dcr Religion und de« Glauben« lehre, ist mir wichtiger, al« Alle«, wa« ich sonst lehren würde (Dcrach. Endel." Ju llebceeinstinimung mit dieser Marime benützt er im Kommentare znm Traktate Sanhrdrin dir eben nicht sehr naheliegende Gelegenheit, um die distiultiven Griiudlehrrn de« JudenthlimS oufzuzähltii, was vor ibm nur Philo, Josefu«, R. Chananel und karäische Lehrer mit stlosoflichem Bewußtsein gethan haben. Er scheut sich aber nicht, auch gegen den Inhalt der ihm tradirten Mischnaeiklärnug lauieu Widerspruch zn erhebt» So erklärt er die überlieferte Auijaffung de« iiiischniicheu Berichte«, uach welchem da« Arzneibuch Salomo'« dem Gebrauche rntzogen wurde, um der dem GottrSvertrauea angeblich wirrrstrelikiidtu Anwendnug uaiürlicher Heilmittel eia Ziel j» setzen, gerade zu für eine Ausgeburt de« Blödsiune« (Peßach. 4, V.) Seiner filcsrfi,ch,rationellen Methode getreu versah Maimonide« seine» Miichiiakommentar und einzelne Ordnungen und Traktat, de«- selben mit Einlkiiuiigen. welche die Propädeutik der zu erklärende» Werke entdalteu. Eine Eiulriinng zu de» Abschnitten der Väter (Pirke Aboihj dttieu nnu dir ״acht Kapitel." Ju'« Hebräische übersetzte dirsetben au« dem arabischen Originale Samuel b. Jebuda Jdu Tibbou an« Luuel in der ersten Hä'sie de« 13. Jahrhundert«. Einen Kowwrutar dazu lieferte Abraham b. Sabbalhai Hurwitz Ha-Levi; derselbe ^orlsttznng ia -er Seilage. Leipzig, >-mu>tlI>ou,.Vrrla, vo> Fron! wag »er. Druck von Sigmund Burger in LtraedtN _ Hierzu ein Biertelbogea Beilage. ״VS