Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 43 (28.10.1863)
- Date
- 1863-10-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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tfcm dir Mrffianischen Gebete, sowie dir Opfergrbete, au« dem Gotik«- diknste weglaffr. Bezüglich der Weglassung der Nachrgebete würde man ihm eher rin (Sonccto zurnfen. Der Beifall. den Dr. Qfjronif mit feinrn Dortrügen »ingmmrt. ist demnach nur ein sehr geringer, noch geringer eil« der Anhang. den er hier gefunden. Vielleicht zeigte sich die« auch bei einem Vorträge, den er in der Hauesynagoge der kämml'schen Der» sorgung«a,1ftalt für NabbinatS-Kandidaten gehalten, zu welcher sich fünf oder lech« Personen ringefunden hatten. Einige Zeit war hier die Kunde vrrdreilet, daß ihm Herr Bloch die Redaktion der ,Zritstimmeüber» lassen, und daß ihm einige seiner Gönner die Erlaubniß zur Errichtung einer Schuir für die liebe Jugend erwirken wollen. Da« Srstere hat sich bi« jetzt »ich« bestätigt, wozu nur demHerrn Bloch zu gramlir.n ist: denn eine solche Redaktion hätte diese« Blatt um den letzien Rest seine« ohnehin nicht bedeutenden Kredit« gebracht; da« Letztere wird sich Hof» sentlich auch nicht zum Dortheile de« Herrn Dr. Ehronick bestätigen, seine Auslagen wären vergeblich, weil die Zahl seiner Schüler kaum die Zahl der Finger, vielleicht einer Hand, erreichen würde. — Schließ» lich noch die Anzeige, daß für die Meiselsynagoge Herr Dr Stein au- Danzig zum Prediger erwählt wurde. Wie mau sich erzählt, habe der Vorstand dieser Synagoge sich bestreb», eine Zeit lang rm Publikum dir Nachricht zu erhalte», daß Herr Dr. Stein au- Franksurr angestellt sei. vielleicht glaubte er dadurch seine Synagogensitze besser zu verwerthru, indessen hat sich die Wahrheit endlich doch dir Bahn gebrochen. Ob e« bei dieser NamriiSverwechslnng übrigenaus eiwa« wehr oder weniger Reform angelommen wäre, wird die Zukunft lehren. Prag, im Okt. Schluß.) Dr. Ehro»ick. der Wortführer der Resor» mation deSJudenthum-, wie er sich nennt, weilt seit 2 Monaten hier und hat auf drei Vorlesungen Subskription ausgenommen, zu 3 st. die Karte. Die so angerühmten Vorträge boten indessen fast gar nicht« de« Interessanten. Hauptsächlich bestand er daraus, daß jene Stellen im Gebete, welche Rache für mittelalterliche Verfolgungen fordern, oder aus den ehe» maligen Opfcrkultu« , sowie aus den MeffiaSglauden sich beziehen, in passender Weise abgeändert werden sosten. sodann pries er die Vorzüg» lichkeit der Instruinenlalmusik beim Gottesdienste. Dieses alle« ist schon längst bekannt, ja über rrstere« besitzen wir von dem al« Ret'vrmaior, wie al« Gelehrten berühmten Rabbiner Abraham Geiger ei» sehr schö» neS Gebetbuch, welcheaber dennoch nur i» sehr wenigen Gemeinden durchgrdrungen ist. Dr. Ehronick hat die Absicht, die ,Zeilstimmeein Blatt für jüdische Interesse», anzukaufen und dasselbe im resormistischen Sinne zu redigiren. E« läßt sich nicht bestreiten, daß die Meiselsynagoge und zwar eigentlich der Vorstand derselben ein starke« Fermen« zu Reformbestrebungen abgeben. Wie äußerst rührig derselbe ist. läßt sich daran« entnehmen, daß e« ihm rrotz aller Hindernisse gelungen iß. ei nen der lüchligste» Kanzelredner ersten Range« in Deutschland für die Synagoge zu gewinnen. Zwar ist e« nicht Dr. Leop. Stein au« Frank» furt, aber ein Edelstein ist doch gesunden worden. Dr. Stein au« Danzig, dessen herrliche Rednergabe von einer ebenso liebenSwürdrgen al« interes» sauten Pertönlichkeit gehoben wird, ist vertragsmäßig zum Prediger und Rabbiner der Svnagogengemeinde ausgenommen wo»den, und wird zu Ostern die bi« jetzt verwaiste Kanzel rinnehmen. Dessen vorjährige Gast« predigten erfreuten sich einer derartigen Popularität bei ollen Parteien, daß der Rus resorwatorischre Gesinnung ihm keine Opposition bringen wird- Ll Ntma-Szombat, (Gömöeer Komitat). 16. Oktober. In dem Städtchen Riwa-Szür-, welche« innerhalb de« hiesigen Rabbinat«. Bezirke« lieg», wurde am 8. d. M. eine kabbalistische Konferenz gehalten. Konsrrenzgliedre waren: die ChaßidLerhänptrr von Szilßü und St. Peter und der Rabbiner von Syaemath. welcher nur noch Kandidat der Würde ist, die die beiden anderen Herren bereit« bekleiden. Nach langwierigen Etiquette. Streitigkeiten. die sich über den Vertritt und versitz entsponnen halten, indem jeder der Herren die Roste de« Demüthigel spielte, begann die Konferenz bei geschloffenen Thüren und Fensterläden. Ein Lauscher, dem ich die Mittheikung vorliegender Notizen verdanke, versichert mich, daß r« sich nicht nur um kabbalistische, von ihm nicht verstandene, Fragen, sondern auch um Maßregeln handelte, durch welche dem Besuche der Eisenstädter Ieschiba gesteuert werden sost. Die Kluft zwischen der wirklichen und scheinbaren Orthodorie droht immer klaffen» der zu werden. Don dem jüdischen Wirlhe. in dessen Hause e« jede Nacht spuckt und poltert, seitdem er beim Rabbi gewesen, werden Eie viesteicht schon gehört haben. Da« verherte Gasthau« erfreu« sich einer großem Frequenz, und der Wirth ha« sich darüber nicht zu beklagen. Ob der Rabbiner in Gyarmath. ein Schüler R. Mose« Eoser'« , in Bälde die Zahl der chaßidäischen Magier vergrößern werde, ist uuge» wiß. Gewiß ist. daß er alljährlich seine Dachurim und seine Söhne zu« ,guten Iüden" schickt, damit ihnen der Dämon der Tier nach deutschen Büchern auSgetrieben werde. J. H. K. SfttjeF, im Oktober. Im Lause de« diesjährigen Sukkothfeste«, d. i. am LS. September entschlummerte der auch in dirsen Blättern belobte Kultu-vorstchrr und weltliche OrtSschuIausseher Leopold Weiner in einem Alter von 48 Jahren, nachdem ihm vor ei» nigen Wochen seine liebenswürdige Tochter, erst 22 Jahre alt, die Gatlin de« Hauptschnstehrer« Stepinger, vorangegangen war. Die israelitische Gemeinde zu Nyük, in der Weiner durch 12 Jahre da- Amt eine« Vorsteherrerwaliele, verlor in ihm eine« jener Mitglieder, die sich um das Erstehen der auch jetzt »och segen-reich wir» krnden Schulanstalt und der Gemeinde ein unauslöschliche« Verdienst erworben haben. Auch von Seilen der hohen LandeSschulbehcrden wirrten zu wie» derholten Malen die gemeinnützigen Bestrebungen W.'S anerkannt. Unter mehreren Belebungen möge eine im ״B- P. H." veröffentlichte hier ihren Platz finden: ״Ofen, den 16. Oktober 1856. Die isr. KultuSge» meinde zu KüpolnüS-Nyük, S t» h l w ei ssen b urg e r Komi» tat, errichtete eine zweikla! sige Elementarschule und versah dieselbe mit allcn Erfordernisse», ttm da« Ent» steben dieser Anstalt hat sich nebst der übrigen Repräsentanz der Kultu-vorsteher Leopold Weiner besondere Berdienste erworben. — Dieser, die Ausbildung der ler» nenden Jugend bezweckende lobenSwrrthe Eifer in Sachen der Schule, wird hiermit zur allgemeinen Kennt» n iß g ebrächt.- Der Verblichene binterläßt eine trauernde Witwe und fünf Waisen. — Wie können diese Zeilen nicht ander-schließen, als mit dem Wunsche: Mögen die Anstalten, die der Entschlummerte mitbegründen hals, noch lange zum Besten der Nyöker Gemeinde blühen und sortbestehen. Friede und Rübe seiner irdischen Hüste! — Tarnopol, 20. Oktober. Gestern wurde der 02 Jahre alt« gewordene Lehrer Mose- Frühling zu Grabe getrogen. Seiner Leiche folgte wer Füffe Halle; denn der Selige bekleidete dir Stelle eine« 1. Lehrerder Perl'schen Schule durch einen Zeitraum von 44 Jahren, vom Jahre 1813, als dieselbe errichtet wurde, bi« 1855. in dem er Alter« halber in den Ruhestand versetzt wurde. Im Jahre 1855 wurde er von Sr. Majestät mit dem grldeiieu Veetienstkreuze au-gezcichnet. Al- Jüngling sah er die Josephiuischen Schulen erstehen und al« Lehrer einer derselben fiel er dann mit ihnen. Im Jahre 1813 wurde er vom sel. Joses Perl nach Tarnvpol berufen. Er war Josef« stiller Nathgebrr im Rieseukawpse gegkn de, Koloß der Unwissenheit, der die galijische Judenheit drück». Zeuge, wie Perl über ihren Horizont dir Sonne der Ausklärnng und Bildung hoch herausgesührt. wir er, rin zweiter Jakob, den Stein von der Quelle