Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 43 (28.10.1863)
- Date
- 1863-10-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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795 795 R. Vest, ia Oktober. »Helfet euch selbst, und euch wird ge« holsea sein' lautet eia Molto de« großes Pädagoge» Disterweg ia seinem vom Jahre 1862 erschienene» Jahrbuche. Die Lehrkörper der P rst« Ofner jüd. öff. Schulen scheine» diese» Motto behcrjig« ju habe» , den» vor wenigen Tage» habe» dieselbe» ein Gesuch bei der hohe» Statthal. terei unterbreitet, ia welchem sie um die Crlaubniß, einen Uuterstützung-« »nd PensionSfoud in« Leben rufen zu dürfen, petitionirte». «» wäre in der Thal höchste Zeit, etwa« für die in jeder Beziehung traurige materielle Lage der Landlehrer zu thun. Und da von den Gemeinden vor der Hand in dieser Beziehung uichi» zu hoffe» ist. so ist e« recht und billig, daß die Lehrer der Metropole, welche w eu igsten« eine moralische Siellung haben, die Initiative ergreifen, um da» Le» ihrer gedrülkten College» leichter zu wachen. Unsere offen.liche Mädchenschule befindet sich feit dem neuen Schuljahre im Professor Balaffischen Hause. Die Schnlerfrequenz an Lerfrlben ist-Heuer eine derart starke geworden, daß die Gemeinde sich genöiliigt sah. eine Abthcilung der DorbcieitunaSklaffe. bestehend au» 120 Mädchen im Normalschulgebände unterzubringea. Daneue Schulgtbäude besteht au» 5 Klassenzimmern und einem DireOinnSzimmer, in welchen 319 Mädchen vertheilt find. Die Anstalt zählt demnach 439 Zöglinge, von welchen die Hält!« gratis uutcrrichlet werden. Auch die innere Eiurichtuuz der reorgauisieten Anstalt ist eine recht freundliche und wirihlichc. Wir können hier nicht unerwähnt lassen, daß die Herren Vorsteher H. Schönfeld und Mcriz Mnnk mit der größten Hingebung um da» Zustandekommen dieser Lokalerweitcrung sich bemüht haben. Namentlich hat Letzterer Alle» anfgebctcn, um bei der gelroffettt» neuen Cinrichtuiiz der Schule den gcrechieu Wünschen und Vorstellungen de» Lehrkörper» Genüge zu leisten. Dzcgedin, 22. Oktober. Da» hiesige jüdische Schulgebäude wird mit zwei großen Lehrsälru vermehrt. Die Baukosten werden mit den freiwilligen Spendeu der Gcmcindeglieder gedeckt. Sjtgcdin. 16. Oktober. Die hiesige Gemeinde hat folgende Adresse a» Mannheimer gerichtet: Sr. Wohlehrwürten de» Herrn Jl'ak Noa Mannheimer, Prediger» der isr. CultusgcmeinLe in Wien. Cw. Wohlehrwürdeo! . Gestatten Sie un». iu die Reihe der zahlreichen Gemeinden zu treten, welche die Gelegenheit der bevorstehevdcu Feier Ihre» 70. GeburtStageS benützen, um Ihnen ihre Verehrung und Sympathie auSzudrücken. Die unverwelklichen Verdienste, welche sich Cw. Wohlehrwürden um die Lehre und Chre Israel« erworben haben, werten auch in ungarisch.jüdischen Gemeinden nach ihrem vollen Werthe gewürdiget. Wo sich die sortschrittlicheu Bestrebungen der Zeit Bahn gebrochen haben, nennt man Ihren Name» mit Liebe und Verehrung. Cw. Wohlchrwür- Len werten, wie wir hoffen, die Glückwünsche au» Uugarn um so wohlwollender ausnehmea. al« Ihr gottseliger Vater au- Ungarn stammte und Sie selbst im Jahre 1826 von einem ungarischeu Magnaten in Ungarn eine Heimat erhalten mußten, um in Wien Ihre ruhmvolle Laos» bahn beginnen zu können. Möge r« der göttlichen Dorsehuug gefallen, diese Lausbah» noch aus eine lange Reihe voa Jahre» au-zudehne». Genehmigen Sie de»' Ausdruck unserer unbegrenzte» Verehrung, ia welcher wir verharre». Szegedia, 14. Oktober 1862. Cw. Wohlehrwürdeo ergebenst« Diener. ן Die Vorsteher und Vertreter der Ezegediuer isr. Cultu-gemeiade. ß Preßburg, 21. Oktober. Die von unsrrm sel. Rabbiner vrrherrlichle Spracheukorruptiou wird voa dessen treue» Jünger» auch ia der hebräisch,» Sprache geübt. Die« beweist ei» zur Synagoge»» Einweihung veröffentlichte» Festgedicht voa Marim. Dalier-Großmaaa. befugte» Religion«- und Hauptschustehrer. Herr G. hat bewiesea. daß er im Stande ist. rio hebräische» Gedicht zusammenzukleistrr»; zu gleicher Zeit hat er aber gezeigt, daß ihm die Form der zweite» weibliche» Person künftiger Zeit gänzlich unbekannt ist. Merkwürdiger Weise will sich bei un« da» Verhältniß der Grammatik zur Orlhodorir nicht günstig gestalte». Da» in Arad erscheinende offiziöse Schulblättchen wendete sich kaum der ueuorlbodoren Romantik zu, und schon liest ma» in demsrlbe» die Frage. ״Welche (») waren (die) Nachbarvölker der Israeliten?' Der Urheber dieser Frage machte die großartige Entdeckung, daß r« i» h. Lande ein ״Oelgebirge" giebt. Die Geographen wissen nur von eine» Oelberge bei Jerusalem. A Prag, 13. Oktober. Während unsere KultuSrrpräsentanz in corzioro bestrebt ist, dem gemäßigten Fortschritt im Judenlhume zu huldigen. sind einzelne Mitglieder derselben bemüht, der radikalen Reform Thür und Thor zu öffnen. Mit inniger Befriedigung vernahm man von dem Bestreben, der Talmud׳Thvraschule die weiteste AuSdrhnung zu geben, mit erfreuendem Gefühle vernahm man voa den Lei. stungen derselben, welche beim Bibrlunterrichte und der Grammatik brginnen und sich bi« ans den Unterricht im Talmud erstreckten, und jede» gläubige Herz fühlt sich erwärmt, wenn man nur daran denkt, daß der tüchtige Lehrer Herr Noa Tcwele» täglich eine Schaar von Talmudjüagern um sich versammelt, die berufen find, künftighin da» Wort Gotte« zu verkünden und zu verbreiten- Seitdem aber die Neuweihefeirr der Meisel» synagoge sta,,gefunden und Dr. Stein au» Frankfurt die Predigt an derselden gehalten, von dem bekannt wurde, daß er zur Partei der Reformer gehöre, seitdem giebt e» hier mehrere junge Leute, welche für die Reform schwärmen; diese haben an einigen Männern, welche theil» zur Jntelligenz, therl» zur Geldaristokratie gehöre», einen Succur» erhalten, einige von diesen sind Mitglieder der KultiiSrcpräscntanz, »nd nnn sind diese bestrebt, den Reforinidcen die weiteste Verbreitung zu verschaffen. C» giebt einen bekannten Spruch. aus dessen Besitz die Jünger Mosi« vielleicht kein auSschließlichc« Privilegium nehmen könnten, dieser Spruch lautet: Gott bescheert dem Trinker seiueu Wein und dein Spinner seine» Flachs. Al» die Vorsteher der Meisclsynagoge ihre Blicke nach all,» Weltgegcnden richteten, um einen Prediger für diese Synagoge zu fr» blicken, fiel einer dieser Blicke auch auf Herrn Dr. Chronick. Die Fama wußte so viel von seinem Märtyrrum iu Amsterdam zu erzählen. daß man r» diese» Vorstehern nicht verargen kann, wen» sie sich in ihrer Predigernoth auch an ihn gewendet; doch als er kam. sah man ih», doch er siezte nicht, d. h. er predigte nicht in der Meiselsynagoge; hingege., verschaffte mau ihm. dem Ausländer, die Crlaubniß. einige Vorträge über die Reform im Judenlhume halten zu dürfen, und da ihm keiner der Hörsäle der vielen k. k. Lebranstallen zur Dersüguag gestellt wurde, hielt er seine Vorträge im Saale der Handelsschule. Di« zu» heutigen Tage hielt er zwei Vorträge vor einem ziemlich zahlreiche», gemischten, mitunter gewähltem Auditorium. Am Schluffe seine» zweite» Vorträge» sagte er, daß der Gegenstand sich nicht in einem drie2״ werde erschöpfen lassen, und er muffe bei der Statthalterei um die Crlaubniß zu einem vierten ansuchen. Ich bi» überzeugt, daß die Zahl der hier lebenden Israeliten eine Legion ist. welche den Wunsch hat. daß Herr Dr. Chronik seine Vorträge — nicht sorisrtze. Der Geist dr« Reform, weseu» im Judenlhume. welchem Dr. Chronik huldigt, hat »och sehr wenige Anhänger ia Prag gesunden. Für ,inen bei den Vorträge» a». weseaden Christen hatte seine Idee vom anzuhoffeudeu Messia« etwa« Romantische-, e» gefiel demselben, daß Herr Dr. Chronik keinen Persoaal-Meffia«. sonder» nur einen idealen erhofft; den Rechtgläubigen in Israel und deren Zahl ist iu Prag mit göttlichem Beistände noch ein« sehr große, behagt diese Iber ebenso wenig, al« seine Anficht, daß ma»