Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 43 (28.10.1863)
- Date
- 1863-10-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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versteht scheu den Siou manche» Dibelverse« und manche« Au«spruche« unserer Weisen. Wohlbekannt ist ihm darum der 4. Der» iw 12. Psalm, der ö. und 7. Der« im 101. Psalm, der 5. Der« im 5. Psalm, sowie dir Lehre Rabbi Acha'« in Erachim 15, d. und dir de« Rabbi Zirmijah im Sotah 42, n. Da er nun auch weiß, daß Sie ihm uachgewiesea, er sei ein עבריין ומומר נגד רח תורה, so ha, er aus riura Stuhl im Himmel keine Anwartschaft. Da«Schwärmen in den Lüsten kann er aber, namentlich zur Regenzeit, nicht verlrageu — hat ihm doch jüngst, da er am Sabbath einen Regenschirm משום אוהל nicht auf« spannte, riu Regenguß eine starke Erkältung zugezogen — e« bleibt darum dem verzweifelten Manne kein anderer Platz be« Aufenthalt»׳ 01 ,לאחר מותו« die Hölle, wo er, vor Regen und Unwetter geschützt, eine seiner kaltblütigen Natur angenehme Wärme voifindet. 8uum eoique. — 8. Widdin, (Bulgarien) Mitte Oktober. Mein Aufenthalt in hiesiger Stadt wäbrte viel zu kurze Zeit, al« daß ich Ihnen über die hiesigen jütischen Zustände Ihrem Wunsche gemäß ausführlich Bericht erstatten könnte. Die hiesige jüdische Gemeinde besteh: ungefähr au« 300 Mitglieder», deren größter Theil dem scsardischc» Ritu« angehört. Aschkeuasim giebt e« nur wenige; dieselben haben sich in den letzten Jahren hier angesiedelt. Zn der sefardischeu Schule wird die Thora in« Spagnolische übersetzt, sonst wird kaum etwa« Erhebliche« gelehrt. Die griechisch nicht-nnirlen haben sich bisher ebenfalls nicht über die DollSschule zu erheben verstanden, und die McSIeoiin wissen nicht« vom öffentlichen Unterrichte. Die Zahl der jüdischen Handwerker ist beträchtlich. Die Medizin ist durch einen jüdischen Arzt au« Ungarn vertreten. Derselbe ist zugleich im buchstäbliche״ Sinne eia Verbreiter der Kultur unter der hiesigen jüdischen Bevölkerung, wie e« in der vorigen Generation in vianchen jütischen Kcincinden i» Ungarn die uiährischen und böhmischen Aerzle waren. An Männern der Wissenschaft, wie Pinclr« in Galatz fehlt e« der hiesigen Gemeinde ganz und gar. Belgrad, im Oktober. Zn Folge eines Eivllprozeffc« hat der hiesige französische Konsul einen sranzösischcn Bürger jüdischen Glauden« aus der Rcrhe der französischen Unterthaiicu gestrichen. Der Betreffende ließ jedoch die Angelegenheit nicht aus sich beruhen, und man ist hier aus de» AuSgaug derselben gespannt. Unbefangenen Beobachtern will e« nicht kinlruchtcn, daß die Machtvollkonimenheit eine« Konsul« jo weit reiche, einem sranzösischen Bürger das Heimaisrecht zu entziehen. Inland. | Wien, 23. Oktober. Hochverehrter Herr Nedalteur! Zch bin j in der angenehmeu Lage. Ihnen anzeigen zu können, daß niit Beginn de« Schuljahre« 1803—64 au der Wiener Universität neuerding« jüdischr Kräfte zur verdienten Geltung gekommen sind. Au der Lehrkanzel für Physiologie und Hystologie wurde Herr Dceent Stricker zum Assisteoten eruanu«. Herr Dr. Stricker hat sich bereit« durch eine ebenso! eraklr al« bedeutungsvolle Arbeit über Embryologie einen Namen unter den Fachgenoffen erworben; e« herrschte daher über seine Würdigkeit zur Besetzung der genannten Steste io ollen Kreisen nur eine Stimme. Zum Affistenteu an der Lthrkaiizel für spezielle medizinische Pathologie und Therapie (medizinische Klinik) wurde Herr Dr. Zohann Schnitzler, Milredakleur der .Wiener Medizinalhalle", ernannt. — Diese Eruenunozea sind de«halb vou so großer Wichtigkeit, weil sie dem Prinzipe der Oleichberechtigutig aus einem Gebiete Gel luug verschafft haben, wel« che« bi« auf dir neueste Zeit demselben hartnäckig verschlossen war. E« »st noch nicht lauge, daß einem Professor, der einen Zuden zum Assisteuteu wählte und diesen dem Ministerium vorschlug, bedeutet wurde: .er möge nicht vergessen, daß er an einer katholischen Universität Prosessor sei." — Auch dachirurgische OperatlonS-Znstitut, dessen Schranke» früher von einem Zuden nur höchsten« aukuahmöweise überstiegen werde» konnte», zählt nun zwei junge jüdische Aerzte, die Doktoren Sold» t chmidt und Patzaurr unter seinen Mitgliedern, von denen sich frri behaupten läßt, daß sie ihrer au-zeichoenden Ernenuuog vollkommen würdig find. 8. Wien, 20. Oktober. Wiewohl Ihnen die politischen Blätter voraugeeilt find, so müssen dennoch auch Sie e« rrgistriren, daß d>e Zn« lässigkeit der Zuden zum Notariate von unserem Herrrnhause augeaom» men wurde. Die anwesenden Erzherzoge haben dafür gestimmt; nur einige Hochadelige und Prälaten erhoben ihre Stimme dagegen. Hiera» reiht sich paffend die Nachricht, daß Loui« Zakoby zum Professor der Kupserstecherkunst an der hiesigra Akademie der bildenden Künste ernannt ist: Zakoby ist der erste ZuLr, dem eine solche Stestung eiageränw» wird. Nachträglich erwähne ich noch de« Toaste« Wolf'«, in welchen der Redner einige, die WohlihäligkcilSinstitnte der Wiener jüdischen Ge« weinde in früheren Zahrhuuderten betreffende Daten rinflocht, welche er in größerer Ausführlichkeit iu diesen Blättern niederlegen sollte. Pcst, 25. Oktober. Meinem Versprechen zufolge überschicke ich Zhnrn die Antwort, welche der ״Irr. magy. cgylet“ an den Baronet Sir Mose« Montefiore richtete. — Da« Schreiben, welche« ich Zhiieu in deutscher Uehersetzung übersende, wurde von dem geistreiche» Dizepräse« de« Vereines, Dr. Heinrich Poklak, in englischer Sprache Pest, 7. Marcheschwan 5624 (20. Oktober 1863 ) Hcchgeborner Herr Baronet! Ihr werihvolles Schreiben vom 15. August, daiu den edelsten Ausdrücken die Bestrebungen unsere« Vereine« liebevoll würdigt, hat in den Herzen nuferer AuSschußinitglieder den wärmsten Auslang gefunden und sie zum richtigen Fortschreiten aus der, wie wir hoffen, gottgefälltgen Dahn remunler« und begeistert. Die Spende von 25 Psd., die Ew- Hochgeboren bcizulegen so gütig waren, habe» wir Ihrem Wunsche gemaß zn einer Stistunz im Namen der in ganz Israel unvergeßlichen Glaubenshcldin Lady Zudiih Montefiore bestimmt, und zwar wird dieser edle Name die Liste jener Subskription eröffnen» mittelst deren wir die Kosten zur Herausgabe einer ungarischen Bibelübersetzung mit hebräischem Terte zu decken gedenken. Wir hoffen zu den. Allmächtigen, daß diesem unserem schwierigen, und kostspieligen Unternehmen die bewährte Beihilfe unserer cpserfähigen Glaubcnöbrüter nicht fehlen werde. Wir zweifeln nicht daran, daß der mit den schönsten Erinnerungen unserer jüngsten Geschichte verknüpfte Name Montefiore anregend und ermunternd zur allseitigen Förderung ve« Dibelwcrkc« in Ungarn einwirken wird. Indem wir nun Ew. Hochgeboren im Namen unsere« Vereine« sowohl für Zhre gutzemeiiiien und herzlichen Wünsche, sowie für die beigesügte materielle lluterstütziing unfern wärmsten nnd verbindlichsten Dank aussprrchen, liegt e« un« noch ob, die scheinbare, jedenfall« unverschuldete Verzögerung unsere« Autwortschreibcu« mit einigen Worten zn erklären. Al« Ihr grrhrte« Schreiben, Herr Barone», hier anlangte, war unser Vereins-Präses abwesend und da« Schreiben lag unerbrochen, ohne daß wir hiervon Kunde hatten. — Nach seiner Rückkehr im September traten die hohen Feiertage rin, die jede Sitzung, in welcher statutengemäß Ihr wertbe« Schreiten vorzulesen war, unmöglich machten. Zn der Erwartung, daß Ew. Hochgeboren dir Entschuldigung güligst genehmigen» find wir so frei, Zhr verehrte« Btlduiß in unsere« VereinSsaale aufzuhängen, wo r« neben Lenen anderer berühmter Männer Israel« and Ungarn« und zur freudigen Erinnerung, unserer Zngrnd zur rühmlichen Nacheiferung, diene» soll. Möge der Himmel Ew. Hochgeboren noch viele Zähre körperlicheu und geistigen Wohlsein« gewähren zum Heile Israel«, zum Wöhle der Menschheit! Der Außschuß de« ״Irr. Magy. Egylet“