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Ben Chananja · 1863-10-21 · 42 (21.10.1863) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
42 (21.10.1863)
Date
1863-10-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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V L__ 781 unb Schwestern! DaS zerstreute Israel geht einer schönen Zukunft entgegen, früher oder später wird die herrliche Fahne der Gewiffenöfreiheit überall wehen, wo GotteS Kinder Gotteö Erde bewohnen, und zu schönerer Wirklichkeit wird die schöne Verheißung des Profeten Micha: כי כל העמים ילכו איש בשם אלהיו ואנהני נלך בשם ה׳ אלהינו לעולם ועד ״Al le Völker werden wandeln ein jegliches im Namen seines Gottes: wir aber werden wandeln i in Namen des Ewigen unseres G o tteö in Ewigkeit (Micha 4, 5) 1״ Frohlocket, Brüder nnd Schwestern, ob der beglückenden Segnungen und Tröstungen, die unS daS Wort GotteS in so reicher Fülle spendet. Den Völkern eröffnet eö die Auösicht aus eine Zeit, wo die Erde sich zu einem Paradiese :׳erklären wird durch die gegenseitige Liebe, den bleibenden Frieden und die holdselige Eintracht ihrer Bewohner. Den! einzelnen Menschen läßt eö von der süßen Hoffnung um- | schwebt fein, daß ihn, wenn er einst seine Lansbahn aus Er- ן den beschlossen hat, GotteS Hand aufnimint in daS Land,!00 alle Thränen getrocknet werden, zn einem Leben, dem kein Sterben folgt, zn einer Seligkeit, die unvergänglich ist. Diese Hoffnung hegt und pflegt der fromme Jsraelite sorgfältig in seiner Brust. Er wacht darüber, daß die AuSsicht auf die Verklärung deS DieSseiiö die Aussicht auf die Verklärung im Jenseits nicht verdränge. Ihm ist nicht vergeblich gesagt worden : בראשית ברא אלהים אה השבים 3״ ואת הארץ m A n s a g g e s ch il f G v l l H i m in e l nnd Erde": er schöpft daraus die Lehre, daß der Mensch ob : eo Himmels nicht die Erde, und ob der Erde nicht den Himmel vergeffe, sondern behcrchge: "העולם תות רובה לפרוודיו בפני העולם הבא התקן עצמך בסרוודור בדי שהכנס לםי־קלי; ״D iese Welt gleicht der Vorhalle vor der j e n-! c i l i g e u W e l t: r ü st e dich i n d e r V o r h a l l e z n de»« E i n t t i t t e in den E m p f a n g ö s a a l t Aboth 4, 16)!" Wie dieser Empsaugösaal beschaffen sei, wo die Ge- .echten aller Völker und GlaubenSbckenntniffe sich versammeln, — wer vermöchte eS zu sagen? Obgleich durch eine dünne Scheidewand nur von der Zukunft und ihrer Seligkeil getrennt, sind wir doch nicht im Stande, ihre Geheimnisse zu durchschauen. Der Verstand spottet aller Vergleichungen, welche die .'dunst der sinnlichen Welt entnimmt, um daS Unsichtbare sichtbar . daS Unhörbare hörbar zu machen: בל הנביאים לא נתנבאו אלא לימות המשיח אבל עולם הבא עין לא ראתה אלהים ״ זולתך יעשה למחכה לוDie herrlichsten Verheißungen der Proseten schildern nur die Verklärung der Erde im Meffiaöreiche; den Schleier deS Gnadenlohneö im Himmel haben auch die Proseten nicht gelüstet (Sanh. 99, 2).- Nur ah- 762 nen kann die Seele diesen Gnadenlohn; nur ela schwache- Vorgefühl davon verdankt sie ihrem allgütigen Schöpfer. Ein solches Vorgefühl gab David, dem heiligen Sänger, die Worte ein: לכן שמח לבי זיגל כבודי אך בשרי ישכן לבמה כי לא תעזב נפשי לשאול לא התן הסירך לראות שהת תודיעני ארה ״ חיים שבע שמחות אח פניך נעימות בימינך נצחDarum freut sich »nein Herz und jauchzt mein Geist, »vird doch ni ein Leib auch ruhig wohnen: denn nicht lassest du der Hölle meine Seele, nicht lassest du deinen Frommen schauen die Grobe; du lehrst mich den Weg deS Lebens: Fülle von Freuden ist vor dir, Wonnen in deiner Recht e n ewiglich (Ps. 16, 9—11)." Wo wäre aber der Ort, wo solches Vorgefühl, solche Ahnung, grnährt, gepflegt, gestärkt und gekrästigt werde» könnte? ״ בית הכנסת לתתא לקבל בית הכנסת לעילאDas Hauö der Versammlung h i c r n i e d e n weist hin ans daS Vers a m m l u n g S h a n S dort oben (Sohar III. 251, s)." DaS Heiligtbuin deS Herrn ist geeignet und bestimmt, die Ahnungen der Ewigkeit zn wecken, zu nähren nnd auSzubilden, nnd daS geistig Schönste dem Geiste näher zn bringen. ES ist daher ein in Israel weit verbreiteter Gebrauch, beim Eintritte in die Synagoge mit Jakob, dem frommen Patriarchen, zu sprechen: מד. נורא המקים הזה אין ״ לה כי אם בית אלהים ווה שער השמיםWie ehrwürdig i st diese Stätte! Hier ist n i ch t S a n d e r 5 ö, denn Gotteshaus und hier d i c P s o r t e d e S H i m in e l S j (i M. 28, 17)!״ Hier, wo die Sorge tcö HauseS schweigt, wo die Leideuschast im Begehren und Genießen ruht, — hier kommt die Seele unter inbrünstigen Gebeten und unter dem Zurufe göttlicher Lehren und Verheißungen in jene Stimmnng, wo sie sich erhaben fühlt über Alles, waS der Erde angehört: עו והדר לבושה והשה? ליום אהרון .Krast und Hoheit ist ihr Gewand, und sie sieht ihrem letzten Tage auf Erden heiter entgegen (Spr. 31, 23).״ Ja, Israeliten, hier entfalte euer Geist seine Flügel. Hier erhebe euch der Gedanke an die einer schöner« Zukunft eiitgegenreisende Menschheit. Hier erheitere und erfreue euch der fromme Glaube an daS himmlische Ziel, dem unsere Seele ans Erden eutgegenreist. So wird sich über euere irbischen Pfade ein himmlischer Glan; verbreiten. Die Well wird euch zu einem großen Tempel deS Herrn. Euer Dasein und Wirken preiset deS Ewigen Namen, und euer ganzes Lebe» wird zn einem segenreichen Gottesdienste verklärt.

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