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Ben Chananja · 1863-10-21 · 42 (21.10.1863) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
42 (21.10.1863)
Date
1863-10-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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778 \ L_ 777 2Bif könntest da ferner, Erbitterung im Herren nährend, dein Angesicht zu Gott erheben? היה׳ אל רחום והנון ארך אסים ורב׳ חסר ואמת נוצר הסד אטלסים נושא ערן וסשע וחטאה ״Der Ewige, der Ewige ist ein barmherziger, gnädiger, langmüthiger Gott, von großerHuld und Treue. Er bewahret Huld biSinS tausendste Geschlecht, und vergiebt Missetbat, Uebertretung und Sünde (2 M. 35, 6. 7)und du bist ja angewiesen, in seinen Wegen zu wandeln! Lehrt ja dein göttliches Gesetz: ״ לא חתעב בצרי בי נר הייה בארצוDer. abscheue nicht den Aegypter, denn du bist ein Fremdling gewesen in seinem Lande (5 M.23,8)." IV. Damit, meine Freunde, sind wir bei dem vierten Punkte unserer Betrachtung angelangt: bei der Liebe, welche der fromme Ifraelite seinem Vaterlande widmet. Ihr wisset, Geliebte, daß man den Israeliten häufig die Vaterlandsliebe abgesprochen hat. Man that dies, weil man dem entscheidenden und maßgebenden Zeugnisse der Geschichte nicht die Beachtung schenkte, die demselben gebührt. Ich bin weit entfernt zu behaupten, daß die Israeliten im Lande der Pharaonen ägyptische Patrioten geworden sind, wiewohl sie nach dem Gesetze, daS ihr soeben vernommen badet, den Argptern einen gewissen Grad von Dankbarkeit bewahren sollten. Von Patriotismus konnte in dem alten Aegvpten überhaupt nur bei den herrschenden Kasten die Rede sein. Noch mehr. Die Kinder Israels verharrten, trotz ihres langen, Jahrhunderte währenden Aufenthaltes in Aegypten, in einer schroffen Nationalabsonderung! Wohl haben sie sich erst aus ägvptischem Boden an den Ackerbau gewöhnt; denn vor ihrer Einwanderung in Aegypten waren sie zumeist Nomaden gewesen, und nur Josef, der AufwärtSstrebcnte, hatte von Ernte und von Garben geträumt. Manche Kunstfertigseit haben sie sich wohl in Aegypten angeeignet und davon Gebrauch gemacht, alö durch sie daS erste sichtbare Heiligthum des unsichtbare» Go.'teö errichtet wurde. Man kann auch zugeben, daß Mose in die Geheimnisse der ägyptischen Wissenschaft und Weisheit eingeweiht wurde, und solcherzeit auf der Höhe seiner Zeit stand, bevor sich ihm der Gott AbrahamS, JsakS und JakobS offenbarte. ES ist sogar möglich, daß die Buchstabenschrift nicht, wie manche berühmte Forscher meinen, den Israeliten ihren Ursprung verdanke, sondern, wie andere behaupten, den Aegyptern, denen sie die Israeliten nachgebildet und unter die Phönizier verpflanzt haben sollen, von denen sie dann zu den Griechen und zu den übrigen Nationen unseres WelttheilS kam. Allein bei allem Einflüsse den man dem ägyptischen Wesen auf Israel einräuniku mag: einem Einflüsse, der sich nach dem Zeugnisse deS Profeten Ezechiel sogar aus den CultuS erstreckte; so steht eS doch fest, daß Israel in Aegypten nach Sprache und Sitte einen Staat im Staate bildete. Die Aussaat Pharaonischer Maßregeln konnte keine andere Frucht tragen! Wunderbarer Weise war aber Aegypten bestimmt, eine entgegengesetzte Seite im Leben Israelan'S Tageslicht zu fördern. Ein ägyptischer Herrscher, PtolemäuS Lagt war sein Name, hatte gehört, daß sich die Juden durch treue Bewahrung ihrer Eide und durch ihre Zuverlässigkeit auSzeichneten. Er vertheilte daher viele derselben als Besatzung in feste Plätze, gab ihnen mit den Macedoniern und Alerandriea gleiche Rechte, und ließ sie schwören, auch seinen Nachkommen die Treue bewahren zu wollen (Jos. Alterh. XII. 1, 1). Welche Folgen hatte nun diese Behandlung der Juden? Höret und staunet! 1 Die Enkel derer, die in Aegvpten so viel Bitteres er, fuhren; die ihren hrißersehnten, durch Wunder und Zeichen bewerkstelligten Auszug auS Aegypten mit einem unsterblichen Liede feierten; deren Grundgesetz mit den Worten eingcleitet wurde אנני ה־ אלהיך אשר היצאחיך מארץ בוצרים בוביה ״ עבריםIch bin der Ewige dein Gott, der ich dich herausgeführt habe auS dem Lande Aegvpten, auS dem Hause der Sklaven;״ und denen daS Gesetz einschärfen mußte, die Aegypter nicht zu verabscheuen: die Enkel dieser Aegypterfcinde hingen unter PtolemäuS Lagi und seinen Nachkommen mit Liebe an dem j Boden »nd an dem Herrscher AegvptenS! Eine große regsame! Schaar jüd. Handwerker trug dazu bei, den einheimischen Ge-! wcrbfleiß in Flor zu bringen, und die freiwillige Arbeit der jüd. Bürger brachte dem Plolemäischen Aegypten edlere Früchte, als die erzwungene Arbeit der jüdischen Sklaven dem Pharaonischcn Aegypten gebracht hatte. Die Ricscnbauwerke dealten Aegyptens waren Denkmale der Sklaverei; die Pracht, volle Synagoge zu Alerandrien war ein Denkmal der GewisseuSfreihcit. Nach einigen Menschenaltern waren die alerandrinischen Inden, ohne dem Glauben der Väter untren geworden zu sein, vollständig nationalisirt. Jafeth hatte seine» Einzug in die Hütten Sem'S gehalten! Die heiligen NeligiouSurkunden Israels waren inS Griechische überseht worden. Die Juden AlerandrienS, — und deren Zahl belief sich aus eine Million, — hatten die Sprache ihrer griechisch redenden Mitbürger angenommen. Ihre Schriftstelle! halfen die griechische Literatur bereichern; vor Allen Philo, den man mit Plato verglich, und dessen Werke iu den öffentlichen Bibliotheken Rom'S ausgestellt wurden: Jütische Patrioten an den Usern deS NilS, in dessen Fluthen einst jüdische Knäblein geworfen wurden! Kaum kennt die Geschichte eine überraschendere Erscheinung! Und kauter, als eS irgend ein Prediger zu thun vermag, verkündet diese Erscheinung die Lehre: Gebet dem Juden ein Vaterland, und der Jude wird sein Vaterland liebeul

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