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Ben Chananja · 1863-10-21 · 42 (21.10.1863) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
42 (21.10.1863)
Date
1863-10-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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I L. 761 ihn herzlich umarmte vud küßte und begeistert auSrief: .אכלוסה ריסעם' ruhig werde ich nun sterben, da ich Euch einen so edlen vnd wackern College» zurücklasse." Beide Seelsorger lagen sich minutenlang nm den Hals, die Thranen des alterSschwachen und deS jugendlich feurigen Augestoßen in einander, alle Anwesenden wurden von dieser feierlichen Szene heftig ergriffen, kein Herz blieb ungerührt, kein Auge trocken!! — Nach kurzer Pause folgten Gratulationen verschiedener Körperschaften und der von den fremden Gemeinden herbeigelommenen Deputieren; als Prag, Brünn, und Pest 1c. 1c. Herr Rabbi Steinhardt auS Arad, der auch anwesend war, hielt eine kurze und gediegene Ansprache an den Jubilar, die auch erwiedert wurde. Die Deputationen fremder Gemeinden waren mehr oder minder zahlreich vertreten. Die stärk« sie derselben war jedoch die Pester; diese bestand aus vier Personen, Rabbiner Meisel, Dr. Hauser, Posner und Kampel. Wie unS erzählt wird, soll diese Deputation nicht eine zufällig gewählte, sondern eine grundsätzlich zusammengesetzte sein; denn in Dr. Meisel seien die Theologen, in Dr. Hauser die Intelligenz, in Posner die Commerziellen und in Kampel die Diener und Beamten der Grmeiude PestS vertreten; sonst könnten wir unS diese Mosaik von einer Deputation nicht erklären. Übrigens haben wir keines der 4 Mandate gesehen. Die geistige Feier deS ZubiläumS schloß mit Überreichung einer Adreffe der subalternen Beamten der isr. Gemeinde Wiens, welche mit sinnreichen Inschriften und einer Abbildung der ArbeilSstube Mannheimers versehen war. » Gegen 6 Uhr Abends versammelte sich die Elite der isr. Gemeinde, der Bürgermeister, der Statthalter von Niederösterreich so wie auch einige Depntirte auswärtiger Ge« meinten, unter denen wir auch Herrn Rabbiner Steinhardt bemerkten, im ״weißen Roß", um an dem Danguette, welches dem Jubilar zu Ehren gegeben wurde, The il zu nehmen. DaS Banquct war zwar Anfangs in ziemlich aristokratischem Style gehalten, aber später wurde eö ein sehr animirte S.Den Nei« gen der Toaste eröffnete Prediger Dr. Zellinek auf daS Wohl Sr. Majestät deS Kaisers ungefähr folgenden Inhalts: Redner zitine die thalinndische Sage von einem bekannten From-. mm, der 70 Jahre geschlafen und dann beim Erwachen die Welt nicht wieder erkannte; wenn man nun den dichtenden Geist deS AlterthumS auf unsere Zeit anwenden wollte, so könnte man auch sagen, daß seil 1793, dem Geburtsjahre MannheimerS, die Welt sich bedeutend geändert habe, Redner wolle aber nicht zu weit auöholen, sondern nur von der Zeit sprechen, wo der Jubilar 1826 im Tempel alö Ps eudo M agyare, denn alö solcher hatte Graf Zichy zu KarlSburg in Ungarn eS ihm alS seinem Unterthan möglich gemacht, alö Prediger konnte angestellt werden, während er heute Ehrenbürger der Stadt Wien ist: dies haben wir den Institutionen unseres 762 erhabenen Monarchen zu danken. ״Haben wir doch — sagt Jellinek — erst in diesen Tagen erfahren, wie die Glieder des Allerhöchsten Kaiserhauses, die Herren Erzherzoge, einen wichtigen Fortschritt in unserer Gesetzgebung, eine Ehrenerklärung für die Bekenner deS JudenthumS, mit einem lauten ״Ja" begrüßten, während mancher eifrige Penreter deS GotreSglaubendem Geiste der ״Verneinung" huldigte, aldie göttliche Gerechtigkeit einen neuen Triumph in Oester, reich feiern sollte." Der Toast endigte mit einem lang an« haltenden Hoch auf Se. Majestät den Kaiser. Ferner trau« ken einige Vertreter auf daS Wohl deS Jubilar-. Herr Bür. germeister sagte in einem Toaste, er sei stolz auf seine jüdi« schen Mitbürger; auch der Herr Statthalter ChorinSky wid« mete der Gemeindevertretung einige warme Worte. Auf einen Toast auf die anwesenden ReichSräthe erwiderte Kn« r anda: eS sei nicht mehr richtig, in Oesterreich von einer Judenemanzipation zu sprechen, da die konstitutionelle Ent« Wicklung eines an Nati'onalitätenkoniplcrcn so reichen Staa« teS, wie Oesterreich, die Gleichberechtigung aller Volks« stämme, unter denen die Juden eine so kompakte Maffe bil« den, zur unumgänglichen Nothwendigkeit mache. Der Jubilar seinerseits erwiderte in würdiger und anmuthiger Weise den auf ihn auSgcbrachtrn Trinksprüchen. Ein auswärtiger De« pulirter, der cö nicht liebt, beim Trinken zu sprechen, sou« den» eS vorzirht, in Schriften den Spiritus zu brkundeo, glanzte beim Toastiren durch seine Abwesenheit. Der •SHpcnUinifoiiö für brave israelitische Oehramtsjöglinge in Pest. Bei der Veröffcntlichnng unseres Ausrufezur Grüu. tung deS obgenannten FondeS in dem Berichte über die köu. israelitische Präparandie in Pest erfüllte unS die Hoffnung, daß der löbl. israelitische Vorstand in Pest der Verwirkt!« chung dieser zeitgemäßen und heilsamen Idee seine materielle und moralische Unterstützung angedeihen lassen, und daß die« sem herrlichen Beispiele jede der bessern und edlern Gemein« den Ungarns folgen werde. Und — Gott sei Dank, wir haben unS nicht getäuscht. Der löbl. Vorstand in Pest hat trotz der vielen ihm obliegenden AmtSgeschäfte die Derwah« rung, Verrechnung und Verwaltung diese- FondeS übernom« men, hat dcmsclbeu die jährliche Beisteuer von 50 Gulden ö. W. gewidmet, hat ferner diesen Fond ungeachtet der vielen schon in Pest bestehenden WohlthätigkeitSanstalteu in die Reihe der in den Pester israelitischen Gotteshäusern ua« mentlich aufgezählten Stiftungen ausgenommen — durch welche Maßregel dem Fonde an den verflossenen Feiertagen schon die Spenden von 170—200 Gulden zugeführt wur« den — und hat endlich zur Vermehrung de- FondeS eine mit Einflußnahme der löbl. Schulkommissioa einznleitrude -ז

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