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Ben Chananja · 1863-10-14 · 41 (14.10.1863) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
41 (14.10.1863)
Date
1863-10-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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niqae sc&ndalease au« der fleinen Gemeinde Gjfrntf hinzuzusügeu, und warum soll nicht auch Ez. seine Geschichte haben? — Doch hören Sie! Zn dieser?5 Familien starken oder besser schwachen Gemeinde erfrechte sich der Vorstand — um drffen Stellung ihn gewiß Niemand beneidet — die AndachtSübung am ersten Selichottag auf 5'/,, am Sa« chor-Drith auf 5 Uhr ju bestimmen, er weinte: ,er komme spät, aber er komme doch." Die Dunkelmänner daselbst protestirten und wollten von ihrer Finsterniß keine Stunde vergeben. — Die Entscheidung kam in Gericht-Händen, und was die Lösung rrschwertr, daß die Gemeinde uulheilbar, denn keine Hälfte hätte ihr vollständige« Miiijam! — Nun wurde vom hiesigen Nabbinaie ein Gutachlcu über diese brennende Frage und von der hiesigen Gemeinde ein Zeugniß gefordert, daß Liese sväten Stunden kein kirchliche« Verbrechen begrünten, und auch hier praktische Anwendung finden. Beide Dokumente fielen zu Gunsten der Fortschrittspartei au«, und meiiike da« Rabbinat sogar, daß die Ansicht des א"». Laß nämlich ״die Morgenstunde Gold im Munde führe" und ein עת רצון sei gegen die Allgkgcuwart Gottes verstoße, und da« ״Aujstehcn" vor Tagesanbruch bezüglich Sechor-Vrilb bloS das Frühstück zum Zwecke habe, um nämlich nicht nach heituischcr?! Sitte am Dcrseste zu fasten (wie ׳(רבל״א nun aber seinen ganzen Werth eilige» büßt habe. Wir hoffen aber, daß das kleine Ezcrnckchcn bis zum nächsten Jahre älter und klüger und cliischcli wird, daß Friede und Eintracht hoch über Alles stebt, »nb daß nur ״der Gott foppen will, früh ausstehen muß Von dem Lokal-Rabbinerchcn schweigt übrigens die Geschichte g-nz! Nun noch ein Erempel im umgekehrten Verhältuisse: In einer andern großen Gemeinde, die ich hier nicht gerne namhaft machen will — befindet sich im Ehorpersoiialc ein Tenorist, der nebstdem noch ein anderes Gewerbe betreibt; so rsi aber Portiunkula oder sonstige Land» märkie am Samstag sallen. vertauscht der Tenorist de» אשרי י!שבי ביתך gegen den אשרי הכליכלי דרך. — Dafür aber kürzt ihm der .trassier im Aufträge der großen Gemciute für jede Abscuz 2 fl. — oder mit andern Worten: Gegen 2 fl. ist eS ihm gestattet, Len ״Sitz" im Orchester gegen den ״Stand" zu verhandeln. Von dieser Geschichte schweigt übrigens der Lckalrabbiner ganz! i Grost-Äanijsa, 9. Oktober. An den Hoden Festtagen waren wir Raumes halber zum ersten Male gezwuiigen. in dem neuen Prüsnngssaale eine Filiale zu bilden. Der NltuS der beiden Synagogen war ebensallS zum ersten Male streng nach dem Maunhcimcr'schru Machsor. Unsere ZahreSprüsungen find unter Len gegebenen Umständen, daß zwei Lehrer längere Zeit d-S Bel, hüten mußten, zusriedenstettend ausgefallen. Morgen findet die Klassenvcrlesung unk Stipendienverthei» lunz (bare- Geld 60 fl. 5. W.) statt Kurze literarische Nachrichten. 8. אנרת ארבע כלסלת• Die vier Kelche. von Salomoa Pappe uheim mit einer deutschen Uebersetzung und einem kurzen (hebräischen) Kommentar von Zona« Willheimer. Lcbrer in Gaya. Wien. 1863. Verlag von Zakcb Schloßberg'« Buchhandlung. 8. 76. Prei« 1 fl. 20 kr. oder 20 Ngr. Salomon Pappenhrim (geb. zu BeeSlau 1710; geft. daselbst 4. März 1814) machte in seinen Forschungen über die hebräische Sy» ucnymik den Versuch, die Kategorieeu. Distinktionen und Anschauungen der kritischen Filoscfie in der hebräischen Lerikographie anzuwenden, und an die Stelle de« Ehajjug'schen TriliteriSmu« Lea DiliteriSmu« z» setze». Erstere« wurde jedoch von den Wenigsten erkannt, und Letztere« fand keinen Auklavg. Dagegen erfreuten sich die ״vier Kelche", welche P. 1783 kurz nach dem Tode dreier Kinder und seiner ersten Gattin herauSgab, die weiteste Verbreitung. Za den zwanziger Zähren gab e« noch auf tri Mährischen Zeschiboth einzelne Jünger, und auch Referent gehörte z, denselben, welche P.'« vier Kelche von Wort zu Wort au-wendig zu rezitireu wußten. Seitdem haben in Mähren die Zeschiboth in ebendem Maße abgencmmen, al« die Webereieu und der JndifferentiSmu« der Mährischen Juden jugenommen haben. Um so erfreulicher ist e«, daß Herr W.. wie audem Prännmerantkn-Derzeichniß zu ersehen ist, in den jütischen Gemeinden Mähren» die Unterstützung fand, die ihn in den Stand setzten, seine Bearbeitung der vier Kelche zu ediren. Wenn ein VolkSschullehrer die freien Stunden, die ihm nach seinem schweren, ermüdenden Tagewerke übrig bleiben, literärischen Arbeiie» widmet, »er« dient er jedenfalls die wärmste Unterstützung. Auch beweist Herr W . daß er mit der zur Lösung seiner Aufgabe erforderlichen Vorkenntaiffea ausgerüstet ist. Immer jedoch trifft seine Uebersetzung nicht den Sinn des Originals, welcheer in der zweiten, nicht durchaus korrekten Aus׳ läge vor sich hatte. So beruhen die Worte: ״wenn sein Weihrauch ihrem Gerüche zuwider ist (S. 22)" auf einem Mißverstäudniffe. הילבנתו kann ein Hebraist, wie Pappenhcim, nicht geschrieben babtli, indem derselbe recht gut wußte, daß der Artikel und da- Poffeffivpronomcn bei einem und demselben Nomen zu den Zukompabilitätea der hrbräischrn Sprache gehört. Im Gegensätze zn dem früher erwähnten ist הילבנתו zu lesen und aus Kcrilcth 6, b.: תילב^ר, רית רע zu erklären. Ebenso verfehlt ist die Uebersetzung der taraussolzcndeu .Worte: נבל רשעת , welches auf das Land Gebal Ps. 83, 8. anspielt, und daher als Fennninum gebraucht wird; also: schlechte- Gebiei, nicht schlechtes Gr u,isch. Für die Leser, welche Herr W. im Auge barte, wäre rS auch sehr nützlich gewesen, die Bibel» und Talmudstcllen anziimerkea, welche der Verfasser in seine musivische Darstellung verflicht. In einer zweiten Auflage wäre auch eine Einleitung hinzuzusügen, welche da« übersetzte Lehrgedicht nach Inhalt und Form zu bcurtheilen. Wa« nun jenen betrifft, so wäre ,S sehr lehrreich, die Quellen kennen zu lernen, ans teile,1 Pappenhcim seine Theodicee in dem Kelche de« Tröste« und in dem Kelche in Gottes Hand geschöpft Hai; deun originelle Gedanken wird man, wenn man die einschlägige Literatur »nr einigermaßen kennt, in diesen ThccLicecn wohl schwerlich finden. Pappenheim hätte aber kein geringes Verdienst, wen» sich aus einer sorgfältigen Untersuchung ergäbe, daß die Zusammeustellung, die so ziemlich Alle» enthält, waüber den bezüglichen Gegeustaud zu sagru ist. ihm ihren Ursprung verdankte. Jo Ansehung der Form bat obne Zweifel J cda ja P e n i n i'S Prüfung der Welt dem Verfasser der vier Kelche als Muster und Vorbild gedient. Davon hatte Delitzsch keine Ahnung. Derselbe urtheilt überhaupt viel zu flüchtig, wenn er sagt: ״Die elegischen Fantasien Pappenheim'« find abendländisch in Gedanken und Gesüdleu. Bilderrede und Perioden» bau: sie sind aber, wenn man von der Fehlerhaftigkeit der Schult i» der Anlage ab,ficht. Muster eiues mit Glück und Geschmack oceideotalifirten Styl- (Zur Geschichte der jüdischen Poesie S. 110) " An de» fraglichen Gedanken und Gefühlen hat da» Buch Jjob einen große» Antheil, und der Mufivstvl der vier Kelche ist nichlSwenizer, alocci« dentalisirt. In einer zwei Jahre später erschienenen Besprechung der vier Kelche sagt Delitzsch: ״Zn der poetischen Form scheint Pappeoheim Doung'S Nachtgedauken zum Vorbild gehabt zu haben." Ferner: ״die Arba Kcßoth sind ein würdige« Seitenstück zu den Gesängen de« brit» tischen Schwans und zu dem im Kerker verfaßten Büchlein cka eooso- Intione von Bcelhlu« (Lit. und hcmil. Bcibt. der ״Allg. Ztz. de« Zod. 1, 81. 82)." Die Verwandtschaft Pappenheim'« mit Peoiai war .ib« noch immer unbekannt. D.'S Besprechung enthält zwei Uebersetzung«-

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