Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 41 (14.10.1863)
- Date
- 1863-10-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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761 752 A Semlin, 12. OftotfT. Am Schluffe *t Einweihung«» seierlichkeit überreichte Dr. Herzog, Vorsitzer de« die Synagogen» Einweihung leitenden Komitö«. dasich um die musterhaft» Orduuug der Feier wahr» Derdieuste erworben hat, eine Urkunde dem anwesenden General und Kommandanten Philippovit«, welcher dieselbe in der Sy» aagoge Unterzeichnete. Die Urkunde kautet, wie folgt. Im Namen des einig einzigen Geltewurde am 27. 3uli 1862 unter der erlauchten Regierunng Sr. k. k. apostol. Majestät unsereerhabenen und glorreichen Kaiser- Franz Joses I. und Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth Amalia Eugenia von Sr. Hochgeboren dem Herrn.!, k. Generalniajor u»d Brigadier Joses Philippovit- Freiherr« von Philippsberg der Grundstein zu dem beil. Eultusicmvel der israe. litischen Culluögemeindt in der k. k. Militär-Seei.jkomuiuuiiä» Semiin feierlichst gelegt. Anwesend waren der MagistratSches und Bürgermeister. Se. Hochwohlgeboren Herr Anton Jakob, k. k. Major, und da« sämmtliche Magistrat-personale, der ehrwürd. Rabbiner, Herr Samuel Wolf, die ehrsame Gemeinderepiäsentanz. Herr Abram Leon, Herr Beruh. Herzl, Herr Heinrich Billitz. Herr Kalman Kohn, sämmtliche Gemeindeglieder und viele christliche Milbrüder. Der h- Tempel wurde nach dem vom hob. k. k. LandeS-Geveralkommando, an dessen Spitze Se. Durchlaucht der Fürst Franz von Lechtensteiu steht, genehmigten Plane de- Herrn Florian Felder, hiessgen städtischen Baumeister-, vom Herrn Anton Otuerfeld,׳ städtischen Bau- Meister, dessen Schwager, Herr Paul Toby, Maurermeister, dem Zrmmermeister Herrn Formbcrger, dem Tischlermeister Herrn Sporza, dem Schlcssermeister Herrn Thomic, dem Maler Herrn Galoitz, sämmilich au- Panescva, gebaut, und am 7. Oktober 1863 mit göttlichem Beistände vollendet. Am 8. Oktober 1863 wurde da« heil. Gotteshaus durch len Hcchgeborncn k. k. Generalmajor und Brigadier. Herrn Joses Frei- Herrn von PhilippSbcrg feierlichst eröffnet und im Beisein des obgedachten k. k. Magistrates, ehrwürdigem Rabbinate, ehrsamen Gemeinterrpräscnianz, sämmtlichcr Gemcindeglictcr. alle k. k. Aemter hier, verschikleiier hochwürdigcr Geistlicher und anderer Eonsessicnen von Sr. Hochwürden dem Oberrabbiner Herrn Leopold köw au- Szcgediu und dem Kaiilcr Herrn Ferdinand Goldstein aus Gr. BeeSkerek solenn ei»- geweiht. gezeichnet Joses Freiherr von Philippovit«. k. k. Generalmajor und Brigadier m. p. — Temlin, S. Oktober. Eigenthümlich bei der hiesigen Synagogeneinweihung war Lre wahrhaft prachtvolle Ausschmückung deneuen Gotteshauses. Die hiesige sesardische Gemeinde, sowie die Ge. meinte der Sefardim zu Belgrad haben Alle-, was sie an heil. Geräthea und Gewändern besitzen, zusammengeiragen. »m die Einweihung der neuen Synagoge verherrlichen zu Helsen. Dir Dekoratiou de- Almemor«, der heiligen Late und der Kanzel machte einen höchst überraschenden, ange» nehmen Eindruck. Da- Gebiet, wo die Einweihung vollzogen wurde, — die Militärgrenzr. — gab sich in den vielen Pöllerschüffea kund, die den Weiheakt begleiteten. Bei jedem Umzug» mit den Thorarolleu, bei dem Alljünden der ewigen Lampe, beim Gebete für Se. Majestät ließ sich dir donnernde Begleitung vernehmen. Zufällig ließ sich diese Be« gleitung auch vernehmen, nachdem fo^eudr Worte der Predigt gesprochen wareu: ,Gebet dem Juden »in Vaterland, und der Jude wird sein Vaterland lieben!" Die Predigt selbst besprach, nach, dem da« kasuelle Moment erlediget war. dir Frage: ,Wie verhält sich der denkend und fromme Jsraelite nach den Lehren seiner Religio» der Judeoemanzipationsfragr gegenüber 1" Semlit», 12. Oktober. 81« Fortsetzung de« Freudenfeste« in Thora wurde am zweitsokgenden Tage der im schönen Style erbaute israelitische Tempel feierlichst eingeweiht. In einer Gegend, wo dir Ausbreitung der Jude» kein» allgemeine ist. in einer Gemeinde, deren großer Thril einem andern Ritu« angehört» ist die Erbauung »ine« neuen Gotte-Hauseein keineswegs zu unterschätzende« Faktum. Mit um so größerer Freude begrüßen wir dieselbe ak« Zeichen der Opfer» Willigkeit der hiesigen Gemeinde: Groß und Klein, reich und arm. Asch» kenafi und Sesardi, Alle« trug bereitwillig sein Scherflein dazu bei. Ohne un« mit der interessanten Entstehungsgeschichte deneuerbauten Tempel« zu befassen, deren Schilderung wir einer routinirtern und mit den Verhältnissen bekannter« Feder überlassen, begnügen wir unmit der Darstellung der EinweihungSseirrlichkeit selbst. Zur Verherrlichung und würdigeren Begehung dieser Feierlichkeit wurden Se. Hochwürden der Herr Oberrabbiner Leopold Löw au- Szegedin und der Herr Kantor F. Goldsteia au- BeeSkerek von Seiten dehiesigen GcmeindevorstandeS um ihre gütige Mitwirkung angegangen. Beide Herren kamen dieser Einladung mit der größten Bereitwilligkeit entgegen und langten Mittwoch Abends, eivgehclt von einer Deputation de« Gemeindevorstande« und de« Festkomitö« auf einem von der löbl. DampschiffsahrtSagentie dem Gemeindevorstande zur Verfügung gestellten Separaldampfbotr, wofür ihr hier öffentlich Dank gesagt wird, hier an. Donnerstag Morgens verkündeten Pöllerschüffe der Stadt die Feier de- Tage-. PräciS lO Uhr Vormittagkamen Se. Hochgeb. der Herr Generalmajor und Brigadier Freiherr v. Filippovit« mit dem Herrn Bürgermeister nebst Suite beim Tempel an und wurden an den im reichsten Fahnenschmücke prangenden Eingänge von dem ganzen Ge» mcindevorstankc empfangen und zur Tempelpscrte geleitet, allwo weißgekleidete Mädchen den Schlüssel de- Tempelüberreichten. Unter Pöllerschüffen und unter Abnngung der üblichen Gebetstücke wurden nun die Thorarollen aus dem alten Bcthause in da« neue übertragen. Nach dem Anzünden des ewigen Lichte« hielt der Herr Oberrabbiner L. Löw die Fcstpredigt, dem ein große« Auditorium, und darunter viele Ehristen beiwohnten. Die Predigt wird, wie ,ch höre, gedruckt werden. Aus die Predigt folgte da« Gebet für den LandeSsürsten und da« Vaterland. Die Vollshymne schloß die Feier. Nachmitag wurde von dem Gemeindevorstande zu Ehren de« Herrn Oberrabbiner« rin Bankett gegeben und rabci die Erbauung eines israelitischen Spitals in Anregung gebracht und durch eine allso» gleich begonnene Sammlung eingeleitet. Der andere Tag war ein Nüsttag und weil die Entfernung zu weit war. al« daß unsere werthea Gäste vor Samstag ihre Heimat erreichen konnten, so blieben sie, und wir halten also da« Glück, einmal einem geregelten Gottesdienste beizuwohnen. Mächtig widerhallte der Tempel von den.Klängen der trefflich erelulirten Ehorstücke de« Kan» tor«. Herrn P. Goldsteio und feinem Ebor, und von den Worten der Erbauung, gesprochen von dem Herrn Oberrabbiner L. Löw, welcher Nachmittag« auch in der sesardischen Synagoge eine Derascha hielt. Am Sonntag besuchte der Herr Oberrabbiner unsere Schule, insormirte sich genau von Len Leistungen derselben und sprach sich sehr befriedigend über dieselben au«. Nachmittag« trauet» er ein Brautpaar. Montag Morgen« reisten beide Herren, begleitet von den Eegenswün» schen der ganzen Gemeinde ab. M. 8. Irller. Lehrer. P. 3cmlitl, 12. Oktober. Die hiesige jüdische Gemeinde hat Herrn Oberrabbiner Löw zum Mitglied» der Gemeinde und der Ehevra Kaddischa erwählt, und ihm ein hieraus bezügliche« hebräische- Diplom zugrseodet. Groß-Kanizfa, im Oktober. Zu dem Berichte au« Slavo» men. den un« ,B. Eh.״ in Nr. 40 bringt, habe ich eine kleine Odra-