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Ben Chananja · 1863-10-14 · 41 (14.10.1863) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
41 (14.10.1863)
Date
1863-10-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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745 746 der Minorität; aber Männer, wie MaimoideS, scheuen sich nicht, mit der Minorität zu gehen. Die an seinen Lieblingsschüler Josef b. Jehuda Jbn Aknin gerichtete Epistel, welche dem More zur Einleitung dient, schließt mit den Worten: ״Endlich bin ich der Mann, der, wenn er sich in die Enge getrieben sieht, so daß er eine wohlerwiesene Wahrheit nur so zu lehren vermag, wie eS einem hervorragenden Menschen entspricht, zehntausend Ignoranten dagegen mißfällt, eS vorzieht, für diese einzige Person zu sprechen, ohne auf die großeMenge zu achten." MaimonideS verräth durch diese Aeußerung allerdings einen gänzlichen Mangel an Pastoralkkugkieit. Man wird ihm dies jedoch verzeihen, sobald man bedenkt, daß er kein besoldeter Rabbiner war. Diese Erörterungen mögen eS rechtfertigen, daß wir unS mit dem nachmaimonidischen Ursprünge der Kabbala weder von historischem, noch von psychologischem Standpunkte! einverstanden erklären können. Gleichwohl sind wir weit cmfernt, aus die Geschichte der Kabbala von Tr. Grätz die ן Worte anzuwenden, welche der oft genannte Kabbalist N. Abraham b. David von R. Zerachjah Ha-Levi gebrauchte:! 6!ב<ולס לא הצרי" בהדושיו) Vielmehr erkennen wir bereit- ) willig die Verdienste an, die sich Herr Dr. Gr. auch aus l diesem Gebiete der jüdischen Geschichte erworben hat. Die I Klarheit und Uebersichtlichkeit, womit er den Lehrgehalt der! Kabbala darftellt, sind nicht zu unterschätzen, wiewohl cö gerade in diesem Punkte nicht an brauchbaren, zum Theil sehr j trefflichen Vorarbeiten sehlte, und wiewohl Dr. Gr. cinzcl- > nen Elementen deS SoharS nicht die gebührende Gerechtigkeit j widerfahren läßt. Neu und lehrreich ist der Nachweis, daß i die Kabbala im dreizehnten Jahrhundert an einem gelehrten und hochgestellten Staatömanne, an TodroS Ha-Levi Abulasia in Toledo (geb. 1234, gcst. nach 1309) einen Freund! und Mäcen hatte (S. 218). Geistreich und treffend ist die \ ' ' .'...»ng der Worte זדזר א:1י bei dem Dichter I m m anuel, welche man bisher für eine Anführung deS Sohar gehalten hat, die aber zusammengezogen werden müssen, und nicht- Anderes sind, als der Name deS arabischen ArzteS Abulkaffem Alzaharawi (auö Zahara bei Kordova), dessen praktisch-medicinische Schrift im Mittelalter sehr geschätzt war (S. 490. Anm.). In manchen anderen Spezialitäten ist eS unS jedoch nicht gegönnt, Herrn Dr. Gr. bcistimmen zu können. Die sprachlichen Elemente deö Sohar besprechend, sagt Herr Dr. Gr.: ״DaS auS dem Griechischen stammende בסיס (ßuon, Basis) kommt in Talmuderemplaren lediglich verschrieben als בסיס vor (S. 503)." In Wahrheit hat sich aber nicht der Talmud, sondern Herr Dr. Gr. verschrieben; denn im Talmud kommt diese Verschreibung nicht vor. Unter den Beweisen für die Sohar-Autorschaft deS MoseS de Leon wird eine Stelle auS dem Sohar angeführt, welche durch ihre Obszönität ihren Urheber verratheu soll (S. 499). Liest man aber die Stelle im Sohar י) genau nach, so findet man auch nicht die leiseste Spur von Obszönität darin. Die Deutung deS Sohar hat mit der angeführten Deutung deS Mose de Leon nichts gemein, als — die gedeutete Dibelstelle! Herr Dr. Gr. hält eS für unzweifelhaft, ״daß die drei oder vier Hauptpartieen deö Sohar, nämlich der Grundiert, l die Tikkunim mit den Einleitungen, das Raja und der Mi- ׳ drasch Ha-Ne'elam derselben EnlstehnngSzeit und demselben : Amor angchörcn v®. 497).״ Er wird aber dieseihm un-! zweifelhaft scheinende Urtheil hoffentlich als grundlos wider-! rufen, sobald er SternS Analvse im ״Ben bhananja" gelesen und geprüft hat. Der Midrasch Ha-Neckam trägt taS Datum seines nachsoharitischen Ursprungs geradezu an der Stirne. Herr Dr. Gr. wußte, daß dieser Midrasch im Widerspruche mit dem Sohar das Jahr 1648 alö daS Jahr der Auferstehung (und des MeffiaS) bezeichnet; er fügt aber hinzu, daß diese Stelle alö unecht angefochtcn worden (S. 501). Hätte er dieselbe genau nachgelefcn, er würde gesnnden haben, daß daselbst daS Jahr 4438 oder 1434 als Anfang der Ncsurrektivnö-Epoche figurirt. Dadurch verräth aber der Verfasser sein Zeitalter; denn der Blick der meffianischea Hoffnung bcstcte sich stetan eine nahe Zukunft 8). Von mcssianischcm Standpunkte betrachtet, konnte demnach der Sobar uud der ״treue Hirte" allerdings auS einer Feder gestoffen sein; indem eS denkbar ist, daß derselbe Autor zuerst, etwa in der Jugend, ein früheres (1300—1306), und dann im vorgerückten Alter, ein späteres Jahr (1328—1340) als meffianischeS bczcichnete. Undenkbar ist eS aber, daß ein Autor das Jahr 1300 und daö Jahr 1438 oder 1434 als Anfangsnnd Ausgangspunkt deS messianischen Zeitaltersignalisirt hätte. Midrasch Ha-Ne'cleam ist also, abgesehen von anderen Zeichen seines spätern Ursprungs, schon wegen seiner messianischen Chronologie als Produkt deS fünfzehnten Jahrhunderts anzusehen. Inhaltlich betrachtet wird aber auch der ״treue׳ Hirte" schwerlich dem Verfasser deö Sohar zugeschrieben werden können. Die SchriftauSlegnng deS letztern, welcher die früheren Forscher und Herr Tr. Gr. viel zn wenig Aufmerksamkeit schenkten, verräth, besonders durch den sich darin kundgebenden Witz, ihren nachtalmudischen, ja europäischen Ursprungs); sie hält sich aber ln den Schranken einer ernsten Würde. Die Witze deö ״treuen Hirten" hingegen grenzen zuweileu an Vossenreißerei! '״) Diese Witzeleien entsprechen vollkommen der Frivolität, welcher mau in den authentischen Schriften MoseS de Leon'- begegnet. AuS dem ״treuen Hirten" führt Herr Dr. Gr. eine Stelle an, in welcher auf deo Namen deS Verfasser- — auf MoseS de

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