Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 40 (8.10.1863)
- Date
- 1863-10-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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735 736 In der von Herrn Drük! au- Schir. hasch. Rabb. und Aruch beigebrachten Stell» glaube ich, soll daletzte Wort nicht /»"»/יד sovdern m!x* gelesen werden; wird nämlich von der Unzüchtigkeit de« Manne« gebraucht, während /uX*> im verächtlichen Sinne auf da- Weib angewendet wird, wazur Stelle um so passender ist. Za der Der. Rab. c. 2l von Aquila angeführten Stelle glaube ich, hat sowohl Anger, al« nach ihm Herr Brüll sich geirrt. wenn sie לפנימי dem Aquila zugcschrieben und diealeine hebräisch äuge« führte Uebersetziliig de« Aquila gehalten haben; sie haben nämlich Beide übersehen, daß neben diesem לפנימי ein wirklichegriechische- Wort vorkömmt. Di, Stelle lautet nämlich: פלמוני ר׳ הרנא אער לסלגייה חירנם עקילס לפנימי זה אדם שהיסה מהיצחו לפנים ממלאכי השרת Nun ist aber פלנייה nicht- Andere«, als /rrWtoc" der im Vorsaale nvhov sich befindende", im Bergleiche also mit dem xviaiof, der vor dem Thor« steht, ein פנימי; die Stelle sollte demnach lauten: "ר׳ הונא אמר לפנימי תירגם עקילס לפלנייה" so daß t« ucber« sktzung Aquila«, wie dieimmer geschieht, als Beweis angeführt wird. Korrespondenz. Ausland. Paris, 1. Olt. Nach einem in der heutigen Nummer der ״Ar« chiveS ZsraelilcS" mitgcthciltcn Telegramm hat der Fürst der Walachci.'eincn Juden, Namens Büchner, zum Inspektor der Finanzen ernannt. /X Königsberg, Mute September. Das Jndcnlhum hat einen seiner würdigsten Lehrer, die biblische AltcrthumSkundc einen ihrer gründlichsten Brarbeitcr, ״Den Chananja" einen seiner wärmsten Freunde verloren. Dr. Josef Lcvin Laalschütz. früher RcligicnSlchrer in Wien, später Prediger der hiesigen Gemeinde und Professor an der hie» stgcn Hochschule ist am 23. August plötzlich sanft entschlafen. Sein Andenken wird ein gesegnetes bleiben')- Inland. 8. Pest, 27. Srpt. Der Gemeindcrorstand hat dieser Tage zur Eintreibung der Cultnsstcuer die Behörde in Anspruch genommen. Wie ich vernehme, wurden schon mehrere, auch angesehene Mitglieder crequirt. — Wie wir dem ״Mngy. lzr.“ entnehmen, wurde Herr Heinrich Deutsch znm ReligionSlebrcr der hiesigen HanrelSakadeniic gewählt. — Die Dcrsamnilnng der ungarischen Acrzte und Naturforscher bestand an« 437 Mitgliedern. 68 derselben sind Israeliten. Don diesen waren Dr. Rozsay und Dr. Groß, Sekrcläre bei Fachsitzungeu. Unter den sür'S nächste Jahr gewählten Beamten finden wir einen Israeliten, den Herrn Dr. Josef Rosay, als Kassier und Mitglied der Kommission, die mit der Redaktion des zu versaffcnden Jahrbuches betraut wurde. MiSkolcz, 29. September. Am Rüstabende de- Neujahrs» lages beehrte Sr. Erzellcnz der Erzbischof zu Erlau iinscrn neuen Tempel mit seinem hohen Besuche und verweilte während deganzen Gölte«» dicnstes daselbst. — Tagdaraus ließ der Vorstand sich bei Sr. Erzell. anmeldeu, und Herr Dr. Popper au dessen Spitze redete Leiiselbcli in ungarischer Sprache folgendermaßeu au: ״Hochwürtigster Erzbischof, gnädigster Herr! Empfangen Sie Hochwürdigster im Namen der Miskolrzer Jsraelitengemeinte den heißesten, innigsten Dank dafür, Laß Sir in Ihrer unvergleichlichen be» kannten Hochherzigkeit sich herabgelassen, unfern Tempel mit Dero hohen Gegenwart zu beehren. Am Vorabende «nseres NeujahrsesteS nehmen wir diese hohe Auszeichnung als ein theuereS, unschätzbare« Angebinde •) Eine Charakteristik seiner literärischen Thätigkeit wird folgen. Red. hin. Wenn der katholische Kirchenfürst, der hochgepriesrnr Patriot mit solch edlem Beispiele von Toleranz und Bruderliebe sich gegen Israel« schwer geprüfte Kinder benimmt; so dürfte eia solcher Akt weit hinau« in die Welt erschallen und besonder« bei unfern Brüdern im theuern Baterlande die süße Hoffnung wach rufen, daß wir mit Gotte« und der Hilfe so gesinnter DaterlandSgrößen nicht lange mehr dessen Stiefkinder sein können. Gott erhalte Eure bischöflichen Gnaden noch lange zum Besten de« Vaterlandes und zum Wohle der Menschheit!" Nach den vielen hierauf erfolgten Hljenrnseu von Seite der vielen Anwesenden, erwiderte der greise Kirchensürst Folgende«: ״Mit Vergnügen habe ich Ihren schönen Tempel gesehen, und da Sie eben jetzt da- Neujahrsfest feiern, so wünsche ich der Gemeinde vom Herzen, daß, sowie sie da« abgelaufene Jahr glücklich zurückgelegt׳ so wöge ihr auch dakommende mit dem Segen GotteS dahinfließen." Adolf Neubauer. Aus Slavonicn, im September. In den Landgemeinden Slavoniens herrscht eine ungemeine Trägheit. Neue« wird nicht geschaffen, der JndifferentiSmuS wird immer größer. Hingegen geht r< in unserer Hauptstadt unvergleichlich besser. Dieser erfreuliche Zustand gereicht allenfalls der ganzen Gemeinde, besonderaber dem rühmlichst bekannten Obcrrabbiner , - Herrn Samuel Spitzer zur Ehre. Der aufmerksame Beobachter wird in der Esseger Gemeinde mit Freude und Genngthuung die erfreulichen Fortschritte bemerken, die sie seit einigen Jahre» gcthan. Herr Rabbiner Spitzer, der jüngstens durch die KomitatSkongregation zum KomitatSrabbiner ernannt wurde, leistet wirk« lich viel Gute«. An dem jüngst verflossenen NeujahrSseste hielt derselbe an Se. Erccttcnz den damals in Effeg verweilenden Danus, eine Anrede, woraus der BanuS mit herzlichen Worten antwortete. In Verovitic wurde jüngstens die Schlußsteinlegung des neuen Tempel« gefeiert. Die Gemeinde zu Na sic ist mit ihrem Rabbiner in einen traurigcn Konflikt gerathen. L. (?servcuka, 17. September. Der gestrige Morgen war für unsere hiesige Gemeinte ein höchst ernster und seierlicher. den» wir trugen die letzten ttcbcrrcstc eines ושבע ימים JpT höchst würdigen Greises zu Grabe. Herr Jakob Löbl oder nach der Benennung von seinem früheren Wohnorte R. Jchuda Leb Deprovacz, Haupt und Vater der höchst achtbaren und auch in weitern Kreisen rühmlich bekannten Familie Löbl. welcher am ersten Tage ר״ה, nachdem er sich noch Vormittag- שופר blasen ließ, und Abends das Minchagrbkt verrichtete, selig im 90. Jahre seine« Lebenverschied, wurde am 16. צ״ג unter allgemeiner Thcilnahme und Trauer zu Grabe begleitet. Der Selige war ein selten Glücklicher ans Erden, trotz seines so hohen Alter« war er recht rüstig und kräftig bis zu de» letzten Monaten, nie starb ihm ein Kind bei seinem Leben, er war ziemlich wohlhabend, eine treue, ausgezeichnete Gattin umgab ihn 59 Jahre bi« zu seinem letzten Augenblicke mrt seltener Sorgfalt und Liebe und sechs Söhne, ehrenhafte Männer und höchst achtbare Israeliten, wir auch zwei Töchter gaben ein Beispiel von seltener aufopferudcr Kindesliebe und Ehrfurcht. Er war aber auch rin selten frommer und ausgezeichneter Mann, eine Erscheinung aujeiier alten guten Zeit, wie sic täglich srltener wird, ein bedeutender מושלם verband er mit seinem jüdischen Wissen auch jene jütischen Tugenden, als da sind. Gastfreundlichkeit und Wohlthätigkeit die da- Eigenthum unserer guten Alten im höchsten Grade ausmache». So lange er in meiner Filiale Veprovaez wohnte, erhielt er in seinem eigenen Hause eine Synagoge aus eigene Kosten, welche noch heute desteht, »nd stand sein Haus überhaupt al« rin gastfreundliche« stetoffen. Ich hatte Gelegenheit, ihn in seiner Krankheit zu besuchen und zu beobachten, und staunte im Stillen über die hohe Frömmigkeit, die gott-