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Ben Chananja · 1863-10-01 · 39 (1.10.1863) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
39 (1.10.1863)
Date
1863-10-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Wsrlerge zmm ״Wen erfreulicher, alwir die hiesigen Gemeindeglieder in einer völligen krtargir veesunlrn glaubten. Dir unliedsamrn Ereignisse, welch» der Trlediguug de» hiesigen Rabbinale« vorangiugen, machten einen großro Thril der Gemeinde indifferent; so mancher machte sich Vorwürfe über dir dem vorigen so würdigen Seelsorger zugefügte Kränkung; andrrr ließen all die unangenehmen Erlebnisse vergeffen sein und freuelen sich, daß dir Konflikte ihr Ende rrreichtca und der würdige Mann wieder io einer ansthulichen Gemeinde die ihm gebührende Anerkennung genießet. Für nnscr Gemeindelebeu aber war die natürliche Folge dieser Vorgänge — Indolenz. — Und doch ist die Debrecziner Gemeindr aus einmal ganz llmgestimml, und doch äußert sich alleiithalben der laute Wunsch einen Rabbiner aufziuiehmen! Es kam diese Verwandlung der Stimmung unserer Gcmeindeangehörigen so zufällig und unerwartet, daß wir sagen möchten: יצאה דבת״ Am letzten Sabbath Nachamu war der Herr Bezirkürabbiner Stern aus Lengyeltüty hier durch» reisend. AnS mehreren Schriften, in vaterländischer Sprache versaßt, welche dieser begabte Mann herauSgegebrn hatte und dem guten Ruse »ach vcrtheilhast gekaiint. benützte unser EulluSvorstand die Gelegenheit, den Herrn St. um Abhaltung einer Predigt in uuserm Tempel zu ersuchen, welchem Ansinnen Se. Ehrwürdc» in freundlicher Weise willfahrt hat. Der Erfolg dieser Predigt war aber ein so eclatanter, der Eindruck ans dir zahlreiche» Zuhörer ein so mächtiger, daß der hochw. Gast aus allgemeines Verlange» »ach der Predigt eine Dcrascha. dann am zweiten Sabbath wieder eine Predigt und daraus wieder eine Deralcha zum Besten geben inußte, durch welche eminente Vorträge der erste Eindruck sich so vielfach steigerte, daß das Verlangen. Leu Herrn Bezirksrabbiiier Stern aus iinserrii verwaistcn Rabbinaisstubl zu beruscn, ein allgemeines ist. und so hoffen wir. in Bälde von einer Realisirung dieses schönen Vorhabens nnsercr Gemeinde berichten z» können. Z» einer Dankadresse, welche dein Herr» St. überreicht wurde, heißt es wörtlich: ״und gewiß würden wir es als eine besonders glückliche Fügnng der Dorsehnng anselicn, wenn das erledigte Rabbinat unserer Geineinde mit einer sc eminente» und i» jeglicher Beziehung so vollkommen cntsprechcndcn Pcisöntichkelt, wie wir sic 111 Euer Ehrwürden len »cn und achten zu lkinen das Vergnügen halten, besetzt werden sollte. Darum wird auch gewiß sowohl der grserligtc EnlluSvorstank, als auch jedes ctnzclne, für das walirr Gesammlwohl beseelte Grmeindemitglied eisrigst bemüht sein, alle möglichen Mittel anzuwenden, um dem m,l so viel Lebhaftigkeit sich äußernden Grsammtwuuiche "der Gemeinde gerecht zu werde», 1l»d die Derusung Eurer Ehrwürdrn aus unseren RabdinatSposten zu ermöglichen." Kurze literarische Nachrichten*). 1. Institution de jcunea gens, discours pronoucö a la distribution des prix le 7 aout 1863. Par le directeur M. Jules Uosenfeld. Paris. A. Apport. 18ü3. 8. 15. Eine treffliche Schulrede über die Berufswahl. Es giebl Naturen. dre so entschieden für Tine AerusSarr geschaffen find, daß sie alle Dämme durchbrechen, um ihre Richtung zu verfolge» und zu ibrem Ziele zu gelangen. Desearte» setzt ') Unter dieser Rubrik wird jede literärischr Erscheinung angezeigt, sobald sie zu Händen der Redaktion gelang»; ausführliche Besprrchungen erscheinen, wo eS erforderlich ist, später. Größere Werke, welche der Redaktion gratis zugrsendet werden, werden r»omal auch gra- »iS iusrrirt. GhsmemM" Nr. DD. io der Armee Le« Herzogs von Baiern seine fllosofischr Spekulatio» fort. Eorreggio (Antonio Allrgri) rusr beim Anblicke des erste» Rafael'» scheu Bildes, da« lbm zu Gesichte gekommen, au«: Auch' io son' pittofe sAuch ich bin Maler)! Beethoven, der al« lOjähriger Kuabe seine drei ersten Sonaten komponir» hatte, schien eine Zeit lang seinen Seschmack an der Musik verloren zu haben, nichtsdestoweniger ist sein ganze« Wesen von musikalischen Ideen erfüllt. Allein Naturen, wie die eine« DeSeartes, Eorregio, Beethoven, gehören zu den AuSnahoien. Zn der Regel finden sich die Anlagen für einen gewissen Beruf nicht so unzweideutig ausgesprochen, daß die Berufswahl nicht Gegenstand der Erwägung sein sollte. Ze häufiger hierin Mißgriffe geschehen, desto vor» sichtiger müssen Eltern und Jünglinge zu Werke gehen. Jenen, wie die« sen sei vorliegende Schulrede angelegentlich empfohlen"). 2. Zur Erinnerung an Dr. Julius Barasch. Bukarest, DaffidrScn. 1863. 8. 72. Die Brochnre enthält die rumänischen und deutschen Rede», welche bei der Beerdigung Barasch'S gehalten wurde»; Nekrologe: B.'S Testament; Slalulen des Darasch-JnstituteS oder der Barasch-Cliftiing; eiurn in sranzvfischer Sprache geschriebenen Aufsatz B.'S über die Emanzipatiou der Juden in Rumänien. Dieser Aussatz verdient in bobem Grade die Aufmerksamkeit Aller auf sich z» ziehen, . die sich für die EmaiizipaiioiiS-Literatnr iutcressiren. Derselbe bcurkundel , die gründliche Sachkenntuiß. Las treffende n»L scharfe Urtheil und die : Hingebung des verewigten Verfassers für die Sache seiner unterdrückten! Brüder. Hier niögc» nur solgeiide statistische Notizen angemerkt sein: I Die jüdische Bevölkerung i» ter Moldau beträgt uugesähr kOO.OVV! Seelen, wovon beinahe der dritte Thril ans Jassy kommt; sodann kommen: Galatz. Botoschani, Roma». Vaiau. Husch, Beeladi Fokfcharii,! und säst >n jedem Dorfe gicbt es eine jüdische Gemeinde. Merkwürdiger * Weise ist gerate aus dem flache» baute keine Spur von Judenfeind- { schast. In der Waklachci wobiien ungefähr 15.00» Zuten. Welche in Bukarest. Krajova. Ployrsti, Giurgewo. Braila und Fokichani Gemeinde» bilden t§. 56). 3. L’öpoquc d» rapproch eiucnt ou entcntc fratcr- »eile entre I’a!liancc 6vangölique ct l'alliancc isrueüto universelle. Paris et Neuchatel. Michel Levy krüres, Sam. Delachaux. 1863. 8. X. 45. Dieses Schrislchen des Pastors Petavel könnte auch den Titel führen: Urbanität und P ro sc l i t c» ma ch e r e i. Die Briefe KönigSwarter'S und Nordmann'S athmen nichts als Urbanität; Pütavrl bleibt bei all seiner Urbanität ein zudringlicher Missionär. In nuferer Zeit ist dieser zudringliche BelehrungSeifcr eine höchst auffasiende Erschcinung. und am auffallendsten erschein» derselbe bei Protestanten, bei denen er zumeist hervortritt. So lange die Dogmatik Luther'« und Kalvin'S und ihrer ireucu Schüler nicht nur in der protestantischeu Litera- ,ur, sondern auch in den Herzen der Protestanten herrschend waren, kouute, ja mußte der Entschluß leicht reisen, die ״HcilSwahrhei.eo" auch unter die Juden zu verpfianzeu. Die Zeile» haben sich aber sehr gräuder»! Wenn e« heutzutage Männern, wie Pütavel, am Herzeu liegt, sür ihr orthodoreS Ehristenlhum Propaganda zu machen, so haben sie wirkt,ch nicht uöth,g> ihre bekehrende Thätigkeii Len Nachkommen Abra- Ham«. Jsals und Jakobs zuzuwtndeo. Giebt e« ja aus dem Acker de« ChristtnlhumS »o viel sür sie zu thuu! Bevor Herr PL-tavel und seine« Gleichen an die Bekehrung der Juden denken, sollten sie daran gehen, die zahlreiche» Ehriste» zu bekehren, für deren Bedarf Nüaau'S uuchristliches Buch »u Tauseuden und aber Tausenden von Eremplareu gedruckt *) Vielleicht hat einer unserrr Pariser Freunde die Güte, ua« eine auSt'übrliche Beschreibung d,S Nosrvfkld'schki, Institute« zu kiefern.

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