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Ben Chananja · 1863-10-01 · 39 (1.10.1863) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
39 (1.10.1863)
Date
1863-10-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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719 720 3'$l erfahren wir von Herrn k. selbst, daß die Kandidaten so undankbar waren und gegen dir Anstalt geschrieben. Q« bleibt daher Htrrir L. nichtanderes übrig, aliw nächsten Jahre die Kandidaten zur Prüfung nicht zuzulaffen. Wird da« geschehen, so versichern wir Herrn L-, daß gar Niemand auch nur ein SrerbenSwörtlein zu schrei« den im Staude sein wird, und daß ihm auch die bessern Gemeinden Ungarn« für diese Vorsicht Dank wissen werden. G Prcßburgcr Briefe I. Man hat seiner Zeit den spa« uischcn Minister Mendizabal den Mann brr Programme genannt. Einen gleichen Titel ist man geneigt, auch unserrn orlhodorrn Herren Dorste« Hern zu geben, so fruchtbar sind dieselben an vielversprechenden Pro« grammen! Ihr letzte« Programm betraf die Einweihung der Synagoge mit den orthodoren Thürmlein. Wer sie und ihre Verehrer von den Wirkungen der vorzunehmenden Cynagogeneinweihung sprechen hörte, mußte glauben, daß in Le: S!u!׳.d: dieser Feierlichkeit die Rcformsynazöge durch ein Wunder von der Erde verschwinden, und deren Besucher um Einlaß in die orthodoren Kreise bitten werden. Keine« von beidco ist geschehen, wiewohl die Feierlichkeit bereit« vor sich gegangen ist. Und wie ist sie vor sich gegangen? Natürlich so, wie sie bei den der orthodoren Gemeinde zu Gebote stehenden Mitteln vor sich gehen konnte, aber nicht ohne Verletzung der orthodoren Normen und Regeln. Daß die Oper ״Martha" die Melodie zum Ma-Tobu hcrgab, läßt sich vor unserer hiesigen Orthodoric, die so oft Opern-Piceen zu höre» bekömmt, leicht rechtfertigen. Aedcnklichcr ist schon, daß der Ehazan Ehorgesänge erekulirte, dir von der Orthodorie sonst so rntschrrdcn pcrhcrrcSzirt werden. Am bedenklichsten ist der Umstand, Laß der Ehazan au« der ver» l.tzrrten Synagoge einen Diökanlsänger reguirirte. So sehr vergißt sich also die Prcßburgcr Orthodoric. daß sic einem klaren und »nzwcidculigcm Aussprüche der Mischna (Menachoth 13, 10) mit resormatorischcr Opposition in« Angesicht schlägt! Die Einwendung, daß die Mischna vom Tempel zu Jcrnsalcm »nd vom OniaSlcnipel spricht, kann der Orthodorie keinen Trost gewähren, da ja »ach ihren Grundsätzc» der OniaStcmpcl ohne Vergleich höher steht, als die Ehortcmpcl. wie N. Hillel in Sjilßü tresslich auScinandcrgesetzt hat. E« dürste »i'cht überstüssig sein, hier noch zu erinnern, daß R. Simon Schreiber, der Kralauer Rabbiner, die Pnpacr Synagoge durchaus nicht besuchen wollte, weil — da« Almcmor i» der Mitte steht. Nun bat aber unser scl. Rabbiner die Ecntralisation des Almcmor auf dir Analogie der Snnogcge mit dem Tempel zu Jerusalem gegründet (Eh. Soser 2, 28)! Wahr ist es allerdings, daß R. MoscS in diesem Gutachten dir beiden Altäre irrlhümlichcr Weis« konsundirt hat: um den inner» goldenen Allar, der alleusall« in der Mitte des Hcchal, aber »ich«, wie N. MoseS glaubt, in der Mitte de» Temprlstand, wurden feine Umzüge gehal« len; der äußere kupferne Altar, um welchen Umzüge gehalten wurden, stand nicht in der Mitte. Aber dieser Jrrthum des sei. R. MoseS än« der« an der Sache nichts: dir Analogie mit dem jcrusalemischcn Tempel hätte die Orthodorie zurüekhalteu sollen, au« der Ehorschule einen Sänger zu rtguiriren. Vorsichtiger waren die Herren schon in Betreff der Pre« digt. Der sei. R. MoseS sagt in seinem Testamente: ולאידרש בלשון לאומים כי לא יאריך ימים כצל! Wie läßt man nun in der ortho« Loren Synagoge eine deutsche Predigt halten? Man korrumpirt die Sprache, nach der Vorschrift dr« sei. R. Mose«: נם הקדמונים היו בקיאים ללועזים בלעו. א ך ב כ ו נ ה ש ב ש ו ה ל ש ו נו ת מ ס ני גזרח י״ח דבר Was UN« der heilige Mann für weise Rathschläge hinterlaffeu hat! Unser Maggid, der beredte Fischmaou, thut wirklich sein Möglichste«, um der eben geführten Vorschrift nachznkamwen. Als frommer משבש לשונוה sprach er von einer ״Zurückkrhrung«buße" von ״weinenden Gebeten" und ähnlichen Dingen. Die Stadt Preßburg beschenkte er großmüthig mit einer Universität! Nun kommt aber ein ungeschickter Journal-Korrespondent, und preist die Korrektheit Lrr Fischmann'scheu Predigt, ohne zu ahnen, daß er damit «ine — übrigens ungegründete — Anklage de« ״blühenden Geist,«" unsere« Fischmann ausgesprochen! Wa« der Bruder de» letztern in K. dazu sagen werte, wenn er vernimmt, daß bei der EinweihungSfeier drr Prrßburger Svnagog» die musterhasteste Ruhe herrschte, weiß ich nicht. Zu seiner Brruhignng fügen wir hinzu, daß während de« sabbathlichen AbendgotteSdienstkS schon das Getöse herrschte, dessen Verdienstlichkeit den Miskolczer Orthodoren so sehr gepriesen wurde. Don unserer Refornigemeinde ist nur Erfreuliche« zu melden. Sie erstarkt sichtlich. Brüll'« Predigten sind wirklich ausgezeichnet, und hat sich Brüll in unserer Stadt al« bedeu- «rüder Prediger einen Namen erworben. Der Oberkantor Zwinger, der Ehordirigent Hirsche!, der zweite Kantor Morawetz rrecutiren die langbewährten Ehorgesänge mit dem gutgeschulten Ehore aus eine treffliche Weise. Alle« dies geschieht in Preßburg, wo R. Daniel Proßnitz vor 20 Jahren sagte: ״Und wenn es zehntausend Gulden kostet, darf kein Ehor in »n. srrer Kehilla eristiren." Nnn eristirt Gottlob rin Eher, und die Ortbo- I dorie rcguirirt Sänger aus dem — OniaStempel! So schreiten beilr Parteien vorwärts: die Reformer und die Orthodoren! Makö. Am 8., 9. und 10. d. M. fanden an der hicrorugrn israelitischen Hauptschule die öffentlichen JahreSprüsungcu statt, welchen außer dem EultuS» und Schulenvorstande der um das Schulwesen boebverdiente Obergespanstellvertreter. der erste Vizegrspa». sämmtliche Ober, beamten des KomitatS und zahlreiche Honoratlcrcn unserer Stadt beiwohnte». Unsere Schule erfreut sich von jeher eines gute» Rufe«, welch»» der dirigireudc Oberlehrer, Herr M. B. Steinhardt, durch seine 13,abrigen ersprießlichen Leistungen begründet hat. Die Leistungen die,es Schulmannes sind auch in weitern Kreisen voriheilhast bekannt und überraschten diesmal nur dadurch, Laß die durch ihn unterrichtete» Schüi.i der 3. und 4. Klasse aus allen Lehrgegcuständcu »nd vorzüglich ans der Vaterlandsgeschichte, HeimatSkniide, Naturgeschichte und Naturlebre in ungarischer Sprache geantwortet, und dabei nichts tcstcweniger die glänzendsten Fortschritte auch in der deutschen Sprache bekundeten. Nicht minder lobenswcrth sind die Leistungen der übrigen Herren Lehrer. Lle alle wahrhaft gebildete und berufene Schulmänner und vom besten und edelste» Eifer beseelt sind. Die am Schluffe der Prüfung durch Sr. Hochwvhlgeb. den Herrn ObergespanSstellvertreter. wir auch den Herr» Probst und den BezirlSschulenaufseher anSgesprocheue. für die Herren Lehrer und besonders für Herrn M. B. Steinhardt sehr schmeichelhafte Anerkennung wurde von allen Anwesende» mit lebhafter Zustimmung ausgenommen. Wir halte» «S für eine augrnehme Pflicht, die« in weitern Kreisen bekannt zu mache» und den Herren Lehrern, wir der nicht minder IobcnSwerthrn Jndustriallehrrrin im Namen aller Eltern und Schulfreunde den wärmsten Dank au-zudrücken. N. Debreczin, im September. (Derspätet). Seit Kurzem wird in der hiesigen Gemeinde die Frage der Wiederbesetzuoz de« Rab. binatelebhaft ventilirt. C« ist diese Wahrnehmung für un« um so Tzegedin, Leipzig, Selbstverlag der Ledaktlo». liowmisfioosvrrlag vor» Franz Vag,er. Druck von Sigmund Burger in Szegediu. £Z7* Hierzu ein Viertelbogen Beilage. ־־T2a

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