Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1863-10-01 · 39 (1.10.1863) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
39 (1.10.1863)
Date
1863-10-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2542917-2542918-2542958--3313-2547179
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

717 718 Aber darum möchte ich doch nicht Ihrer freundlichen Begrüßung entbehren, und rin Austausch der Gedanke, unter uu« kann wir uur lehrreich sei». Zur griechischem MMersetzung. Don Professor M. Stöffel. (Fortsetzung'). ״Mich selbst (sagt Schllk-Schulzeoflein) überraschte e« sehr, im März 1853 bei starkem Frostwetter in Barcelona vorjährige Früchte auf den Citronen- und Apfelsinenbäumen zu sehen. Später fand ich in teo letzten Tagen des Mai bei Tctona ungewöhnlich große Früchte, ebenfalls vom vorigen Jahre, io großer Menge an Leu Bäumen. Da« Wiederaufleben vorjähriger Früchte ist eine sehr seltene Erscheinung im Pflanzcnlebeo." Vergleicht man dies mit Succah 35 » wo Rabbi meint "Hl sei gleich TI,ד , die großen Früchte find noch auf den Bäumen, während die kleinen schon Nachkommen. Abuhu dagegen meint הרר־ההר die Frucht, die auf dem Baume bleibt משנה לשנה mehrere Jahre, wie Raschi binzusügt 2—3 Jabre und Ben Asai eud- Ilch meint ״* ההרdשנדל על כל מי□ ׳)״׳ die Frucht, dir nach jeder Wässerung, selbst nach der Winterszeit immer größer wird: so siebt man, daß die Rabbinen alle die wunderbaren Eigenschaften der Frucht nicht nur wobl gekannt, sondern auch, daß sic eben durch diele Eigenschaften den Namen עי{ ההר״ Baum der Pracht oder der Herrlichkeit" sich zu erkläre» suchten. Die Pracht des Baumebesteht dann, daß er deständig mit großen und kleinen Früchten prangt, daß die Frucht, ohne abzustcrben. mehrere Jabre am Baume bleibt und daß fie, schon zuiammengeschrumpst, nach dem Winter wieder auflebt. Zur Erklärung de« Talmuds aus der griechischen Uebersetzung et vice versa erlaube ich mir noch Folgendebeizusügen. So oft ich den Vorwurf de« צהרקי im Sabbath 83 und Kclhuboth 112 עמא סויוא ומר* las. konnte ich gerate den Saduzäer. der doch als solcher immer den Wortlaut der h. Schrift erfassen soll, nicht begreifen. Die Schriststelle. woraus anzesptelt wird נעשה!נשמע findet sich Loch 2 Mos. 2-1, 7. uachdcm früher erzählt wird, daß MoseS die im Abschnitte £מש£מי enthaltenen uenrrding» empfangenen Gesetzt dem Volke vor. gelesen und da- Volk zum Bündnisse aufzefcrdert. hatte, und woraus da« Volk ganz richtig antworten konnte: ״Alle«, was Gott bisher getprochcn נעשה wollen wir befolgen 1נשמע und wollen hören, wa« er noch sagen wird, wie die« רשבם wirklich erklärt; nun so waren ja dir Israeliten durchaus nicht übereil», im Gegrnlheile waren sie ja noch sehr vorsichtig, denn vor der Vorlesung: Der- 3 desselben Kapitel«, sagten sie die- נעשה und vor dem Empfange der Gesetze C. IS. 8 kdensallblo« נעשה? Merkwürdiger Weise hat aber die griechische Uebersetzung au allen drei angesührten Stellen 1t01t]C0fuv *nt axsea/u&n. Wenn nun der Sadnzäer keiu wirklicher Saduzäer ist. und er kann wirklich kein solcher sein, da er zu Raba in Babylon und zu Rabbi Serah ungefähr 350 post sprickr, wenn er vielmehr einer jener Sektirer ist, welche die Bibel bloau« der griechischen Uebersetzung kennen, so ist sein Vorwurf begründet, Leon dann hätte» die Israeliten schon daerste Mal Cap. IS, 8. gesagt notrfiotu* *tu a*m<Sont&a. Wir wollen r« «dun und hören! Wie kommt nun aber dieser Zusatz in die Septua, aiuta? Wir begegne» hier wieder dem Einflüsse de« RadbiniSmu« auf •) <5• dir vor. Nummer. die Septuaginta und die Largumim. Der Rabbini-mu< faßte bekannt» lich da« נעשה ונשמע al« Beweis dehöchsten« Dertranen», der unbe» grLnjten Bereitwilligkeit Israel« auf. und da da« 71 נעשה *DT 3ל אשר Cap. 19, 8, vor dem Anhören der zehn Gebote gesprochen, nicht minder Dertranen und Bereitwilligkeit beweist, so war e« natürlich, daß man hier da« später vorkommende ונשמע im Geiste supplirte und daß die Septuaginta r« endlich wirklich aufnahm. Und so hat die Agadah die Uebersetzung. »nd die Uebersetzung einer neuen Agadah de» צדוקי mit seinem Vorwürfe geschaffen. Merkwürdig ist e«. daß, wenn «au noch heute ziemlich bibelfeste Israeliten fragt: wa- Israel auf di» erste Lus» sorderunz Most« zur Annahme der Lehre geantwortet habe, werden unter 100 vielleicht 9S antworten. ״נעשה ונשמע״. So sehr hat dir Agadah vachgewirki! Dem Einflüsse einer griechischen Bibelübersetzung scheint wir auch die Erklärung des ומלך אלקי□ עמר Proverb. 30, 31 im Sanhedriu 82. k entstanden zu sein. Raschi io Proverb. weiß sich da- Wort □אלקר nicht zu erklären. in Sanbedrin aber sagt Raschi (* ונראה בעיני שהתיבה מלה ערבית; aus dem Taimud-Worte ,ß ,׳,doch zu «» sehen, daß der Talmud das griechische nix,,,8? meint: denn er sagt: Pinhas hat nicht gewußt:שהמלך אלקום עמו, daß der mächtige König (Gott) mit ihm sei. Scheint hier nicht tue den Gleichklang liebende Uebersetzung AguilaS Einfluß genommen zu haben? Oder kam vielleicht gar das griechische Wort selbst in den Tert der Bibel hinein? .!konnte nicht im Teile gestanden haben: מלך אלהים עמר* und ein König, wenn Gott mit ihm ist. darüber oder daneben stand die griechische Ueber» setzung mit hebräischen Lettern ntxt/10״ ■״der Allmächtige" und so kam die Uebersetzung statt de- Originales in den Tert. Den Conjektural- Philologen dürste diese Annahme nicht überraschend sein. (Schluß folgt.) Korrespondenz. Inland. F. Post, 24. September. Herr A. Lederer brachte in der letzten Nummer dieser Blätter einen recht langen Artikel über die isr. Präparandie und über die mit derselben in Verbinduug stehende Mnstcrhanptschule zn Pest. In diesem Artikel beklagt sich Herr Lederer, ״daß die Präparandie jährlich mit Unrecht angegriffen wird, daß r« daher Unwahrheit wäre, al« würde die ungarische Sprache, wie es in vielen Pestcr und auch in diesen Blättern erwähnt wurde, gänzlich vernachlässigt werden, daß jene letzten Schmähartikel gegen die Präparandie durch die Classisikaiion der Anstalt unbefriedigte und uudankbare Kandidaten von Stapel lause» ließen." Wawird nun Herr Lederer thun, damit solche Schmähartikel nicht mehr erscheinen? Vor zwei Jahren waren die Herren Moriz Mezei und Paul Lenzer als Vertreter de« isr. ung. Vereinein der Mnsterhauptschulr. Herr Lederer war jedoch mit dem Berichte über den Erfolg der ungarische» Sprache unzusrieden und gestaltete mehr nicht im vorigen Jahre Herr» Teozer den Eingang zur Prüfung der Präparandie. damit mau nicht Schlechteberichten könne; nun war aber Herr Heinrich Deutsch au« wesend und schrieb in der ״Jllustrirten Judenzeitung" «inen Bericht über die Dernachläffigung der ungarischen und hebräische» Sprach«. Heuer wurde daher auch Heinrich Deutsch, sowie überhaupt gar kein ״Ueberflüssizer" geladen, damit Niemand etwa« zu klage» habe. *) Wadie Identität de« Kommentator« der Sprüche «il de» von Sanbedrin sehr in Frage stellt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.