Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1863-10-01 · 39 (1.10.1863) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
39 (1.10.1863)
Date
1863-10-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2542917-2542918-2542958--3311-2547177
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

713 714 Nun haben wir noch eine römische Legende zn erwähnen. Unter den Nachkommen deS AcneaS in Italien kam endlich die Regierung auf daS Bruderpaar Nnmitor und AmuliuS. Beide kamen darin überein, daß der Eine die Schätze, der andere die Krone deS letztverstorbcnen Königs zu erben habe. AmuliuS, dem die Schätze zugefallen, suchte seinen Bruder auch der Krone zu berauben. Damit aber letzterer keine Nachkommen erhalte. die auf den Thron je Anspruch erheben könnten, wurde seine einzige Tochter Silvia oder Rea, als Vrieftcrin der Vesta eingckleidet. Die Priesterin ward dessen, ungeachtet schwanger, und gebar Zwillinge, Romnluö nud RemuS, die aber auch ihr Oheim AmuliuS gleich nach der Geburt den Wasserfluthcn zu übergeben befahl. Die Flnthen jedoch warfen sie an den Strand unter den Schalten eines wilden Feigenbaumes, hier stand die Dehansnng einer Wölfin, die sie freundlich empfing und mit ihren Brüsten nährte. (Plularch, RomuluS). Dieselbe Rolle also, die beim Jupiter der Ziege und bei EyruS einer Hündin zugewiesen wird, übernimmt hier die Wölfin. Sonderbarer Weise begegnen wir auch in der Lcgendczeit der Römer dem Namen Amalthea. Eine der Sybillen, die Knmische, die dem AencaS erzählte, daß sic bereits 700 Jahre gelebt und noch .‘WO Jahre zu leben habe und die dem TarquiniuS die derühmten 9 Bücher Oralelsprüche gebracht, hieß Amalthea. Tibul I. 2. 67. Ta nun im Arabischen der Wolf אבירם heißt, fo könnte besagte Sybille Amalthea die Erzieherin deS RomuluS gewesen sein. Ter AnSdrnck זאב ערב oder ערבות wird von der griechischen Uebcrsctzung mit Wolf auS Arabien gegeben, weil dieses Thier in Arabien sich häufig vorfindet. Ich würde daher in obiger Stelle folgende Leseart Vorschlägen: איני׳ דה כץ (vielleicht mit RomuluS als Nachkomme von Esau identifizirt, oder hatte der Talmud eine ähnliche Sage auch über die Geburt dcö Haman) אבלתא בתזאב ערבות, d. h. während die Erzieherin Abrahams jene Amalthea war, die eine Ziege bedeutet, (vielleicht ist statt בת ברכבו die Leseart בת ברב) war jene des Haman die Amalthea, welche im Arabischen eine Wölfin heißt. Sehr richtig paßt der Schluß: וסי, טהור בריור .בבא בבא, der Reine nährte sich vom Reinen, der Unreine vom Unreinen. AehnlicheS wird schon von MvseS erzählt, daß er, nachdem ihn die Königstochter auS dem Wasser gezogen, die Brust einer Egypterin nicht annehmen wollte._ Gin in •SrijuicDcn aufgcfunUcnes Gpilapfjiuni Des WLeiias 6en Homer. Milgetheilt vou De. Mitlziner in Kopenhagen. Den schwedischen Blättern zufolge ist daS Museum in Gotheuburg vor Kurzem mit einem eigenthümlicheu Denkmale bereichert worden, das unter dem Namen ״Giesseberg- Stein* bekannt ist und seiner Zeit viel Aufsehen gemacht hat. Da dieses Denkmal sich für nichts weniger, als für ela Epitaphium deS AschkenaS ben Gomer (t B. M. 10, 3) auSgiebt, so dürfte eine kurze Mitthcilung über dasselbe für viele Leser deS ״B. Eh." von einigem Interesse sein. ES wurde im Jahre 1830 ganz zufällig auf dem sogenannten Giesseberg in der Nähe von Falköping einige Fuß unter der Erdoberfläche gefunden und besteht anS einem 4 V, Fuß hoben Kalksteine, der mit Inschriften und Figuren bedeckt ist. Oben ist ein Schiff mit Mast, Segel und Rudern za sehen. Darunter stebt eine in zwei Reihen geordnete hebräische Inschrift, deren Buchstaben groß und theilweise leserlich sind. Mit einiger Sicherheit liest man: אשכנז ב (בן?) גבר בת ס ק - ׳ - Unter dieser Inskription sieht man neben einander einen Vogel mit getrenntem Schnabel und anSgebreiteten Flügeln nebst einem vierfüßigen Thicrc, daS einen Wolf oder einen Bären v orstcllen soll. Ganz unten befindet sich eine schlaugensörmige Runenschrift. Diese wurde seiner Zeit von den runenkundigen Brüdern JonaS und Eric Mcllin, welche dem in ihrer Nachbarschaft ausgcsundcncn Steine besondere Aufmerksamkeit schenkten, dahin gedeutet: ״Für den weit berühmten Aschenaö, seinen Stammvater, für R i P k a t und T h o r g a r m a errichtete König G y l f e diesen Stein." Sowohl die hebräische Inschrift, als die Rnncnschrist sprechen somit von AschkenaS. Die erste scheint sagen zu wollen, daß der genannte AschkenaS an der Stelle gestorben, wo der Stein errichtet worden. Er ist ein Sohn deS Gomer, nach der Runenschrift Stammvater deS Gylfe, welchen die Sage im Norden zur Zeit, als Odin und seine Äsen hiehcr kamen, herrschen läßt. Die Runenschrift nennt a .ch Niphat und Thorgarma, die in der Bibel als Brüder deS AschkenaS genannt werden. Der Zusammenhang war also klar genug: vor 2000 Jahren hatte König Gylfe diese- Denkmal für seinen Stammvater AschkenaS den Enkel Noach'S und für dessen Bruder Riphat und Thorgarma errichtet! ES war somit ein Beweis gesunden, sowohl für die wirkliche Eristenz eine- Königs Gylfe, als für seine japhettsche Abstammung, ja eS war ein sonnenklarer Beweis gefunken, daß Japhets Enkel gelebt und gestorben — in der Nähe von Falköping. Dies daS Resultat, zu ivekchem die erwähnten Brüder- Mellin bei ihrem Versuche, diesen antiquarischen Fund zn entziffern und erklären, gelangten. Daß Jemand mit diesem Runensteine eia falsum begangen haben sollte, war eia Gedanke, den sie mit aller Kraft von sich wiesen. Und doch ist eS augenscheinlich, daß hier ein wissenschaftlicher Betrug vorliegt. Abgesehen vou allen andern Unwahrscheiulichkeiten ijt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.