Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 39 (1.10.1863)
- Date
- 1863-10-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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711 712 gleich nach ihrer Geburt zu vernichten. Als ihm jedoch seine zur Frau genommene Schwester, Rhea, den letzten Sohn, Jupiter, erzeugte, rettete sie daS Leben deS Letztem dadurch, daß sie ihn, wahrscheinlich durch Fingirung sckueS TooeS, teu Augen des grausamen VaterS entzog und nach der Jn'el Kreta bringen ließ, wo ihn die beiden Nymphen, Amalthea und Melissa, (die Ziege und die Biene), mit Milch und Honig ernährte». Die ihn ernährende Ziege zerbrach einst an einem Baume das Horn, welches in der Folge zum Home des UeberstusseS geweiht wurde. Apollod. I. 1, 7. Eine ganz ähnliche Sage hat auch die arabisch-jüdische Legende von der Geburt AbrahamS, diese lautet: Terah, ein Feldherr, oder gar Schwiegersohn Nimrods, lud bei der Geburt seines SohneS alle Rälhe und Magier dcS mächtigen Königs zu einem Mahle ciu. Als sie spät in der Nacht nach Hause gingen, bemerkten sie am weilen HimmelSraume sonderbare Erscheinungen, die sie dahin deuteten, daß der Neugeborene daS Reich Nimrods zerstören würde. Letzterer, davon in Kcnntniß gesetzt, trachtete dem neuen Weltbürger, dem nachhcrigen Abraham, nach dem Leben, dem dieser bloS dadurch entging, daß ihn Terah sammt Mutter und Amme (אוכנה־אבלה) nach einer Höhle schickte, wo er ans wunderbare Weise mit Milch und Honig erhalten wurde. Wir sehen, daß beide Sagen sich einander gleichen und wahrscheinlich einander entlehnt worden sind. Schon Philo (116 conf. ling.) erwähnt die Eiuwürfe der heidnischen Gelehrten seiner Zeit, die itt der Inblifdeti Geschichte deS dabylonischen ThurmbaucS nur eine Nacherzählung deS großen KampscS zu bemerken glaubten, den Jupiter mit den Titancn geführt. Denselben Vorwurf erhebt auch EelsuS, den aber OrigencS (1. 4, cont. 661.) damit widerlegt, daß MoseS nicht nur älter als Homer und alle griechischen Dichter sei, sondern daß er noch früher schrieb, alö die Kunst deS Schreibens in Griechenland nur bekannt gewesen. Moseö konnte also von den Griechen nicht geschöpft haben, da sie zu seiner Zelt noch nicht eristirten, vielmehr scheint eS, daß die griechischen Dichter der jüdischen Geschichte nachgeahmt, deren schlichte Wahrheit sie jedoch durch ihre fabelhafte DichtnngSweise entstellten. Dem wollen wir noch beifügen, daß selbst der Name Jnpiter unS nur eine Nachahmung von dem Namen Abra- Ham zu sein scheint. Bekanntlich führte dieser heidnische Gott in Egypten den Namen Jupiter-Ammon; mit Weglassung ter Sylbe Jao, die ihm wahrscheinlich erst nach seiner Apo« theosie beigclegt worden, wäre Pater-Ammon identisch mit אב ר,מץ (I. M. 17, 4). Indes, wenn griechische Dichter Nachahmer von biblischen Erzählungen waren, so scheint, daß in der Folge ein Rückschlag eingetreten, und viele jüdische Legenden, wozu wir auch die obige rechnen, ihren Ur« sprung auS der griechischen Fabellehre genommen. Aber selbst der Name Amalthai kommt in der jüdischarabischen Legende vor. Bekanntlich sind die Ansichten über daS Zeitalter und selbst die Eristenz HiobS verschieden. Daß er wirklich eristirt, geht aus Hesek. 14, 14. Tobias 2, 12. 15. hervor. I» Betreff der Zeit jedoch, wann er eristirt, sind die Meinungen divergirend. Während die eine Ansicht ihn sehr spät, in die Zeit der Befreiung auS der babylonischen Gefangenschaft, hinabrückt (B. Bathra p. 15, b) wollen andere ihn sogar als Zeitgenossen AbrahamS betrachten, (Jerus. Sota V. Jalkut zu Job), welcher Ansicht der als Sohn JoktanS vorkommende Jobab (I. M. 10, 28. I. Chron. 1, 23) als Beleg dienen kann. Nun wird einer der drei Töchter HiobS, קרן הפוך nach der griechischen Uebcrsetzung mit Amalthea coras i. c. daS Horn der Ziege gegeben. Schon der Talmud kenut diese Ansicht, indem er denselben Namen mit קרנא רקרש giebt (B. Batlira p. 16. b), unter קרש jedoch ist eine Art wil« der Ziegen mit bloS einem Hörne verstanden, (Cholin p. 59, b. קרש אין לו אלא קרן אחת; קרש טביא דבי עילאי) ganz ähnlich der Amalthea des Jupiter, die auch bloS ein Horn behalten. Die Ernährerin des Jupiter, wie auch jene deS Abraham wären also eine Art MonozeroS auS derZic gengattung gewesen. DaS unerklärliche ברנבו möchten wir mit 2^2-KronuS durch Verwechslung deS D mit בו, wie auch daS בררו, wo Abraham 7 Jahre verborge» war, mit Kreta geben. Eine persische Legende lautet, wie folgt: AstiageS, letzter mcdischer König, wurde durch einen Traum gewarnt vor der Geburt seines Enkels, der ihn dcS ThroueS berauben werde. Diesem vorzubeugen, faßte er den Beschluß, seine einzige Tochter Mandana an einen Perser zu verheiraten, damit die von ihr erzeugten Kinder dem Hofe ferne bleiben. Er gab sie dem KambiseS, ein Jahr später wurde AstiageS aberrnalö durch einen ähnlichen Traum erschreckt, den seine Magier dahin deuteten, daß sein bald zu erschei-' nender Enkel über ganz Asien herrschen werde. AstiageS ließ seine Tochter auS Persien bringen und am Hofe unter strenger Obhut bewachen. Mandana gebar bald einen Knaben, den nachmaligen EyruS, der aber gleich nach der Geburt einem Hirten zur Töbtnng übergeben wurde. Dieser Hirt hieß MitridateS und seine Frau Spako, waS im Medischen ״Hund" bedeutet. Von Mitleiden jedoch bewogen, retteten diese dem jungen Prinzen das Leben, der auch späterhin seinen Großvater AstiageS des Thrones beraubte. Als EyruS zu seinen wirklichen Eltern zurückgekehrt war, nannte er da oft den Namen Spako, die ihn ernährt hatte, was Anlaß zu dem Glauben gab, daß eine Hündin ihn gesäugt habe. Herod. I. 1. c. 107. Wir könnten also für כרנבו in obiger Stelle דכרש נבו emendireu, d. h. die Erzieherin deS EyruS war die Bellende, da bekanntlich נבו ein Epitheton deS HundeS ist.