Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 38 (21.9.1863)
- Date
- 1863-09-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Beilage WM ״Wer» 8. Lemberg, 7. September. Gestern Abend wurde im hirfigea drutschru Tempel das Andenken H. Zipper« gefeiert, der. 1796 gebaren, und 1858 gestorben, fich durch eine lange Reihe von Jahren, seit 1813. um dir hiesige Gemeinde, insonderheit um die Tempelgemeiude, unverwelkliche Verdienste erworben hat. Herr Rabbiner und Prediger Löwrnstein hielt eine treffliche Rede, welcher er Ps. 84. 4. zu Grunde legte. Oberkantor Weiß verherrlichte die Feier durch die Chorgesänge, die aus eine ergreifende Weise vorgetragln wurden. Zipper« Gedächtniß wird in unserer Mitte gesegnet bleibrn. Möge sein edle« Beispiel recht viel Nachahmung finden! /?K Iglan, 12. September. Selten hat eine jüdische Ge» meindr den Abschluß eine« Jahre« in so erbebender Weise gefeiert, ol« dir nnsrige in diesem Jahre. Die Veranlassung dazu gab die Einweibillig der neiierbautc» prachtvollen Synagoge, welche am S. d. M. vor sich ging. Die Festrede hielt der zu diesem Zwecke bieher berufene Wiener Herr Dr. Jellinek, der e« nicht icheute. kurz vor den Feiertagen, wo dir jüdischen Seelsorger ohnehin vollauf beschäftigt sind, Lew ehrenvollen Ruse zu folgen, durch den er aber wieder einen wesentlichen Dienst seine» Glaubcn-gcncffrn erwiesen Hai. Zedermann kennt die ehemalige Stellung der Inten in Mähren, namentlich in unserer Stadt; die Schilderung dieser Iiidenversolgung und der endliche Sieg de« Judcnlhum«, der mit dri» der neuen Zeit Hand in Hand geht, war der eiglntlichr Kern der betreffenden Fcsiprcdigt, die Dr. Jellinek in licssinniger uud geiftreicher Weiie aussül'rte und mit Vcgeisteriing und begeisternd vortrug. Bo» de» vielen zündenden Wirkungen dieser musterhasirn Rede sei blc« eine Stelle erwähnt, und zwar: Dr. Jellinek war im Besitze eine« Do» knmcntc«, welche« beurluiitcle. Laß am selben Tage, al« diese feierliche Einweihung geschieht, vor 12U Jahren, also anno 1743 ein durchreifcnter Jude in Iglan cinrn Leibzoll für sich entrichten mußte. Diese« ,»lcrcffante Doknnxiit. versehen mit dem Siegel und dem Wappen der Statt Iglan, zeigte Dr. Jellinek bei raffender Stelle vor. und wie« die allwaltcndc Macht >» der Geschickte, durch deren Regenischast und Sieg c« möglich geworren, Heine in einer zahlreichen Gemeinde als Gotte«- lehrer de« Zudentbum« in ebenderselben Stall zu stehen. Nach volleiidrlrr Rede »maruitk der Bürgermeister vor Rührung de» gcfeierlrn Redner und lüßte ihn. Abend« taub ein sehr aiiimirit« Bankett statt, Meiches ein sörnilichc« Verbrütlriingsseit zwischcu Indei, und Nichljuden war, nnd bei welcher Gelegenheit die Judengemcindc 100 st ö. W. für die Stadtarmen spendete. Literarische Anzeigen. IIebr«>v tirnmnr with Kxrrciscs , by M. M. Kalisch PK. Dr. Part. II. ,c. ,r. London bei Longman ,c. Comv. 1863. Besprochen von Dr. Jemand. je? שקע אורו של נרול נתפרסם אזרו של ״Ist da« Licht de« Großen untergegangen. hat da« de« Kleinen bekannt zu iverden angesangeu." Peßiktha Abschn. 16. (Schluß'). Manche hebräische Phrase und Coustruktiou. welche in der Bibel selten oder gar nicht vorlömmt, ist im Talmud häufig oder gar da« gewohnlichste. Solche Betrachtungen zeigen La« ursprüngliche Alter einer solcheu Construklion. So z. B. der Ausdruck ״Beuo Zippor" (4. M. 23, 19) sieht zwar sehr fremdartig au«, ist aber dennoch nur datalwn» dische ׳בנו של welche« in der Misch na und iw Talmud so ost vor» kömmt. Da« של fehlt hier in der biblischen Phrase uud macht dieselbe um so poetischer '> Der Ausdruck של מי (wessen) ist im Talmud ebensall« — immer al« zwei Wörter — häufig. Da« biblische בשלמי היתה (Jona 1, 7) ist dasselbe mit dem hinzugesügten ב zu Anfänge, welche« wie bekannt, im Hebräischen nur ״ia" oder ״mir heißt, und ist hier al« eine Ellipse zu betrachteu. Da« 2 zu einem ganzen Worte »rweitert, würde hier etwa בתוף heißen. E» ist diese« derselbe Fall Lei 3°) בשליna 1. 12). •) S. Nummer 36. ShememM" Nr. 8Zs. Wenn in dem vorliegenden Buche (S. 277) dies»« blo« mit dem einzigen Worte באשר erklär« wird, so ist diese«, nm gelinde z» sprechen, bei weitem nicht keoozeichnend. Daß bereit« Kim chi diese« ebenfalls mit dem באשר erklärt hat'), ist un« nicht unbekannt, e« ist aber dort alallgemeinste« gegebenübrigen« hätte da« Wort etwa« weiter oben stehen sollen, wo e« passender gewesen wäre und wo »« eigentlich hingehör«. Diese« בתוף. welche« durch da» 2 au-gedrückt wirb, müßte selbst noch ein Wort zu seiner näheren Erklärung bei fich haben '). Da« בשלמי beißt deutsch ״in wessen", welche« iw Deutschen doch auch nicht allein gebrauch» werden kann. E« muß doch irgend etwa« hinzu» gefügt werden. Ursache, Besitz, Schuld 1z. s. f. Da- Wort של «st in der Bibel nicht oft «). בשל אשך (Kohcleth 8, 17), (welche« hier S. 299 angeführt ist) heißt בר בשל"• Da« זכור אני (Könige II. 9, 25), gehört auch zur Klaffe der biblischen Phrasen, welche oft im Talmud Vorkommen. Es ist dort oft zusawmeiigezogen 5) בורני! n. a. m. Zn dem vorlitgenden Buche (S 372) wäre diese« zu erwähuen gewesen. Diese« alle« beweist daS hoke Alter mancher talwudischrn Phrasen und die Nützlichkeit derselben für die Bibel. E« läßt sich dadurch auch dir Veruiuthung anSsprechcn. daß e« im Althebräischen auch Dialekte j gegeben hat, und daß manche« Wort, welche« jetzt alselten gehalten 1 wird, wolil nur al« ein ProviuzialiSmu» zu betrachten wäre, i - lieber de» Jnsinitiv (כיקיר) ist bei den jüdischen Gramms» I tiler» manche« Interessante zu finden, sowohl in allgemein filosofischer,! al« i» speziell grammatischer Hinsicht. Vergleichungen mit andern Gram-! malike» wäre interessant *). Arabische Grammatiker haben über den Infinitiv größere und kleiner, Werke und Abhandlungen geschrie» I bell '). »Wie e« scheint, mochte R. Isak Hallewi ein« dieser Wecke! als Muster genommen haben, in dessen Sefer Ha-Makor (von Iehuda! den Libbon erwähnt) und dessen Verlust zu bedaueru ist. Der Infiuitiv ist in gewisse» Phrasen al« Imperativ der eigentlichen Bedeutung nach gebraucht, obwohl äußerlich dir Form de« Iiinnitlv« steht. Da- זכור את יום חשבת U. a. גם• gehören hither. Da« sranzüstschc 8.1״V01V‘ (nämlich) ist gerade so gebraucht. Denn genau genommen ist Loch Liese« so viel al« ״wisse." Daß in mauchen Conjngaiionen der Infinitiv in grammatischer Form dem Imperativ gleicht, darf doch an und für sich auch beachtet werden, (lieber La« 1כ1ר אני vergl. oben Anal. *). In einem Worte, wie בסתאום, ist eigentlich gar nicht« auffal» lende«. E« wird in dem vorliegendem Buche (S. 267) schwieriger ge» mach«, al« e« wirklich ist. Es heißt eigentlich gar nicht« andere«, al« פתאים idtffen Etymologie nicht ganz klar iß). Da« 2 in 2בפתאו erhebt diese« Adjektiv zu einer Art von Hauptwort. Es ist diese« derselbe Fall bei שתע פתאום-, welch« zusammen einen Superlativ au«- machen. E« tritt derselbe Fall mit dem Worte 2יען ') ein. weich«« mit יען ganz identisch ist. Im Deutschen mag etwa da« ״von wegen" al« Parallele dazu dienen, ״wegen" allein drückt ja schon da« ursächlich« Lerhältuiß au«. Da« 2) סב אל אחרי. Kön. 19, 18) darf m«u auch zu dies״ Klaffe zählen. אחרי allein drückt La« örtliche Verhäituiß au«, Pa« אל erhebt e« ebensall« zu einer Art Hauptwort. Im Verlause de« vorliegenden Buche« werdza יwie e« «a einer Grammatik natürlich ist — gar viele Wörter vorgrsührt und übersetzt, deren Genauigkeit sehr fraglich ist. Die Detrachtullg diese« Wörterbuche« hätte sehr nützlich sein können zur Vorbeugung solch״ Mißverständnisse.