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Ben Chananja · 1863-09-21 · 38 (21.9.1863) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
38 (21.9.1863)
Date
1863-09-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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697 698 ruschen und finanziellen Theile der ungarischen DibelauSgabe betraut wurde. Die Kommission besteht außer dem Präse« derselben, Herrn 2akod Kern, au« folgenden Mitgliedern: Dr. Z. Hirfchler. Sal. Herz, Moriz Wahrmanu uod Mar Dachrach. — Ende Oktober findet die Geueralversammlung de« Bcreiu« statt. Künftige Woche wird der Konkurs in Betreff der Bibelübersetzung ausgeschrieben. F. Pest, 16. September. Die Len hiefigcu israelitischen Gemeindcvorstand speziell betreffende Aufmunterung, in Angelegenheit der Abschaffung des Eide« worv jiulaico die Hand nicht in den Schoß zu legen, ist nicht ganz ohne Wirkung geblieben. Der Gegenstand führte aber am grünen Tische zu einer Konversation, welche den Austritt des Herrn Karl Ludwig Postier aus dem Vorsteher-Kollegium zur Folge halte. — Am Eingänge des ersten Festtages, nachdem man aus dem Tempel ging, wurde Herr Jakob Kern von mehr als vierzig Personen in seiner Wohnung erwartet. Es wurde ihm nämlich vom Herrn Schlosserweister Leopold Feiwel sein Porträt » herrlich ansgestattet (Lylhographie), überreicht, zum Zetcheu dessen, wie dankbar ihm, dem Direktor des HandwerkervereincS. die Zöglinge des Vereines find. Dr. Hirfchler, von Feiwel ersucht, hielt bei dieser Gelegrnheit an Kern eine glänzende Rede, in welcher er die außcrordcntlichcn Verdienste Kerns hcrvorbob. Herr Kern war von der »Rete HirschlcrS sehr gerührt, drückte seine innigste Freude aus, daß (wie Redner bemerkte) diejenigen ihn besuchten, welche er so sehr verehrt, besonders aber suhle er sich glücklich, daß ein Mann, wie Tr. Hirickilcr, den er unter allen Menschen am meisten liebt, für ihn so ,ehr ichmeichelhast spricht. Auweicnd waren unter anderen: Dr. Nozsay, Dr. Pollak, Dr. Groß, Moriz Wahriuan», Mar Bachrach. Moriz Mezei, Dr. Schwimnicr, Sal. Herz, B Stern, Bergt. Paul Tenzer. — t. Post, 6. Oktober. Daß in einer so großen Griiicinde, wie die hiesige isi, auch bizarre Erscheinungen Vorkommen, wird Niemanden wundern. Nicht leicht ist aber etwas bizarrer, als das Vorgehen derjenigeii Eltern, die il׳re Kinder ganz mit gar christlichen ErziehmigSaostalle» auvcriraucu. ohne für den jüdischen RcligicnSuiltcrricht derselben auch nur die geringste Sorge zu trage». Manche derselben meine», ihrer Eltcrnpsiicht Genüge geleistet z» habe», wenn sic dafür sorgen, daß ihren LprößliNgc» aus einer jütischen Trailcrie die Kost ins Institut geschickt wird! Sind den» tiesr Ellern gar so bornirt, daß sic die Religiou Israels für eine Religion de» Fleische« halten? v. 2t»hlwcisteuburg. S. September. Am 5. und 6. d. M. hat die orihodorc Genieitldr ihre klein, Synagoge eingcweiht. Hildeshcimcr und Guggenbcim haben sich sehr angestreugt. um die kleine orthodore Heerde recht gründlich zu sanatisircn. Die Neformgemeinde wird dadurch natürlich nicht eingcschüchicrt. Der Konkurs zum Synagozenbau ist vou derselben bereitausgeschrieben. ' ' MiSkolc;, im September. Wie sehr es auch schmerzt, in seinen eigenen Eiugeweiden schonungslos wühlen zu müssen, »nd vor dem gebildeten Publikum da« düstere Bild vou der Zerscltzheit unserer Gemeinde aufzurollea. und vor Augen zu führen, ist eS dennoch Pflicht eine« jeden rechtlich denkenden und für Licht und Fortschritt warm fühlenden Manne«, hier ein ungeschminkte« offene« Wort zu führen, um da« Treiben einiger Fanatiker unserer hiesigen CultuSgemeinde aufzu« decken und gebührend zu geißeln. Kaum sind e« einige 2°hre, daß der falsche Profit von Margita in der nächsten Nähe unserer Stadt sei« Unwesen treibt und dir ganze Gegend mit seinem iofinstere Mittelalter gehörende ObskurautiSm buchstäblich verpestet, und schon lastet die Wirkung drrsrlben auf einen gro« ßea Theil der hiesigen Zuden wie rin Alp. welcher Alle» zu erdrücken droht. Namentlich ist unser neuer CultuStempel und Ehoral-Gotte-dieust letzterer Zeit Gegenstand seiner Zuvectiooen und Nnalhcmeo. indem er mit einem Eifer, einer bessern Sache würdig, seine Dannblitzk grgea jeden schleudert, der sich unterfangen sollte, in die Miskoktzer .Th—«״, .Sch—d" seinen Fuß zu setzen ond da« .Blökezen der .S—m" ,, hören! Wie rasch diese Rede de« Rabbiner« Wurzel gefaßt, zeig» schon der Umstand. daß nach einem kaum achttägigen geregelte» Ehoral - Gottesdienst, unser Kantor dahin angewiesen wurde, da« Ehoralgebet einzustelleu. die Ehorjugeod. welche sehr schön «iageschalt war. .momentanzu entlassen und abermal« den tobend - polternden Gottesdienst eiuzusühren. Zu obcncrwähnler Maßregel hat anch nicht wenig die Dräsche eine« Gaste« und Rabbi-, der mit dem. Szikßüerauf ein und derselben Stufe stehet, br, Gelegenheit der Sin. weihung gehalten, bcigctragen. Nachdem dieser Gast au« K.. der der Gemeinde förmlich aufgcdrängt wurde, um die EinweihungSrede zu hattcn, mit seiner langweiligen inhaltslosen Rede vor einem gebildeten Publikum FiaSco gemacht, wußte er sich bei der Samstag Nachmittag«- Dräsche in sofern bei der mit Finsterntß geschlagenen Partei sich beklebt zu machen, indem er den ״Zeitgeist" sowohl, wie auch den geregelten Gottesdienst in« Lächerliche zog und die Behauptung aufstcllte, daß nur ein lärmend tobendes Gebet zu Gott dringt, während eine ruhige Andacht in Widerspruch mit unserer Religio» steht! ') Nin nun allen diesen Vorgängen die Krone aufzukttzen. wußte diese Partei eS dahin zu bringen, daß unser,» hier allgemein geachteten hochbegabten Kanzelrcdncr der höhere Tempclsitz verweigert, und ihm cm Sitz niedrigerer Stufe angewiesen wurde. Wenn daher diese wülhcndcn Fanatiker, an deren Spitze einige Rädclsfübrcr stehen, binnen dieser kurzen Frist so rappldc Fortschrille i!» Rückschritt gemacht, so sicht wohl zu befürchten, daß sie eine« schöne» Morgens den Sziksüer Rabbiner uns in Person auf den Hals bringen, daß der im Schweiße unserer jahrclangc» Arbeit aufgcbauie Herrlichc kenipcl zu einer Klause, und unsere jetzt wohlgeordneten Schulen zu EhcdcrS verfallen werden, "j *) Dagegen lehrte der Gao» R. Schcrira vor mehr denn acht hundert Jahre» in Ucbcreinsiiminuilg mit dem Thalmud, daß eS verboten sei, mit lauter Stimme zu bcteu: יגשאל מרב שרירא עי עסק ב־;א שבאין יביוה״כ ואין יודען; הפיות כתקונן מרז להסדיר שליה צבור לפניהם ולהשמיע להם תפלתו בדי שילבו אהריו והשיב אין לו רשות ,להשמיע קולו בשעה שמתפלל עד שיורד לפני התיבה ואסור לעשות כן מהנך קראי דהנה וביותר בצבור (Schaare Simcha 59, a. vrgl. bas. 31, a) D i e Rabbinen. deren sehr wohlfeile Klugheit in nichts Anderem besteht, als in der Kunst, der Unwissenheit und Ungezogenheit dcu Hof zu machen, werden sich um diese Autoritäten wohl schwerlich kümmern, und nach wir vor dem Synagogenlärm das Wort reden. Die srommen Herren sollten aber bedenken, welch ein schlechte« Beispiel sie geben! Wenn sie, die zur wissenschaftlichen Behandlung des Talmuds weder die nöthigeu Kennt« uiffe, noch die erforderliche Arbeitslust besitzen, sich so leicht über den Talmud hlnwegsetzen, waS sollen erst die thun, die nicht im Dienste der Masse, sondern im Dienste der jüdisch-theologischen Wissenschaft stehen, und beflissen sind, das vou den arbeiischeuc» neuorthodoreu Romautikrrn vernachlässigte Talmudsiudium aus eine wissenschaftliche Basi« zu stellen? Red. *״) Diese Besorguiß ist nicht unbegründet. 2» den Gegenden, wo der ChaßieäiSmuS herrscht, kann sich ein geordneter Schulunterricht wirklich nicht Bahn brechen. Die Häupter der EhaßidLer selbst find sehr unwissende, jedoch kluge, oft schlaue Charlatane. die Alle« ausbietra, 1t» die Unwissenheit de« Bolle« zu hegen uud zu pflegen. Der Ehaßid von SirS, von welchem unser Korrespondent spricht, ha« sich, wie wir au« glaubwürdiger Quelle erfahren, in frühere» 2ahren au« deutschen Bü« chern so viel Bildung geholt, daß tr ganz gewiß uichr zu den betro« genta Betrügern gehört. Red.

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