Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 38 (21.9.1863)
- Date
- 1863-09-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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695 696 fratftit gegen die jüdische Gemeinde vod an« Zuneigung zu den Juden in seinem Testamente verfügt, daß er durchaus auf dem jüdischen De« gräbnißorte bestatte» sein woste und hat er auch hitfür eine Geldsumme bestimmt. Soweit da« Faktum. Zur Beantwortung diene Folgendes: Nach dem Ausdrucke, Sinne und Zusammenhang» der Stelle Gittin foL 61, a ist kein Zweifel, daß eS erlaubt sei. Nichtjuden auf dem jüd. Degräbnißcrte zu begraben. Naschi zur Stelle verbietet jedoch diese-, indem er sich äußert: לא בקברי ישראל אלא 2ה?!2קין בהן אם הצא' הרוגים• Qin Grund hikfür wird von ihm nicht angegeben. Der ביי zu I. Dea 362. giebt hiefür an: בלפני שאין קוברין רש?! אצל ^)1-,צ. Als ausdrückliches Verbot nimm« es jedoch der '2 im ש״ע nicht auf, nur die späteren Kommentare führen diese Anfickt vcu Naschi an. Nun aber ist aus dem von '"2 hierbei angegebeneu Grunde nach I. Des 362, 5. selbst einen jütischen!?רש neben einem jüdischen צריק zu begraben, verboten, und wird dieses noch weiter ausgedehnt. Dies wird aber, so viel mir bekannt ist. nirgends mehr befolgt, weshalb allein schon dieser Grund auch bei Nichtjuden außer Acht gelassen werden lann. Außerdem ist dieser Begriff von!,רש׳ nicht nach konfeffioiiellcn Unterschieden anznwenden, was sehr häufig der!?ש״ bei anderen Fällen schon fcststellt, und endlich war niemals der talmudische Grund בלפני ררבי שלום so anwendbar, als gerade in unserer Zeit. zumal da, wo uian u»S cntgcgcnlömmt und eine solche Nachgiebigkeit nicht gegen das Judcnthum verstößt. Ad 2. Faktum. Der evangelische Geistliche dieser Kirche ist ein sieifinniger und sehr humaner Mann, und sogar mit Schreiber dieses sclir bcsrcuildct. Zugleich ist er auch Schuliuspektor der jüdischen Schulen des Kreises. Die jüdischcu Lehrer bethciligten sich an Lessen Schulkonserenzen und auch an de» Gcsangübungen mit den christlichen lcvang.) Lehrern. Der Psarrcr sowohl, wie die sämmtlichen Lehrer wünschen nun dringend, daß der in Rede stehende jüdische Lehrer, der eine sehr gute Liiiiime bat, und somit fast unentbehrlich ist, bei der Einweihung der ncucu Kirche Mitwirken soll, und zweifeln sie auch gar nicht hieran, zumal sic dasselbe auch bei der bevorstehenden Einweihung der dortigen neuen Snnagoge zu tliu» sehr gerne bereit sind. Eine Weigerung von Seilen des jüdischen Lehrers würde zu sehr üdelgenommen und als In« toleranz betrachtet werden. Ich gestehe. daß ich trotz alldem dennoch Bedenken trug. dem Lehrer auf seine Anfrage an mich diese seine Mitwirkung zu erlauben, weil bei aller Humanität, die wir auSübcn sollen und müssen. und bei aller Berechtigung, die wir dem Ehristcnlhnme zugestehen, wir dasselbe dennoch al« solches betrachten müssen, da« in seinem Hauptdogma dem des JudcnthumS streng entgegenstcht, daß daher kein Jude bei Gesängen, die dieses Dogma aussprecheu und verherrlichen, Mitwirken darf- Es wäre mir jedoch sehr erwünscht, die Ansicht der Herren Eollegen zu vernehmen. Ad 3. Dieses verneine ich entschieden, da nach Talmud und Kasuisten (s. I. Dea 363, 1—3) e« ja streng verboten ist, die Knochen der Tobten auihrem Grade herauszuwerfen u. s. w., was ja aus den christlichen Begräbnißstättea stets geschieht. Wir Israeliten wollen niemal« die Pietät gegen unsere Verstorbenen aufgeben. Äorresponden). Ausland. Paris, 3. September. Der strebsame Herausgeber de« ,Ha« magid" entschuldigt dir verzögerte Herausgabe der von der Gesellschaft Melize Nirdamim versprochenen Schriftwerke, besonder« de« in der hie» figen Bibliothek zu kopirendrn Pachad Jizchak, durch die Schwierigkeit einer korrekten Abschrift. Wir begreifen nicht, warn» fich da« Kountü der Gesellschaft nicht deshalb an Dr. Lamprouti ia Florenz weudrt, in dessen Händen sich diese« Werk befindet, und zwar in einer zweite, UeVerarbeitung de« Verfasser«, au« der auch die bereit« gedruckte, zwei Bände edirt worden find, während die in der hiesigen Bibliothek befindliche Handschrift nur der unvollständige erste Entwurf de« Verfas.- serS ist. wa« durch eine Vergleichung mit den edirten Theileu leicht zu beweisen ist. Der genannte Besitzer der Handschrift ist. wie un« von glaubwürdiger Seite berichtet ist. gerne bereit, ohne irgend eine Ver» gütung, dieselbe zum Abdrucke herau-zugebe». 8.6. VreSlau, 13. September. Am s. d. fand durch die einstimmige Wahl des Dr. Joöl die hiesige Rabdiner׳Frage ihre Erle» dignng. Als Kandidaten waren außer ihm »och ausgetreten: die Dr«. Stein aus Danzig nnd kohn au« Potsdam. Dr. Wolf ans Gothenburg hatte seine Kandidatur schon vorher zurückgezogen. Man kaun der hiefigen Gemeinde zu ibrcr Wahl nur Glück wünschen; hingegen ist der Abgang Dr. Joi)lS von seinem WirknugSkreisr für das Seminar ein doppelt schmerzlicher Verlust, denn Jei'-l leitete da dir homiletischen Vor« träge, hielt selbst die filosofischcn und lag ihm auch dir philologische Ausbitdüng der Hörer ob. Abgesehen davon, daß diese Stelle wohl schwerlich aus solche Weise wieder sich wird besetzen lassen, ist cS auch betrübend, daß ein Lehrer des Seminars sich entschloß. Geigers Standpunkt anzuneh« men; denn Heir Dr. Jciil soll sich vcrpstichtct haben, keinen retrograden Schritt zu thu», und den Kultus ganz auf die bisherige Weise zu leiten. Auch hat Direktor Frankel bei mehreren Gelegenheiten seinen Sckmerz darüber geäußert, und wird es Wohl schwerlick bei diesem stillen Schmerze bleibe». Wir wollen jedoch nicht vorgrcisen, weil wir hoffen, in nächster Zeit Näheres darüber mitthcilcn zu können. Inland. T. Pest, 17. August. Gestern versammelte sich der Ausschuß deisraclitiich-ungarischcn Vereines, und ich will es nicht versäumen, Ihren Lesern das Jntercffantcre dieser Sitzung »litznihcilrn. Allererst wnrde, nachdem man das Protokoll verlesen, ein von Sir MoteS Mon« trfiorc an den Verein gerichteter Brief vorgelesen, welcher folgenden Inhaltes ist: ״Ich habe nach meiner Nachhansekunst Ihr geschätztes Schrei« be». in welchem Sie mir Ihr Streben und Leiste» zum Wöhle unserer GlaubcnSgcnoffcn anSclnantcrsetzten, auswerksam durchgelesen. und gereichte es mir zur besonderen Freude, daß Sie die Worte ״Golie-surcht ist der Anfang alles Wissens״ zu Ihrem Wahlspruch genommen haben. Wenn GotlcSsurchr Sie in allen Ihren Handlungen leitet, so wird Ihnen ge« wiß Ihr Vorhaben gelingen, und Sie werden einst da« angenehme Bewußtsein haben, den Segen Gottes für sich selbst und unsere Glauben«- genossen durch Ihr frommes Streben erwirkt zu haben. — Aleinen kleinen Beweis meiner Zufriedenheit mit Ihren Gesinnungen, bitte ich Sie, inliegende 25 Psd. Sterling (in Erinnerung der verstorbenen Lady Moutefiore) gefälligst annehmen zu wollen, und halten Sie fich versi« chcr», daß die Nachricht von dem Gedeihe» Ihre« Institutes mir zu jeder Zeit höchst willkommen sein wird. — Mit dem innigsten Danke für Ihre freundliche Aufmerksamkeit, die Sie mir während meines kurzen Aufenthalte« geschenkt haben, und mit dem Wunsche, daß Sie fich alle stets debesten Wohlseins erfreuen mögen, bleibe ich mit Hochachtung Ihr ergebenster Mose« Moutefiore." Der Brief Moutefiore'« machte einen sehr angenehme» Eindruck auf den ganzen Ausschuß; es wurde sogleich beschlossen, an ihn in eng« lischer Sprache eine Antwort zu richten, welche ich witzutheileo nicht versäumen werde. Noch wurde io Betreff diese« Briefe« beschlossen, die demselben beigelegten 25 Psd. Sterling für den Bibelfond zu ver» wenden und mit Moutefiore'« Namen die Subskription zu eröffnen. — 3n derselben Sitzung wurde eine Kommission gewählt» di» mit de« tech«