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Ben Chananja · 1863-09-21 · 38 (21.9.1863) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
38 (21.9.1863)
Date
1863-09-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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693 694 Zum Schluffe erlauben wir unS noch der vielen Mühe und Zeitopfer deS Herrn Gemeindevorstehers Dr. Hauser rühmend zu erwähnen und glauben im Namen aller israelitischen Lehrer und aller wohlwollenden Schulfreunde von Pest zu sprechen, wenn wir dem geehrten Herrn Dr. Hauser für seine uneigennützige, warme und ersprießliche Theilnahme an dem Gedeihen deS Pester israelitischen Schulwesens, sowie für seine taktvolle und fachkundige Leitung der hiesigen viele Tage in Anspruch nehmenden Hauptschulprüsungen den wärmsten Dank hiermit öffentlich auSsprechen. Zur griechischen MMerschung. Den Professor M. Stössrl. Zu Herrn Dr. ZipserS trefflichem Aussätze über die griechische Bibelübersetzung deS Aquila erlaube ich mir folgende, theildissenlirendetheilS affenlirende Bemerkungen. Wenn Herr Dr. Zipfer meint, Aquila bätte darum על־מות Pf 48, 10 mit a!htra<51n übersetzt, um dem Vorwürfe zu begegnen, daß in dcr lieiligeu Schrift kein Ausdruck für Unsterblichkeit vorkommt, so kann ich dienicht gellen taffen; denn ab« gesehen davon, daß der gerade Sinn uuscrcs TerlcS: »er führt unS über; len Tod" schon an und für sich die Uiistcrblichkeiislehre ausspricht. hätte! sich auch Aquila eine solche TerteS-Eorrektur ersparen können; da ja Prcvcrb. 12, 27 ודרך נתיבה אל מות schon verkommt. Zch bin eher geneigt, dies als Beweis für Dr. ZipserS später ausgesprochene Ansicht anjusükren. daß Aquila nämlich zuweilen eine andere Leseart vor sich balle. Hingegen kann ich einige von Herrn Dr. Z. zur Unterstützung seiner letzlcrn Ansicht beigcbrachtc Belegstellen Nicht annrhmcn: Wenn Aquila בעטיה hohes 8. 1. 7. mii übersetzt, so hat er nach ,»einer Meinung gerade unsere kescart vor sich gehabt: denn בעטיה beißt ״wie eine sich hernmtreib.-iite" von עטה ..»mirersen" z. Bein Kleid, La»» ״uiuhcrlreiben" ועטך עטה Zcs. 22. 17.. rann ״sich umbertreiben" ganz adcqnat dem Griechischen (״>׳,׳/.״, welches ebenfalls ״dreht»", ״hcruuischwelscn" beteniet. Diese Eelläeung paßt auch zum Zusammenhänge am besten. ״Sage mir. wo du weilst", ,peicht die Gelieble, ״warum sollte ich für eine sich hcrumireibende. ki. Unzüchlige, gehalten werden V‘ Dasselbe ist dcr Fall mit dem aus Zesanjah 2. 14. angeführten הרב Alle Uebersetzrr gaben diese durch ..Zertrümmerung" von הרב zerhauen, wovon erst הרב abgeleitet wird. Vielmehr könnieu diese Belegstellen als Beweis der ei,,dringlichen Vertrautheit des lieber» setzcrS mit dem Geiste beider Sprachen dieiieu. Die zur Erklärung des GolicSnameuS שדי io Bcr. Rab. 46 angeführte Uebersetzung AquilaS lanlet in der mir vorliegenden Ausgabe־ אכסיוס אנקום" welches ich ni&t mit Dr Z. für e>7,״«or und **0׳•״?, foudern für n(1at oy»ot d. i. ״würdigen Höhe" halte. Dieses halte ich für um so richtiger, als die doch zur Begründung der früher im Mi» drasch gegebeneu Erklärung des אל שדי dienen soll שאין העולם והלואו כרי לאלהיתז die ganze Welt ist Gott gegenüber weder würdig noch groß; Gott allein ist die würdig, Höhe! אל שדי Die. «m Esther Rabba von Aquila gebrachte Uebersetzung des הוד mit איירנן halte ich sür auf»», dessen Grundbedeutung: ״die Zeit de« Morgens" — ״hell" ״weiß" ist. und also dem hrbräischeu *היץ voa היד weiß, eotspricht. ES wäre dies eia Beweis für eiue andere Bemerkung de« Dr. Z-, daß Aquila nämlich bestrebt war, da« hebräische Wort durch eiu ähnlich tlingeode« griechische« wiederzugebea. Da« im Sabdath 114 » vorkommendr אוליידין halte ich sür eiue durch eiu eingeschobe» sr« ל ralstaudrur Esrruptrl des a»>p»o* und da diese« Wort nicht ge» radez» ״weiß", soodrra eigentlich ״hell" bedeute», uad darum rbraso gut auf weiß, als auf hellfarbige (morgenrolhsarbige) Gewänder äuge« wendet werdeu konnte; so erklärt sich hierdurch der vom Talmud zur Stelle vorgebrachtr und wie jeder einsehen kann, so ungenügend gelöste Widerspruch, daß unter diesem Ausdrucke bald weiße, bald hellrothr Kleider verstanden werdeu. Ad vocetn הדר•vJuq erlaubt ich wir die verehrten Leser d. Bl. auf eine im naturwissenschaftlichen DolkSblatir ״Aus der Heimat" enthaltene Notiz aufmerksam zu machen, weil diese ganz dazu geeignet ist, über die im Talmud Succah 35 a von den Rabbinea gegebenen Erklärungen de« Wortes הרד wahres Licht zu verbreiteu. Ich verdanke dieselbe Herrn G. H. Schmeichler, einem Manne, auf den der Spruch: עטרת חסארת שיבה ובד mit Recht augewendet wer« den kann: da er trotz seine» GreisenalterS an allen jüdisch-wissenschaft« lichen Forschungen den lebhasirsten Antheil uimmt, und durch dieselbru sich wahrhaft verjüngt. Die Notiz lautet: Die Früchte der Orangen« bäume können, wenn sie nicht erfrieren, 2—3 Jahre am Baume hängen bleiben, werden im Winter trocken, im Frühlinge wieder saftig» und wachsen zu bedeutender Größe heran, besonderdiejenigen, welche wenig oder gar keinen Samen enthalten. Diese Mittheilung von dem Weiler» wachsen dcr zweijährigcu Früchte, nachdem fl, den Winter über vcrschruuipsen, ist sehr wichtig und noch wenig bekannt, sogar vielleicht von der Wiffcnschast noch gar nicht gewürdigt. (Forlsetzu n g folgt.) Jfafuiflifdje ■Miircrfjwijj. Von Oberrabbincr I. Kahn in Trier. Da» gegenseitige humane und src!,.,dschaflliche Zusamiiunlebe» der Ekristen und Juden in vielen Gegenden zwingt selbst de» streng Orihadcrcu zu mancher Eontrssiou. die man früher für die größte Ab» weiibung מרין ורת ישראל. wenigstens als הוקת הגוי betrachtet hat. Dem Nabbine» komiucn in dieser Beziehung selbst von den streng am Alte» Festhaltenden maiiche Ausragcn zur Entscheidung vor, die ihn zu» weilen in Verlegenheit bringen, weil hierüber noch nicht« enlschieden wurde. ES ist daher wüiischenswerth, daß derartige Gegenständc von Zeit zu Zeit im ״B- Eh." zur Sprache koinmc» und will ich mit Fol« gendem den Anfang macheu. Es liegen mir nämlich drei Fragen zur Entscheidung vor: 1) Dürfen wir einen Nichts,,den auf dem jüdischen Begräboiß« orte begraben lassen? 2) Darf eiu jüdischer Lehrer und Vorbetcr bei der Einweihung einer rvangelischen Kirche im Ehore mitsingeo? und 3) darf eine jüdische Gemeinde da» Anerbieten der Eommuue, aus ihrem Begräbnißorte auch die jüdischen Todten zu begrabca, so daß dieser sür alle Eonseffionen ein gemeinschaftlicher werde und bleibe, au« nehme»? Ad 1. Diese Allsragt ist dadurch entstanden, daß in einem Kreis« fiädtchen des hiesigen Bezirkes, in welchem die drei sich dort brsiudeudr» Conseffioneu (jüdische, evangelische und katholische) durch rigrur Kirche» (Synagoae), Elementarschulen und Begräbnißstätte separirt find, auch eiu einziger Deutsch-Katholik wohu». Al« deffru Frau vor einigen Jahre» starb, weigerten sich dir beide» christlichen Coufeffiollell. dieselbe ia ihre» Aegräbnißstätien zu begraben. Die israelitische Gemeinde hillgegeu wie« da« hierauf au fie ergangene Gesuch de« Manne« nicht ab. Jnzwische» aber hatte eiu humaner evangelischer Pfarrer einer Nachbargrmeiude di« Bestattung der Frau in dem dortigen Degräbuißorte bewilligt. Die israelitische Demeilldr war froh, au« dieser Verlegeoheit gezogen worbe» z« stiu. Null hat ab» der Maua, der noch am Lrbea ist. all« DM«-

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