Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 38 (21.9.1863)
- Date
- 1863-09-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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689 690 ob ihr der auklagende und verdächtigende Mann beigewohnt haben müsse, der sofort daS Tuch auSbreitet, oder ob das Gesetz besagt, eS werden Zeugen vom Manne über ihr unzüchtiges Leben als Jungfrau herbeigebracht. MaimonideS entscheidet sich für letztere Meinung, obgleich er eS ebenfalls zur Bedingung macht, daß ihr der Mann belgewohnt haben müsse. Die Kommentatoren zeihen ihn darob eines flagranten Widerspruches; eS scheint in der That, daß Maim. wie die Taube des R. Jirmia mit einem Fuße in diesem, und mit dem andern in dem anderen streitigen Gebiete stehe. ES scheint aber nur so, denn MaimonideS Gewährsmann ist Jos., welcher sagt, daß sie der Mann geehrlicht habe, und Beweismittel beibringen muß, von einer Ausbreitung des שמירי aber nichts erwähnt. 6) Jos. sagt vom Hohenpriester, daß er nur eine Jungfrau heiraten durste, und dieselbe auch behalten mußte, welche Beschränkung der Monogamie Uhlemann irrthümlich auf alle Priester bezieht (Hantb. II. 65). Unter den talmudischen GesetzeSlehrern ist MaimonideS der einzige, der diese Beschränkung aufnimmt (Jssure Bia 17, 13.) Vergleiche hierüber die gelehrte Abhandlung deS Herrn Redakteurs deS ״B. Eh." 3. Eherechtliche Studien. 7) MaimonideS starnirt, daß die Skelette der Leichen auch verunreinigen, wenn sie auch nur aus dem Rumpfe bestehen. Eine Erschwerung, für welche der talmudische Nachweis vergebens gesucht wird, waö die Kommeutaloren mit nicht geringem Erstaunen urgircn (Tumat Hamet V, 8). Herodcö, so erzählt aber Jos., wußte recht wohl, daß der Ansenthalt in TiberiaS nach jüdischen Satzungen unstatthaft war, indem Behufs der Anlegung der Stadt viele daselbst besindliche Grabmäler weggeschafft worden waren, unser Gesetz aber die Bewohner solcher Stellen für sieben Tage unrein erklärt (Ant. 18, 2). Die weggeschafftc.. Leichen bcstanden aber sicherlich nur aus dürftigen Skeletten. Mögen diese wenigen Beispiele der Aufmerksamkeit der Leser deS ״B. CH." sich würdig zeigen. Sollte ihre Tendenz nicht verfehlt sein, so werden sie auch sicherlich zu weitern ähnlichen Forschungen über die noch in der Wiege liegende Maimonidesfrage in halachischer Beziehung anregen. *) Die ssraMflhe prfljmrmiMe unö die mit öcrfcföcn in ücrGinöung flehende Mflerhauplsthnle in Pest. Von A. Lederer. Die erstgenannte Anstalt hat mit dem Schuljahre 18°%., daS 4. Schuljahr ihrcS Bestehens zurückgelegt. Gewohnt am ') Di» von unserm gelehrt«» Mitarbeiter nachgewiesene theilweisr Uebereinstimmung de» Maimouide« mit Jos. ist ebenso reich, al» neu. Da aber Maim., der daS Griechische nicht verstand, den JosefuS nicht gelesen hatte, so muß er au« anderen noch nachzuweiseudeo Quellen ge» schöpft haben. Red. I Ende eines jeden JahreS Rechenschaft zu geben voa ihrem I Streben uud Wirken, theilt dieselbe auch diesmal die wäh- 1 reud des soeben abgelaufenen Schuljahres vorgenommeue»! Reformen den geehrten Gemeinden und Schulfreunden mit,! in der Hoffnung, daß die löbliche Redaktion diesem Referate die freundliche Ausnahme angedeihen lassen werde.! Wie aus dem soeben von unS über die ersten drei; Schuljahre der Präparandie veröffentlichten Berichte erficht« ' lich ist, wurden früher dem hebräischen Unterrichte in der Präparandie wöchentlich 3 Stunden gewidmet. Diese Slundcnzahl wurde nun mit Anfang dieses Schuljahreum 2 Stunden vermehrt und der hebräische Unterricht durch die j rrtheiltcn Vorträge über daS Buch JesaiaS erweitert. Eine : andere wesentliche, zeitgemäße Verbesserung erhielt die An- : stakt durch die Vermehrung der der ungarischen Sprachkennt-! niß gewidmeten Lchrftiinden. Während laut unseres Berich- : tcö in den früheren drei Jahrgängen nur 3 Stunden wö- ■ chentlich für die ungarische Sprache festgesetzt waren, belief sich in diesem Jahre die Zahl der ungarischen Unterrichts-! stunden auf 12; eS wurden nämlich daS ungarische Sprachfach, Rechnen, Formenlehre, Geograsie und Geschichte in! ungarischer Sprache tozirt. Auch der Gefertigte hat die Er-; ziehnngölehre nnd die Behandlung der Lehrbücher zum Theil in ungarischer Sprache vorgetragcn. Während in den vorigen ׳ Jahren die Kandidaten nur deutsche Hilfsbücher benützten, . wurden denselben in diesem Jahre größtentheilS nur nnga» ' rische Hilfsbücher in die Hand gegeben. Rach solchen That-! sachen ist eS unS unbegreiflich, wie einige Redaktionen un- 1 gariichcr Blätter ihre gebrachten Berichte über den angebli- ' chen Rückschritt der ungarischen Sprachpflege an der Präj parantie lauteren und stchercn Quellen zuschreiben konnten. Wir : erklären hiermit, daß die geehrten Redaktionen niystifizirt ' wurden, daß die Berichte unwahr sind. Die Prüsiingen der LehramtSzöglinge beginnen an un- ׳ercr Anstalt eigentlich mit dem Einlrille derselben in den zweiten Jahrgang. Schon nach den ersten drei Monaten des praktischen Schuljahres werden in den Lehrerkonsercnzen die Lehrerbefähignngögradc der Zöglinge besprochen, zu Protokoll gebracht und bis zu den Schlußprüfungcn je nach dem Fleiße, dem Lehrtalente und dem Betragen immer erhöht oder ver« mindert. Die mündlichen und schriftlichen Prüfungen hingegen und endlich die unter dem Vorsitze deS landeSbehördlichen PrüfungS-Kommiffärs abgehaltenen LehrerbesähigungS- Prüfungen haben einerseits den Zweck, die Zöglinge anö den einzelnen theoretischen und praktischen Lchrgegenständen nach Verdienst und richtiger zu klaffifiziren, und andererseits der! Regierung die Neberzeugung zu verschaffen, daß daS Wirken i und Vorgehen der Präparandie gesetzmäßig, unparteiisch und zweckmäßig ist, um dadurch den Beschlüssen und Zeugnissen der Anstalt die gesetzliche Kraft und Gültigkeit verleihen zu können. So war eS auch in diesem Schuljahre. Die die-- jährigen mündlichen und schriftlichen Prüfungen wurden mir den Kandidaten während deS Monates Juli vorgenommen. Die letzten Lehrerbefähigungsprüfungen fanden am 29. und 30. Juli statt, und zwar in Anwesenheit deS Herrn SchuldirektorS Kriegler, der Herren CultuSvorstandS-Mitglieder Dr. Hauser. M. A. Weiß. C. L. Posner und M. Munk. deS Herrn RabbinatSasessorS Wahrmauu, der Herren Schulkommissionömitglieder Dr. Brody, Quittner und Schönseld. Die Zahl der ordentlichen Hörer belief sich auf 17, die der