Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 37 (9.9.1863)
- Date
- 1863-09-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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679 680 ftrre in der Gemeinde mit einer unverzeihlichen Kälte nnd T-eilnahm» lofigkcit behandelt. Da im Lause dies» Woche ein» Vorstand-Wahl stattfinden wird, so behalten wir un» vor, ans unsere Gemeindeverhältniffe zurückzukommen. Heute wollen Ew. Hochwürden die Thalsache zu regi» striren gestatten, baß sowohl der Ebaßidismu«. al« der Jndifferenti». wu» jedwelchem Fortschritt eutgegentrit». Der Labi.r verstorbene Dr. Med. Reich hinterließ eine Summe von circa 30,000 fl. ö. W. zn wohlthätigen Zwecken und ist die Chevra Kadischa gehalten, rin HoSpital aozulaufen, welches dem Testamente zufolge sür alle Zeiten den Namen des Testators ״Reichhospital" zu führen ha». Aus der Mormaros, im September. Herr Redakteur! SS ist eine bittere Pille, die ich Ihnen und Zhren Lesern zu reichen im Begriffe stehe. Beiliegende Zeilen bringen Ihnen aber die unzwei» selhaste Gewißheit, daß die Hand. von welcher diese Pille gereichr wird, keine judenseindl-che ist'). Die sittliche Bildung der Juden in dem Mürmaroser Komitatc steht auf einer tiefen Stufe, ohne daß ihre gebildeteren GlaubenSgenoffen in .indercn Komitatc» auch nur einen rinzigku Versuch gemache hätten, ihre iirs g.sunkenen Brüder zu sich emporzuziehtii. Der nachiheilige Einfluß, welchen die Juden in der MürmaroS auf die Grundbesitzer und die Landbevölkerung ausüben, bat vor zwei Jahren eine Flugschrift ") hervorgerufen, welche allerdings Uebertreibungen enthält'"). Die ttebelstände selbst sind aber nicht wegzulcugnen. Wenn ich Jliue» sage, daß ein beträchtlicher Thcil des adeligen Grundbesitzes in der MürmaroS in die Hände der Juden übergegangen ist, so werden Sie, wie viele Ihrer Stamm- und GlaubenSgetioffen mir eiiiwenden, daß der Atel in seinem Besitze geblieben wäre, wenn er besser gcwirlhschaslct hätte. Aber die Landbevölkerung! Letztere besteht in diesem Komitatc aus Ruthcnrn und Rumänen. Diesen find die JiiLen geistig überlege»; daun sind eS zumeist jütische Schankwirlhe, welche dem demoralisirendrn Genüsse geistiger Getränke Borschub leisten, wodurch die Landbevölkerung immer tiefer herabkommcn muß. Bereits treten die traurigsten Folgen hervor. Um Saatfeld zu gewinnen, pflügt der Bauer Weideplätze ans oder rottet Wälder aus. Die Viehzucht hat auf eine den einsichtigen Landwirth tief betrübende Weise abgenomwen. Wie soll nun all diesen Umständen abgcholfe» werde»? DaS vcrbesserte Bolksschulwesen bei den Nuthenen und Rumänen wird gewiß von den wohlthätigsten Wirkungen sein. Diese Wirkungen lönntn aber nach ihrer Natur nur nach Verlauf von Jahrzehenicn eintreteu! Rascher würde die sittliche Verbesserung der Juden wirke»! Welche Mittel hier anzuwenden seien, will ich gerne Ihren gebildeten GlaubenSgencen, unter denen »ch siele rechtschaffene und wohlthäiige Männer kennen ge» lernt habe, überlassen""). *) Der Herr Einsender ist. des können wir unsere Leser ver. sichern, ein sehr edler Menschensreuud. Red. ") Die Juden und die Judensrage. Bon Br. Baruourt. Pest, 186l. Druck von I. D>imel und Basil Kozma. 8. 32. Nicht nur Uebertreibungen, sondern auch viel Unsinn, viel Ignoranz, und viel unverschämte Impertinenz. Für die Kritik ist e« Ntcht schwer, die Quelle der Erpektoralion des BrsS. zu rrkenoen. Wir räuwen demselben ein, daß nicht jeder emporgekommeue Jude rin Tugcud- Held ist; aber ebenso gewiß ist es nicht jeder herabgrkommene Edelmann. Wegrn der dummen und abgenützten Witze über das Alte Testament möge sich der die Rolle eines Franzosen sehr schlecht spielende Herr V. mit seinem eigenen Seelsorger i»S Einvernehmen srhenü Red. "") Ob der Herr Linsender, au dessen wohlwollender Absicht ich nicht im Geringsten zweifle, nicht zu schwarz sehe, ninsscn wir dahingrstellt sein lassen. Wir doffen, in dem ungarische» Israel Männer zn siudeu, die e« für ihre Ausgabe batten werden, der Euliureiiimicklung bei der jüdischen Bevölkerung in der MürmaroS uachzubelseu. Derlänsig gestallen wir un-, dir Raddinen in der M—« daraus aufmerksam zu machen, daß eS zunächst ihre Pflicht ist. durch nachdrückliche Waroun» grn dahin zu wirken, daß die Klage in Betreff der geistigen Getränke recht bald verstumme. Red. Literarische Anzeigen. Hebrew Gramar wllh F.xcrelses. by M. M. Kalisch PH. Dr. Part. H. 1t. ,e. London bei kongman ,c. Lomp. 1863. Besprochen von De. Jemand. שקע אורו שלנרול נתפרסם אורו של קטן «Ist da» Licht de» Großen untergegangen, hat da» de» Kleinen bekannt zu werden augefangen." Peßiktha Abschn. 16. (Fortsetzung"). Daß David Kiwchi von dem Zahlwort שש die Würzet ששר anuahm. ist ganz natürlich, denn eine andere läßt sich gar nicht Nachweisen. Man darr zwar vorauSsetzrn. daß ihm vielleicht nicht unbekannt war, daß im Arabischen שרש so viel ist, al« im Hebräi. scheu ישש Er hat sich aber zur rechten Zeit erinnert, daß Hebräisch, obwohl es Aehnlichkeit mit dem Arabischen hat, dennoch nicht arabisch ist. und eS hätte ihm daher, fast» er es nicht gewußt hätte, gar nicht« geschadet. Hebel ') hat die Wurzel שרש angenommen. Ob viel mit dieser Annahme gewonnen ist, ist zu bezweifeln. Der moderne Grammsliker, welcher Metzel gefolgt ist. al« wenn diese Sache so ausgemacht wäre, hätte in Betracht ziehen sollen, daß, sowie von ,בנר daß p ge« bildet ist. so שש von ששה• Bei den andern Zahlwörtern findet sich keine solche Form, weil dieselben sämmtlich Wörter find, die zur Klaffe der vollkommenen (□שלמי) gehören. Das עשתי עשר war und ist heue noch dunkel. Es ist nicht« Genügendes bis jetzt darüber gesagt worden. H. Oppert glaubte mit dem assyrischen Ascht, welches eins heißen soll, das עשרי erklärt zu haben. Da jedoch im עשרי das ganze שרי liegt, so erscheint doch diese Erklärung dadurch sehr erschüttert zu werden. In dem ע selbst erscheint ursprüngtich die Bedeutung diese« Wortes gelegen zu haben. Daß da« deutsche Wort eilf ebenfalls nicht klar ist, darf hier gelegentlich bemerkt werden. Es hat ursprüngllich ein—lif geheißen'). Dieses lif heißt im Altdrutschen ״mehr." Gar viele Wörter giebt eS. welche an und für sich grammatisch ganz klar sind. In irgend einem Zusammenhänge aber in gewissen einzclncn Stellen. können sie dennoch irgend eine unregelmäßige Ärscheinung darbicten. Kimchi hat aus solche Stellen »Rücksicht genommen. Wenn alte Autoritäten eine solche Stelle als unregelmäßig betrachten, so muß auch ein Grammatiker daraus Rücksicht nehmen. Das □1) ועברו M. 15, 13) gehört hieher. Es kann auch hei» ßen «sie werden sie knechten." So nimmt e« auch Ontelo«. Und Kimchi erwähnt diebereits. Es hätte auch in dem vorliegenden Buche einen Platz finden sollen')- Solche ausgeprägte unregelmäßige Phraken giebt e» auch in lebenden Sprachen. Im Deutschen darf man die Phrase «ein vre» dienter Manu" hieher rechnen'), sowie auch da- Wort «rin Br» dirntrr" u. a. m. Ellipsen find allenthalben im gewöhnlichen Leben gebrauch». Gebraucht man z. B. die Phrase ״bei Gott", so verstehet man doch stillschweigend darunter die Worte: ״ich beschwöre oder versichere." Das Wort Beutel enthält den Zusatz Geld in sich. So ist anch da« □'2 bereits in der Bibel und im Talmud. Wenn Gretchen (iw Faust) sagt: ״alle« hängt ja au Gold", so hat dieselbe nur — ohne e» zu wissen — dir Worte □הכל רלוי בבי übersetz». Ellipsen sind in der Syntar aster Sprachen von großer Wich» tigkeit. Kimchi hat in seinem Wörterbuch einen sehr großen Theil ge» '1 S- Nummer 3&-