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Ben Chananja · 1863-09-02 · 36 (2.9.1863) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
36 (2.9.1863)
Date
1863-09-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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666 666 der Trauung noch dem HochzritSmahle beiwohnen werde. Die Drohung wirkte. (Sin »den ourchreiseuder polnischer Lamdan machte dir Demrr» knug, daß e» dem Talmud in Ungarn sehr übel gehe, indem manch» Rabbiner denselben nicht verstehen, manche dessen Dorschriften geradezu aboliren. Noch dem Talmud darf auf freier Straße keine Trauung vor« genommen werden, die Nabbiaen bestehen darauf, dir Trauung nur unter freiem Himmel vorzunehmen. Nach dem Talmud sosten gerade die frömmsten Männer da« HochzeilSfest durch ihre Tänze verherrlichen; dir orthodoren Rabbineu in Ungarn oktroyirrn die Reform, und schaffen die thalmudische Orchestik ab. Hoffenilich wird der Herr Rabbi zu Pak», der rin Talmudist von allem Schrot und Korn ist. die» zu Herzen neh» »1,n. und bei der nächsten Hochzeik, der er mit seiiieu Schwiegersöhnen beiwohnen wird, nicht unlerlaffeu, mit diesen Herren ein pa8 des trois aufzusühren. um den Verdacht antitalmudischer Neformlust von sich und seinen Schwiegersöhnen abzuwälzen. Literarischer Lolbo (כלבו). XII. Durch ein Ungefähr fiel mir jüngst da» Gutachten de» Herr» ObcrrabbiiicrS H. B. Fasset iu Angelegenheit der Stuhlweißcoburger Wirren im III. Jhrg. Le» ״B. (5H." (Seite 390. P. 7) auf, worin sich folg,״de merkwürdige Aeußerung beffndet;... ״r» ist im ganzen Schul« chan-Aruch keine Stelle zu fliideu, die e» statuiren möchte. daß da» Wesot-Hatora vor oder nach dem Vorlesen der Sidra zu sprechen sei." Von de», Schulchan-Aruch-kundigen Herrn Fasset scheint die» ein Irr« thum zu sein, denn im 13-1. Abschn. de» Orach-Ehajim §. 2 wird ans Grundlage Le» 1-1. Abschnitte» von T. Soferim der verschiedemliche Gebrauch, ob da» Wrsot-Hatora vor oder nach dem Lesen der Thora zu sprechen sei, ausdrücklich und ausführlich behandelt. Strassrr. Dez.-Rabb. XIII. Die Noll,Wendigkeit, ältere Dibelkommeiitare zu lesen, wurde un» sehr lebhaft zu Gemülhe geführt, als wir den Aussatz über die Levirats׳ Ehe von Herrn Rabbiner Wechsler zu Oldenburg (Geiger'» jüdische Zeitschrift, I. Zahrg. S. 253) lasen. Auf einen früheren Artikel über dieselbe Materie von Herrn Dr. Geizer Bezug nehmend, gelangt Herr Wechsler zu einer ganz neuen Auffassung über die Levirats-Ehe. ihre Entstehung und Entwicklung. Zhn leitet dabei eine .in der ganzen Gesetzgebung über verbotene BerwandlschaslSheirateu nicht zu übrrsrhende bedeutende Differenz." WLbr.nd nämlich im Levitieu» (18. 6 ff. 20. 11 ff.) 112/2 IE כל jede bluISverwandtschastliche GeschlechtSoerinischung streng untersagt wird, läßt der Deuterouomist iw Kap. 2« den Fluch nur aussprechen über die fleischliche Vermischung mit dem Weibe de» Vater», also auch der Stiesmulter. mit der Schwester, mit der Stiefschwester, und mit der Schwiegermutter. E» sehlen die Enkelin, die Tanten, Schwester de« Vater» oder der Mutter, die Frau de» Onkel» von väterlicher Seite, die Schwiegertochter und die Frau de« Bruder«. — Dieser Fehler ist für Herrn W. von hoher Bedeutung; r« ist ihm ein Wink für die ganz« Euiwicklung de« ssltlicheu Leben» bei den Israeliten. Diese» Fehlen giebt ihm zugleich auch die Gewißheit, daß da» 3. D. Mos. viel später al» da« 5. B. Mos. verfaßt worden ist. E« gehört wohl kritischer Scharfblick dazu, au« so scheinbar kleinem Punkte so viele große Resultate zu deduziren. Wir können jedoch mcht umhin, zu sagen: אגב הייסחא שבשתא• Denn diesem scharfen kritischen Blick scheint die Entdeckung entgangen zu sein, daß der Denteronomist eigentlich unr solche Sünden zum Gegenstand» de» Fluch»« gemacht, die leicht unter dem schützenden Mantel der Heimlichkeit v«rübt werden können und daher auch dem Auge und dem Arm» de« Gerichte» leicht zu rotzieben sind. Und an» diesem Grund» werden von dem Deuteronomisteu nur solche VluXvrrwaudtschaften namhaft grmach», die in der Rrgel mitsammen iu demselben Hause leben, wodurch der verbrecherische Umgang leicht verheimlicht werden kann, wa« jedoch bei den anderen im Leviticu» aufgezählten Verwandtschaftsgraden nicht mehr so leicht der Fall ist. Zu dieser Entdeckung wäre übrigen« nicht einmal eigener Scharf« blick völhig gewesen, sondern nur rin Einblick iu dir Kommentar». Raschbam z. B. (Deutronom. 27. 15) fügt — nachdem er auSeinandergesetz», daß sämmlliche zwölf Flüche nur solche׳ Verbrechen im Auge haben, die ro der Regel heimlich verübt werden, so daß sie der Strafe de» Gerichte» entgehen können, weshalb di» beiden, in B. 15 und 2-1 angesührlen Vergeben, da diese auch öffentlich begangen zu werden pflegen, den Zusatz בסתר bei sich haben mußten — daun noch hinzu.,הלא תראה אין כתוב כאן ארור שוכב עם אשת רעהו כי הה לך ליכנס בבית אתרים ולא יליוו עליו•; Ebenso weiß auch Zbn-Esra die von Herrn W. erhobene Schwie»! rigkeit hierrurch zu beseitigen: ושובב עם אשת אב ואהות ותותנת אינו נהשר להתייהר עמה על כן הוא דבר נכתר ואין כן שאר עבירות Hiermit ist also dem ganzen neuen Gebäude dr« Herrn W. die eigentliche Grundlage uuterhöhlt. Dr. Schmiedl. Rabb. in Proßaitz. XIV. 1 Herr Rabbiner Oppenheim (Z. d. 2- Nr. 22) stellt die. asten > Literat,irkennern bisher ganz nnbekannt gewesene Behauptung aus, MaimonideS habe auch einen Kommentar zur Thora geschrieben. Er , stützt diese Behauptung auf eine Stelle im Kad.Hakemach, wo mit Dr» i zug auf die Deutronom. 28. 28 eine Erklärung angeführt und sodaun I noch hinzugksüg» wird: 2/כך שמעתי בשם הך״ם1״ל שכתב ב0ירו I .החומש שלו אבל לא וכינו בו כי לא הגיע לידינו בארצית האלה j Da selbst die unbedeutendste, unfern Maimonide« betreffende j Notiz schon dazu angrlhan wäre, da» Interesse alter Litcraturfreunde zu; erregen, wie nun erst eine solche srappante Entdeckung, die uu« den 1 »Man» Mose»" aus Kordova von einer ganz neuen Seite, nämlich j als Pentateuch-Kommentator zeigen will. j Die Konjektur de» Herr» O. muß also jedenfalls gepröst wer- | den. Bereit» hat der gelehrte H«rr Ad. Neubauer in Pari», dem so! viele Werke und Manuskripte zu Gebote stehen, die wir schmerzlich ן entbehren, aus einer in der Dodlejana brfindlichen Handschrift nachge» wiesen, daß Maimun. der Vater de» Maimonide», einen Pentateuch- Kommentar verfaßt habe und daß mithin die in Bechai'» Kad Hake-! mach enthaltenen Initialen: ה״רם 1"ל keineswegs auf Maimonide« zu beziehen seien, sondern daß hier Rabbi Maimun gelesen werden müsse (Z. d. 3- Nr. 26). Wir glauben jedoch, zugegeben, daß hier wirklich Maimonide« genannt sei — welche« letztere wir eher anz,,nehmen geneigt wären, weil Bechai auch in seinem bekannten Thora-Kommentar dieselbe Er« klärung ausührt und dabei ausdrücklich sagt: ושמעתי בשם הרמ״בם ן״ל; auch würde Bechai den wlndcr bekannten uud nur selten genannten Vater de» Maimonide» nicht durch bloß, Znitialen bezeichnet haben — dir« also zugegeben, so kann dennoch die ganz vereluzelt« Stelle i» Kad Hakemach durchau« nicht maßgebend für nu« sein. Man weiß, aus welch schwachen Unterlagen die literarisch» Kritik im Mittelalter ruhcte. wo mau jede beliebige literarische Angabe, die man vom Hörensagen hatte, sogleich aus Treue und Glauben hinnah»

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