Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 36 (2.9.1863)
- Date
- 1863-09-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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663 664 da» nationale Element bezeugen, sind die äußeren und innere» Eha, rokrerzüge dieser wahrhaften Mnsteranstal». Herr Rüzsai, der mit der Leitung dieser Anstalt detean» ist, ha« noch da« besondere Verdienst, die Schülerinnen dieser Anstalt an eine schöne und korrekte Pronnnciation Unserer schön klingenden Nationalsprache zu gewöhnen. — Herr Rosen« berg, ein junger, aber strebsamer vielbegabter Lehrer zeigte durch die musterhafte Abfragung eine» ungarischen Lesestücke«. sowie durch eine von den Schülerinnen an der Steste verfertigten Ausarbeitung eine» von Herrn Dr. Hauser gegebenen brieflichen Stoffe» den bildenden Geist, in welchem er unterrichtet. — Uebeeraschend find die Erfolge zu nennen, die Herr Weiße im Hrbräischlesen und im Urbersetzen der hebräischen Gebeistücke errungen! E» muß wahrlich auf den religiös fühlenden Israeliten einen wichtigen Eindruck machen, zu hören, wie Mädchen zartesten Sitter» die hebräischen Gebete nicht nur richtig und geläufig lesen, sondern auch deren Inhalt im Ganzen, sowie auch von Wort zu Wort zu übersetzen verstehen. — Noch darf nicht unerwähnt bleiben die Zufriedenheit, mit der Kunstrichterinnen flch über die Leistungen der Zndustriallehreriunen, deren wir auf dem PrüsungSprogramme drei namentlich verzeichnet lasen, ausgesprochen haben. Wir dürfen unsren Bericht nicht schließen, ohne dem Herrn Dr. Hauser für die wahrhafte Hingebung, mit der er der Prüfung obgelegen. die vollste Vlnerkennung a»»znsprechen. Wie immer benützte er auch diese» Mal die Gelegenheit, am Schluffe der Prüfung in einer an sSmuitliche Schüler und Schülerinnen gerichteten Slnsprache nicht nur dieselben zu fernerem Fleiße anzulpoinru, sondern auch den Herren Leh. rern zu danken und fie zu ihrem schweren, aber heiligen Berufe anzu« feuern. Philaleihe«. Ist. Pest, 23. August. Die Bibelübersetzungs-Kommission hat gestrrn ihre Arbeiten beendiget. Die darauf bezügliche Kundmachung wird vom isr. ung. Verein auSgehen. Die Bibel erscheint mit dem hebräischeu Tene: die ttebersrtzung wird nur von kurzen, die nö higste Molivirimg enlhalieiide» Beuierkungeu begleitet sein. Die Rabbinen, die Mitglirder der Kommission waren, baden es übernommen, die Uebersetzung der Tbora zu tiefer», ohne Anspruch auf Honorar zu machen. Für die übrigen Bücher wird ein Konkurs eröffnet. Diejenigen, die die besten Proben lirsern, werden mit der Lebersetzung der bezüglichen Bücher detraut. Das Honorar für jedes Buch wird in der Kundmachung de« isr. ung. Vereins angegeben sei». ׳Pest, 25. August. Gestern wurde von den Rabbinen Hirsch, Low und Z'pirr ״nb den Advokaten Varrach. Mannheimer. Me,ei und Weiß eine Borberathung über die Schritte gepflogen, welche zu tbun wären, um dir Abichaffung des Eide» mors jud.iico zu erwirken. Wie ich vernehme, sollen über diesen Gegrnstand noch einige Besprechungen statifinden. Der Or Sarua. über dessen bevorstehendes Erscheinen Ihnen vor Kurzem Ihr Wiener Korrespondent berichtete, ist bereit» .-rschienen, und kann von den biefigrn Buchhändlern Brill und Lewy bezogen werden P. Pest, 24. August. Am 21. d. M. fanden die Prüfungen in der kausmäunlschen Lehr« und Erziehung» - Anstalt de« Herrn Herwann Kcrrs statt. Sie überzeugten uns von den trefflichen Leistungen der seit zwei Jabrzehrnteu dlühendeu Anstalt. Die Zöglinge werden mit praktischem Wisse» reichlich ausgerüstet. Die Anstalt dr» Herrn Korrf verdient daher mit Recht einen g>op»n Zuspruch. Ofen, 27. August. Die über die Organisation der jüdischen Schulen adzuhalteude Konferenz, über welche ich Ihnen vor einigen Monaten berichtete, wird denn doch staltflnrea. E« werden zu derselben 10 TertrauenSmLunre berufen, darunter 3 Rabbinen, ein Arzt und 6 Kausteute. Wer bei der Konferenz den Vorfitz fü'ren werde, kann ich Ihnen in diesem Augenblicke noch nicht sagen. Die in der vorigen Nummer Ihre» Blatte» gemeldete Dernsung in den UnterrlchtSrath de» stätig» fich nicht. K. Preyburg, 24. August. (Durch Zufall verspätet. Red.) Zn Nr. 31 de« Wochenblatte« »Ben Ehauauja" erörtert ein »Gemeinde« glied" die Reformverhältniffe Preßbnrg». Diese« ״Gemeindeglied" scheint e« fich von vornherein zur Aufgäbe gestellt zu haben, seine Wünsche und Behauptungen gleich hinten« drein wieder durch neue Aeußrrnngen zu widerrufen, zugleich auch dar» nach zu streben, e«, indem e« beiden Parteien Recht, gleich darauf wie» der Unrecht giebt, um GotteSwillen mit keiner der Parteien zu verderben. Dieses Gemeindemitglied erkennt vostkcmmeu da» ausgezeichnetste Talent de« zu aeeeptirenden Prediger« Dr. Brüst an, sag«, daß da« gerade der Mann sei. der angestestt werten sollte, »denn hier Ihut Be» lehrung in dem Sinne uotb, wie fie Dr. Brüll zu bieten vermag." — Aber nein! dieser Mann soll um de» lieben Frieden willen» nicht an» gestellt werden, wozu auch? e» ist ja schon ein Maggid da, der eine Belehrung in dem Sinne, wie sie noth «Hut. nicht zu bieten vermag, dem ein reine« Deutsch ein Gräuel zu sein scheint, welcher die Stelle de» Mannes vertreten mag, der die so nöthige Belehrung bieten könnte. ״Tag muß e« werden, währt die Nacht auch noch so lange", so lautet das von dem Gemeindemitglied accepliete Motto der von Dr. Brüll abgehaltenen Probepredigt. — Die Reformpartei aber ist e» eben, die das Licht anstrebt. die durch großartige Opfer die Nacht de« Aberglaubens und der Orlhodorie zu brechen bemüht ist, und welche« find die Zugestäntniffe, die daS freisinnige ״Gemeiudemitglied" gewähren möchte, aus daß es Tag werde? Die schon bestehende Ehor» schule bestehe, alles Andere — bleibe beim Alten. Wahrhaftig ein Zugeständniß, über da» man sich ärgern müßte, wenn es nicht zu lächerlich wäre. — Als besonders stichhaltigen Grund. in den Reformbestrebungen ja nicht weiter zu gehen, führt daS Grmeindemitzlied die Pflege und nolhwendige Hebung der Schulen an. — ES wird mir gewiß nicht in Len Sinn kommen, die hohe Wichtigkeit des Angeführten im Allgemeine» in Abrede zu stellen : aber den der Schule der Reformpartei gemachten Vorwürfen kann man mit gutem Gewissen entgegentreien. denn wenn dieselbe gerade auch keine Musterschnle ist. kann sie doch füglich unter die guten Mittelschulen gerechnet werden. — Aber damit nicht zusrieden. will dieses Gcmeinreniitzlied den Mann, ..der die Belehrung in dem Sinne zu bieten vermag, wie sie eben hier noth «Hut", ja nicht hier angestkllt wissen, mcht etwa, um mit den hierdurch verfügbar werdeuten Mitteln die Schule zu beben, »ein! — »m den Lehrern der Schule besseren Gehalt, al» bisher, zu gewähren. Das jetzt so allgemeine Streben, die pekuniäre Lage der Schul« lehrer zu verbessern, ist gewiß sehr anerkennenswerth; aber wenn diese» Streben auf Kosten der wohlihätigsten und wichtigsten Reformen erreicht werden soll. wenn überhaupt die» Streben derart auftrilt, wie e« in dem in Rede stehenden Artikel der Fall ist, dann tritt der schale Eigen» nutz zu grell hervor, al« daß ein solche« Streben einen wohlthneuden, zur Anerkennung bewegenden Eindruck machen könnte. — Zch finde e» ganz natürlich, wenn die Schullehrer selbst darnach trachten, ihre oft dedauernswerthe Lage zu verbessern; aber der Weg. den eben da» ״Ge» meindemitglied" einschlug, war ein gänzlich verfehlter, und ist dasselbe nicht selbst ein Schullehrer, dann hat e« wahrhaftig den Schullehrern Preßburg» mit seinem Raisounement keinen wesentlichen Dienst erwiesen. Die Maske der unendlichen Friedensliebe war eine schlecht gewählte! — 8. Donanföldvnr, 27. August. Dieser Tage wurde hier ein Hochzeitsfest gefeiert, an welchem mehrere Rabbinen al» Verwandte be- «heiliget waren. Die Frage, ob die Ehuppa unter freiem Himmel aufgestellt werden solle, wurde mit vieler Heftigkeit diskulirt. Der Pakser Maggid Klein drohte seinem Schwiegervater, dem Pakser Äab-iner, daß er, fall« die Trauung in der Synagoge vorgenommen wird, weder