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Ben Chananja · 1863-08-26 · 35 (26.8.1863) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
35 (26.8.1863)
Date
1863-08-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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611 612 Lehrer" nicht aufmerksam gemacht haben. Für jüdische Lehrer in Oesterreich hat da< Blatt, abgesehen vo» den darin enthaltenen pädagezischen und didaktischen Arbeiten, noch den besondern Nutzen, daß r« dieselben mit allen einschlägigen nenen literärischeo Erscheinungen be» kann« macht. (Wir können dem Uriheile unsere« verehrte» Korrespondenlen nur au« vollem Herzen beistimmen. Tin Inserat der vorliegenden Nummer bringt die Pränumeration«bedinguiffe. Red.) -- Berlin, 17. August. Von drin hier in H. Müller« Derlog erscheinenden ״Leben Jesu" von Trust Rena» werdrn Ihre Leser wobl auch Notiz »ehme», sobald dieselben sich mit folgender Stelle au« der Tinleitung diese« Werke«, dessen erste 12.0 0 Eremplare starke Aufläge in Pari« in kurzer Zeit vergriffen wurde, bekannt gemacht haben. Der berühmte französische Professor sagt wörtlich: ״In der Geschichte de« christlichen Ursprunges hat man bisher den Thalmud viel zu sehr vcrn7ch!?ff׳gt. Ich bin mit Geiger der Ansicht, daß die wahreKcnntniß der Umstände. »»Irr denen Jesu« auflrat. in dieser merkwürdigen Tompilatiou gesucht werden muß. wo so viele wcrihvollc Nachrichten mit der nichlSiagcndstcn Scholastik gemischt sind. Da die jüd. und die christl. Thcologic im Grunde zwei parakleslaufeiidc Linien verfolgt haben, so kann die Geschichte der einen nicht ohne dir Geschichte der andern begriffen werden. Zahllose materielle Tinzclheiteu der Evangelien finde» übrigen« ihre Erklärung im Thalmud. Die großen lateinischen Sammlungen von Ligt'lsoo,. Schöttgc», Bnrlors. Olho enthielten in dieser Beziehung schon eine Menge Nachweisungcn. Ich habe c« mir zur Ausgabe ge» macht, alle von mir ausgenommenin Anführungen, keine einzige an-genouiintu, im Original zu prüfen. Die Mitwirkung, welche mir für diesen!heil meiner Arbeit ein gelehrter Israelit. Herr Neubauer, der in der thalinukischen Liicralur sehr bewandert ist, gewährt Hai. hat c« mir möglich gemacht, weiter zu gehe» und die schwierigsten Tbcile inline« Gegenstände« durch einige neue Zusammeustellungr» aufzukläreu. Die llnierscheitung der Epochen ist liier sehr wichtig, da sich die Absassnng de« Thalmud etwa vom Jahre 200 bi« zun, Jahre 500 erstreikte. Wir sind dabei mit so großer Sorgfalt versahrc». wie e« beim gegenwärtigen Stande dieser Studien möglich ist. So neuere Angaben werden einige Acdcnkcu bei Personen erregen, welche gewohnt sind, ruieu« Beweisstücke nur für die Epoche, worin c« geschrieben. Werth dciznlegcu. Solche Bedenken würde» aber hier incht am Orte sei». De.artige Bildung«- zustande muß man nicht nach de» Gcwohnhcucn einer Zeit bcurthcile». wo mau schreibt. Die Bcdaks. die alte» arabischen Dichtungen sind Jahrhunderte hindurch im Gcdächtulssc ausbcwastrt worden, und dennoch zeige» riese AnSarbeiiungen eine sehr geschloffene, eine sehr seine Form. Im Thalmud dagegen hat die Form gar keinen Werth. Fügen wir noch hinzu, daß vor der Mischna Ichuda de- Heilige», tin ch welche alle audcirn in Vergessenheit gebracht werden, schon Versuche der Abfassung statisanten, deren Ansängr vielleicht weiter hinausreiche», al« man gewohnlich a,,nimmt. Der Styl Le« Thalmud ist der von Schulnotizen; die Orduir ihaten offenbar weiter nicht«. als daß sic da« iingcheuere Sammelsurium von Schreiberele». welche« sich Generationen! »,durch >» den verschiedenen Schulen angchäust hatte, nach gewissen Ablheilungen ordneten." — Die erste Liescriing ist soeben erschienen. Das Ganze wird in sechs schnell auseinander folgenren Lieserungeu ü 8 Sgr. ausgegeben. Nach Vollendung des ganzen Werkekostet das Buch i Tklr. 20 Sgr. A Leipzig, 16. August. Ich erlaub, mir. Sit aus ei» jüngst stier krschicueiitS Gedicht ״Bajazzo" von dem trefflichen Dr. Mor»; Rappapor t animerksam zu machen. (Eine aussübrlichc Besprechung desselben wird folgen. Med.) נ DlnS Lüddeutfchland, Mitte August. Die Berichte Ihre« Frauksurler Korrespondenten über die Berufung Geiger« sind weit eulserot, allgemeinen Auklaog zu finden. Da« Urtheil der Freunde de« Fortschritte«, welche die Frankfurter. Zustände genau kennen, lantrt vielmehr: Stein ist von den Indifferenten an die Orthodoreu verschachert worden — c'e3t Wut? Wie die« zu verstehen sei, will ich Ihnen io Kürze sagen. Stein bekennt sich zwar offen zur Reform, aber Geiger geht ohne Vergleich weiter. Trsterer ist ein liberaler, letzterer ein radikaler Nesormer. Geiger ist also viel geeigneter, die Nneutschiedeneo. deren Zahl in Frankfurt größer ist, al« anderswo, in Hirsch'« Arme zu treiden. Ferner sind alle IkrtheilSsähigen darüber einig. daß Geiger al« Kritiker viel höher steh», al« Stein, daß aber dieser ersteren al- Kanzelredner, »aniciitlich als gemüthlichcr und populärer Kanzelredner bei weitem übertrifft. Die Cstnagogenpartel hält zu Stein, weil sie einen feierliche» und erhebenLen Gottesdienst wünscht, und weil sie sich von Stein« Vorträge» angezogen und erbaut fühlte. Die Orlhodoren rechnen daher daraus, daß diese Partei sich lichten und dadurch den Hirschiauero Vorschub leisten wird. Ihr Korrespoudent giebt vor. daß e« Geiger« Freunde sind, die denselben berufe» haben. Dein ist aber nicht so. Nicht Geigers Freunde, sondern Stein« Feinde haben Geiger berufen. Nun sie ibre Absicht auSgcsührt haben. werden sie sich wcder um Geiger, »och um dessen wisseiischastlichc Destrebungen kümmern. Die Edeldenlenden hofften daher noch in der letzten Stunde, daß ein guter Stern ettien nuferer gefeiertesten Rcsornirabbincr, Dr. Geiger, vor seinem snux 3ר.1ן behüten werde. Leider ist die« nicht geschehen! Unter deu gegebciit» Verhältnisse» bleibt nur zu wünschen übrig. Laß SteniS trefflichc Kraft der Svnagogr erhalten werde. und daß c« Dr. Geiger gelingc, der Mißstimmung Meister zu werden, welche sein Verfahren gegru Stein in jütischen Kreise» SüddentschlandS unleugbar bervorgeruscn bat. Paderborn, 12. August. Da« Euratorium de« israel»,scheu WailkubauseS für Westphalen uud Rheinland versandte heule die Tinladungen zur seicrlichcn Einweihung de« Waisenhauses durch den Herrn Obcrrabblucr Kahn an« Trier. Die Einweihnng wird au, 20. d. M. stailnuleu. Die Uebcrtragung der EinwcihungSrete an Ihre» fleißigen M,iarde,ter. den Herrn Oberrabbiner Kahn, hat hier allgrmrinc Freude ericg«. llebrigeu« gebühr« demselben diese Ebr, u»d Atterkennuiig schon deshalb, da er. außer seiner wirksamen Lhätigkeit kür da« Waisenhaus sich auch dadurch ein bleibende« Verdienst für dasselbe erworben. daß er neulich den zwischen der Gründerin und dem Euraloriuul cnistaudtnen Konflikt aus die sreuildtichfle Weise beseitigte. Dieseschöne Friede»«- werk Kahn« wäre bald durch eine» ehrsüchtigen Unberufeneu vereitelt worden, wen» nicht rin edlerer Geist, rin reinerer Sinn die Männer des Euraiormms beseelt und durchdrungen hätte. Jedoch hierüber, sowie über die TinweihungSfeier später. . . . -. Trier, 2l. August. Ich entnehme einem an »,ich gerichteten Schreiben de« gelchrleu Dr. M. Marr, Hauptlehrcr an der isr. Realschule in Glcivitz (Schlesien), daß er im Vereine mit seinem Schwiegervaier, leui berühmlcu Herrn Dr. Freund, Direktor der genanuteo Schule, eine Präparatiou zum Pentateuch herausgegeben habe. Da Herr Marr rin sehr gründlicher Tbeolog. Philoiog und Orientalist ist uud da derselbe bereit« seit vielen Jahren in den hebräischen Fächern den Nnicrrichl erlheil«: so glaube ich mit Bestimmtheit vorau-setzen zu köa« neu, daß diese« Buch weuigsteukinigerinaßen den Mangel beseitigro werde. Leu Herr Seidner in seinem Artikel: Die Noihwendigkcit eiuer Schulbibel in Nr. 29 »ud 30 d. Bl. mit Recht hcrvorhedt. Sobald ich das Buch erhaltcu habe, werde ich darüber uäher refcriren. Kahn. E. Konstantinopel, Anfang- August. Der Chefredakteur der ״Archive« Israeliles״, Herr Isidor Cahra in Pari«, ist vom Sultan zum Offizier 4. Claffe de« Medschibje-Ordcu« eroauut worden. Inland. B. Wien, 20. August. Wie ich höre, haben die Herren Radbiner Meisel in Pest, Rabbiner Hirsch iu Altosen und Herr Kalmaa

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