Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 35 (26.8.1863)
- Date
- 1863-08-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2542917-2542918-2542954--3271-2547133- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
609 610 auch für Plätze, wie Kirchen und Friedhöfe. Darüber findel mau im folgenden Beispiele. ״Bathkol" heißt die Stimme Gottes oder überhaupt eine vom Himmel herabkommeade Stimme. ״Gessiva" ist ebendasselbe, waS ״Sitzung" und wird gebraucht für ״Schule", vorzüglich für jene, in welcher Thalmud gelesen und gelehrt wird, zuweilen auch für die ״Schüler" selbst. ״Cenhezerim" d. i. 70״ Ordner". ES sind Richter, die eingesetzt wurden, nach Art derjenigen, die MoyseS vorgesetzt hat nach dem Rathe des Jethro. ״Malachmavez" d. i. TodeSengel. Co heißt der Engel, der alle Sterbenden tödtet und irgendwo im Thalmud wird er genannt ״Duma". ״Goy", d. i. Volk. ״Govim" beteulck ״Völker"; aber gewöhnlich wird eö auf die Ehristen bezogen. ״Mvn" ist ein ״Ketzer" oder ״Ungläubiger", sowie auch jener, der nicht dem Thalmud oder dem kleinsten Theile desselben glaubt. ״Mvnud" heißt ״Ketzerei". (Fortsetzung folgt.)!soll dkr IlmfjlißM ücr (]rtcff)ilffim]!i0cfü()crfc^un(\c11 zur Mninliiiü öcs GTjnfmub.s und Der (TrnDilion. i11?׳ Do. M. Zirscr, Lberrabbincr in Rechnitz. n. ,Fortsetzung') Nach Besagtem wird man wohl dir Wichtigkeit unfrrrr cbrnjitirirn Milchiiastcllc riiischrn, dir eS apodiktisch auSspricht. daß rS von Abraham bis Noah zehn Grschlkchirr gab. 5) II. M. 20, 12. ״Damit drinr Tag, sich verlängern." Eine Stelle im Lhaliiiud (Baba-Kama 55. .1lauirt: R. Ebanina stellte die Frage an R. Ehija. warum sicht in dcm zwritc» Dckalog (V. M. 5. 1<>) drr Ausdruck: Tainit es dir wohl rrgrhc. da rr doch im criicn frhlt? Hicraus N. Ehija. WaS fragst du mich, warum rr dastcht. trage mich cinsach, ob cr denn steht, denn ich weiß nicht, ob rr übrr- Haupt sicht, (fr wirS ihn mit tiefer Frage an R. Tanchum. dieser letztcrr glaubte die Ursache der Weglassung im ersten Drkalog darin zu finden, weil dir ersten Tafeln durch MoseS zerbrochen wurden, damit dieses nicht als ein Omen für Israel betrachtet werde, als ob sein Heil damit aufhörea sollt,. Diese Desorgniß. die obiger Rabbi im zweiten Jahrhundert ge« äußert, wurde wirklich von einem Kirchenvater gegen Ende deö vierten Jahrhundert- (Aug. qu. 144. in Esod.) ausgenommen, der aus der Zertrümmerung der ersten Tafeln Veranlassung nahm, um diese Tharfache als Symbol für dir Auflösung dealten Bundes mit Israel auzusehen. Zum Verständniß unserer Steste ist noch zu bemerken, daß der Thalmud (Kiduschin 39 d.) di, Verheißung diese« Lohne« in da« Reich de« zukünsiigeo Lebenverweiset: 2112 ־עולם שכולה Au« einer Mischnah (Peah. I, 1) »st wieder ersichtlich, daß diese beiden Verhei« ßungen, lange« Leben und Wohlergehen, thei!» auf da« die«׳, thril« aus da« jrusrilige Leben zu verstehen find. Wenn daher der Ausdruck להען ייטב in dem ersten Dekalos weggebliebea. so soll darin »ach ') S. die vorig, Nummer. obiger Ansicht de« R. Tanchum dir Versicherung liegen, daß, wenn auch Israel auf irdische« Wohl oft und vielmal zu verzichten haben wird, sein ewige« Heil hingegen soll ihm jedenfalk« gesichert bleiben. Die Septuaginta jedoch weicht in doppelter Beziehung vom he« brätschen Trrle ab; eiuerseit« hat sie beide Verheißungen in beiden De, kalogen; zweiten» wird nach ihr analog einer audera Stelle (V. bl. 22, 7) zuerst Wohlergehen und dann lange« Leben verheißen. Da die Evau« zrlistrn nur au« der Septuaginta geschöpft, so ist r« nicht zu verwuu« dern, daß si, diese Siekle ebenso zitireu (Eph. 6, 2). 6) Al« im Jahre 1851 von Seite der hohen Regierung di« strenge Anordnung zur Führung der GeburtS-Matrikel nicht nur für die Folge, sondern auch auder nächsten Vergangenheit an die Rabbinru in Ungarn erging, verursachte den letzter« keine geringe Derltgeuhei« der Umstand, daß viele BeschneidungSbiicher nicht mehr vorhanden wa« ren, weil dieselbe» den Operateur« (מוהלים) bei ihrem Absterb,u mit ins Grab gegeben wurden. Diese ganz wahrheitsgemäße Angabe erregte nichtsdestoweniger bei vielen Behörden den Verdacht, al« ob man ab» sichtlich die BeschneidungSbiicher zu verheimlichen siichrr und obigen Umstand nur al« Vorwand gebrauchte. Dieser Verdacht stieg um so mehr, da Nirmatid aus dem jüdischen Nitualgesetze eine Stelle anzuführeo r-crmocht», vermöge welcher rin solches Verfahren vorgeschrieben wäre oder gerechtfertigt erschiene. Allein abgesehen von diesem Umstande, so ist immer fraglich, woher dieser Gebrauch, und auwelcher Zeit er herstammt? Aus einer Stelle der Septuaginta jedoch werden wir ersehen, daß ein solches Mitgeben ins Grab, wenn auch nicht der DeschneidungSbucher, wohl aber der BeschtteidungSmeffer im Judenthnme ein alter Gebrauch gewesen sein mußte. Zu Josua 24. 30 bringt dieselbe folgen« den Zusatz: Und sie legten in das Grabmal, worin sie ihn (Josua) begruben, die steinernen Messer, deren er sich bediente, nm die Kinder Israels zu beschneiden in Gilgol »ach ihrem Auszug, an« Egypten, wie der Herr es ihm befohlen hatte, und sie besiudrn sich da bi« zum heutigen Tage. (S. Aug. qu. 30. nd Jos.) Daß mit der Zeit das Be« schncidungsbuch mit de,״ BeschiieidiingSmeffer vertauscht werden konnte, ist leicht zu ersehen. 7) Wir stoßen oft in der Septuaginta auf Steste», die rin, Lücke im Terte ouSzufüllrn scheinen, als Beispiel dien, Folgende«: Kapitel 145 der Psalmen ist nach dem Alphabrth geordnet; auffallender Weise ist der Buchstabe 2 dabei weggrlassen. Schon der Thalmud sDerach. 4. b) macht diese Bemerkung. Die Septuaginta jedoch bringt hier einen Beisatz, der im Hebräischen lauten würde: נאמן הוא בכל ררבין והסיר בכל מעשיו• 8) Einen ähnlichen Zusatz finden wir auch zu Spr. 6. 8. Es wird dort der Faule an die Ameise hingewieseu, damit er Fleiß von diesem Thierchen lerne. Die Septuaginta fügt noch einen Derm»t Hinweisung aus die Biene (Mtheoct) zu, an der man wahrlich noch mehr da« Bild Le- Fleißes und der THLtigkrit wahrnehmeu kann. Dieser Beisatz lautet: Oder gehe zur Biene hin und lerne, wie emsig dieselbe ist. und welche« herrliche Werk sie vostbringt, an deren Erzrngniß Kk« »ize und Menschen sich laben. (Schluß folgt.) Korrespondenz. Ausland. D Frankfurt am Main, 16. Sngust. Den zahlreichen Freunden, welche Ihr Blalt in Süddrutschland hat, fällt e« sehr anf» daß Sie Iber Leser aus datreffliche Blatt: .der israelitische