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Ben Chananja · 1863-08-26 · 35 (26.8.1863) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
35 (26.8.1863)
Date
1863-08-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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GOT 608 Zur LM!!5geslhilhte Öcs Talmud*). So« bcm Lateinischen voo Dr. Aloi« Müller. (JUs ßad)lr«§ )1 «tn bereits rrschieoeor» Jirlikel«.) Zur Ergänzung drS bereits über dieses Thema Gebrachten bemerke ich, daß eS der, bei d'Argentre in seinem Werke ״Collcctio iudicionmi de novis erroribus“ tom. I. pag. 146 im Anözuge abgedruckten ״Gonsona animadversiv Parisiensinm inagistrorum in libros Thalmud, et ipsa bulla Gregorii Papae IX. de impiis lib. Thalmud, tum sententia Odonis Cardinalis Tusculani“ entnommen ist, welche ich hiermit vollständig bringe, wie sie in diesem Druckwerke vorkommt. (AusBefehl des PabsteS Gregor IX. lasen und prüften die Pariser ״Magister der Theologie und der Dekrete" den Thalmud der Juden. So bezeugt Thomas Cantipratanus lib. I, de Apibus, cap. 3. n. 6. Aber, waö in dieser Angelkgenheil geschah, wird noch umständlicher berichtet in einem Manuskripte der Sorbonischen Bibliothek, welches den Titel hat ״Pxtraetionea de Talmnt" cod. lib., welcher so beginnt:) Vorrede zu den Auszügen aus dem Talmud. Zur Enthüllung der jüdischen Treulosigkeit und Bosheit aber auch, wie die Profcten in ihren Slrafrckeu sich anödrücken, ihrer unglaublichen Herzensverstocktheit, ja vielmehr ihrer Vcrnunsllosigkeit oder ihres Unverstandes habe ich gemäß dem Aufträge deö ehrwürdigen VaterS Odo, deS Bischofs von T. und deS apostolischen Stuhles Legalen, aus den unzähligen Jrrthümcrn, Ketzereien, Lästerungen und Fabeln, mit welchen die jüdischen Bücher gespickt und von denen sie so voll sind, daß sie gleichsam gar nichts Wahres und noch weniger Nützliches enthalten, einiges theilS dem Worte, tbeilS dem Sinne gemäß, wie ichS auszudrücken im Stande war, mit Sorgfalt übersetzt. Dazu aber hat sich Gott zwei katholische, in der hebräischen Sprache ungemein bewanderte Erklärer auScrschcn. Und daS lieferte mir einen unumstößli-chen Beweis ihrer Glaubwürdigkeit, daß sie, obwohl ich vieles Wichtige und Bcmcrkcnöwerthe auS den oben erwähnten Büchern zu verschiedenen Zeiten übersetzt habe und zwar so, daß der zweite gar nicht wußte, waS oder wie ich'S nach den Worten deS ersten ErklärerS gegeben hatte, obgleich noch dazu wegen der Schwierigkeit und Dunkelheit deS Hebrätschen die Worte zuweilen verschieden waren, dennoch ganz denselben Sinn einhielten. Damit aber die Uebersetzung um so besser verstanden werden könne, muß man wissen, daß die Juden behaupten, der Herr habe am Berge Sinai dem MoseS zwei Gesetze ' gegeben; das eine ist das schriftlich, daS andere daS mündlicb überlieferte Gesetz. Dies wird unten FU־ rer werden. Ferner nennen sie daS mündlich überlieferte Gesetz mit anderen Worten ״Thalmud", d. i. Beweis oder Lehre. ES enthält aber sechs Bücher, deren zwei bei vielen nicht im Be« sitze sind"). DaS eine heißt ״Zraim", d. i. daS Buch vom ') S. B. Eh. 4. 384. 5. 112. 206. 295. 6. 344. **) So lautin wir wenigsten« die lateinischen Worte. Wa« damit gesagt werden soll, ist wir nicht klar. Wollte drr Schreiber nicht vielwehr sagen, daß zwei drr sech« Sedarim in den meisten Traktaten der Gemara entbehren? Samen, daS andere ״Tearod"*), d. i. daS Buch von den Reinigungen. Eines der vier anderen Bücher heißt ״Mohed", d. i. dreijährig oder drei, ein andere- ״Jessuhoz^, d. i. Rettungen, ein drittes ״Nassim", d. i. Weiber, 'ein vierte- ״Cazaspm", d. i. Heiligthümer. Von diesen Büchern wird ein jedes ״Cezer", d. i. Ordnung genannt; ״Cezarim" heißen sie in der Mehrzahl. Von diesen wird wieder jede in mehrere ״Macectob" . d. i. in mehrere besondere Bücher getheilt; ״Macecta", d. i. Grund heißt eS in der Einzahl; aber auch jede ״Macccta" enthält mehrere ״Parakim", d. i. Verbindungen oder Bindeglieder; ״Perec" in der Einzahl ist das, waS wir Kapitel nennen. Ebenso enthält jeder ״Perec" seine ״Halakoth", d. i. Sätze, was sie ״MiandeeS" nennen, ״Halaka" ist die Einzahl. Ebenso hat die ״Halaka" ihre ״Pathukvm", d. i. Abschnitte, welche wir mit verschiedenen Namen benennen. ״Pathnc" ist die Einzahl. Man muß auch wissen, daß in jeder ״Macecta" zuerst die ״Mpsna" gesetzt wird, waS erklärt wird: ״das inS Gedächtniß Zurückgerufene" oder die ״Erinnerung"; es ist gleichsam daS Thema oder die Materie, welche in jener ״Macecta" zu verfolgen oder zu behandeln ist; und daS, waS darüber angcknüpft oder bestimmt wird, pflegt ganz besonders ״Thalmud" zu heißen. Nachdem daher die gemeinsamen und eigenthümlichen Nanren der Bücher und die Benennungen ihrer einzelnen Theile unterschieden und erklärt worden sind. erübrigt noch die Nolhwcndigkeit, zum Verständnisse deS folgenden die Bedeutung und den Sinn einiger Ausdrücke, die häufig Vorkommen, kennen zu lernen, wie etwa folgender: ״Nab" oder ״Nabi", welches erklärt wird durch ״Lehrer"; aber ״Rab" wird ganz besondervon jenen gesagt, die in Chaldäa gelehrt. Nichtsdestoweniger sind zuweilen die eigenthümlichen Bezeichnungen mancher Lehrer ״Rabanan"; dieö ist die Mehrzahl. Der Ausdruck ״der Heilige, gepriesen sei er" steht überall für Gott. ״Parassa" heißt eine der Bibel entnommene Lektion; ״Parassa" wird nämlich erklärt durch ״Absonderung" oder ״Aussonderung". ״Perus" d. i. Erklärung, waS bei unS ״Auslegung" oder ״Glosse" genannt wird. ״Barraytha" d. i. Auswärtiges, und eS wird für daS gebraucht, waS einmal nicht im Thalmud tvar, sondern erst später eingesügt wurde, sowie wir die Decretale» die ״Ertra« Vaganten" nennen. ״Avozazara" ist eben dasselbe, waS ״Fremddieust" oder ״auswärtiger Cult" auch ״Götzendienst" oder nach dem Apostel ״Götzensklaverei" heißt; zuweilen aber wird eS genommen für die von dem Geschöpfe der Gottheit dargebrachte Huldigung selbst, zuweilen für jene, denen sie dargebracht wird, wie die Heiligen und deren Bilder, zuweilen für Ge« genstände, in denen oder durch die sie dargebracht wird, wie etwa Weihrauch, Brod, Wein, Geschirre, Zierrath und alle Sakramente und Sakramentalien der Kirche, zuweilen *1 3ch gebe die fehlerhafte Schreibart dr« Druckwerke« wieder. Der uur einigermaßen bewanderte Hebraist wird leicht da« Richtige substiluiren. Unerklärlich stad mir manche in dieser Vorrede vorkommeode Divgr, die von keiner besonderen Keuntniß der dabei Betheiligte« Ieugniß geben.

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