Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 35 (26.8.1863)
- Date
- 1863-08-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 35. SflCQcöin, freu 20. JliiQufl 1863. Scrijflct Jahrgang. Irden Mittwoch erschnut ein Prnnamliptioasprti»: Ganzjährig 7 0., halbj.3 fl. 50 kr., vikNrlj. 2 fl. oft. W. Man abonnirt bei ollrn Post» ämttrn u Buchhandlungen dr« 2u- und AuSlantr«. Hm MmMM. wochrnksall für jüdische EOcofoijic. Herausgeber und Redakteur: I.M . Oberrabdinrr zu Szrgrdiu. sind and. Retakliou in Szegedt» cter an Herl. /ranz Mgllkk in ttipji'g zu senden. Dir Lspaltige Petitzeilr wird mit 10 Nkr. 2 Sgr. berechnet. Rt&afcHon: 3 ,tsronen-Gaffe. Poliher'sche« Inhalt. Schreiben der Alliance. — Zur Lcidrn-zrschichte de« Talmud. Don Dr. A. Müller. — Die griechischen Dibekiibeeseßongen. Bon Rabb. De. Zivler. — Morrefponttcitf. ^nslanü. Frankfurt (Der »r. Lehrer). Berlin (Rena»« lieben Jesu). Leipzig (Bajazzo). Sütdeutschlaod lZranlsurter Zustälite). Paderbor» (Tinweibiing des WaisciihaiiieS-. dricr (Prävaraiion zum Pentalench). Konstantinopcl (Isidor Eahro). Znland. Wien (Iüd. Mitglieder re« UiiterrichköralheSj. Wien (Werlheimcrs Jahrbuch). Pest (Konsereiiz der BibelübersetziingSkomniiffion. Ausschließung der Laien). P.st lPrüsnugeil). Fünjlirchen (Oieplik). — Literarische Änzeige. Katischs bebr. Granimatik. Ang. von Dr. Jemand. — Aufruf ter Polnacr Gemeinte. — Inserate. — Bemerkung. Die Men in :Scrßicn. m. 5d)rril)f11 brr Alliance israelite universelle nu bn! Mnillrr brr answärtigru ^ngrlrgruhrilril fjrrrii Urmiijii br £* *15; :!ן. Paris, teil 10. Auguft 1803. Al, Sc. Erzellenz den Herrn Minister der auswärtigen Angelegenheiten. Herr Minister.' Die Alliance israelite universelle hat die Ehre, sich an (5w. (?־.י;, :!cuj zu we::den, um die Jntervenlion der französischeu Regierung zu Gunsten d.׳r Israeliten Serbiens an« nn'nchen. die gcnölhigt sind, ihr Vaterland zu verlasicn, um der Entwürdigung der Knechtschaft auSzuweichen. Die Regiernng Serbiens verkennt in dieser Hinsicht die anSdrückli« chen Bedingungen ter Verträge, die sie mit Frankreich und den anderen Großmächten gcschlosien. Zur Zeit, als Serbien vor 30 Zähren seine Autonomie erlangte, erhoben die kontrabirenden Mächte ihre Stimme zu Gunsten der Israeliten und die serbische Negierung sicherte denselben den Genuß aller bürgerlichen und politischen Rechte, die den anderen serbischen Bürgern zukommen. Die Revolution von 1842 beraubte die Israeliten aller dieser Rechte. Die Regierung des Fürsten KaradjordjevitS verjagte sie aus dem Innern deS Landes und verwies sie in ein armseliges Viertel der Stadt Belgrad. DaS Unglück der Israeliten war unermeßlich: sie verloren ihre Güter, ihr Handel wurde ruij nirt und die größte Roth drückte alle Familien. Die Nestauration der ObrenovitS'schcn Dvnastie im Jahre 1856 wurde das Wohl der Israeliten. Fürst Milo sch setzte sie in ihre Rechte ein: viele Familien beeilten sich, von diesem Akte der Gerechtigkeit Gebrauch zu machen, und ließen sich im Zunern deö Landes nieder. Die Feinde der Juden jedoch siisleien neue Zntriguen gegen sie an. Dieselben blieben ohne Resultat, doch nach dem Tode Milosch'S reussirtcn sie. Die Nationalversammlung gab ein neues Gesetz. das die Juden ' ' abermals in daS Viertel Belgrads verdrängte, wo sie einst I!!ton so elend lebten und verbot ihnen, sich in einem andern! Thcilc deS serbischen Landes niederzulaffcn. Zur Verdopplung der Nvlh sühne die Vombardirung Belgrads, wo sie voriges Jahr unendlich mißhandelt wurden, und ihr Unglück neuerdingS vergrößert wurde. Sie waren gezwungen, daS Land zu verlassen, um andcrSwo d!e Linderung ihrer Noth zu suchen. Sie richteten daher ein letztes Bittgesuch an den re« gierenden Fürsten Serbiens, worin sie im Vertrauen zu seiner GcrechligkeitSIiebe und seinem HumanitätSgesühl, von ihm das Ende so vieler Leiden und die Wiederherstellung ihrer Rechte erwarten. Sie erwarten eS von den Regierungen , die sic schon vor dreißig Jahren in ihren Schutz nahmen. Sie rufen, Herr Minister, die Protektion Frankreichs an, daS stets bereit ist, die Rechte der Humanität und Gerechtigkeit zu schützen. Und da diese Rechte den Serbischen Israeliten durch die Verträge, die Serbien an Frankreich knüpfen, gesichert sind: so halten wir unS versichert, daß die Regierung deS Kaisers dieselben wiederherstellen und sie in Zukunft gegen ave Angriffe sicher stellen wird. Empfangen Sie, Herr Minister, mit dem Ausdrucke deS Dankes unserer Glaubensgenossen auch unscru Dank und seien Sie deö tiefen Respektes versichert, mit dem wir die Ehre haben zu sein Ew. Erzell. ergebenste und gehorsamste Diener. Für daS KomitS: Der Präsident Adolf Cremieur. Der Sekretär L. Nordmann*). *) Dcm srcuiitlichen Schreiben de« lcilcnbcn Au-schuffctrr Alliance fügte deren gefeiertes Präsident. Herr Cremieur. folgende an de» Red. d. Bl. grrichieie Zeilen hinzu: ״Unmöglich kann ich Sir vergessen habe», mein Herr, und die Erinnerung an meinen Aufenthalt in Wien ist ganz gewiß eine der süßesten Criniierniigeii meines Lebens. Dieses Zusamwea» strömen aller I'ractncu DeuifchlaiidS. die sich um mich schaartea. war in meinen Augen der glänzencste Beweis ter allgcmeiueu Sympathie, welche mir meine Miision verschafft batte. Ich würde hinzufüge», da» es eine uneemeßliche Belohnung einer eben ersnllten Pflicht war. wea« nicht die Un'chutdigkeitSclNärug io vieler Braven und die der Reinheit unserer heiligen Religion Large.rachte Huldigung über jede auderr Be« lohnung erhaben wäre. tZrlauben Sie. mein Herr. Ihnen den Ausdruck meiner srriindschasilichen Geflnniing zu ernruern. Pari«. 10. Anzusl 1863. Ad. Cremieur.