Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 34 (19.8.1863)
- Date
- 1863-08-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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i 597 frinr Red, fein, nnb muß birfrlbc sich auf dir in dem gewöhnlichen Leben vorkommrndrn lrichterrn Aufsätze beschränken. ju deren Eoocipirung im Hebräischen als in rinrr todtrn Sprach» oft dir oöthigen Aus» Lrückr fehlen; rin klassischer Styl in der hebräischen Sprache setz« aber ein» geifligt Ausbildung und ein Dertrautsein mit der hebräischen Literalur voran», wa« doch nicht von Dollsschulkiudern gefordert werden kann. Ferner glaub» mancher. eS müßten mit Len Lindern kleine de» bräische Gespräche geübt wrrten, damit sie ihre Gedanken in dieser Sprache mündlich wenigstens so auSdrückcu können, wie sie die« in der Mutlersprache zu thu» im Stande sind. Weiche Verwirrung des Zwecke«, als wenn derseibr wäre, die Linder hebräisch sprechen zu lehr,». Unserc« Dafürhaltens soll auch die hebräische Grammatik in Lee Volksschule nur zu dem Ende unterrilbtet werten, um den Kindern da» Verständniß de« NrterleS der Bibel und der Gebete zu erleichtern. Wo rin höherer Uu-!erricht in der hebräischen Sprache gewünscht wird, möge für die Kinder, dir die Volksschule beendet haben, rin besonderer HörkurS für hebräische Wissen'chastcn eröffnet werden. Es würde dadurch vielen »ngrgründeten Klagen »nd »nverdienteu Kränkungen, die den jüdischen Lehrer nur allzuost treffen, vorgebeugt werden. -Mder MchMsil der.. ‘ '' ' .. '1 zur ll'slieimiiu'l; öcs üljafnui&s und Öcr £rat)iliou. Don Dr- M. Zipfer, Oberrabbiner in Rrchnitz. u-') Nachdem wir in unserem ersten Artikel (B. Eh. Nr. 10. 1l) j einige Proben ans der agitilaischc» Uebrrsrtzung gegeben. wollen wir j nun mchrcre Beispiele a»S der unter dem Nameu der Septuaginta br laiinlkti griechisch.» Ncbrrsctznng liefern. Daß hier von keiner erschöpsendkll Abhandliiiig die Rede ist lind sein kann, sieht wohl jeder von selbst ein. eS sollen bloS einige Beispiele zur Erhärtung unserer im ersten Artikel ausgesprochenen Ansichlc» geliefert werden. Wenn wir da« Eharakteristische der aguilaischen Ncbersehung darin gcsiindeii. Laß sie polemisircnd erscheint. 10 hat die Septuaginta da» Eizeuihümltchr. haß sie sehr oft den geraden einsachcn Sinn beseitigt, und!» da« Sagenhafte, Midrasckmäßige übergeht: traditionelle Uederlieferungeu scheinen ihr oft gleich jenen des Thalmud zu Grunde gelegen zu haben, und eS wäre eine Hanplstiitze für die Traditiou überhaupt darin zu siu» Len, wenn dieser llcbersehung wirklich ein so hohes Alierthum vindizirt werden könnte, als die Sage geht. Die Sage von der Entstehung der Septuaginta ist aus Thal, mud, Jos. und mehreren Kirchenvätern wohl bekannt und lönnen wir leicht darüber hinau«geheu. ') Schon j» meinem ersten Artikel schickte ich der Red. d. Bl. nachfolgende Aucucrkung: .,Die in diesem Fache von mehreren Gelehrten der Neuzeit, wie Frankel. Geiger u. s. w. geliejcrltu Arbeiten sind mir völlig unbelanni. da ich ihre Schriften nicht besitze und auch in Folge der hiesigen Lokalverhältniffe sie mir anzuschaffeu nicht vermag; indeß' wird der kundige Leser die Selbstständigkeit meiner Arbeit leicht ersehen, und sie al« vergleichendeu Maßstab anweudeu köuuen." Die« diene Herrn N. Brüll al« Antwort für seine gesch. Bemerkuugeu (B. CH. Nr. 14.16) dem wir noch beisüzeu wollen, daß. wie die Wahrheit, so auch dir Wissenschaft von tausend Trägern verbreitet werden muß, wenn sie Gemeingut der Menschheit werten soll. NebrigenS kann es auch keinem Gelehrteu zugemuthet werden, nicht eher die Feder einzutaucheu, bi« rr nicht jede« iu, Auslaute erschienene Opusonlum durchgeblättert hat. Zipsrr. 598 1) I. 31. 2. 2 .Gott vollendete am siebenten Tage sein Werk, da« rr gemacht." Dir Schwierigkeit, dir dirsr Strllr zum Auzrnschrtn» darbrrtrt, sieht wohl jeder rin: am firbrntrn Tage hat ja Gott nicht« geschaffen und brauchte also au diesem Tage kein Werk zu vollende». Nach dem Midrasch war dir Einsetzung dr« Sabbath gleichsam da« Gepräge der Schöpfung und mithin auch da« letzte Werk. Jbu Esra erklärt nach mehreren aufzestellten und vekwoefeuen Ansichten diese Stell»: Gott Hörle am ficbcuren Tage von dem Werke aus. daer früher (in den sechs Tagen) geschaffen. Diese Schwierigkeit zu beseitigen, haben die Septuaginta und die syrische lieber»,tz»ug statt der .siebeatea" ven ״sechsten Tag" gesetzt, wa« jedoch ganz willkürlich,st. 2) I. bl. 2, 6. Gott pflanzte eiueu Garlea iu Eden מקדם• Eine Stelle im Thalmud (Peßach 54 u. Nedar. 39 b) lautet: Sieben Dinge wurden erschaffen, bevor noch der Herr da« Weltall in» Dasein gebracht, eine« daruiller ist der Garten Edrn. denn e« heißt: Gott halte einen Garten in Skr» gepflanzt von jeher מקדם Diesem hier ohne jeden EonlroverS ausgesprochenen Satze widerspricht jedoch ein, Stelle im Midrasch (Breschiihrabb.?. I,), wo anlehncnd an da« Gort בראשית״ברא*שיה btos icchs solche antckosmologische Dingt ausgkzählt, das Eden hingrgcn wrggrlaffeu wird. Noch druilicher spricht sich dcrsclbe Midrasch wcitre (P. IS) darnbcr ans, wo er das Won מקדם cbciisall« im lhaliiinvischrn Sinne au» nimm», jedoch die Erschaffung drS Edrn nicht als vorwcltlich. sondern blos früher in der Zeit, nämlich am dritte» SchöpsungStagr bezcichnrt '^'^קרם אר־י״ר ,אדם;ברא בשישי ,יעדן בש. Urbminstimmrnd mit der thalmudiichen Erklärung lautet eine apotryphische Stelle <4. > Esdr. 3. 6wie folgt. IiHluxisti tum in P.irndiso quem pluntavcrat •!extra tu.» ante quam terra a<lvent.1ret. Ebenso giebt Pscudojoiiathau , tiksc Stelle »Ut. קדם בדייד 1!(<7ם. während vielt chr. Bidelan«- leger l^UA.!. 8 lle s»s>., lief.», Ilu^.) dem Midrasch btipstuhten. Dieselbe Differenz findcii wlr tchon unter den vrrschirdrneu gnrchischea Bibelübcrsctzttngrn: so gicbr Aqnila birseS Wort: .4,70 avx«!• Syma» djea: .T(1ü>T>7f, ebenso die Bulgata: a prineipic», diese stiinmeu also dem Tbalnind bei. Hingegen die Septuaginta, wie auch ihr treurr An» Hänger Jos. (Aut. I. l. e. 2) gcbri, dieses Wort durch: ׳•״aroilij,•» ״Morgen" ..Soiincnansgaiig". drnrn auch Rasch, und Iba Esra, wie die ueuerrn AtbclauSlcger, folgen. Die Auflösung dieses Streites scheint jedoch einfach zu sein. Unter Eden wild im doginaiischeii S>n>1r ein zweifaches, ein irdische« und rin hiiumtlscheS ParadicS verstände». welches letztere als Bestimmungsort zur Aufnahme der sctigca Geister betrachte« wird. Wen» daher der Thalmud da« Eden als vorwrltlich «schaffen wlffen will, so kann auch nur letztere damit grmlint sein; während aber jener Garten, der Adam zum Ausenthalir dieute und der durch Aiigade der vier lhn durchschneideiide» Strome als irdisch in der Bibel bezeichnet wird, gewiß erst am drillen Schöpfungstage bei Hervorbringung der Bäume entstanden Irin kann. Die Septuaginta ha« sich hier mehr an da« einfache Wort, als an di, Tradition gehalten. 3) l. M. 4,8. ״Und Kajiu sprach zu seiziem Bruder Abel", piesr Stelle läßt ein, au«z>lsülle»dr Lücke übrig, woraus, auch die Maßora binzuteuten scheint. Einige christliche Dibelerklärer. wie auch Rasch, er» llären das Wort ייאבד durch: ״Zanken". Kajkn sucht« blo« Gelege»» l Heck, um mit Abel in Streit zu gerathen. Allein letzterer Kommentator l kömmt dabei mit sich selber in Widerspruch, da er anderseits (II. M.! 19, 3) erllärl. daß diese- Zeitwort rin sanfte«, gemüthliche« Zurede»! (,לשין דר*־) bedeutet. Jbu Esra erklärt ditst Stelle dal'in, daß Kaji»! seinrm Bruder da« ganzr Gespräch mckiheilte. welche« der Herr an ih, gerichtet, wofür jedoch da» Zeitwort הגד besser paffen würde. Die Erp»! tuaginta, wir auch Aqnila suchen dieser Ichwirrigkrit dadurch an-zn »