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Ben Chananja · 1863-08-05 · 32 (5.8.1863) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
32 (5.8.1863)
Date
1863-08-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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651 552 Iber Jakob wehrt sich. Er vertheilt seine Leute, zerstreut sie, damit sie uicht alle gleichzeitig preiögegebeu werden. Jakob bückt sich, so tief er nur kann, er schickt Geschenke an Esau, ל שמא את עיניו. Wer das Gold und Silber berechnen könnte, daS Israel verschenken mußte an Hohe und Niedrige, um das einfache und natürliche Recht der Selbsterhaltung zu erlangen, der würde eine Summe finden, die hinreichen bürste, die Geldverhältnisse in unserem Vaterlande zu ordnen — und dazu gehört nicht wenig! Jakob betete aber auch. Noch heute werden uns unsere Dußgebete und Klagelieber zum Vorwurf gemacht, weist man auf sie hin, als auf die AuSbrüche jüdischer Rachsucht; allein wenn ihr jene Gebete verstehen wollet, so zählet die Seufzer jüdischer Väter, zählet die Thränen jüdischer Mütter, zählet daö Röcheln jüdischer Kinder, zählet die Wehklagen jüdischer Greise, zählet die gebrochenen Hoffnungen der Jünglinge, daS gestörte LebeuSglück der Familien, den Spott und den Hohn, die Qualen und die Martern, die Bedrückungen und Verfolgungen, dencn Israel seit 2000 Jahren prcisgegeben war, o zählet sie doch, wenn ihr cö könnet. Endlich fing Jakob an zu ringen und zu kämpfen. — Die Predigt ״der halbe Schekel", die mit Gold nicht ausgewogen werden kann, ist weltbekannt. Auch über die Predigt, ״die vier Cabbathe" ersparen wir uns daS Referat, da sie nur eine Rekapitulation einzelner Momente ist, die für stch behandelt wurden. Die 9. Predigt: DaS Urtheil des Judcnthumö über daS Heidenthum. In dem Abschnitte von Bileam lesen wir daS Urtheil des Judenthnms über daS Heidcnthum. Eine Religion, die ihre Augen offen hält über alle Völker und deren Entwicklung, kann sich gegen dieselben nicht gleichgültig verhalten, muß sich mit dem Heidcuthuure beschäftigen. Gott hat auch für andere Völker Profeten ausgestellt, aber ihnen fehlte die sittliche LebenSvollcndung. MoseS strebt vor allem darnach, den Weg Gottes zu kennen, welchen der Mensch betreten soll rc., während Bileam sich begnügt, mit bloßen Wissen vom Höchsten, die gegen die sittliche Gestaltung des irdischen Lebens sich gleichgültig verhält. במשה נתיב הודיעני נא את דרכיך בבלעם כתיב ויודע רעת עליון darum konnte Bileam nicht widerstehen, als die Versuchung verführerisch an ihn herantrat. Der Redner lenkt die Aufmersamkeit aus eine sprachliche Feinheit, auf den Unterschied zwischen את nnd עם und erklärt damit die ganze Parscha, eine Ercgcse, die auch im Buche הבהב והקבלה auf diese Parscha und ganz in diesem Sinne anzewendet wird. WaS daS Judenthum lehrt, bchandclt der 2. Thl. Nechtthun, Liebe üben und demüthig wandeln, daS ist Judenthum, altes Judenthum, profetischeS Judenthum, orthodoreS Judenthum — oder waren die Prosetcn vielleicht auch Reformer? Originell ist die Erklärung deS schwierigen מנעו בי.יכם נץ ההניון: Haltet euere Kinder fern von jenem Denken und Spekuliren, daS gegen die sittliche LebenSordnung gleichgiltig ist. Wenn wir nicht irren, meint der Redner, הנה denken werde da in dem Sinne gebraucht, wie הנה reden, schwätzen אהנה כיונה. Die vorletzte Predigt ״die hebräische Sprache" hat dem Verfasser bereits seine Lorbeeren eingebracht. Die letzte Predigt heißt ״MegillaS Ester." Diese Megilla, die sich eines bcsondern Vorzuges erfreut, daß sie in den Kanon ausgenommen ward, und fast der Thora gleichgestellt wird, ist gleichsam die Thora Israels außerhalb Palästinas. Haman und Mardechai traten in den Vordergrund. Haman ist ein Emporkömmling, muß in die Reihe verarmter und verschuldeter Junker gehört haben וינשאהו, darum war er sehr empfindlich. Nun wird die Allklage ישנו nach allen Seiten hin mit praktischem Blicke angewendet, wobei der geehrte Redner sich mit dem Liebling Mendelssohns, dem Verfasser des ק1ל יעקב, begegnet. Im 2. Theile wird Mardechai charakterisirt. Im 3. Thcile werden die Bedingungen der Rettung geschildert. Wir sind zu Ende. Mit Vergnügen haben wir die Wanderungen durch dieses originelle Predigtgebiet unternommen. Mit Vergnügen wird jeder diese Vorträge lesen, dem eS um Erkenntniß deS JudenthumS. seiner Aufgabe, seiner Mission, seiner Schicksale, seiner Hoffnungen und Erwartnngen zn thnn ist. Belehrung und Erklärung, Erkenntniß nnd Rührung, oft mit dem Salze eines attischen WitzeS versehen, sind die Zierden dieser homiletischen Arbeit. Wir wiederholen cs;לא בא כבשם הזה רק הפעם! llcrfucfjc ilöcr Die jüi)ifdj-־araf1ifdjc L'ücrntur. von Adolf Neubauer in Paris. IV. (Fortsetzung'). Wir kommen nun an Saadyah'S liturgische« Werk, bei welchem wir uns. da dieses noch Manuskript') nnd dem Publikum nicht zugänzlich ist. etwas länger aushalten müssen. Der Siddur Saadyah'S, wir wolle» ihn nur so nennen. ist in arabischer Sprache abgesaßt ’), und fuhrt den arabischen Titel כתאב נאמע אלצלואת ואלתסאביח* Sammelwerk der Gebete und Lobsagunzen, ähnlich dein Titel, der den Wörterbüchern zu jener Zeit gegeben wurde בתאב נאמע אלאלסאט Sammelwerk der Wörter '). DaS Manuskript sängt mit einer Vorrede über die Nothwendigkeit des Gebetes (כתאב סי וניב אלצלו״ה) au; der Anfang tiktes Kapitels und vielleicht der größte Theil davon fehl!. und der Titel ist am Ende zu lesen; einer weitern Gi»ation gemäß muß diesem Kapitel noch ein anderes vorgegaugen sein, welche« den Titel über die Beweise für das Gebe» (כתאב אלהנה ללצלו״ה) führte. Die drscetivc Vorrede sängt mit den Worten;יכאנת אלפציל י״ח סקי an ״es waren nur 18 Abiheilungeo (י״ה ברכות) vorhanden, und al« eine hinzugesügt wurde, waren es 19 '). So war e« nicht ncthwendig. '1 S. Nr. 28.

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