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Ben Chananja · 1863-07-29 · 31 (29.7.1863) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
31 (29.7.1863)
Date
1863-07-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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527 bedürstigkeit nicht eintreten. Für die zweite Frage ist somit gar kein Rcchtöbodeu vorhanden. UebrigenS sind die ungarischen Nabbincn in den Jahren 1833 — 1635 in Folge eine- HofkanzleibefchlcS vom 18. Juli 1833, Z. 8862/1002, über die Ehchindcrniffe der Ver« wandtschaft und Schwägerschaft vernommen worden. AuS den bezüglichen 2lftcn muß sich ebenfalls ergeben, daß die Dispensation, oder die Suspension kcS Gesetzes für einzelne Fälle, dem »üdischen (?herechte gänzlich fremd ist*). Szegcdin, 27. Jnli 1863. \'f0pold ^'öw. Cbaral'bincr. Jur Jjcfifjiffjlr Her rljclorifrijcii Cilmilur hi Öen Men. ״־eil Nchcini^s Brüll in W:cn. l^erlsetzniig"). II. K. Jehmla Messer Leon. (5inen besontern 50110־' legt er ans die Anwendung der k׳ei Stylarten, sowie aus die Einhaltnng eines richtigen MaßcS in deren Gebrauche, damit der Schwung nicht in Schwulst ansarle; damil fremde, unpassende Tropen, schwerfällige Phrasen und iiinegelmäßige poetische oder unklassische Formen in der Prosa so viel als möglich ausgeschlossen bleiden, Denn zu selchen sivlistischen Nnsilten '׳-riestet oft eine gewisse sch e i sl s: eilen sch e (sitell.il, die sich ivegen ihrer Driginalilät bewundert wissen will. Sonst wäre auch hervorznhc« ben, das; die praktischen Beispiele, welche er manches Mal liefert, meist derartige Idee» behandeln, die etwa in einer apologetischen Schrift Seitens der Juden gebraucht werden könnten, und daß er dem Prediger erlaubt, auch auö nichtbiblischen elbischen Schriften Terte für populäre Detrachtnugen zn holen, wenn auch ein biblischer vorznziehen ist Nicht minder wichtig und bedeutend wie ans dem Gebiete der Rhetorik, sind Messer Leon'S Leistungen in der (?regese. Ein Fortschritt in derselben ist bei ihm schon darin zu erkennen, daß er viele:, 'orten und Sähen, in denen die niüsiige Spekulation oft dem Terte ganz fremde Gedanken suchte, bloö rhetorische oder poetische Bedeutsamkeit beimißt. Er faßte die prophetischen Reden von der ästhetischen Seite als rednerische zkunstwerke ans, beobachtete vorerst, welchen (?indruck sie in ihrer Totalität wohl hervorzubringen im Stande waren und untersuchte dann, durch welche Worte nnd Wendungen derselbe hauptsächlich erzeugt wurde. Er suchte ') Die miiqllhki'.icv Vlficnftütfc (int aus tem ttimarischeo üderittzl. N t d. **) S. Re 3«. in denselben die nach Kunstgesetzen bemessene Anordnung und die zweckentsprechende Abwechslung deS zarten und des rück« sichtölosen, deS milden und deS strengen ToneS, des über« zeigenden Beweises und dcö hinreißenden Gefühlsergusses. Dadurch, daß er weniger die Abstammung, als vielmehr die Bedeutung tcS Wortes zu statuiren sucht, wird seine Deutung manchmal so willkürlich, daß er unter dem "רשע" in Prov. 10, 20 einen der Redekunst Unkundigen verstehen will und wenn er mittelst einer etymologischen Er« klärung die Bestätigung einer rhetorischen Norm finden will, so wird er durch seinen schillernden Witz recht ergötzlich"); in den meisten Fällen ist aber seine Eregese anziehend und geistreich. Messer Leon war, wenn wir ihn nach seiner historischen Bedeutung beurtheilcn, ein warmer Freund seiner Nation, ein treuer Anhänger seines Glaubens, ein hingebungsvoller Jünger der Wissenschaft, ein lhätiger Förderer der Enltnr, dessen ganzes Wirken sich ans die Verbesserung und Hebung der socialen Stellung nnd deS intellektnelle» ZnstandcS seiner GlanbeuSgenosscn bezog. Voll sicherer Zuversicht aus die Red« lichkeit und die Berechtigung seines Strcbenö, scheucte er es auch nicht, die Fehler seiner Zeitgenossen frei zu rügen, denn er wir offen nnd wahrheitsliebend, fern von allem WeisbeitSdünkel rind besonnen, besaß aber doch genug Selbstvertrauen, um Ansichten, die er nicht tbeilte, geradehin autzu» geben. Möchte doch der Jude, der bereits im 15. Jahrknnteile der Modulationö- und GeftiknlationSIehre zehn volle Seilen widmet, manchen ForlschlillSseiuken im Jahre 1863 zum belehrenden Muster dienen! III. K. Joel Hm! Srhocib, k. Jehuda Hoscato• Messer Leon'S Streben ward nicht mit dem gewünsch» tem Erfolge gekrönt, denn wenn auch Mancher sich zu einer Vertheidignng deS Jndenlhumü angeregt fühlte, ging ihm koch der Mulh ab, damit öffentlich hcrvorznlreten; die zahlreichen Werke, die dieser Mann verfaßte, wurden immer seltener und weniger benützt, so daß dessen Enkel Aron Messer Leon, der im Jahre 1577 zu Eonstantinopel eine cregetst'ch silosofischc Schrift seines VatcrS Messer David, eines SohneS unseres Rhetors, heranSgab, welche ר.ר.7ר. <ר1ר betitelt ist, von allen bloS 5, die noch nicht völlig verschwunden waren, öfters in der Türkei angetroffen zu haben berichtet 3). Mittlerweile, etwa 13 Jahre nach Messer Lconö Vertreibung anS Mantua (1175), hatte aber auch in Spanien ein jüdischer Kanzelredner, der seine Rhetorik nicht kannte, unabhängig von derselben eigene Theorieen für die jüdische Kanzelbcredsainkeit ausgestellt, nämlich R. Joel ibn Schoeib. Die Dcrascha war im 15. Jahrhunderte in ihrem Vater« lande, als welches, wie tv״ bereits gezeigt haben, Spanien

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