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Ben Chananja · 1863-07-22 · 30 (22.7.1863) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
30 (22.7.1863)
Date
1863-07-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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522 L 521 aber wit großen Höfen und freien ullbeoützteo Plätzen. Al« die jüdische Bevölkerung zahlreicher wurde, wurdeu die Höfe nud freien Plätze für neue Bauten benützt, daher kommt e«, daß dir vielen Häuser und Häu«» chea noch jetzt nur 51 Nummern zählen. und 4—5 Häuser zu eiuer Nummer gehören. 8« ist zu vermutheu, daß bei der Austreibung der Juden au« Olmütz — wa« später als der Festnngsbau geschah, und in Folge dessen die Olmützer Gläubigen in einer Synagoge beten, und auf einem Friedhöfe Schnaps trinken — ein Theil nach Proßnitz üdcrfirbelle. Diese Vermuthnng gründet sich auf den Umstand, daß bis 1848 mehrere Proßiiiper und einige Loschitzer Juden das Necht hatten, an den Olmützer Jahrmärkten ihre Waaren öffentlich feilzubieten. Bei ihrer Ansicdlung wurde ihnen ein Begräbnißplatz außerhalb der Stadt, und zwar hart an der Siadlmauer rings um die ganze Stadt angewiesen. Dieser blieb im Gebrauch bis zum Jahre 1802. wo wegen Ucbcrsülle dieses BegräbnißplatzcS ein neuer entfernterer angelegt wurde. Die Synagoge lag und liegt hart an der Stadtmauer. In! Jahre 1074 תל״ך, vxr Jahre, nachdem man die Juden aus Oesterreich vertrieb, und die Jndenstadl Lcovoldstadt genannt wurde, was die Baicrn, die sich doppelteS Maitthgeld von den durchziehenden österreichischen Juten zahlen ließen, cm hübsches Süttiinchc» getragen haben soll, also im Jahre 1074 wurde die Synagoge durch Ankauf einer Vastionc. denn Proßnitz war früher besestigl durch eine vierfache Mauer, deren ein« mit Bastionen und Schießscharten versehen, und von Wällen und Gräben umge» ben war. vergrößert. Von bckaunicn. d. h. als Schriftsteller bekannten :ltabbiner». wußte ich bloö Leu עבודת הנרשוגי . dessen Biografie ich ui diese» Blättern geben möchte, zu iicnucn '). UebrigenS hat die Gemeinde Proßnitz — ans dem slavischcn Nanie» der Stadt ProSlirow — gelehrte Rabbiner besessen. Die Reihe der mir bekannten Rabbincn ist: 1. R. Bcrisch; 2. N. Leibisch Krakau. Schwiegervater de- Rabbi. uerS Gerso» Bnchheini, gewesenen Rabbiners i» Austerlitz"); 3. 8t. Viren Spitz, der mit drin Ehasan in solcher Fehde lebte, daß er an eiiiru, Freitag Rachniiiiag Proßnitz verließ, bei welcher Abfiedlung er der Familic Ehrciistamm. die ten 8Hasan protegirtc, und ihn, te.i Rabbiner verfolgte, eine stnchdeladcne Zulnuft verheißen haben toll. Er starb in Hollitsch; 4. R. Josua Horovitz, der ans Trcbiisch hirher kam: 5. Nebeniias Trcbitsck. der von da zum Landrabbmer avancirtc-, <>. Löw Schwab, der in Pest sein ruhmvolles Leben beschloß. Proßnitz besaß auch *) Ich bitte darum. L. ") Ad vocem Austerlitz. Diese kleine aber opferwillige Gemeinde kalte Tempel, Ehor und Schule, und trug allen Aitsordcrnngrn des Entrus Rechnung, als man noch über die Ehorschnle die Nase rümpslc und die Achsel zuckte. Aber auch Hochherzigkeit, Gemeinfinn nnd Gemein- »ützigkeit sind in dieser Gemeinde heimisch. Außer diesem genannten und bclanuten Rabbiner zeichnete sich in dieser Gemeinde ein gewisser R. Noah aus, welcher das Rabbinat einer inrhr als noch einmal so großen Gemeinde gegen das Nusterlitzcr Rabbinat vertauschte, nnd im Jahre “"pH das Zeitliche allda segnete. Gegenwärtig ist der rühmlichst bekannte H. Duschak, Bruder des Schreibers dieser Zeilen Seelenhirt dieser ihn mit Munifizenz nährenden und ehrenden Gemeinde. So groß der Kamps bei dessen Ausnahme in der durch die napoleonische Dreikaiserschlacht berühmten Stadt war, wer aus dem Ternovorschlag als Sieger heroorgchcn werde, wozu der damalige Laudrabbiner. der vor den RadbinatSkandidaten damals in Nikolsburg den Talmud la-, nicht wenig beitrug, so groß ist die Innigkeit und die Einigkeit, der Friede und die Eintracht, welche die Gcmeindr unter der Aegyde ihres Seelen« Hirten beglücken. Was sie Edles und Gutes übt, so oft ihr Rabbiner rin Kiud verehelicht, wird der Vergelter alle- Guten ihr nicht unbelohnt lassen, und mit reichen Zinsen belohnen. um 1600 eine Dnchdruckerei, und zwar wir Sleioschneider nachgewlefe», als Filiale einer großen Osfijkn zu Krakau, einem Juden angehörig. Diese Duchdruckerei war aber nicht im Staude, all die Leiden und Ber« folgunzen der Ewigkeit zu hinterlaffen, welche die mährischen Juden i» 17. Jahrhundert getroffen. Daß Proßnitz nebst Holleschaa da- Haupt» depot der Sabbatianer war, ist bekannt. War Loch der berüchtigte, von D. Oppenheim in Bann gelegte und nach Ungarn auSgewauderte Profer Löbele Proßtiz, ein Proßnitzer. Es dürsten jetzt Kundert Jahre sein, al« in einer Nacht 35 jüdische Seelen aus der Judengasse zogen» und zur ckiristlichc» Religion übertratcn. Auch in unserm Jahrhundert wurde» noch viele deS SabbatianiSmuS beschuldigt und als Ketzer betrachte», die aber als Juden starben. Gegenwärtig leben in P. uoch Abkömmlinge der getauften Sabbatianer. Diese Gemeinde ragt noch immer durch In» tclligenz. Oppiileiiz nnd Munifizenz über alle Gemeinden. Ob da« Bet« Hamidrasch, das mit einem blechernen Thurm geschmückt ist, der dem Magistrat Gelegenheit gab, seine Intoleranz an de» Tag zu legen, durch Thorastudlum hervorragt, ist mir nicht bekannt. Ihre Hoheit de« EharalierS hat diese Gemeinde an den Tag gelegt, als jüngst der Tod de» Lekrcr Gctllein entriß. Da fragte man nicht: Wer will eS th»n? Wer will rS beginnen? Was soll geschehen? Es ward gethan das edle Werk, es wurden 1400 st. gesammelt, che sich noch das Grab über die Leiche schloß. Diese Gemeinde trägt den Himmel in ihrer Brust. Korrespondenz. Ausland. 8. Trier, Milte Juli. ..Jeder bei seiner Fahne" ist der Titel einer meislerhasicii Predigt, welelie unscr verehrter Herr Obcrrabb- Kahn am verflossenen Wochensestc gehalten, und auf das dringende Verlangen seiner Zukörcr veröffentlicht hat. Ich gestatte mir. folgende Stelle auSdcmTTh.auzusiihrci,: ״Unsere Gen,einte befand sich bivor vier Jahren in einer traurigen Lage, da sic nur ein sehr iingceigiieleS GotteohanS hatte, in welchem auch der Gollesdiciist »och sehr Viele« zu wünschen übrig ließ. Gott sei Dank und Preis dafür. daß Ihr am Peßachfestc vor neu 11 Jahren meine mahneude Stimme vernommen und mcinc dringenden Bitten, ein neues Gotteshaus zu erbauen, erhört habet, wie hierin bereits mehr als 25 Gemeindcu unsere- Regierung«- b-zirkeS während meiner AullSsührulig lhcils in edlem Beispiele voran» gingen,!Heils nachlolgten." Möge das fromme Wirken unseres verehrten Seclcnhirtcn auch fortan von Gott gesegnet, und mit so glänzenden Erfolgen gekrönt inerten! Inland. G. Äjegedin, 15. Juli. Die hiesige Denitinde hat die Au«» arbcituiig des Berichtes übee die Jlispektoretisrage einer auden Herren Oberrabbiuer Löw. Dr. Allstädler, Szivcsy Josef. Lichteuberger Moriz Rosenbaum Adalbert bcstehentcu Kommission übertragen; Berichterstatter: Dr. Alistädter. Der Bericht wurde von der Geaieinderepräsentanj avtgrbeißen. Der Jdeeugang derselbe» ist iiiigesähr folgender: ״Das jüdische VollSschulwesen sei nicht Gegenstand besonderer Versüzungen, sonder» ein wesentlicher Bestandiheil der Lrganisatiou der inneren jüd. Augelegeu» heiteu überhaupt. Zum Behuse dieser Organisation wären Repräseutaotra aller jüdischen Gemeinden io Ungarn zu berufen. Der Wirkungskreis der Juspekloren. wenn sie durchaus systemifirt werden sollen, möge sich nur aus ein einzige» Komilat beschränken. Auf die Wahl derselben soll dt» Gemeiuden Einfluß eingeräumr werden. Blo« Reisekosten find den Jnsprltoeen zu vergüten. Schließlich wird aus den Ucbelstaud hingewieseo, daß die Juden an vielen Orten zur Erhaltung der Volksschnlen! r

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