Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1863-07-22 · 30 (22.7.1863) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
30 (22.7.1863)
Date
1863-07-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2542917-2542918-2542949--3221-2547078
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

519 520 brr Repräsentanz oller ungarischen Judengemeinden empfohlen werden.* Da« Wörtchen ״wktlN" macht Ihre auf den Cchntfond bezügliche Wi« derlegung überflüssig. Auf Ihr Raisonnement kann ich nicht näher eingehen. Denn gesetzt, daß ich von staatsrechtlichen Fragen eiwa« verstehe, so liegt doch die Erörterung solcher Fragen ganz .gewiß außerhalb der dem B. 6H. gesteckten Grenzen. 6. Von einem Widerspruche ist in meiner Beleuchtung keine Spur vorhanden, da ich unter II. (S. 475) nur von der Anwendung de« Syst. schol. el. auf die Rabbincu sprach. 7. ״Die an Instituten und Institutionen so arme, im Genüsse bürgerlich-sozialer Güter so verwaiste israelitische GlaubenSgencssenschaft nimm» jede« Almosen, jedes kleinste Geschenk mit dankbarem Herzen an.* Diese Ihre Worte erinnern mich an die Gnome des ThalmudS: »Zur Diene sprich — niche deinen Stich — will ich — und auch nicht deinen Honig'.* Nein, mein Herr. Die Inden Ungarns betteln nicht, »rosten kein Almosen. Sie fordern den Vollgenuß der staatsbürgerlichen Rechte, weil sie alle staatsbürgerlichen Lasten tragen und alle staatSbürgcrlichcn Pflichten erfüllen. Von Almosen wollen sie auch rücksichtlich ibeer Religio,iS- 11. Schulangelegenheiten nicht» wissen: auch hier fordern sie nur das Recht, das ihnen gebührt, und das in der Natur der Sache liegt. Da Sic, wie Sie selbst sagen» von meinen Bestrebungen zu Gunstcn meiner Glaubensgenossen seit Jahrzchcntcn unterrichtet sind, wundert eS mich sehr, daß Sie sich von meiner Tbeilnahmc an der famosen Konferenz bei dem Grasen Eduard Kürolyi nicht besser unterrichtet habe». Dir gebildeten Juden in Ungarn haben meine ansrichtige Hingebung für ihr Interesse und ihre Ehre niemals bcziveiscll. Erst z» Anfänge dieses Jahres brachten mir zahlreiche Adressen sprechende Beweise des Vertrauens und der Anerkennung meiner unter den Nach»vcl׳cn des MittelaltcrS noch imnier seufzenden Glaubensgenossen. Ich sindc mich durch diese Sympalhlcci, so reichlich belohnt, daß ich eine hämische Bemerkung, »renn dieselbe auch im cssizicllen ״Sürgöiiv" steht, sehr leicht verschmerze. ׳Die .MsMMgkkil einer •SrijuföiGef. Vom Hauptschullehrer Albert Seid ״er in Arad. (Fortsetzung'). llnscrcS Dafürhaltens ist aber dem Ucbclstande hierdurch noch nicht abgeholfen, und bleibt dann das Verfahren beim Bibeluntcrrichtc noch immer das alte, unzweckmäßige und zu viel Zeit raubende. Den» soll man vielleicht eine mit Jnterlinear-Ucbe'.setzung, wie dir Brüil'sche wählen, so müßte sich jeder Schüler zivei Bibeln anschassen. eine mit. die andere ganz ohne Ucbcrsetzung. und zwar die einr zum Lerne», die andere zum Aussagen; auch dient eine solche Ucbcrsctznng nur zur Selbsttäuschung des Schülers, der seine Ausgabe kaum einige Mal durchgclesen, die llebersetznng zu wissen glaubt. Endlich soll durch die lieber, sehung auch noch rttvaS anderes, als die bloße Ucbertragung Lcö Urtrrtes in eine andere Sprache erreicht »vcrden, die Kenntniß nämlich des grammatischen und synthetischen Baues der hebräischen Sprache, die Abwcichungen der beiden Sprachen von einander oder die etwaigen Achulichkeiten derselben. Es kann dieim Anfänge ohne alles Regeltverk. au« dem vorhandenen Stoffe sich selbst ergebend geschehen, indem man nicht die Uebersetzung des Terte« im Zusammenhänge gibt, sondern dir Uebersctzung der einzelnen Wörter trS vorzutragcndrn Kapitels sowohl »a der Grundform. als auch in der eben vorkcmmenden Ferm voraus» ') S. Nr. 29. schickt, und zwar so, daß auf einer Seite de« Blatte« die übersetzte» Wörter, auf der andern der Urtert ohne Uebersetzung stehe. Der Lehrer kann dann da« Mechanisiren dem Kinde astein überlassen, indem er ihm die Wörter zum Lernen aufgibt, und dann bei seiner Nachhilfe die Ueber» setzung des TerteS in wohlgeordnete» Sätzen konstruiren läßr. Der Schüler kann auch darauf hingelritet »verdeu, sich die Wörter sogleich in einem konstruirten Satze zu wiederholen, wa« besonder« bei schon reifem und denkenden Schülern gut angeht. Der Lehrer gewinnt auf diese Weise Zeit, sich mit der Wort- und Sachlehre zu beschäftigen, den Inhalt des TerteS zu beleuchten, und gehörig zu erörtern, indem er da« Memorircn dem Schüler allein überläßt. Aus diese Weise wird der Unterricht ein rationeller, belebender und sinkt nicht zu einer geisttödtenden Mcchanisation herab. Freilich muß bei Erlernung einer fremden Sprache memorirt »verdeu; aber da« kann ja der Schüler allein thu». und dürscn dazu nicht die Schulzeit und die Kraft des LchrrrS abjorbirt werden. die zu dem verrvendel »verdeu müssen, »vaS der Schüler astein nicht vermag. (Fortsetzung folgt.) cjefdjiffjlc Der ifracßlifrfjcn fleineinbc yi ProsM. Von Dr. M. Dnschak. BezirkSrabbiner. Von nnferer Moravia bringen Sic in Ihrem geschätzten, reichhalt. Vl. nur scllci» Nachrichten. Man sollte glauben, unser Land sei so reforinsüchtig, daß seine «Situationen lediglich der Neuzeit aiigchörei». Ich führe Sic daher mit secuudl. Hand durch eine Stadt, in welcher man nicht nur im 1.1840 die Hülscufeüchle am Passascste zu essen anfing, sondern schon früher viele Hülsen und Schalen vom gesundcu Kerne der Religion ablöstc. und ein rühinlicheS Vor- und Musterbild für die andern Schwcstcrge« meinden boi. GoltcSbans. Schule. Wchlihäligkcitöanstaltcn blühten dort, und erlangten einen heilsame» Aufschwung, als noch die Häupter der lieben Familiante» gezählt wurden, rvclche für Fleisch und Wein einen GlaubenSzoll cnteichtclc», den man jetzt pro domo verwenden »vill,! hoffentlich nicht für fleischliche Zlvccke, sonder» für geistige und geistliche Jnicrcsscn. Die Geschichte dieser Gemeinde liegt im Dunkeln; die Ur* sache? Weil die ursprüngliche Zuständigkeit dieser Gemeinde nach Plumcnau, einem 1 Stunde von hier cnllcgcue» Markte, als Amtssitz der gleichnamigen fürstl. Lichlcnsteuiischen Herrschaft, gehörte. Um Nä- Here« über die Geschichte dieser Gcmcindt zu erfahren, dürfte der ge» lehrte Rabbiner oder der gelehrte Arzt daselbst die Mühe »licht scheuen, das Plumenaiicr Amtsarchiv z» durchforsche». ZiveitenS ist ,S bekannt, daß viele, vielleicht die nicisten Dokrrmcnte. welch« die J»,den berührten, beim großen Brande, welcher im Jahre 1G4(׳ die ganze Stadt in Asche legte, wo von der ganzen Stadt mit Einschluß aller öffentlichen Gebäude nur ein einziges Jude,»hau«. das jetzt Eigenthnm des berühmten Dr. Brecher ist. verschont blieb, zu Grunde gingen. Gewiß ist, daß die erste Ansiekluiig der Juten in Proßnitz zur Zeit geschah, als Olmütz zur Fr» stung gemacht wurde. Da« Olmützer Ghetto befand sich gerade an einer Stelle, die in den Rayon der Festung gezogen werden mußte. Dir Juden wandten sich an den Fürsten Liechtenstein, der zu ihrer Ausnahme in Proßnitz — denn der Fürst Lirchteustcin war Schutzherr der Stad, Proßnitz. und besaß daher mehrere öffentliche Gebäude — zwei Gäßchen an beiden Seiten der inner» Stadt, nächst der Stadtmauer, ein« nach Süden und eins nach Norden gelegen, ansauste und die Häuser den Ju« den antvieS. Sie blieben seine Unterthanen und Schutzbefohlenen, und zahlten ihm bis aus die neueste Zeit eine Grnud- oder Schutzsteuer. In Olmütz aber verwandelte sich die Synagoge in eine Kirche und der Gottesacker, das ביתחיים, in ein Hau«, wo l’eau de vic erzeugt wird- Uriprünzlich waren in P. 52 Häuser, wahrscheinlich kleine Häuschen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.