Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 29 (15.7.1863)
- Date
- 1863-07-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2542917-2542918-2542948--3213-2547069- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
505 506 Filosofie des achtzehnten und die politische Reife deS neunzehnten Jahrhunderts, — auf die Serben, wie überhaupt auf die osteuropäischen Volksstämme, noch keinen entscheidenden Einstuß auSuben konnten. In dem vorliegenden Falle dürfte ן also weniger auf die an sich heilige Theorie der Gewissens- : sreiheit, als auf das positive Recht Gewicht zu legen sein,! worauf sich auch die Repräsentanten der Serbischen Israeliten in dem beiliegenden Schreiben berufen. Für die alliance israölite dürfte eS aber keine zu schwierige Ausgabe sein, gerade in dieser Richtung für die schwer bedrängten Serbischen Juden in die Schranken zu treten. Wenn die Groß- Mächte, welche, wie beiliegendes Schreiben sagt, die Gleichberechtigung der Juden forderten, letzteren ihre Fürsprache bei der Serbischen Regierung angedeihen lassen, dürfte der Erfolg nicht zweifelhaft sein. Die Duldsamkeit, vorläufig eine erotische Pflanze 0.1s Serbischcin Boden, wirb sich in der Folge daselbst -.׳.rklimatisiren. Vielleicht ist der Zeitpunkt nicht mehr ferne, wo die Serbische Nation die Freiheit des GewissenS und deS Eultuö förmlich proklainircn, und dafür den Beifall aller civilisirtcn Nationen ernten wird. ES ist Ihrer, verehrtcster Herr Präsident, und der Alliance vollkommen würdig, dahin zu wirken, daß die Aufmerksamkeit der Serbischen Nation aus diesen so hochwichtigen Punkt der LegiSlatur gelenkt werde. Genehmigen Sie, verchrtester Herr Präsident, den AuSdruck meiner unbegrenzten Verehrung, in welcher ich, GolteS besten Segen auf Ihr theucreS Haupt hcrabflehend, verharre, Herr Präsident, Ihr stets ergebener Diener Leopold Löw, Obcrrabb. und Redakteur des ״Ben GIjauaiijj׳‘ Szegedin, am 8. Juli 1863. .flrdjiu für HMchle der 311ÖC11 in «Ungarn. IV. Petition der ungarischen Juden in Angelegenheit der Toleranz-Tarablösung. Mitgetheilt von Ignaz Reich. Hauptschullehrer. Löbliche Deputation! Enteögesertigte unterfangen sich, in Rücksicht der wegen Eindringlichkeit deS für die Einlösung der Tolerauztare mit 1,600,000 fl. adzufallenden CaprtalS gnädigst aufgestelltcu Frage, gehorsamst darzustellen, daß eS wirklich auSsührbar sei, diese Summe mit Anstrengung aller unserer Kräfte, und wirksamer Assistenz in fünf bis sechs Jahren gänzlich abzuführea; damit wir aber keiner Veranwortung unterzogen werden, bitten wir inständigst, die Sache dahia huldreich za leiten, damit dieser Vorschlag nicht voa Seite der Ratlos, wohl aber durch das Land selbst ausgebürdet werde *). Pest, den 18. September 1807. Naphtali Rosenthal, 1 Liebman Rosenfenfeld, j Abraham Löbel, f Nathan Ofenheimer, \ Jakob Berliner, 1 auS dem Pester Eomitat Peter Schönwald, 1 Markus Sachs, Mandel Mendel, | MoyseS LeiderSdorfer, J auS Preßbnrg. MoyseS Schlesinger, MoyseS Schal, Borsoder-Comitat. Joses Singer, VeSprimer-Comitat. Salomo» Rosenthal, Wcißcnbnrgcr-Eomitat. Simon RoeS, Szathmärcr-Comitat. Mayer Ehaim, Zempliner-Eoinitat. Jakob Kendel, Szaboltscher-Eomitat. Literarische Anzeige. Catalog drr Bibliothek des fei. Herrn DrS. Bernhard Leer ia Dresden. HerauSgegebrn von G. Wolf. Berlin. St. Ascher und Comp. 18r>3. 8 l. 1. n',9. hebr. Theil: אהל יששכר כולל רשימה הספרים של ההכם המנוח כהו׳ יששכר המכו¬ 120.©. ר׳ בעער BorlicgeudeS Buch enthält außer dem trockeiie» Bücherverzeich» »iffe, welcheder Titel ankündiget, »och eine Reihe intereffanler Notizen über da- Leben, die Individualität und die Richtung Beer-, wodurch das, was Frantl hierüber miithcille, (s. oben Nr. 12 S. 201 ff) theil« ergänzt, theil» erläutert wird. Beide Biografen verweilen mit Liebe j bei der Schilderung des orthodoren Lebens ihre« Helden, uud bei der! höher» Weihe, welche er durch seine Geuiülhlichkeit der Uebung der Ce- 1 rcmonien zu verleihen verstand: eine in unseren Tagen gewiß nicht gar! gewöhnliche Erscheinung. Andererseits wird seine Toleranz gegen Ander«- ' denkende hervorgehoben: eine Tugend, welche B. nicht nur vermöge ׳ seiner filososlschen Bildung, sondern auch bei seinen LebenSverhLltaiffe» : zu üben bereit sein mußte. Denn er kouiilr sich nicht verhehlen, daß die! Ceremonien ihm, dem reichrn uud unabhängigen Privatier, nicht die Berlegenheiten bereiten, mit denen Männer zu kämpfen hatten und haden, welche einen praktischen Lebensberuf. — sei e« eiuea Wissenschaft» lichcn künstlerischen oder industriellen, — mit der geschilderten Skrupulosilät verbanden oder verbinden. Trotz seine« ortbodoren Lebens war B. in Ansehnng der Liturgie sehr reformistisch gesinnt, wie aus seinen eigenen Vorschlägen (HL—XV.) erhellt. Da io Wien nur der geringste und unwesentlichste Theil derselben realisirt, d. wes. Th. dagegen perhorreSzirt wird. so gereicht e« dem Herrn Vers, nur zur Ehre, daß er sich nicht abhalten ließ, die i> seiner Gemeinde verpönten Ansichten B.'S in seinem Bache auzuführen, und *) D. h. nicht voa Seite der ung. Juden, sondern von Seite de« uog. Reichstage«. Mao hatte nämlich den jüd. Nepräseataute» gesagt, daß sie keine Verbesserung ihrer bürgerlichen Lage zu erwarte» habe», so lange fie sich nicht durch eine Ablösungssumme von der Toleranz« Tar» befreie». Red.