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Ben Chananja · 1863-07-15 · 29 (15.7.1863) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
29 (15.7.1863)
Date
1863-07-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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50a 504 Wir haben zu gleicher Zeit gleichförmige Gesuche an die Häuser Rothschild und Montefiore, sowie an daS hiesige englische General-Consulat gerichtet, worin wir bitten, man möge unsere Sache bei den Regierungen in London und Paris unterstützen, und dahin wirken, daß unS die englische Protektion zu Theil werde, wenn die Serbische Regierung »nS unsere Rechte nicht einraumen sollte. Wir fanden aber auch zweckmäßig, unsere ganze Lage auch Euer Hochwürden hiermit zu entdecken, mit der unter, thänigsten Bitte: mögen Euer Hochwürden unsere gerechte Sache moralisch unterstützen und jene Wege dazu wählen, die Sie selbst als dazu geeignet glauben. Der Gott unserer Väter möge sich erbarmen über unscre traurige Lage in diesem Lande. Er möge lenken die Herzen derjenigen, von denen unser Leben oder unser grau, samer Tod abhängt. Wir werden schon zu schwach, wir sterbcn dcS HungerS! Euer Hochwürden Belgrad, 5. Juli 1863. ergebenste Vertreter der israelitischen CultuSgemeinde im Fürstenthume Serbien. Halm A. Konfino. Sabatej de Hajo. Abram flazllaeh. Allda Aroetti. II. Schreiben -cs Nedaktenrs des ״Len Chauanja" an -cn Herrn A-olf Lremienr, ancien ministre, Prüft-ent -er allianec isradlitc universelle in Paris. Verehrtester Herr Präsideut! Im Herbste deS Jahres 18-10, als Sie, unter den dankbaren Segnungen deö gesammten, orientalischen und occidentalischen, Israels von Konstantinopel zurückkehrend, einige Tage in Wien verweilten, wurde mir, als dem Verfasser einer von der Preßburger Jsraelitengemeinde an Sie gerichteten Adresse, daS Glück zu Theil, Ihnen die Deputation dieser Gemeinde, welche zu den größten und ältesten Jsraeliteugemeinden Ungarns gehört, vorzustellen. Die edlen Worte, welche Sie am 2-1. November 1840 an die De« putatiou zu richten die Güte hatten, waren ein trefflicher Kommentar zu der edlen glorreichen That, welche Sie eben als Vertheidiger der verfolgten Unschuld vollzogen hatten. Wort und That gingen bei Ihnen, wie bei dem berühmreu Thannaiten R. Eleazar den Arach*), in holdseliger Eintracht Hand in Hand: um so tiefer mußten sich I h r e Ansprachen Allen einprägen, denen es gegönnt war, Ihrer überwät« tigenden Rede zu lauschen. Mir bleibt auch Ihr an mich gerichteteS Abschiedswort unvergeßlich: ״Sollten Sie jemals nach Paris kommen, so unterlassen Sie nicht, mich als einen alten Freund zu besuchen?" — Ich bin weit entfernt, vor, auSzusetzeu, daß Sie sich der ganzen, großen Schaar von Verehrern erinnern, welche Sie in Wien, wie in allen Städten umgab, die Sie auf Ihrem Trinmphzuge berührten. Für die Angelegenheit, die ich bei Ihnen, verchrtester Herr Präsident, zu befürworten habe, ist auch die Person deS FürsprecherS von geringstem Belange: eS geschieht wegen un« serer bedrängten Brüder und GlaubenSgenossen, daß ich Ihnen meinen Friedens grüß sende (Ps. 122, 8)! Die von den Symvathieen der gebildeten Israeliten deS ganzen ErdenrnndcS begleitete allianec israölite universeile, die in Ihnen ihren Präsidenten verehrt, hat be« rcitS im Jahre 1861 ihre Theilnahme für die Serbischen Israeliten bethätiget. Damals handelte eS sich aber nur um eine materielle Unterstützung, und diese wurde den Belgrader Israeliten, die sich in österreichischen Grenzorten flüch« lclen, von GlaubcnSbrüdcrn fast aller europäischen Länder zu Theil. In diesem Augenblicke handelt eS sich aber, wie Sie auS beiliegendem Briefe der Repräsentanten der scrdischen Israeliten ersehen, nicht um Erwirkung mildthätiger Spenden, sondern um die ohne Vergleich schwierigere Ansgäbe, den Serbischen Juden zu einer ehrenhaften bürgerlichen Eristenz zn verhelfen. Da mein Wohnort nur eine Tagreise von Belgrad ent« fcrnt ist, und ich nicht selten Gelegenheit habe, mit gebilbeten Serben über Serbische Zustände zn kouversiren; bin ich in der Lage, Sie versichern zu könnern, daß eS der Serbischen Nation nicht an erleuchteten Männern fehlt, die, auf der Höhe der Zeit stehend, das Prinzip der Freiheit deS CultuS auS innerer Ueberzengung anerkennen: ״daS große edle Prinzip", wie Sie 1840 in Wien sagten, ״daS den Himmel an die Erde knüpft, indem eS jeden Menschen Gott nach seinem Glauben die Huldi« gung feiner Siebe darbringen läßt." Der regierende Fürst Michael wird als ein sehr humaner Menschenfreundlicher Regent geschildert. Bei all dem dürfte eö aber in Serbien in diesem Augenblicke selbst dem klaren, treffenden, kräftigen und ergreifenden Worte eines Cremieur kaum gelingen, der in Betreff der Juden herrschenden öffentlichen Meinung plötzlich eine neue Richtung zu geben; da die Fak« toren, als deren Produkt die liberale und duldsame Gesianung deS gebildeten Europa zu betrachten ist, — die Resormation deS sechzehnten, die Kriege des siebzehnten, die *) «s-g. 14, b.:אתה נאה דורש ונאה מקיים

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