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Ben Chananja · 1863-07-15 · 29 (15.7.1863) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
29 (15.7.1863)
Date
1863-07-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zrim ״Ben EHananja" Nr. DN. ז 1 L Die Juden in Serbien. J. Sdjrciöcn Der Vertreter Der Scröifrfjcn 3n!)cn an!len ,Mnftlcnr öcs ,Jen (ffjamfnjn.4‘ (*»er Hochwürdcn! AIS Cie Serbische Nation nach hundertjährigen Leiben vor 30 Jahren ihre Autonomie erlangte, nnb bei Cer (5reirung deS FüistenthuineS Serbien aus Cie Frage kam: zu welcher Jurisdiction Cie im Lande wohnenden Israeliten gebören sollten — äußerte Cer damalige Fürst Mi losch Obre- «vvilö seinen Wunsch dahin, Cap Cie in Serbien wohnen- Cen Israeliten Serbische Unrerthanen werden sollen, tpaS auch von den betreffenden Großmächten angenommen wurde, mit Cer Bedingung, Cap die israelitischen Unleubanen Serbiens gleiche Rechte mit den übrigen Serben genießen sollen. Ter Fürst Milosch hielt sest an dieser Stipulation, und n׳ir wurden durch die ganze Tauer der Regierung der ObrenovilS'schen Tvnastie den übrigen Serben gleichgestellt, kennten uns im Innern deö Landes erabliren, unbewegliche Güter besitzen, und freien Handel nach allen Seilen treiben, ebne das;;vir semalS darin eine Beschränkung, sei eo von 5eile der Regierung oder von Seile deS serbischen Volkes erfahren hätten. Tie Revolution von 1812 beraubte uns aller dieser Rechte. Die Feinde der ObrenovilS'schen Tvnastie und die EbesS der Revolution ließen in der Absicht, die Zahl ihrer Anhänger zu vergrößern, unter Anderein publiziren, sie wären im Falle deS Gelingens der Revolution bereit, die Israeliten auS dem Lande zu verjagen, und somit den ganzen Handel iu die Hände derjenigen zu stellen, die sich an der nationalen Sache belheiligen würden. AIS nun die Revolution reussirte, beeilte sich die neue Regierung deS auf den Tbron gelangten Fürsten KaradjordjevilS, um daö gegebene Wort zu halten, mit Publizirung eines Gesetzes, welches die israelitischen Dewohner Serbiens aller ihrer Civilrechte verlustig erklärte, sie auS dem Innern deS Landes verjagte, und dieselben in ein arm« seliges Viertel innerhalb der Schanzen der Stadt Belgrad vernieS. Außerhalb derselben wurde ihnen verboten, sich zu etabliren und Handel zu treiben. Diese unerwartete Maßregel der Serbischen Regierung verursachte unS viel Unglück. Wir verloren damals mehr als die Hälfte unserer Güter; die Beschränkung in unserem Handel stürzte unsere Häuser; die Zahl der Armen wuchs tagtäglich und der Armuth öffnete sich die Thür in allen Familienkreisen. Darum haben wir auch nicht unter« lassen, unS sowohl bei der Serbischen Regierung, als auch bei der hoben Pforte zu beschweren, und die Rückstellung unserer Rechte zu verlangen. Aber leider, alle unsere Bemübungen blieben fruchtlos, wir mußten unser bitteres LoS durch mehr alS 16 Jahre, daö beißt bis zur Rückkehr der alten Obrenvvil'schen Tvnastie im Jahre 1858, tragen. AlS in diesem Jahre der alte Fürst Milosch durch eine 1>vnrrerevolntion ans den Serbischen Thron wieder ein« gesetzt, und von unserer unglücklichen Lage unterrichtet wurde, abolirte er sogleich daS uns verfolgende Gesetz, setzte nns in alle bürgerliche Rechte ein, und erlaubte unS, uns in dem Inneren des Landes zu etabliren. Mehrere von unseren armen Familien beeilten sich nun von dieser fürstlichen Gerechtigkeit Gebrauch zu machen, eilten in daS Innere des Landes, öffneten ihre Läden und singen an, fröhlich zu alhmen, alS plötzlich ein neues Unglück kam, um unsere Hoffnllttg gänzlich zu vernichten. Die Kleinhändler im Inneren deS Landes, unzusrieden mit unserer Erscheinung, singen gegen unS zu intriguiren an, und obwohl sie während deS Lebens deS alten Fürsten M i« losch nichts auSrichten konnten, so haben sie doch nach seinein Ableben die Nationalversammlung für ihre Zwecke ge- Wonnen. Diese sprach sich dahin auS, daß sie die Juden im Innern deS Landes nicht dulden wolle. Dieses Verlangen der Nationalversammlnng, unlerstüßt. von dem Senat, hatte zur Folge ein neues Gesetz, welches die Juden gänzlich auS dem Lande verbannte, mit Ausnahme der obenerwähnten Viertelstadt, wo eS ihnen gestattet wird, zu leben. Diese neue Trübsal, vereinigt mit dem Unglücke, wel« cheS unS vor einem Jahre durch die Bombardirung der Stadt heimgesucht, und unS alk׳ r unserer übriggebliebener Güter beraubt hat, veranlapte unS, ein letzte- Bittgesuch dem regierenden Fürsten Michael zu übergeben, worin wir entweder die Herstellung unserer garantirten Rechte, oder die gänzliche Entlassung auS dem serb. Staatöverbaude verlangen. 1 r~ 4

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