Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 29 (15.7.1863)
- Date
- 1863-07-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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497 498 licht Entscheidung wild bestätigt, all bcc vom Angeklagten vorgebrachte» Dkschuldiguug könne der Thalb,stand der Uebertretung im Sinne de» §. 488 Ct. G. nicht gesunden werden, da der Kläger den Nachweis darüber, daß daS AuSschrotrn de« Fleische» am Samstage nach jüdischen ReligiouSbegriffen etwa» Unehrenhafte» sei, nicht beigebeacht hat. Wir Sie au» den politischen Blättern erseheo, wird der Abgrordnete Mühlseld, der sich seiner Zeit da» Verdienst erworben hat, für die Gleichberechtigung aller Eensessionen mit unerschrockenem Muthr eine Lanze;11 brechen, im Abgrordneiciihause den Antrag rinbringen, die Bcstinimuiig der NotariaiSordnung, wodurch Zuden ausgeschlossen sind, auszuheben. DaS Abgeorrnetenhau» wird durch Annahme diese« Antrages, an welcher wir nicht zweifeln können, endlich jene« Mißlraucnsvolum, daß in jener gesetzlichen Bcstimui'lllg für uns lieg«, aufgeben und hoffen wir, daß auch das .OerrcnhauS, welches, wie sich sein Präsident ausdrückt, den Beruf bat, Herr der Siiuation zu sein, dem Fortschritte der Zril huldigend, sich diesem Anträge anschließen werde. Die Negierung wird dann, wenn wir ans ihrem libcralen Vorgehen gegen den Aischos von Trient schließen dürscn, nicht anstehe», den Be» schluß des NeichsrathcS der a. h. Sanction zu cuivsehlenl'. Pest,!). 3»li. Die bitiere» Klagen über Dürre und Erntelosizkcit sind endlos und herzergreifend. Wirb Ihr Eoeecspondcnl noch ei» offenes Ohr sindcn, wenn er mit .sklagelante» seiner Mißernte, sei- »er vernichteten Hoffiinngeu und Aussichten aus eine reichliche Lew lobc»b z» vcrniclteuler Thaicu nnd Veranslaltungcn gedenkt? Gewiß, die auhalicude Schwüle der rcniperaiue. die bewegungslose Stille in der Atuicspbärc bat dem harlbclrcffcncn Landmanue nicht übler niitgespielt, als cS ähnliche Elcuicutarercigniffc Ihrem Aerichtcrslaticr getha». Und doch wird die Nothlage des Erstercu allersciiü beherzigt, während die Bedräng,liß des Lctzlcre» rlin fclbü »ud etwa noch einige Wenige ausgrnciuuicu — alle Welt gleichgültig und IheilnahmSloS bleiben läßt. Als wäre cS schuirrzlicher. als allabendlich zu rufen: ״Wieder ein Tag ebne erg u icke »den Rege» vorbei!" als allwöchentlich;u »oiireii: ״Wieder eine Woche ohne erbebende lebendige Regung ver« stoffen!" In der Thal will ich Ihnen nicht uiclden, daß cS in, Gebiete unseres GciucindilcdcnS absolut nichts zu berichten gibt: ich weiß nicht, was ich Ihnen -.»st zu ineldc» hätte. Man ruht fauft aus auf den Lorbeeren, die man wohl nicht selbst gcpstückl. aber nur darum nicht, weil sie sonst als Dornen gellen müßten. Ich aber fühle Gewisscnsslrupel. die aiigenchmc glühe zu stören, die den Herren des Gemeintesaalcs nach gcthaner bedcutungsschwerer Arbeit sc wohl dchagen mag; ich lege alle den Finger an den Mund nnd seines Stillschweigen aus meine Lippen. Wozu den» auch so frühzeitiges Wecken? ill ja keinerlei Gefahr j >m Verzüge, nachdem die Gcuiciudcangclczenkeitcn, jede und alle bereits j so ,restlich adgelliau sind, und außerdem: wen» Schweigen Gold ist. und j fccn Schein der Weisheit sichert. so ist NichtSthun wahrlich auch kein gemeine« Erz, da eS allenfalls am sichersten vor Fehlgriffe» affckurirl. Dlickeu wir dagegen weiirr umbcr, was sich im Bereiche des VercinSledeiiS ÜrsreulicheS ereignrn möchte, so haben wir vor Asten, rincr Sitzung der zu ciwähucu, bei welcher ein sehr ehrenwerther und ticsausgeklärter Herr Doktor (doch nicht der Rechte) das große Wort ausgcsprocheii und damit die brausenden MeereSwogen beruhigt hat: ״Wrnn der abgetretellt Vorstand noch r,nen Tag am Ruder geblirbeu wäre, man hätte in Pest die Tobten nimmer in ehrlichen frommen תכריכים. sondern iu gespornten Stieseln uud geschnürten Kleidern begrabe»!" Woraus wir zweierlei entnehmen׳, erstlich nämlich, Laß einen Pechvogel, der sicheinsallcn hätte lasten, mit Tachrichim zu Handel», nicht bloS die Gefahr bedrohte, e» werde dann Niemand mehr sterben wollen, sondern dic noch bei weitem größere, der abgetretene Vorstand werde am Ruder verbleiben; zweiten« abrr lernen wir Larau«, daß e« endlich auch un« politische Gründe gibt, derentwisten der gewählte Vorstand demErnannreu Platz wachen mußte. Wenigsten« ist dem so der gar nicht politische» Ehevra Kadischa gegenüber. — Nächst dem Todtcnvereine der tobte Verein. Ich meine den Ver» eia, an dem wir kein Lebenszeichen wahrnehmen, der wohl auch ia dieser Zeit der Dürre fort»egetirt, doch keine Energie hat, seine Kraft aus-! zuraffen, um endlich auch eine Fruch! zu reifen, hoffen wir, der nächste j Herbst werde »nS Lüge strafen, der Herbst. der für diesen Derrin drr 1 Frühling, dir Zeit drr Verjüngung werden kann und soll. —r Pest, 12. Juli. ״Ich empfehlt mich rurer Gnast und euerm Wohlwollen mehr, al« gewöhnlich. Drnn wcnn ich sonst abrriste, um mir Kräfte zu verschaffen, »n, unter euch wirken zu können, wußtr ich, daß ich von Freunden gebe und zu Freunden kommr. Jetzt ist de« nicht >o. Ich gehe nicht von Freunden; ich hoffe aber, zu Freunden zu kommen." Also sprach Dr. Meisel vor seiner Abreise nach Marirndad zu unserer Gemcindc. Dic Worte sind für unsere Zustände viel zu cha. raktcristisch. als daß sie Ihren Lesern nicht niitgclhcilk werden solltrn. Ein sehr thätiges Mitglied de« gegenwärtigen Vorstandes, Herr K. L.P..! soll in einer Sitzung erklärt habt״, er werde aus dem Vorstaudr schci-! den. wenn derselbe nicht recht bald die Statuten von 1801 der Statt.! hallerci zur Sanktion unicrbrcilel. Die FeictenSwünsche, mit welchen ' Dr. M. seine AbschicdSeedc schloß, werde,! schwerlich in Ersüllunz gehe», bevor die Gemeinde ihre» Vorstand w ä l, l t. Homontta, ck. Juli. AuSgkstriitcn, auSzerungeu ist der lanar schwere Kampf, und der Rabbincrvcriaminlung ist cS gelungen, den Frie. den herzustellen und der Ehevra Kadischa jene Würde zu sichern, welche ן diesen, wichngstcn Vcreluc der isracliiischc» Gemeinde mit vollem Rechte zulomnit. Der neue Begräbnißvcrcin wurde anigelöst, die bereits angeschafften Gcrällischaslen als Bahren, Waschbrett n. dgl. aus öffentlicher Gasic zerhackt »ud rrrbranni, nur jene zwei Mitglieder, dic drn Angelhacken der ganzen Bewegung anSuiachlen. wurden bei üblicher Taratioo in die El,. K. ausgenommen. WaS die übrige» Glieder des so zablrc,- che» »cucii Vereines betrifft, so heißt cS jetzt von denselben: ״Der Mohr hat seine Arbeit gelhan, der Mohr kann gehen." Wichtig ist hierbei auch der Umstand, daß dic Rabbi,,ervcrsammlung den Fall in, Prinzipc enlschieben hat. und ihren Beschluß auch anandern Rabbinc״ zur Bestätigung vvrlczcn will. DaS meiste Verdienst nm dieses Resultat gebührt unstreitig dem Nabbi von S. a. Ujhely, Herrn IcremiaS Löw, einem jener feltcneu Männer, dic glrichircit von, ZrtoliSmuS der Ehassitim, als auch von den Ucbcrgriffc» der Ncsorinpartci dic goldene Mittelsteaßr nnwaudelbar und unbeirrt verfolgen, und den Kern des Iudrnlhunw« auSmachen. Die ganze Erscheinung diese« sromnien »Rabbi ist eine bewältigende, und ich glaube, mir deu Dank drr Leser des .B. Eh ״ zu rrwrrbco. wrno ich diesen Sprößlinz einer brrühuilen »Rabbiiicrsamilir mit einigen Federn strichen zeichne. Rabbi Irr. Löw ist eine ehrfurchtgcbictende Gestalt, weit über die Mittclgrößr. und wie rr körperlich seine Amtsbrüdrr über« ragt, so scheint cr auch geistig übrr ihnrn zu strheu. Er ist gegen 48 Jahre alt. aber sein LichtcS Bart- und Haupthaar ist vor drr Zrit grbleicht, und würde ihm das Aussehen eines Greiseverleihen, wenn da« jugendliche Feuer seiner Augen dies Aussehen nicht Lügen strafte. Sein GestchtSauSdruck bat etwa- Hartennd Strenge«. wird aber bizur Freundlichkeit gemildert, wenn rr spricht. Sein Organ ist im Vrrhältniffr zu feiner Gestalt schwach, aber eindringlich. E« ist ,in hohrr Grnuß. ihm zuzuhörcu, und dic gespannte Aufmerksamkeit, dir hier seine» Dorlragr geschenkt wurdr. zeigt zur Genüge, daß er populär spricht, obwohl Ujhelyrr Ehassidim brhauplrn, daß sie ihn nicht verstehen könnr». Ein andrere Vorzug, der au rinem »Rabbiner nicht genug zu lode» ist. ist feine Offenherzigkeit und der Frrimuth, mit drm rr tadrl», ist ebeu so geeignet, ihn grfürchlrl zu wachen, als da- Liebreiche seiner Ermahnuyge,