Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 28 (8.7.1863)
- Date
- 1863-07-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2542917-2542918-2542947--3200-2547054- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
481 482 hi"'" io- Schulgebäude. an dessen Pforten er vom Direktor feierlich empfangen wurde. Abendwar zu Ehren der Rabbinerfamilie im Gemeindesalon große- Bankett, welchedurch finnige Tischreden und da- Abfingeu mehrerer Lieder von Seite der hicfigen studirenten Jugend sich zum heitern Feste gestaltete. Als ein Lehrer der Musterhauptschul, in eiuem ungarischen Toaste dem frühern Debreziner Rabbiner gegenüber die Hoffniiug aussprach, daß Se. Ehrwürden zur Pflege der Nationalsprache und zur Erweckung patriotischer Gesinnung seine segensreiche Mithilfe gewiß nicht versagen wird. antwortete Herr Rabbiner cbensallS in tcr Nationalsprache so klangvoll und schön, daß ,in nicht enden wollende- Eljenrufen sich den fröhlichen Heizen entwand der Freude, aus dem Munde des »eugewäbteen Herrn Rabbiners l. ungarische Sprache so kräftig und schön ertönen zu hören. Der verdienstvolle und intelligente Vorsteher der Bonyhfider Gemeinde, Herr Leopold Rokonstcin. nahm an den EmpfaiigSseicrlilbkcilen Thcil und bechrlc auch das Bankett durch seine Gegenwart. BaracSkai. SzarvaS, 29. Juni. So friedlich und einträchtig nnscrr Geineinde unter der mehr als achtjährigen Scclsorgcrschai't des früheren Rabbiners Hern, Straßcr war, so zerfallen und zerrüttet ist dieselbe leider seit dem Abgänge desselben, und scheint mit ihm auch mifcr Schntzgcist sortgezcgen zu sein. Die Zerwürfnisse iu der Gemciudc selbst, wie auch die llnzusri.de,ibeil mit Le», jetzigen Rabbiner, Herrn Lichtenstein, haben einen derartige» Grad erreicht, daß am vergangenen Donncrstag, 25. d. iii tcr Gciicralversaiiiinluiig sämmtlicher EullnSgenicindc« glicder linier Vorsitz des Herrn OberstuhlrichierS Koimir und eines KomitatSgrschworncn tcr Majoritätsbeschluß gefaßt wurde, dem obcncrwähnten Herrn 'Rabbiner, dessen dreijährige Eontraktzeit im nächstkommciitc» Frühjahre ablänst, den Posten zu kündigen. O bctaucrnSwcrthcS Szarvas und glückliches Kula! Pros,bürg. Ans Juli. Die hiesige Tcinpelpartci steht, wie ich höre, mit eiiicui rcnoiiiiiiirteii Kanzelredner. der zugleich dieigirender Oberlehrer sein soll, in lliitcrhandlnng. Die Lehrer tcr Gciiicintcschule sprechen sich über den neue» orthotorcn Prediger sehr lobend ans. Das Verhäliniß zwischen Rabbiner und Prediger soll vorläufig ein sehr treuiidschastlicheS sein. ־ Lemberg, 28. Juni. Es bat hier sehr befremdet, daß Sie die lieblose Bcuierkunz Ihres Wiener Korresp. über Wolfs Edition des Krochmal'scheu More uichr rcktifizirt haben'). Biel besprochen wird auch das Eranik» , welches der i» Pest alisgenomiiienc Ehazan Schorr bei dem dortigen Obcrrabbincr Mcisel abgelegt habe» soll, lieber die Fragen tcS Jckum Purkan ckuplicntuw und de- Mila — Pisuion am Hoschaua-Rabba macht man bloS n»sch»ldige Witze, inbignirt aber ist nicht nur die Orlhctcric, sonder» auch die Neformpartei über die Frage tcS Obcrrabbincrs Mcisel: ״wer sind denn die Meforsche ha- Jam, auf die Sie sich berufen?" Diese Frage macht hier »iige« sähr den Eindruck, den tie Frage eines Professorder Ehcmie, ״wer ist Liebig" machen würte. Die Mes. Ha-Jam siud allerdings kein, Licbig«; naiv war aber die Frage des Herrn Obcrrabbiner Meisel jedenfalls. Die hiesigen Orthodcren jnbilire» übrigens über den Triumph, de» ihre kandSleuie und GefiuiiungSgeiioffen in Pest errungen haben. Wie ich höre, soll sich ein chaßitäischcr Rabbi aus der Nachbarschaft bei dem Ehazan Schorr erkundigt haben, ob teun für ihn — deu Ehaßid — kein WirkungSkreiS mit guten Einkünften in Pest zu finden wäre. Ich habe Pest vor zwanzig Jahren verlassen. Wer hätte damals geahnt, daß ״Davidl ') Die Etitron liegt mir nicht vor. Der Wiener Korrespondent ist ein unbesangeiier Sachkenner, und ich durfte keine» Anstand iiehmen, lein Urtheil zu verösscutlichen. Vielleicht entschließt fich der Editor, »ach« träglich ein DruckfchlerverzciLniß ,u liefern. 'Red. Drod* nt^t der letzte polnisch, Ehazan in Pest sein würde? Gib» »« denn io Pest wirklich keine Persönlichkeit, die impouirt? Oder sollte e« bei Dielen Blafirth»'.'* ffin׳ stch darin gefällt, sich im Oeczyhaose über fich selbst zu moqui^u? — Literarische Anzeige. שערי שמהה Die Halachoth dt« R. Jsak Jbo Giath ander Pariser Handschrift, heranSgegcben von I. D. B a m b e r g e r. Thcil II. Fürth 1802. Quart. 109 L. Besprochen von Leopold Duke-. Da wir bcrcikin diesen Blättern (1861 S. 323. 331, 338) bei Erscheinung des ersten Bandemanche- Astgcmeine und manche- Spezielle darüber miizutheilcu für paffend fanden, so mögen hier auch folgende Bcmertiiilgeii ihren Platz finden. Es mögen dieselben als Ergänznnz den früheren Zeile» sich anschließrn. ohne auf drn Titel einer eigentlichen Recension Anspruch zu machen. Als Auszug aus dem Tbalniud theilt dieses Werk seinen Werth mit ähnlichen dieser Art. deren literatiirbistorische Betrachtung nützlich wäre. Wie bereits früher bemerkt, bcstehr der eigentliche Werth dies,- Werkes einzig und allein in den Auszügen aus den gronäischen Schriften, welche thcilS ganz verloren sind, ober sich nur in Fragmenten in allerlei Werken erhalten habe». Manche in dem vorliegende» Wrrke cnthallcncn Fragmente finden sich auch im Aruch. Eine Vergleichung solcher Stellen unlcreiiiaildcr gewährt auch literarische- Interesse. Der Seitenzahl Le- Buches folgend, mögen die nachstehenden Bemerkungen sich der Betrachtung des Leserempfehlen. Ein Spruch, welcher diinkei erschien, weil man dessen Zusammen» Hang nicht sanlite. erhält auch Aufkläriiiig durch diese- Werk. E« ist der ״ לא דברים הכליה,□ ולא דברים החייםWorte nicht, Worte machen nicht lebendig." Dieser Spruch ist von »iiscrm Autor in Hilch. Abel erwähnt aus Traktat Samachcth (S. 27.) einer Stelle, welche aber in nnsern Ausgaben fehlt. Wir haben auf dieselbe bereits in unscrm Salomo den Gabirol (S. 89) die Aufmerksamkeit ge» lenkt. Das dort Vcrmnlhcle ist jetzt unrichtig. Zu dem ihalmutischen Ausdruck נדבכי דקגא (Höhe de- Bart-) lesen wir (S. 47) eine Erklärung des R. Hai'), worin gesagt wird, daß die Araber »och heute eine Art Gesichrsbedeckung haben, sie neuneu dieselbe Altan, (וקירין א־הו אלהאם)- Zur Ergänzung mag hier auch aus eine Stelle bei D' Herbloth') aufmerksam gemacht werden, welcher auch ausdrücklich besagt, daß der ÄesichtSschleier der Araber L a tham heiße. Diese Leseart אנרא דבי □ע הא findet fich hier in diesem Werke lS. 67): Wir haben bereitdiese Worte in unserer rabb.Spruch» künde (S. 63) gegeben mit allerlei andern Nachweisungen darüber. Daß diese Leseart dem Versaffer de- Aruch gänzlich unbekannt geblie» den zu sein erscheint, ist jedenfalls bemerkenSwerth. Die Worte (S. 67) über אשכבתא sind intercffant. Iu dieser Stelle de- Gaou ist Frankreich (פרנגיא) erwähnt. ES darf hier gelegentlich dem Leser auch der Ausdruck אסטרא in der Bedeutung Leichenrede') in» Gedächtuiß gerufen werde», so wie auch das רגלי ראהורא׳. welches eine Leichenrede heißt, am IahreStage eines berühmten Mann,« gehalten 'X In allgemein kulturhistorischer Hinsicht find die Worte (3. 85) über Tariak interessant'). Man liest daselbst, daß da- Fleisch der Viper (בשר אפעה) ') dazu kömmt, sowie auch die Eier eine- ThiereS, welches נלרבא רכתך heißt. Wir bedauern, daß wir iu die« sem Auaeiiblicke uichtS Näheres mitiheilen köuuen. Al- Vermuthung