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Ben Chananja · 1863-07-08 · 28 (8.7.1863) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
28 (8.7.1863)
Date
1863-07-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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477 478 der Juden begründet, da sie ja zu jener Zeit wirklich keinen Waffendienst leisteten! Statt sie aber zum Waffendienste aufzu» fordern, legte man ihnen die schmachvolle Toleranz. Tare auf, die später auch der verabschicde.e jüdische Soldat zahlen mußte!! Mit nicht viel stichhaltigenderen Gründen kann daS projcktirte Jnspcktorenthnm vcrtheidigt werden. Die Juden haben keine Dechante, wie die Katholiken; keine Seniore, wie die Protestanten. Warum fordert man sie aber nicht auf, sich zu organisiren, und ihre Organisation sankrioniren Ui lassen? Vielleicht gelingt eS ihnen, durch die Organisation die besonderen Inspektoren nnd daher auch die besondere Jndcnsteuer überflüssig zn machen? Die französischen und bei« gischen Juden wiffcn nichts von solcher ambulanten Juden, steuer. 3. ״DaS OrganisationSwerk kann aber Jahre in Anspruch nehmen!" Wahrscheinlich. Die Erledigung der Jnspektorenfrage scheint nun aber nicht eben sehr dringend zn sein. Nach zuverlässigen Berichten, die ich von den Eorrespondenten meines BlalteS seit sechs Jahren erhalte, kann ick versichern, daß kaum mehr als fünf katholische BezirkSschulaufseher die jüdischen Schulen inspizirten. Von einem periculo in morn kann also wirklich nicht die Rede sctn. -1. Die ״ungarischen Nachrichten" haben daö projeltirke Jnspektorenthuin als die erste Kundgebung der den Juden zn gewährenden Schnllaiuonoiiiic bezeichnet. DaS offizielle Blatt i scheint aber daS Jiitiniak mit nicht viel größerer Slnfinerksamkeit gelesen zn haben, als manche jüdische Vorsteher. Wer sich seine Dienerschaft, die er besoldet, selber wählt, ist in seinem Hause ״au lonoin". Wer aber die Wahl Anderen, und wenn auch noch so einüchlSvollen und wohlwollenden freunden über- ' lassen, sich selbst aber bloS das Zahlen Vorbehalten muß, ) der wird ausgelacht ,vcrden, wenn er sich weiSiriachen läßt,! er besihe Autonomie. Er erfreut sich der Antokelesie, aber zwischen dieser und der Autonomie ist doch ein uiigeheurer Unterschieb! Ich gebe der Hoffnung Raum, baß diese unmaßgebli, chen Bcnierkniigcil nicht ganz unbeachtet bleiben ivcrden. Und indem ich diese Hoffnung auösprcche, fällt mir ein, daß der k. ungarische Statthaltereirath, welcher in diesem Augenblicke auch dem jüdischen Schulwesen seine Aufmerksamkeit zuwendet, bei seiner Einsetzung mit einem alttestamentlichen Spruche inaugurirt wurde. AlS nämlich der oberste Hofkanzler, Graf Philipp Ludwig von Zinzcndorf am 21. März 1724 den k. Stalthaltreiraih eröffnete, sagte er unter Auderm: daS Wirken desselben werde so beschaffen sein, baß man, auf dasselbe blickend, sagen werbe: sehet, wie Gerechtigkeit und Friede einander küssen (Ps. 65, 11).'" Ohne Zweifel wirb der k. Statthaltereirath in Bezug auf baS alttestamentliche Schulwesen in Ungarn im Geiste dieses alttrstamentlichen Spruches zu Werke gehen. Anmerkungen. ') S. Nr. 25 (Gcrrffrcubcnjen aus Gr. Äaiuji'a, Gr. BeeSk,ltk, Moor >1»d Lscu). Nr. 26 (Dir Autonomie uuv dir isralilischeu Schulinspeklorcii). Nr. 27 tCor«sponLeuz aus Pest). י) Uiikcr Maria Theresia (1770) wurde Uugaeu in acht Literaedistrikte gelhcilt: Ofen. Preßburg. Neusolil. 'Naab. Fünslirche», Kaschau. Uughvnr, Großwardein. Unirr Josef (4-Okt. 1785) wurden die Distrikte aus fünf reduzir t: Preßburg, Kaschau. Großwardein, Füosfirchen, Agram. Die gegenwärtigen Distrikte sind: Pest-Ofen. Preßburg, Kaschau, 'Naab, Großwardei». üeMche u6er die jüdisch-arakislhe Literatur. von Adolf Neubauer in Pari«. I. Vor Allem müssen wir als Einleitung zwei Punkte vorausschicke,: 1) wir versieben unter jüdisch-arabischer Literatur nicht Alke«, wa« von Inden in arabischer Sprache geschrieben worden ist. al«: Gedichte von Samuel den Addis eh und Anderen, odcr die Nebersetzung der griechisch - medicinischen Werke aus dem Syrischen, von einem Ma» schardteveh; sondern wir begreifen bloS in unserem angeführten Titel die Werke, die von Jude» in arabischer Sprache versaßt und auSschließ. lich aus jüdischen, Gebiete sich bewege». Diese Ausgabe ist nicht eine der leichtesten, wenn ,״an auch unsere zweite Bemerkung vorausschick», daß wir durchaus nicht Ansprüche machen wolle«, eine vollständige Geschichte jener Llierainr zu lie'ce». Jedoch wolle» wir mehr al» eine nackte Nomenliatnr »nt der bloße» Zahl des GeburtS- oder Sterbe» jahre« gcdrii. Welche» Bortheil Hai der Leser, trr sich eine» Begriff von der jünschcn Lilcraiur mache» will, wenn er ein Buch über diesen Gegenstauv öffnet, eine Klassrncintheiinng. wir im Linnüischeu Syste« der Dotanit, in Halacha, Hagata. Theologie, Liturgie, Filoi'osie re. darin findet, wo dann zur ersten Abt!,eil!1ng diese odcr jene Namen als Dersasscr ausgezähll, zue antcan diese otcr jene Persönlichleilc» als Autoren aus die Szene gesetzt werten, ohne zu sagt», welche Nolle sie in dieser vtcr jener Branche gespielt haben. n»o wai» ihren Büchern cvt« halten ist. Natürlich wird ejeder bezeeise» , Laß in cuiein Gesammtkom - peudinin nichts auSsührlich bchaiirclt werden könne, und cmuß aus Facta, die anderwärts schon Largclhan sind, hlnzewicscn werden; wenn aber neue Gerichte ansgctischt weile» sollen, so kann durchaus der Speisezettel allein ״ich, genügen, wenn inan sich einen Begriff vom Geschmacke der Speise uiachcii soll. In dicsim Falle wird »nS die lilerar Speisekarte irgend einer Speise gereicht, ohne uns zu sage,., waS die Karte bedeute. Ja man vecschwclgt uns gerade die Nummer d,S Zimmer«, wo man seine Lust bcsrictigeii kan״: Ist dies Geiz odcr Uiivergönnlichkeit zu nennen? Wir glauben, daß cS sür ciiieu ernsten Förderet der Literatur nicht ziemt, von diesen Trabanten seine Feder sugren zu laffrn. II. Dir Quelle״ sür unserr folgeiidcnAbhandlungen sind die Biblisthckc» von Orfcrd und Paris, wovon cestcre die meisten arabisch-jüdi» scheu Schrisicii besitzt. und viele derselben mit großem Srsolgc von Ewald in seinen Bei trägen, von M»»k in sciliku Abhandlungen über Sa ad ja h Gao», Jona bcu Ga nah. Tanhnm benützt worden. Dr. Haarbrückcr hat u»S mir schlecht bcarbeitelr» Spannen au» den Eom. menlarcn Tanh1»»S über die Bücher Richter und Samurl. und »״. längst mir einer noch mißlungeneren AuSgabr diese» Eommentar» über Josua beschenkt; der alte Pccock muß auch hier rühmlichst für Lesse, Ausgabe der 8 Abschuiite von Maimonidcs genannt werden. Goldbrrg mit BargüS zusammen haben eine Ausgabe dekleinen WSrterbuchk« von Jehuka b. Korcisch besorgt; die Ausgabe ist so ziemlich korrckt und nur hie und da hat sich ein Druckschlcr oder irgend ein« Weglassung ringeschlichen- Wir werden vielleicht Gelegenheit haben, wenn wir zu b,rsew Buche kcmuicii, dte einigen Stellen zn berichtigen. Endlich hat De. Slkittschneider in seinem Nieseokata log» über die gedruckt,, hebräischen Bücher in Orfcrd sehr viele Eoncept, ans dcn dortigra Na, vuskriplen gegebrn. und hir und da in Zeitschristen anbrr» Stellt» an« dknsrlbcn angcsübrt; auch in dirscn Eitalen bemerkt man manchmal einige Mängel, wanatürlich jedem Literaten zu verzeihra ist, und de« sonder» einem Herkules der jüdische» Literat,ir. dem auch die Keule

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