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Ben Chananja · 1863-06-30 · 27 (30.6.1863) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
27 (30.6.1863)
Date
1863-06-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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467 46S 04ngfR. Die jwei großartigsten jüdischen GotteShäusrr. die Tempel zu Wien und ,» Pest, find Werk, seiner Künfllergabe. Wie Salomo phö» aijische Daulünstler mußte holen lassen, um den jerusalemischen Tempel zu errichten, so find die jüdischen Gotteshäuser stet« von nichtjüdischeu Baumeistern hrrgefirllt worden, ja selbst in unsercr Zeit gibt e« blo« .-inen einzigen jüdischen Tempel, der da« Werk eines jüdischen Archi. testen ist, nämlich der zu Leipzig'). Ts fehlte den Juden durchaus nicht an plastischer Pbautafir — man vergleiche z. Bdie lauge Beschreibung des SalomodomeS in dem mit mystischen Tlementen stark vtrsrtztcn 'lurguru K8ter scdeoi oder die oft an ideale Srhabcnhrit grenzruden Zclchliuiigrn himuilischer Gebilde in den kabbalistischen Wcrkcn — doch lonnte die technische Plastik fich bei dem Deebole stritt- und gußbildlicher Darstkllnngrn nicht recht entwickeln. weshalb die Juden anch i» der im Alter»,umt von der Plastik unzertrennlichen Architektonik gegen ihre industriellen Nachbar» gänzlich ziirückdlicbrn. »ud es mag auch darin der Grund liege». warum das Drama. in welchem die Pocfie im dewkgungsreichen Leben fich plastisch verfinnlicheu will, im Judenthumc gegen die ankeren doch auSacbildetci, DichtungSarten völlig zurückblieb. So wie in alle» Kunstwerken die in der Seele des Künstlers lebende religiöse Idee fich abprägt. so drückt fic besonders plastischen und archi- Itlionlscheii Werte» unabsichtlich ihre» Typus auf. Ts muß daher in dem jüdischen Gokteshause. wo die Andacht der Besucher ernst erregt werten soll, dasür gesorgt sein, daß dieselben in den archilektouischeii formen des Innern dieselben Ideen abipicgcln nnd znrückstrahleii. die in de» Herzen der Andächtigeu fich beben und im Gebete sich sprachlich bekunden. Ts ist leicht begrcistich, warum in letzterer Hinsicht der Temprl in Leipzig sehr wcbl gelungen ist. obzwar Professor Förster mit wahrer Hingebnug bestrebt war, was Schönheit, Bcgncnilichkcil und Akustik betrifft. VortrcfftichcS zu leisten. Tr wäre wünschcuSwertk. daß zwei Preisfragen dasür aufgestellt werden, wir zuvörderst vom thcologlich-histonschcu Standpunkte aus. dann wie von architeklonischei» Standpunkte aus der Bau eines jüdischen GolleSbanscS anzuordncn ist"). — Der 7». Geburtstag des Herr» Heinri-b Stchrovokn. Generalsekretärs der Kaiser FcrliliandS-Nortbah», wurde am 1-1. t. M. von dem Beamicupersonale dieicS Jnstiiutcs aus eine der Vrrticnste des bochverebrien :.»d liochverditiucn Greises icbr würdige Wkil'c geleiert. Desto unvcrzcib» licher ist es. daß unsere Glaubensgenossen in Wien, die mit ihren nichtjüdischen Brütern eine gewisse Gcmülhlichkcii, aber anch eine gewisse Indolenz lbeilen. diesen Tag ganz gleichgültig an fich rcrübcrgeben ließen, obzwar Herr SisrovSko schon durch zwanzig Jahre als Bvrstcher der Tbcvra kadischa und 1u>Heere Jahre lang als Vertreter der hiesigen (sultnSgemeinde in sehr rühmlicher Weise wirket; hat er ja den Bau des neuen TenipclS mit hingedendrn Tiser geleitet! Möge es dem uaermüdlichen Manne »och lauge vergönnt sein, seine segensreiche Wirksamleit für uns sortzusctzcu! — Wie mir Herr Dr. Jelliuek miithcilte, bar der von ihrem 6-Korrespondentki׳ in der vorletzten Nummer erwähnte 0ז Sarua bereits seinen Ttitor ln lasiiomir (rnff. Polen) gesunden. Die liierarlichk Welt wird dem Herausgeber für eine wiffenschaflliche Tditlon dieses tür die Geschichte und die Ritualistik sehr wichtigen Werke« sehr dankbar sein. 8- Wien, '■24. Juni Die in meinem letzten Schreiben erwähnte Adresse au Molltrsiore laute,: ״Hochverehrter, edler Herr Baron! Aus die freudige Kunde, daß die Mauern unserer Stadt so glücklich find. Sie zu bebkibcrgru. rrscheiueo wir, um Jhueu, edler Herr, »lnsrrr Huldigung darzubrinzen. Der GesaugSverein ״Zion" fühlt sich beglückt ') In Frankre ch sind, wie sekner Zeit auch im B- 6bberichtet wurde, einige Synagogen von jüd. Meistern erbaut worden. Red. ") Vorläufige Besprechuog dieser Frage» erlauben wir ua« ualern gelehrten Mitarbeitern sehr angelegentlich zu empfehlen. Red. nnd hochgeehrt durch da« Bewußtsein, seine Gesänge dem «eihe» 1» dürfen, der den Namen Zion« durch fein ganze« Leben verherrlich«, sei»« Stimmen io vosiew Thor« vor dem edlen Manne au« Israel ertöne» zu lassen, dessen ganze« Wirken einen Lobgesang zur Thre Gotte« gebildet. Wir verharren edler Herr, in größter Verehrung und Huldigung. Der Vorstand de« GesaugSverein« ״Zion'. F. Pest, 25. Juni. Ja der SchulsektioaSfitzung vom 17. d. M.. zu der nebst den dirigircude» Lehrern auch Herr Rosenderg H. al« der intelligente Vertreter der Mädchenschule derufea wurde, erfuhren wir. daß von Seite der hiesigen Gemeinde die Antwort auf da« de» wußte Staithaltereireskript. dir Bestellung jüdischer Schuliaspektorell de«!,essend, bereit« erfolgt sei. Nach Angabe de« Präses Herrn Dr«. Hanser sei der Inhalt der erfolgten Antwort kurz aber wchlgegliedert — Herr Dr. Hauser versteht -S. 'immer vortrefflich zu gliedern — folgender: 1) Dank der h. Negierung; 2) Dank der h. Statlhalterei; 3) Dank der d. Geist« lichkeit (??) 4) Trklärung. daß fich in jüdischen Gemeinden, besonder« in Pest immer Männer finden werden, die sich eine Thre darau« machen werden, unbezahlte Lchulinspeklorcn zu sein; hiebei war e« uaver« kenntlich, daß Nedner gewissermassen andeute» wollte, er spreche »ichaus hohlem Fasse, u»d so wie wir den Tiudruck dieser Worte wahrnah« nun. war er auch auf manche der Anwesenden ziemlich groß. Gewiß gesteht jeder der Lehrer, Laß am grünen Tische Männer von Beruf z» dieser Würde saßen, und lagen wirS gerade heraus. Jedermann hält Männer. w,e z. B. Dr. Hauser selbst und K. L. Power, deren Tba - raklcrgrößc, Abel der Gesinnung, Gelehrsamkeit u»d Ansehen als reicher Männer über jeden Zweifel erhaben ist, für Zirrden dttseS Standr«. Nichtsdestoweniger mußte fich rin Lehrer, wie Herr Kobn, der schon vor Jahren sein Jubiläum gefeiert. oder wie der junge höchst geniale Ro» 1 senbcrg, der mchl nmscnst noch heute manche außerordentliche Vorlesung i in der Universitär besucht, und der Ulk ׳einer Jugend die meisten seiuer I älteren (;ollcgcu in, Amte an pädagogischer Bcsähigunz uiid methodo- ן logischem Genie und Talent, wie nicht minder an elementarem Wisse»! weit überragt, solche große Lehrer müßt,» sich schwer gelroffeii fühlen,! da iu dieser Aenßcrung deutlich lag, daß selbe nichts zu hoffen hätten.; 5, Sollten Direktoren in der Provinz durchaus besoldet werden müssen, I so werde hierzu der Schulfond angegriffen. 0) Sollten diese Vorschläge! tu'gcuchm erscheinen, so möge die b. Statlhalterei Vertreter eiuigcr Ge-! meindc» berufen, welche weitere Vorschläge auSzuarberten hätten, j Der eifrige Schulsrennt Herr K. L. Postier legte großen Nach» j druck aus das Mißtraut״, welches die Lehrer die »ub da der Maßregel ' t.'.lgegc,,bringen, all.elci unaegründcle Besürchtnuzen hegend. Tr sprach lncrauf den Wunsch au-, daß dem aus dem Wege der Presse begegnet werde und kcnstaiirte mit Vergnügen, daß ein Mitglied der Sitzung, welches durch seine goldene Feder längst rühmlich bekauu« ist. uuau«« > gesetzt Notizen gemacht zu haben schien. ^Pest, 27. Juni. Wie ich höre, sollen für gewisse Herren, denen dir! Trsül-lluiig von Jesaj 44. 5 so sehr am Herzen liegt, große, mit gelbe» . Läppchen verzierte Zöpfe augcferligt werten. — Dessauer« Naschi-Au«. j gäbe mit deutscher Nebersehung wird hier und io asten jüdischen Ge»! meiuden UngariiS sehr willkommen geheißen. Aste Parteien vereinige» ' sich, das Nnternthmeu zu unttkstütze». O Pest. 26. Jniu. .Historischer Nachlaß de« R. Lewi Me» : jammili" ist der Titel eine« ״Beitrage« zur LeidenSzeschichte de« Jode»- ,humin dem finstern Mittelalter' von Ludwig Porge«, welchrr . dieser Tage d.i Tngel und Maudello erschien, uud t,c weiteste Derbrei- 1 tung verdient. — Da« beliebte NeltgiouSdüchlern Mannheimer« ist i» 2 ' Auflage erschienen. I Prrßdurg, 23. Juni. Vorige Woche hat fich ei» Treni- ן plar de« wahrhaft klassischcn Darkeh schol Thora auch hither verint. I Drr Tlndruck, den da-Werk aus die Ihalmndistea macht, ist ungrheurr!

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