Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 27 (30.6.1863)
- Date
- 1863-06-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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463 464 tausende vou Hioderniffeu in de» Weg stellte», welche j« beseitige» fle weder Kraft noch Energie genug besitze». Doch find fie nicht versäuert und ihr natürlicher eaprit gaulois ha» fie vor- Fäulaiß geschützt. .Menu fie nicht über Kopfweh klage» .So lang der Wirth nur weiter borg» .Sind fie vergnügt und unbesorgt." Diese« lustige Bölkchen kann stundeulang ohne Brod. aber keiuea Augenblick ohne heitere Laune eristiren. Für jede traurige Lage wisse» fie fich mit einem bon mor zu entschädigen; fie wohnen an Premier ütags — on deacendant da ciol, lind könnte auch gar nicht tiefer wohnen, ohne der verpestenden Atmosphäre de« Geld, und Krämervolkc« auSgesetzt ,u sein, in der ihr Genie ganz gewiß ersticken müßte. Die armen Glückliche»! — Der Eine wäre vielleicht ein Horace Bernet geworden, und sein Pinsel hätte manche Episode au« den algicrischen Kriege» meisterhaft wiedergebrn können; e« fehlte ihn, wahrlich nicht da« Talent dazu, aber seine schwachen Mittel erlaubten ihm nicht einmal, rin Atelier aufzunehmen, seine Mansarde hat aber kaum Platz für rin kleine« Genrebildcheo. wel» che« er. ehe e« noch recht getrocknet, einem Dildermäkler um einen Spottpreis an den Kops werfen mnß. Der arme Künstler wußte gar oft die Slijtt verschachern, ehe er sie auSsühren tonnte, ja er war bi«, weile» gezwungen, die bloße Idee zum Bilve zn verpfänden, um während der Zeit, die er zur Darstellnng der Umrisse »ölhig hatte, nicht hungern zu müssen. Der Unglückliche! Wäre er doch nur halb so reich an Drod. al« an Ideen! Der Andere hätte eine Sonate eomponirt, mit der er Himmel und Erde zu Thräncn gerührt haben würde, wenn er aus seinem zerrissenen, fast bodenlose» Strohsessel nur sorgenfrei hätte sitzeu können, wenn die Disharmonie seine« Leben« seine göttlichen Jnspirationcn nicht schon im Keime erüickt hätte; aber der erste eine« jeden Monate« ist eine Paule tWarnm nennt sie der Franzose acttipir?), die seiner Muse Schweige» gebietet. Der Arme kann nicht einmal seine geringe Mietlie bezahlen, »nd der »nerbittliche Hausherr ist so pünktlich. > und die strenge Polizei ließe ihn ja nicht einmal unter dem freien Himmelszelte schlafen. Da zerreißt er seine entworfene Sonate. schreibt dafür kiiicn namenlosen Tan,, und verkauft srinen Namen und seinen Tanz einem reichen Musiker, der sich wohl einen Namen, aber nicht einmal einen Tanz zu machen versteht; glücklich, wenn ihm diese Arbeit seine Mansarde für dir folgenden dreißig Tage znsichcrt. Der dritte ist Poet, und wäre vielleicht rin Lamartio geworden; der Letzte endlich ein verküliimerler Filosof oder Geschichtsschreiber, der nicht zu einrm Eonsin oder Tbier« heramvachsea konuie. Allen wirsen nicht ausgekomnitncn Talenten haben die kleinen Mittel gefehlt; ein wenig Sonne halte ihre Blüthcn gefördert, uud ihre Früchte her, angereift und sie wären gediehen zu ihrem eigenen Heile und zum Nutzen und 'Vergnügen der Menschheit, aber .... sie stehen leider auf der letzten Seile de« Buche«, und befinden sich uuter der Rubrik: Lrrata. — Alle diese Persönlichteiren. die Sie da oben aus der letzten Seite de« letzten Kapitel» in unterm Buche aotreffeo. find die Druckfehler in der menschlichen Gesellschaft. Ich bemerke, lieber Leser, daß Ihnen die Luft da oben zu schwül wird. Wir wollen hinuuler, und in« Freie. .... »Die Zeit kommt auch k>eran ,Wo wir wa« Cul'S in Ruhe schmausen mögen.* Louis Schnabel. 8. Paris, 24. Iunl. Au« der letzten Nummer der ,Archive« Jsraeliies" ,st rrsichllich. daß sechs Juden in den gesttzgebeuden Körper gewählt wurden: Fould Eduard. Fontv A. (der Sohn). J-val Leopold, Pereire Emil, Pereir, Isaak. Pcreire Eugeu. Daß Kö11ig«warter io der hiesig,» Stadt nicht wieder gewählt wurde, werdrn sie au« den Po, litischeu Journale» ersehe» habe». Unter de» Künstler», welche ihr» Werke diese« Jahr au«gestestt habe», befinde» fich zwanzig Jude». mei> Maler. Mehrere derselbe», wie Lämmlein, Ulmaun, Moyfr, habe» bib« lischt und jüdische Stoffe gewählt. Mopse'« ,thalmudische DiSknffio»" sollte von jeder Ihrer Ieschiwa'« aogeschafft werden. Al« eine» srltf», meu lapaug calami notire ich dir Angabe der ,Archive« Israelit«»", daß Dr. Nieffer den judenseindlichen dentschen Schriftstestera Börne» Bruno Bauer. Paulu« .... entgegri-getreten sei sNr. 10. S. 408). Die französischen Inden find wirklich so vollständig nationalistrt, daß sie sich um die Spezialitäten der ausländischen, und namentlich um dir der deutschen Literatur gar nicht kümmern. Bekanntlich ha» Börne z» Gnnstcu der Juden »nd Nieffer zn Gunsten Börne'« geschrieben. Börne j selbst erwähnt in seinen Briefen Nieffer'« Schrift, welche io Drau»» schweig gedruckt wurde, nachdem sie in Hamburg »nd Altona verböte» worden war (16. Dr. Aof.)> D. Frankfurt ain Main, 2l. Juni. Die ,Oboliba" von »nsrrm E a r,» o l y schreitet rasch ihrer Bostendung entgegen. fl» die Ihne» bereits genannten Erzählungen »nd Notizen reiht sich würdig: Der Tanz zum Tode. Mein ehrenwerther Freund Simsoo, oder die jüdischen Künstler in Preußen. Die drei Wunderdinge, oder der gefangen« Vogel. Ein Nachweis über die l׳!storischcn Elemente wäre am Schluffe des Buches vielen Lesern e׳ue höchst willkommene Zugabe. b'. Leipzig, 22. Juni. Der Verein für die geistigen Jutereffe» in, Judcnthnmk hat, wie ich Ihnen ans zuverlässiger Quelle melde» kann, das Mendelssohn - Hau« in Dessau für den Preis von 2600 Thalern auf eigene Gefahr bereit« angekanst. damit der Besitzer, von der Absicht des Vereins unterrichtet, seine Forderungen nicht zu hoch spanne. Es gilt aber nicht nur, diesen Preis aufznbringen. vielmehr muß der Verein kräftig nuterstützt werden, damit eihm gelinge, eine de» Namens Mendeloiobns würdige Slisiiuig in« Leben zu rufen. In einer Kriminalsitznng vom »7. Inui in Stettin mußte eine Anklage deshalb vertagt werben, weil eiu Zeuge, der Dicnstmann Jakob Israel, zu keinem NeligionSbekeiintnisse gehörte, »ud daher nicht vereidet werten tonnte. Von einer jüdischen Mutter geboren. ist er später i» eine evangelische Schule geschickt, aber weder zum Ehristeuthum über» getreten, noch iu der jütischen NeligicnSlehre unterrichtet worden. Der zur Abnahme des Schwur« znzezogeiie Rabbiner erklärte, dem Zeuge» den Schwur nach jüvilchcm Nitn« nicht abuehmen zu können, da er von de» jüdischen Rcligionslebreu keine Kenutniß habe, und ebeuso wenig sah sich der Gerichtshof iu der Lage, den Erb nach evanzelischem Nilu« ab, | zunehmen. Die Anklage war schon früher aus demselbtti Grunde per« I tag», und dem Zeugen anfgr.zeben. sich einer NeligionSgesellschast auzu» schließe», wa« indeß bi« jetzt »och uicht erfolgt ist. E« wurden deshalb ן dir Akte» der StaatSanwaltschat« zurückgtstcstl, um einen andern Zeuge» | an Stelle de« Israel vorladru zu könne». Trier, 4. Juni') Das Gutachten unser,« ehrwürdige» Oberrabiner« Kahu io der Beilage zu Nr. 21 de« B. Eh. über den Ei» wuro jmlaico hat hier freudige« Aussehen gemacht, da e< einen gläa» zeuden Beweis seiner Nueigeunützigleit liefert, indem die jüdischen Eid« ihm keine nnbedeutenden Ncveuuen zusühren. 6s ist astgemein bekannt, daß es lediglich den Bemühungen dr« Herrn Rabbiner« za danken iß. daß aus dem hiesigen Zuchlpotizeigerichle seit 16 Jahren kein jüdischer! Zeuge mehr uwro jndaico beeidigt wird, wa« früher wöchentlich zwet bis drei Mal vorkam uud wofür jedeSmal 21 Sgr. bezahlt wurde». — Am Sabbathe ') vor dem Schabnothfeste. nämlich am Rüsttag, diese» •) Durch Zufall verspätet. Red.! ') Eiu hyperorthodore« Mitglied unserer Gemeinde bemerkte» I daß man am Sabbathe uicht £23יר fr!» darf. Er hätte sich au« dr»