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Ben Chananja · 1863-06-24 · 26 (24.6.1863) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
26 (24.6.1863)
Date
1863-06-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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439 440 Darstellungen; aber schwerlich wird der Geschicht-maler in den biblischen Erzählungen von diesem Helden rin einfachere« und zugleich reichere« Motiv finden, al« da« hier benutzte. Da« kolossale Bild zeigt nn« den Richter Israel«, vor dem Tausende zitterten, in der Miite der Philistrr die niedrigste Sklavenarbeit verrichtend; nackt, nur in einigen Fetzen seiner ehemaligen Pracht gehüllt, dreht er. gefesselt an Händen und Füssen, den schweren Mühlstein, während der ,lende Sklavenhüter, — nach dem Verbände um Stirne und Auge zu urtheilen, ein Invalide au« der Schlacht mit dem EsclSkinnbacken — auf dem Mühlsteine sitzend, mit der Schadenfreude de« Feigen, ihn durch einen Stoß im Rücken mit kincm langen spitzen Rohre vorwärt« treibt und ״m dir Gunst und den Beifall seiner Herren buhlt, welche boshast grinsend zur Tküre binauSeilcn, indem der noch gefürchtete, wehrlose nnd geblendete Feind aus seinem schweren KreiSgange sich ihnen näherte. Welch eine tragische Größe liegt nicht in dieser Composition! Der einst in allen Schlachten unüberwindliche Held hat nun bereits jeden Gedanken an Widerstand ausgegeben: er geht wie das Lastthier vor der Peitsche des Treiber«. Da er sein eigener und der Herr seiner Völker war und die ganze Welt vor seinen Blicken auSge reitet lag, sah er nicht ans ein bestimmleS Ziel und wählte er keinen bestimmten Weg; jetzt muß er bliudbin der Bahn folgen, welche die Fesseln abzirleln, in rastlosem KrnSgang, immer vorwärts, aber nicht weiter. Fr wirst sich mit seiner ganzen Kraft vorwänS gegen die Stange, womit er den Mühlstein tr 1 ht; in der Anstrengung sucht er Betäubung; mit dem Korne uuier dem Mühlstein zermalmt er zugleich die Erinnerung deffcn. was er einst war und den Gedanken, was er hätte sein können. — Bon den übrigen mehr oder weniger gediegencii Eoueurreuzar denen erwähne ich noch ein größeres Gemälde, von einem jüdische» Künstler Jakobscu von hier, darstellend ״AhaSocruS und Haman beim Gastmahlt der Königin Esther." — AIS Foiieurrenzarbciicii für eui äkuliches Legat de« genanulen sei. Eibcnschütz für biblische Slnlplurarbeiten habe» zwei Künstler dcnselbc» Stoff als Gegenstand der Darstkllung gewählt, näu.lich ״Abraham auf der Wanderung mit Isaf zum Berge Morija." Macht eS aus den jüdischen Beschauer schon eiiieli erbebe nt cu Eindruck. die heilige Geschichte unserer Vorzeit durch solche Meisterwerke verherrlicht zu sehen, so wird dieser Eindruck noch durch den Gcianlc» erhöht, daß eS liier eine jüdische Mnuisizciij ist, vo» der die Anregung und Aufmunterung zu diesen Kunstwerken auSgeganzen. Inland.!!!! l?. Wien, 15. Juni. Die ״Wiener medieiuische Wochenschrift" vom 5. d. schreibt: ״Die neu systcmisirte Stelle eines Armen-Ohrenarztes für die Stadt Wien wurde dem Dozenten der Ohrenheilkunde. De. Adam Pollitzer, verliehen. Dr. Pollitzer hat in kurzer Zeit durch seine anerkannt auSgezeichnclen Leistungen aus dem Doppelgebiet der Wiffenschasl und der Praris der Oliatrik sich bereit« einen ehrenvollen Ruf. und zwar verdientermaßen erworben. Daß man sich von einer gewissen Seile der dennoch bemühte, diese Ernennung zu vereiteln, ist natürlich; gibt e« doch immer Leute, welche e« nicht gerne sehen, daß talenivollen und strebsamen jungen Männern da« nöthige Material für ihre Arbeiten zugänglich gemacht werde. Der Herr Statthalter Graf ChorinSky ist jedoch anderer Ansicht, ihm ist e« zumeist zu danken, baß gewisse 3ntrigurn nicht durchdringcn konnten .“ — Dem Angeführten wollen wir dlo« hinzusügen, daß Herr Doktor Adam Pollitzer — Jude, und zwar ungarischer Jude ist. Man wird sodann leicht vermnthen können, welche Bewandrniß e« mir den ״gewissen Jntrigueu" hat. deren Besiegung dem Herrn Statthalter ChorinSky zu danken ist. Die Besetzung einer städtiicheu ärztlichen Anstellung durch einen Juden ist eine für un« zu erfreu׳ liche Thatsache. als daß wir sie nicht dem Leserkreise de« ״Beo Chan." sogleich mitzutheileo un« beeilten. Auf dem Gebiet der Ohrenheilkunde begegnet der genannte Dozent in Dien nur einem Ebenbürtigen, und da« ist ebeofall« ein Jude, der Dozent Dr. Grube. Sie sehen als», daß eie Otiatrik an der Diener Hochschule und in der Wiener Pearls vor der Hand »»«schließlich in den Händen der — Juden ist. Nicht die Ohrenheilkunde allein ist e« jedoch, welch, unter unseren Glaubens« genossen an der Hochschule würdige Repräsentanten zählt. Vor allen nennen wir hier den im verflossenen Jahr einstimmig zum außerordrut» lichen Professor ernannt,a Dr. Zeissel, deffcn gediegene Vorträge lüber Syphilis) seit mehr al« einem Decennium einen weiten Kreis von in- und ausländischen Zuhörern anzicheo. Herr Dr. Isidor Neu» m ׳un. Dozent für Hautkrankheiten, vertritt sein Fach mit ebenso viel Eifer als Scharfblick, dasselbe gilt von Dr. Benedikt. Dozent für Elektrotherapie, ein Fach, welches trotz der bedeutenden Frequenz und des enormen Material« der hiesigen Schule, bis nun brach gelegen ist. Auch die Laringo-kopie, der neueste Zweig der Diagnostik findet bereits in einem Juden ihren Lehrer uud Bearbeiter. ES ist dies der Dozent Dr. Stärk. Die Zab! der Dozenten mosaischer Religion an der Wieue r Hochschule steht zwar in einem günstigen Derhältniß zu der der Do» z.nten christlicher Religion; sie ist aber noch lange nicht der Werth» Messer der Befähigung uud der Strebsamkeit der jungen jüdischen Aerzte dieser Schule. Man bedenke, daß »och kein Jude Assistent eineS ordent» lichen Professor-, d. b bei einem obligaten Lehrsache werden konnte; daß somit die jungen Kräfte jüdischen UrsprunzS, wenn nicht durch dasichtbare Derrammeltscin ihrer Earriürc der Aufschwung schon im Keime erstickte, sich auf die Eultivirnug nicht obligater Fächer werfen mußten» die nach langer Arbeit einen verhältnißmäßig nur geringen niaterielleo Ertrag liefern. Wie viel Talente sind durch die Ungunst der Verhältnisse für die Wissenschaft im Allgemeine» und für die Ehre de« Jndcnthum« verloren gegangen! Noch ist kein Jude Assistent an einem obligaten Lcnrsach ober Primararzt an einer Eivil-Krankcnanstalt. Es wäre wahr» lich an der Zeit, daß in dem heutigen Oesterreich, welche« da« Banner der Liberalität hoch cmporzuhalten sich bestrebt, die beengenden Schranken »ikdergcrinen würden, damit die Bahn des wissenschaftlichen Streben« frei von Hindernissen, eine Arena werde, aus der es Jedermann gegönnt sei, den denkwürdigen Spruch zu bewahrheiten. ״Wissenschaft ist Macht!״ Mi. Wien, 15. Juni. Es ist ein weit verbreitete- Dorur» lheil, daß die jüdische Jugend Wiens bloS einen spärlichen Unterichl nt der hebe. Sprache genieße, in der das Buch der Bücher geschrieben ist, in der Israel seit Jahrlausenden seine Blti-, Dank-, Klage, und Jubelge» bete gen Himmel sendet. Die im vccflossciieu nnd in diesem Monate stangesundenen Prüfungen in den zahlreichen Pcivatanstaltcn haben jedoch dargcthan, daß die Zöglinge derselben in der Bibel, wie in der hebräi» schen Grammatik, bedeutende Kennlnissc erlangt haben, daß die Jnsti« luISleiter diesem wichtigen Gegenstand, eine vorzügliche Sorgfalt uud die Lehrer ihm einen besonder» (Sifec widmen, wie di,«, wa« sehr zu bedauern ist, in vielen sogenannten hebräisch-deutschen Schulen nicht geschieht. — Viele meinen. man möge über die typograzhische A uSstattung aller in den polnischen Druckereien erscherneiicen Werke rücksichtSlo« den Stab brechen, eine Vergleichung jedoch der in Warschau erschieneueu vorher noch nie edirten Novellen zu zwei Traktaten von R. Niffim und R. Salomo b. Aderet mit dem unlängst in Leniberg zum zweiten Male erschienenen kkorek Nevoche haseman vo» dem sehr gelehrten N. Krachmal sel. Andenken« zeigt, daß das Druckgeschäfr in den von kämpseuden Schaaren durchzogenen Polen doch viel besser geübt wird. al« in dem friedlichen Galizien. 8. Wien, 21. Juni. Montefiore hat da« Ständchen de« Zionvereines abgelehnt, indem er in Trauer ist. Der Verein überreicht ihm ,in, englische und deutsche Adresse. Der Verein, dessen Dirigent

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