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Ben Chananja · 1863-06-17 · 25 (17.6.1863) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
25 (17.6.1863)
Date
1863-06-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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427 42S würfet auf unsere Schule um so nachtheiliger wirken, da sich diese gegenwärtig einer hier noch nie genossenen Pflege erfreut, deren feuchtreiche Ernte sich bei feer letzisiattgehabten Prüfung überraschend bt* währte, eine Erscheinung, feie auf feie hiesigen Gemeindeglieder bereit« solchen Einfluß übte, daß sie feen längst gefaßten Entschluß zur Auflö« sung der Schule und. zur Errichtung von Privatanstalten fahren ließen, obgleich die Erhaltung feen weniger Bemittelten beträchtliche Opfer kostet. Auch wurde der Schule, feie bisher nur aus zwei Lehrzimmern bestand, der an. grenzende prachtvolle Sitzungssaal für die 3. Elaffe eiugeränmt, ein Umstand. der der Intelligenz »ud Opserwilligleit unseres Vorstandes, der Herren Joses Fischer. Z. Möller und St. Hahn ein glänzende« Zeugniß ausstellt. Unserem Präses H. Iof. Fischer hat aber die Schule auch außer, dem Vieles zu verdanken. So hat er ihr eine Lchrerbibliothek und noch andere Schulreguisikten auf eigene Kosten angeschasst,!!. obgleich die Schulgelder zum Theil sehr schwer, thcilS aber gar nicht einlaiiseu, läßt der Bikdcrniann den Lchrergehalt dennoch immer pünlilich verabfolgen, indem er aus eigener Tasche die Mittel dazu vorstrecki. TadelnSwerth stiiden wir jedoch die Eiurichtuiig, zufolge der die Lehrer, die der ebr» würdigen Herlömiiilichkeit gemäß leine Stimme in Geiueindeaiigelegenbntcn haben, dennoch mit Gemeindesteuer (der sogenannten Gadella, die muidestenS jährlich aus!2 st. ö. W. sich beläuft) belastet sind. Demzufolge hat ein verheirateter Lehrer bei seinen ungleich höher» Bedürs. nissr» dennoch um 12 st. weniger IahreSgrhalt, als sein lediger AmtSbruder. Indessen versprechen wir cs uns von der Humanität nnirres Vorstandes, daß derselbe, sind einmal die Gemcindcangeltgeuheilen geordnet, auch diese,! Mißbrauch abschassc» werde. Ja wir wagen sogar die Behauptung, daß dieser den in Nr. 17 d. Bl. verösseiillichicu sehr gelnngcncu Entwurf unseres wackeren Eollcgcu. Herrn Schönselb, nicht nur billigen, sondern thatkräsiigst unterstützen werde. so nur in größer» Gemeinden der Anfang dazu gemacht würde. Iu dieser Behauptung bt» rechtiget uns außer einer bereits gepstogenen persönlichen Rücksprache, die überraschende Nachricht, daß der edrlmüihigr Vorsteher zum Woble der in Jerusalem nenkrcirtcn österr. Ehevra Kadischa cincii Fond von 100 fl. ö. W. anlcgte. Gott segne ihn! Ofen, 10. Juni. Freue dich, tu einst beseligendes, »niiiiiehr bei Seile geschobenes Ehelerlhum sEheder: Winlellhaliiiudschule)! dein Messias nahet. — Hülle dich hingegen in Sack und Asche. schnüre dein Bündel, nimm den Stock zur Hand, armer geprüfter Lehrer, und halte dich bereit zur Wanderung. — In de» ״llugarischcu Nachrichten" vom 31. Mai will der Schreider des Artikels . ״Die Niitonouiie der israelitischen Gemeinden" in Er» ׳alirung gebracht haben, daß die kön. »ng. Negierung die Absicht habe, den isr. Gemeinden die völlige Autonomie über die Schul, einzuräuincn. 1111«, die wir glauben, daß die kön. ungar. Negierung die isr. Schule genau kennt und de» Unterschied zu bemessen im Stande ist. der obwallet zwischen der jetzigen Schule, die täglich einen höher» Ausschwung und gedkihlichern Fortschritt nimmt, und dem ehemaligen Eheder, will es bedünlcn. daß die kön. »»gar. Regierung sich noch ein Wenig Zeit lassen werde zu diesem Schritte, der für die jüdische Schule verhäng- »ißvoll werden müßte. — Die Hobe Negierung wird schwerlich vergesseo baden an das Vorgehen der Gcnieinden gegenüber den Lehrern nach dem 20. Oktober, als mau nur noch glaubte, man werde autonom werden: wie da eine Masse von Lehrern ohne alle Ursache brodlo« gemacht wurde. Man sehe nur hin auf jene Gemeinden, wo die Schulbehörde die ganze Energie ihrer Machtvollkommenheit nicht entwickelt, wie e« da mit der Schule aussieht und mit der in feen Himmel erhobene» israelitischen Erziehung, über die sich jener Artikel so salbungsvoll ergießt. Man sehe aus Schütt-Szerdahely, wo die Schule bereit« völlig ausgelöst und die armseltgen Winlelschuleo wieder Platz gegriffen haben, und auf gesinnungSverwandte Gemeinden, und mau wird die Ueber» zeuguug gewinnen: ohne Jnterveuriou der Schulbehörde keine jüdische Schule! Der in früherer Zeit so sehr beliebte Lehrer» Wechsel wird wieder in seiner ganze» Glorie austreien, und alle ,S'ma»", fe. h. alle sechs Monate wird ein anderer Lehrer eine andere Methode, andere Gesinnungen, andere Gefühle in feie Schule bringen. - Und wie wird eS mit der Unparteilichkeit fee« Lehrer«, der ersten Bedingung des Gedeihender Schule, aussehen? Der Arme wird sich gezwungen sehe», »ach jener Richtung hin alle seine Kräfte anzuweudea, woher er in seiner Stellung gestützt und gesichert werden kann. Während da« Kind de- Vorsteheralle Sorgfalt und allen Fleiß fee« Lehrer« absorbiren wird, wird da« Kind de« Einflußlosen unter spärlichem Zufluß der belchrrnden Sonuensirahlen traurig verkommen. Alle« war schon da! Wir sprechen aus Erfahrung. Was die Methode, Schulcinrichtunz, da- Schulwesenverstänfeniß der israelitischen Vorstände betrifft — damit ist e« nicht gar weit her. E« ist eine Illusion, wenn man meint, etwa« zu wissen, wa« man nicht gelernt. Und in diesem letzter» Falle sind doch wohl neun Zehntel feer israelitischen Vorstände. Denn nicht Doktoren der Med., der Filososie, Ehiriirgen, deren es überhaupt meisten« nur in größeren Gemeinden gibt, nicht in Tbalmudschnlcn gereiste Jünger de- Thalmud« find es, die eine Schule, wie sic Zeit und llmstände erheischen, einzurichteu im Stande sind. Ank! bat man in früherer Zeit selbst aus diese Heere» nur wenig Rücksicht genommen! Wenn der behördliche Direktor edel und nieuschensrenndlich, io richtiger Würdigung des LchrerstandcS. bei manchcin Fehler von Seiten de- Lehrers oder bei ungenügendem Resultate der Prüfung selbst, m hiz bleibt, in Anbctrachl der ihm nur z» bclanntcu Mühen und Plackereien des Lehrers und daß dieser auch nur Mensch ist — denselben tote * töte zurcchtwclsen wird, will der israelitische Direktor oder Prüfung«» kommiffär nicht die Resultate der Schule sehen, nein, sich will er als Gelehrten zeigen, indem er den Lehrer, so dieser nicht sein Günstting ist, zu prüfen und dadurch nur zu oft »m seine Stellung zu bringen sucht. Endlich inöchle» wir dem Verfasser jene« Artikels wünschen, nur ein Iabr unter ausschließlicher Herrschaft ccucs israelitischen Vorstandes als Lehrer zu snngirc«. Menschen, die zwischen der Köchin und dem Lehrer nur wenig Unterschied machen, oder zu machen verstehen, die da sagen: ״Ich zahle ihm, er muß mir dienen". ״Wenn der Lehrer mir nicht gefällt, so muß er augenblicklich auder Schule" u. A. sind wohl am wenigsten geeignet. Autonomie in der Schule auSzuübeo. Wir könnten als Belege Thatsachen anführen. ES kann unmöglich jene» Artikel rin Mann geschrieben haben, der die israelitische Schule unter israelitischen Vorständen kennt; es scheint uns vielmehr jener Artikel von einem jüdischen Vorstande herzurühren, dem der Mund nach der himmlischen Manna der Schulherrschast wässert. Man blicke nur ein wenig in de« Nachbar« Hau« jenseits der Karpaten, wo die Regierung die Schule und die Erziehung nur der Gemeinde überlassen hat, wie es da mit beiden aussieht. Unsere unmaßgebliche Meinung geht dahin, daß die kön. ung. Regierung r» wohlweislich unterlasse» wird. ein Gesetz zu geben, welchesie später, vielleicht durch die möglichsten Vorkommnisse gedrängt, zurückzunehmev sich gezwungen sehen dürfte ״) *I Der Herr Korr-, ein im Schulwesen sehr erfahrener Man», siebt gleichwohl;»schwarz. Di« in Aussicht gestellte Autonomie wird sicherlich nicht der Willkür Thür uud Thor öffnen. Da- Statthalterei-Iutimat redet auch nur von einer Mcdisikatio» der die Schulen beaufflchtigeode» Organe. Red.

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