Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 25 (17.6.1863)
- Date
- 1863-06-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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425 42 r״,h Karl Heyman in Berlin hat die Anstalt mit Schulbüchern bedacht (S. 7). Dem Unterrichte find Dienstag, Doouer-Iag und Sonnabend zwei Abendstunden geweiht. A OerdUN, Ende Mai. Don dem durch seine Gelehrsamkeit, wie durch sein ernsteliterärische» Streben gleich au-gezcichnelen Rab« feiner Isaak Levy ist soeben erschienen: 1.0s veillöes du Vendrcdi, morale cn exemplcs, »in Werkchen, dajüdischen Kindern nicht warm genug empfehlen werden kann'). Inland. Gr. Kanizfa» 8. 2!>ni. Nach langem Hoffen und Harren fiinimert denn doch ein Fünkchen konstitutioneller Freiheit für die jüdische Bevölkerung unsere- Vaterlandes. dawir nicht gering anschlageu dürfen. Die Selbstständigkeit der lliitcrrichtSlcitung, die anlonome Schule! Die kath. Geistlichkeit hat die Vormundschajr derselben in die Hände der höchsten LandeSbehördc zurüekzclcgt-, ob, weil ihr die Aussicht über den religiösen Unterricht einen Zwang kostete, ob, weil den wenigsten L. Jnsp. die hebräische Sprache eigen ist, oder werk in Folge der Gleichberechtigmig eine NcligicnSgcnosseiischasi über dir andere keine Suprematie üben soll »nd darf — cS ist uns einerlei. So viel ist ungewiß, daß die h. Statthaltcrci die Autonomie der jüdischen Schulen um so sicherer keststellen kann, als ekaum eine jütische Gemeinde im Vaterlande gibt, die nicht Männer besitzt, denen da- Schulwesen in alle» Vczichungeu anvertraut werden könnte. Dlirkcn wir in die Dcrgaiigcnbrit zurück. so hatte unsere hiesige über (iOO Kinder zählende Schule seit dem Bestände der neuen Ord- »!mg d. i.!0 Jahre sich nur zweier Schulvisilaltonen von Seile der lalh. geistlichen Leitung zu erfreuen. Cs ist also, uni der Wahrheit da- Wort zu reden, in der Umgestaltung der^Dinge faktisch wenig vcrlcrcu und wenig gewonnen, und cS bleibt nach Ivle vor die eigentliche Lertung unter Beobachtung der gesetzliche» Bcrschristcn der jütischen Lokalschul- Inspektion anvertraut. Für die Zukuust aber drängen sich uns einige Beuicrkniigcn ans tic wir nicht uiiterdrülken könncu. > 1) Ist nun die konsefftonellc Schranke gefallen, und »ictiit rS | tit kath. Geistlichkeit mit uns — wie wir nicht bczwcisclu — aufrichtig-, | jragcn wir: soll die Prohibitionsiiiasiregel sorlbcstehcn, wonach kein kaj tholtsches Kind in einer jüdischen Sclmlc Ausnahme finden darf? ן 2) Bei dem Nnistaiitk, Laß jetcr Gcmcintcticnst herkömmlich von Seile der Mitglieder gratis geleistet wird, steht der Jnspeklion die Alternative zu. entweder sich besolden zu lassen, oder um der Ehre willen scsort aut ein Cntgeld zu verzichten: im ersten Falle, fällt sie der nieist erschöpslen Gcmeintckassc zur Last, im zweiten Falle könnie oft der thal. Mttttschc Grundsatz Anwendung siuden: אסיא ז״כדגן —2רבן נען שווי! Wäre dem Zwecke nicht besser entsprochen, die Besoltung der Inspektion aus de» Mitteln debestehciiden SchulsondeS stießen zn lassen? 3) Durch die Enthebung der geistlichen Bcausfichtignng ist eine andere Glieterung nölhig. Wir stellen uns z. B. eine Gencral-Jnspekiion für jedes Komitai oder jeden Distrikt und eine Cciilral-Jnspektton in Pest vor, die ihre Referate direkt an die Statihallerei leitet, und von dort Instruktion Behuf der weitern Berbreilung empfängt. Ist es bei diesem Bewaiidniß nicht geböte״, eiue speziell jüdische Bertreiung für CultuS uud Unterricht brr der höchsten Stelle Platz greisen zu lassen? oder wäre hier nicht der Ort, an jörmliche Consistoricn anzukiiüpse», die auch die Leitung de- Schulwesens über sich nehme»? Wir hoffen, daß die anszesorderten Gemeinden diesen zeitgemäßen Entschluß freudig begrüßen und in ihm den Beginn einer bessern Zeit erblicken werdrn. Lövy. *) Wir sind hereit, die Anschaffung dieser »1 der That sehr treff. kicheo Jugendschrift aus Derlangen zn vermitteln. Red. Gr. BecSkerek, Ans. Juni. Auch drr hiesigen Coltn-g meinde ist Seiten« der städtischen Jurisdiction die Anzeige gemacht wvi den, daß der kön. ungarische Stattbaltereirath mittelst Erlasseddo. 20 April l. I., Z. 33,169, bestimmt hat, daß in jedem Schulbezirke zwe׳ oder drei besoldete Inspektoren bestrstt werden mögen, welche die jüdisch. Schule beaufsichtigen. In der hierauf stattgefundenen Sitzung drr isr. CultuS-Repräsentanz wurde die erwähnte Zuschrift, sud Z. 564, dahin erwietert, daß man zwar die wohlwollenden Intentionen der h. Ungar. Stalthaltcrei dankbar zu würdigen wisse; wajedoch die anznstellenden Inspektoren betrifft, so kann sich die Gemeinde durchaus in keine Verpflich» tung einlaffen, da in dem hiesigen Rabbinate bloS eine einzige wohlcrganisirte Schule, und zwar in Gr. DeeSkerek bestehe, während dir übrigen in diesem Bezirke wohnhaften Israeliten in 50 Ortschaften spo« radisch vcrthcilt sind und nirgends eine gehörige Schule besitzen. Hierzu gesellt sich noch der Nnistand, daß die CultuSgenieinde, wie die zahlreichcn Filialen. überbürdet sind, indem das Schul-Dudgct allein 2300 st. ö. W. beträgt, welches bei den mißlichen Zcitvcrhältniffcn nicht erhöht werden kann. Man muß eauch anerkennen, daß »iiscre Gemeinde in Bezug aus ihre Lehranstalt, ihre gottesdienstlichen Institutionen »nd insbesondeie, was die Thcilnabme an der Förderung religiöser und humanitärer Interessen betrifft, eine achtungsvolle Stellung unter den erleuchtetsten Gemeinten Ungarns einnimnit. Die Schule stand vor dem Jahre 1848 unter der alleinigen Aussicht des Vorstandes, und als die h. Regierung im Jahre 1853 dir Jnspeetioii der jütische» Schule der hochwürdigen katholische» Geistlichkeit übertrug, so wurde dennoch Seitens des Vorstandcs eine Commission, bestehend aus drei der intelligentesten Gemcindemitglieder. ernanni, welche den Lehrern als Bcirath dienten, um im Vereine mit unserem verehrte» Herrn Rabbiner, der da- Lokal- Direktorat mit hizigebungSvollcr Thäliglcit ausübt, alles für die Schule Heilsame und Ersprießliche anzuordncn. Da nun diese Männer niemals eine Remuneration beanspruchten, und die Privatschnlen im Modoser und Gr. AceSkereker Bezirke ebenfalls durch den Herrn Rabbiner inspizirt werden, so finde, man keine Veranlassung, die Nothwcndigkcit einer Bezahlung der Schul-Jnspektoren zn befürworten. Wir sind übrigens begierig, zu erfahren, wie sich die anderen Gemeinden des Vaterlandes bezüglich des oberwähntcn Erlasses äußer» werde» — fast fürchten wir, daß diese Anerkeniiiiiig unserer Autonomie neuerdings den EriSapscl in manche Commune werfe» wiri; denn die PaUcisucht wird auch diese Gelegenheit ergreifen, um sic für ihre Sonderintercssen auSznbeuten. Herm. Brill. A. R. Moor, 8. Juni. Auch an die hiesige Gemeinde erging eine behördliche Anfrage, ob sic sich einen Schulinspektor aus ihrer M tte wählen und womit sie denselben honoriren wolle. Mit letzterem Punkte, will und kan» sich indessen die hiesige allerdings unbcm ittelte Gemeinde schwer verständigen, obgleich cS dem hiesigen wackern Rab. bincr, Herrn PH. Schlesinger, der vortrefflich ausgerüstet mit thalmudischcn und wtltlichem Wissen, für Fortschritt uud zeitgemäße Bildung ringt, wohl anstchen würde, wenn er bei seinem beschränkten Gehalte durch irgend welch aktuelle Sporteln in die Lage versetzt würde, a»Sschließlich seinem Berufe leben zu können, und als Seelsorger nicht zugleich seines Körpers wegen sorgen zu müssen. UeberdieS ist ja auch mit dieser Erwrltcrunz seines Wirkungskreises auch die AmtSobliegenheit des Rabbiners bedeutend erschwert, Iionos kadet onus — indem er die Schule nicht bloS zu überwachen, sondern zugleich als leitender Mentor sich den Lehrkrästen sactisch anzuschließen hat. Der in Aussicht stehcnben Autonomie scheint der vor Kurzem aiigelangte h. Statthalicrei-Erlaß zu widersprechen, zufolge dessen der hiefigen isr. Gemeinde anbesohlen wird, auf den durch eigene Wahl be. setzten Lehrrrposten einen KonkurauSzuschreiben. Ein Lehrerwechsel