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Ben Chananja · 1863-06-17 · 25 (17.6.1863) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
25 (17.6.1863)
Date
1863-06-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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429 430 T. Kula, im Juni. Di» hiesigen Gemeiudezustände muff«, auf den fremden Beobachter den wohlthätigsten Eindruck machen. Holdselige Eintracht verbindet di» Gemeind» zu »dlea nnd zeitgemäßen Destrebungeu; dir GemeioLeinflitute sind im fröhlichsten Gedeihen b,griffen. Ohne Hilf» von außen hat die Gemeind» vor drei Jahren den Bau ihrer schönen Synagoge vollendet; die inner» Einrichtung wird, sobald Gott günstigrre Geschäftszeiten eintrrten läßt, in Angriff genommen werden. Der Almemor steht nicht nur unmittelbar vor der heiligen Lade, sondern rr erstreckt sich — wie in den Wiener und Pester Cynagogea — über die ganze Breite der Synagoge von Süden nach Norden. Zur Rechten find die Sitze für den Rabbiner und den Gemrinde- Vorstand. zur Linken für den Cantor und den Chor angebracht. Die Gemeinde verzichtet auf die Beträge, welche da- Plus von Sitzen ringebracht hätte, um dem gute» Geschmacke Rechnung zu «ragen. Der Cantor Wiltmann erekutirt di, Gesänge mit einem gut grschulten Chor vortrefflick sein Gebelvortrag läßt nicht« zu wünschen übrig. Der Liebling der GcmeiiiLr und der ganzen Umgegend, der den Freunden der jüdischen Journalistik rübmlich bekannte Rabb. D. L. Straßer,bereieet seinen Zuhörern die edelsten geistigen Genüsse. Ich habe den wackern, begabten und für seine Mission glühenden Redner am vergangenen Schebuoth predigen gehört, und tue Entzückung seiner rinheimischen Zuhörer vollkommen gctheilt. Unvergeßlich werden mir folgende Worte bleiben: "בני ישראל אלו אנשים denn nur dann könnet ihr wahrhafte Israeliten sei», wenn ihr wahrhafte Menschen seid." Was der Redner über die Würde und den Beruf des WcibeS sagte, hat nainrlich ganz besonders die Zuhörerschaft ans der Gallcrie angesprcchcn. In der Gemeindeverwaltung herrschen Sparsamkeit und Ordnung ׳. bei den DcrhauLInngen des Vorstandes und der Repräsentanz kommen keine leidenschaftlichen Ausbrüche vor. Die hiesige Gemeinde verdient daher, einen Ehrenplatz unter den Gemeinden des Vaterlandes cinzunekmen. C. Wien, 6. Juni. Da der CcnsirmaticnSakt sich iu der kiesigen Gemeinde nur allmälig nnd langsam Bah» bricht, und in den andere» Gemeinden der österreichischen Monarchie noch gar nicht ringe, führt ist. so verdient rcgistrirt zu werden, daß am >7. v. M. im Trmpcl der inner» Stadt von Dr. Jclltnek eine Ccnsirmation vorgcncm-ncn wurde, welche ans die zablreichr» Anwesende» eine» tiefe» Eindruck machte. — Mit der Alliance will enoch immer nicht recht vorwärts. Die hiesigen Gründer scheinen auf ermiinternde ZustimmungSadressen ans der Provinz zu warten; die Landgemeinden werden sich aber schwerlich für die Angelegenheit erwärmen, so lange ihnen nicht von hieraus mit Resultaten entgegengetreten wird. Haben nur erst einige kleine Gemeindrn Unterstützung von der Alliance erhalten. dann wird das Intcreffc für den Verein schon wach werden. — Die hiesigen Orlbodcren sind seit einiger Zeit weniger rührig, da ihnen die Protektion einer gewissen Persönlichkeit nicht mehr zu Gute kommt. Selbst unser Rabbi Isaak, der aber kein ״Or Sarua" ist, verhält sich gegenwärtiger ruhiger. Der alte R. Isaak b. MoseS aus Wien, der Vrf. des Or Sarua ריא״ו. wohnte bekanntlich nicht in Wien, sondern in Würzburg. Sein nur handschriftlich cnstirenteS Werk befindet sich auch nicht hier, sondern in Orsord und Amsterdam. Bei dem letzten Cbevra - Mahle sollen sich einige BanquierS bereit erklärt haben, die Herausgabe des vollständigen Or Sarua zu nnterstützen. wenn ein Gelehrter, der rin Bachur gewesen ist. die Herausgabe des in vielfacher Beziehung inlereffanlen Werkes unternimmt. Bi« dahin verdien» rin anderer Edttor die wärmste Unterstützung: Herr M. Friedman», (Radetzkystraße Nr. 10 hier), welcher eine korrekte mit Paralleloachweisen, Anmerkungen nnd Dariavten ver« sehene Ausgabe dr« Sifre (gew. Sifri) besorgt. Er versendet dieser Tage einen Ausruf zur Subskription: der Preis de- Werke«, dem »ine sehr lehrreich» Einleitung vom Editor vorangesrtzt sein wird, ist ans 1 fl. SO kr. ö. W. festgesetzt. Da« Unternehmen verdient nm so nachdrücklicher unterstütztzu werden, als Herr Fr., drr wirklich eine Reihe von Jahren Dachur war nnd seiner Aufgabe vollkommen gewachsen ist, dadurch aufgemuniert würde, auch dir anderen älteren Midraschwerke auf eine dr» Fordrrungen der Wissenschaft entsprechende Weise zu rdiren. — Bei Gerold erscheint nächsten« eine Charakteristik der Jellinek'schen Predigtrn von R. Cohnö iu Wodnian. — Aus Pilsrn in Böhmen versendet ein sonst unbekannter I. Bloch die Ankündigung einer neuen jüdischen Zeitschrift: ״Zritstimme*. BküttN, 4. Jnni. Jo Nr. 20. de« ״B. CH.* schildert ein H. H-Correspondent aus Mähren die mangelhafte hebräisch«- ' mg unserer Volksschullchrer und gibt als erste Ursache hiefüc au, .p den aus den Volksschulen mit einem ״ziemlich großen Schatze des hebräischeu Wissens* hervorgehenten Jünglingen beim Uebertriltr in die Real« schule jede Gelegenheit zur Fortbildung abgeschnitten ist, so daß ihr hebräisches Wissen allmälig auf Noll sich reducirt. Hieraus gestützt, kommt er aus die Nothwcndigkeit eines Lehrerseminar«, das aber, wie rr in Nr. 22 weiter ausführt, schon bei den Schülern der Rcalschnle beginnen soll. Nach dieser Ansicht würde also die Schuld an der geschilderten krassen Unkenntniß de« Hebräischen besonders auf den Schullcru der RcligionSlehrcr an den Mittelschulen lasten. Ich sehe mich daher als Neligicnslehrer der bedeutendsten Mittelschulen Mährens veranlaßt, zu erklären, daß die Angaben des erwähnten Corrcspondenten weder in der Voraussetzung, noch in der Schlußfolgerung begründet sind, daß sie mit den von mir seit lO Jahren gemachten Erfahrungen nicht übcrciiistimme». Um nun auch die vcrehrlichc» Leser diese- Blattes hiervon zu überzeugen, will ich es versuchen, sowohl die faktisch hier bestehenden Verhältnisse, alauch die von mir befolgte UnlerrichtSme- Ibcde zu skizziren. daniit die vcrehrlichen Leser selbst zu bcurthcilen im Staude sein können, ob und in wirser»» obige Deschnldigniig auf die kiesige Realschule anwendbar sei oder nicht. (Schluß folgt.) Inserat. Sorben erschien von Aron Löbl, Lehrer iu Tamäfi, eine kbrätfck Syi'clcblebre in drei Theilen: 1. Wegweiser in den Elementar-Regeln der hebräischen Sprache für dir unterste Classe. 2. Wegweiser in drn Elementar-Regeln der hebräischen Sprache, für die mittlere Classe. 3. Sprachbuch für dir oberste Classe. Bemerkungen. Herren F. in Pest, Dr. M—r und N. B. in Wien. In der nächsten Nummer. Hrn. P—-. iu G. Die Beil, erscheint korrekt mit Nr. 26. Szege-in, Srlbflvrrla, brr Nr-aktis» Leipzig, Lommlstiour-rrlag von Franz Vagitr. Druck von Sigmund Burger in Szegediu.

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