Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 24 (11.6.1863)
- Date
- 1863-06-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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411 412 Juden nicht gestaltet war. daselbst seinen Wohnsitz zu nehmen, wird nun ] gar auch der Tbora eine Stätte erricht« werden; j Nachdem nämlich schon Prediger Dr. Jeklinek zu wiederholten j Malen von der Kanzel herab aus dir Dringlichkeit und Unentbehrlich-! seit eines Bet-Hamidrasch in sehr beredler und geistreicher Weise dinge« 1 wiesen hatte, hat nun ein sehr schätzbares nnd tbrenwertbeS Mitglied der hiesigen Gemeinde, Herr Dernh. Pollack j»n., aus eigeiie» Mitteln da«! bedeutende Kapital von etwa fünftausend Gulden c. W. zur Gründung einesolchen hcrgegeben. und es ist bereits von demselben eine sehr reichhaltige hebräische Bibliothek angekauft worden, die nebst sehr vielen , Druckwerken, worunter maiiche bibliographische Seltenheiten, auch einige , Handschriften von großem Werihe ruthaltend, bald seierlichst der Oess stiillichkeii übergeben werden wird. Schreiber dieser Zeilen hat selbst; das Dcrzcichiiiß der Bücher gelesen, und wird, wenn eS der geehrten! Redaktion willkonimcn sein wird'), später Gelegenheit nchinen, in diesen! Blänern die Handschriften zn dcschreiden »nd wichtige Notizen aus den- 1 selben mllthcilcu. j Nicht mir die jüdischen Bewohner Wien«, »ich« nur die Psteger,; freunde, Gönner nnd Jünger der jüdischen Wiffcnschast, sondern die ge- > samnite Zndeiilieit Oesterreichs wird diesen Akt edler Hochhcrzigleir, durch! welche» Herr Pcllak jnn. sich ein ewiges Denknial in den Amialci. »»serer! Geschichte gesetzt bat, mil wahrer Freude begrüßen und mit herzlichem Danke ausneliiiic». Die Gründling eines Bel-Hamitrasch in der Hauptftatl des Reiches hat für das Zntenlbun, der Zukunft eine unermeßlichc; Lragweite; »eben dem Gottcsbanse wird sich nun das LernhauS erhebe». nnd das LernbanS wird dereinst zum Lehrhanse werden, späte Geschlechter werden das erst recht erlennen und ciuvnndcn, was da für sic geleistet worden, und »ach Jalirhuntcricn wird man »och immer den Namen des Mannes segnen, der die Thora aus eine so herrliche Weise ehrte und stützte. Herr Bernhard Pcllak jnn. hat aber nicht nur Las Verdienst, das Bet-Hamidrasch gegründet zu haben, sondern Kat auch deshalb Anspruch aus die ehrende Anerkennung »,»'er Aller, daß sein Beispiel auch anregend aus andere Mäniicr von gleicher Gesiiinniig grw>rlt hat. So Kat Herr 2 W- Guimanu, ei» begeisterter Anhänger des ZndcnlhiiuiS, kbensalls die beträchtliche Snliiliie von eilshundcrt Gulden ö. W. zu diesem schönen Zwecke gespendet. Wir wünschen, daß diese edlen Thalcn Nnerkeniiung und Nachahlnung in Israel ündcn mögen nnd rufen den Beschützern der jütischen Wisienschasl ans vollem Herzen zu •כנייחבם ירבו בישראל Ne>,em>as Brüll. (i Wicit, Ans. Juni. Bon dem verdienstvollen (fhorvirigentrn. Herrn Adolf Grünzweig in Arad, ist soeben rrschieneii: Semirotb schel Sabbath, o. sabbathlichc Synagogalgesängc. Das Werk enrhält 39 Piere» , und ist so eingerichtet, daß für einen und denselben Trrt mehrrrr (5omposilioncn gegeben stud. was den Eantcren willkom« nun, und den Gemtiiidcn noch willkommener sein wird. Die lfompositioncn kmpschltn sich sowohl durch ihren ernsten, den Irrten angemesseue». wie durch ihren melodiösen Charakter. Auch sind sie leicht zu erekutiren, so daß sic auch denjenigen Gemeinde» cnipfohleu werken können. die über keinen großen Rnchthum von GisangSlräfien LiSpontrrn. Die Orgelbegleilung. die überall beigegebc» ist. wird das Werk nichi wenige» Gemeinden besonders rmpfchlcn. Dir Ausstattung ist sehr schön. Der Preis ist nicht angegeben. Möge dem wackeen Versaffcr die gebührende Theilnahmr zur Fortsetzung seuik« Werkes ausmuiitern! - Trieft, Auf. Juni- Von dem Allmeistcr der biblischen Cregrse, Pros. Sawurl David Luzzatt o, ist sordcn das von seinen Freunden und Verehrern sehnlichst erwartete 4. Heft der neuen JesajaS« Aeardeiluiig erschiene». Dasselbe reicht bi- 29, 10. und schließt sich den srüheirn Heften würdig an. Die rerschiedenen ErklärungSvrrsiichr sind bei jedem Derse mit musterhafter Klarheit and Kürz, zusammeagrstektt. Der »reget,sche Fortschritt im DerstLudniffe de« Jesaja« tritt allenthat» den unverkennbar hervor. Möge r« dem verehrten Verfasser gegönnt sein, sein Werk recht bald der gänzliche» Bosiendung entgegenzusührrn : D« Hermenrutik L.'S müffen auch diejenigen Gerechtigkeit widerfahr,» lassen, di, mit srinrr Bibtlkrilik nicht ,inv,rstaod,a sind.?. Pest, 4. Juni. Der gegenwärtig rrnannlr Vorstand wendet feine Aufmerksamkeit vor Allem und mit besonderem Nachdrucke jenem Beschlüsse teS gewesenen gcwähllcn Vorstandes zu. der auf di, Anstel« lnng kiiies EanlorS an der sogenanulcu großen Synagoge abzielte. Wie viel man sich aber dabei um die Auffassung der schönra Intentionen lümmert. dir diesem Beschlüsse zu Grunde lagen, da» beweisen dir Thal« sachcn. Man findet eben, daß keine Uebersetznilg des Worte-: ״Cautor an der großen Synagoge" faßlicher und prägnanter sein könne, al« ״lshazau an der großen Schule." Man berief daher schon auf Schabuotb einen Cbazan von echtem Schrott und Korn, an» der klassischen Heimat deewige» WchschreicnL nnd deleklirt seiidem das gebildete Publikum dieser Synagoge in Peioalkrcisen, wie beim Gottesdienste, mit dem löst« lichstcn Ohrenschmaus«, den je eine daumengequetschlk Rechte «nd saust» gestützte Wanze eines polnischen IZHazanS bereitet. Das tiinstsiiinigr Pub» lifiim läßt sich naiüilich dankbar finden, und ist entzückt. Zwar war, es Anmaßung «warten zu wollen, daß da- Unheil in Sachen derartig harmonischcl GcsangSübnng ein übtreinstimmeiides sei. Ater da der vielversuchte ^hazan feine sceischriiilichc Richlunz dadurch eklatant dargc« 1ha» ha«, daß er cS verschmäht, das גרוד üjH אל בקול mit den grellsten Schreien und den phaulastischesteu Schnörkeln zu verzieren, so erfreut er sich der sichern Aussichl, srine wiederholten »nd abermals wiederholten Peobeleistunzen von dem Erfolge einer desinitivri, Aeccptalion gekrönt zu sehe». DaS wird dann Mehreren zur nicht geringen Freude gereichrn, als bereits nicht wenige Bekehrte sich tabui vcrnchmeu lassen, daß man >11 der Tbat den Künstler - nr öfter hören muß . um ihn vollkommen würdigen und insbesondere begreifen zu können, wie woblbcrechnet da das Gcauickc des ״FistelsinzerS", dort der briimmende Grnnzlon dr« ״Baß" »nd wieder tazwischcil da- Gekreisch nnd Geächze de- Regen«- chori sei. a» dem mail anfangs unbegeeistichee Weise einigen Anstoß »imiiil. Mai, siebt hieraus zuglcich, wie es mir pure Vcrlennidiliig von unserem Vorstände behaupten kan», er sei sich seines BrnistS als Erziehcr der Geiiieindr nicht bewußt: mir huldigt er konsequent. wie e« einem alten Vorstände geziemt, dem allen ErziehnngSgemidsatze, der da lautet: ״Glaubt, erziehen daheißt nur g.-wöhncu!" Dir Anbahnung de» ersehnte» Rückschrittdurch die Aeguisilio n eines solchen Ehazan« ist wohl auch für sich schon eine schöne Tha t. Ihr Werth wird aber gehoben, wenn man in Betracht jieht. daß fl e weit entsernt, im Gebaren eine neue Richtung z» bezeichnen, vielmehr bloS a» alte löbliche Gewohnheiten und Maßnahmen anknüpsl. Es wird da» nämlich wieder nur ein Sieinchrn sein in »»ser Brünnlri» d,S Heils gcwoese». Diejenigen möge» dann zusehen. wie sie damit fnttg werden wollen, die mit der Erkciintiiiß der Psticht, es herauSzuholrn. Nachkommen. Alle Welt weiß e«. wie viele Steinchen in unser Brünnlein bereit« zur erfolgreiche» Trübung feiner Olurklen gefördert würde». Jede- Institut der Gemiinde weiß davon ein Wörtchen zu erzähl,«, doch welches zu allcriiieist. vermag schwerlich jemand zu entscheide,,. Wir man diesmal vernimmt, soll jedoch selbst davon Abstand genommen sei«, daß mau. wie sonst, (z. B. in der Schule) unter dem Vorwände wohl« verstandener Sparsamkeit sich für da« Jemehr der Schlacken statt für da« grdiezrnr Gold rutschridrt. Jnsoserne al« der Beschluß, einen unaarischra Prediger anzu» stellen, «tgeutlich vom Jahre 1881') datut. also iw Schoße dr« zezr» ') S. Pestcr klovd. Annoncen. ') Sehr willkommen. Red.