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Ben Chananja · 1863-06-11 · 24 (11.6.1863) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
24 (11.6.1863)
Date
1863-06-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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403 404 dem Eindringen der astrologischen ZeilweiSheit nicht widerstehen. Der älteste Anklang an diese von Fürsten und Filo, sofen so hochgeachtete Weisheit findet sich in einem AuSspruche R. Eleazar'S auS Modin, dem Stammorle der Makkabäer. Dieser Thannaire, ein Zeitgenosse R. Gamaliel'ö H. (80—118), kann sich unter dem Alles umfassenden Segen. der auf Abraham ruhie, (1 M. 24, 1.). nichts Besseres denken, als den Besitz astrologischer Geheimnisse. Die Sage legt auch R. Iosua b. Ebananja eine Aeußerung in den Mund, nach welcher die Schließung ehelicher Bündnisse ein Werk der Gestirne ist«). Selbst R. Akiba, der großeHeroS der mündlichen Lehre, soll nicht frei von Furch! vor nachtbeiligen sikerischen Einflüssen gewesen sein, wiewohl er dieselben nicht für unüberwindlich hielt. Tie Furcht vor der Gewalt der Konielen, welche Rapoport einer Hvpothcse zu Liebe in einer Aeußerung R. Akiba'S finden wollte, findet fich jedoch in dessen Worten durchaus nicht 7). Im zweiten Jahrhundert machte die astrologische Anichauung rapide Fortschritte. Selbst Männer, wie R. Jebuda, der Mischnasammler, und R. Jose, der Ebronogras, schrieben Sonnen- und Mondesfinsternisscn schlimme Bordedculilng zu. Der als Astronom, Arzt und NcchtSgelehrter berühmte Mar Samuel in Nebardea (219—250) war über astrologische Besorgnisse nicht erhaben, mit dem vcrssschrn Sterndeuter Ablar scheint er srenudschaftlichen Umgang gevflogen zu haben ל. DaS Verbot 3) '־א הנהשי M. 19, 20) wurde zwar auch auf daS Befragen der Gestirne bezogen I 1 Sifra z. St.); nichtsdestoweniger war der Glaube an dcu Einfluß der GeburrSsterne i7^) allgemein ל. DiSkutirr wurde im dritten Jahrhundert nur die Frage, ob auch Israel der sicderischen Gewalt unterworfen sei. Die Einen wollten Israel davon emanzipirl wissen, die Andern gaben diese Ausnahme nicht zu. Tie Freunde der Einanziparion beriefen sich aus die Jeremianische Warnung: Sic behauptt'ien unter Berufung auf 1 M. 15, . daß schon der Erzvater Abraham über den Einfluß der Sterne erhoben »vor- : den sei *°). Auch wurde hervorgehoben, daß die Befragung! deS ״Ehaltäer" mit dem Gebote der Thora: ״Ganz sollst! du dich halten an den E!» igcn, feinen Gott (5 2)?. 18, 13)" tiich, in Einklang zu bringen sei"). Allein die Austrengung der Opposition, »vclche, »vie bereits augedcutet, taS astrologische Prinzip unangefochten ließ, — konnte sich keines dedeutenden Erfolges rühmen. In manchen palästinciischcn Schulen hat sich allerdings die Anschauung behauptet, daß! die Sterne über Israel keine Gewalt haben. Selbst nicht-! jüdische Astrologen in Liberias sollen dies anerkannt haben "). j Nichtsdestoweniger feierte die Weissagern auö den Sternen! große Triumphe. In Babylon, dem uralten Sitze astrologi-; scher PrariS, beugten sich die berühmtesten Lehrer vor ihrer! Autorität. N. Joses b. Ehijja (gest. um 322) wird zuin Schul-! Haupte in Pumbadita gewählt. Er schlägt die Wahl au-, weil ihm die Ehaldäer nur eine kurze Herrschaft von zwei Jahren vorhergesagt hatten. Raba b. Josef, Schulhaupt zu Mechusa (gest. 350) lehrte geradezu : ״Nicht seiner Frön»- migkeil, sondern seinem GcburtSsterne verdankt der Mensch Familensegen, Lebensdauer, NahrungSerwerb 'ל. Mit allen alten Astrologen gab man jedem Menschen einen GeburtSstern (domimis genitnrae, genins). Dieser ist von seinem Schützling unzertrennlich. Wer sich daher beklonmien fühle, ohne die Ursache davon angeben zu können, schreibe die Beklommenheit seinem Geburtöftern oder Genius zu, . dessen Blicken sich eine drohende Zukunft offenbart. Man denkt hier > unwillkürlich an ״Dämon" im allgriechischen, und an ״Ge»! ninö" im altrömischen Sinne "). Diese Theorie hat wohl! auch in Palästina gegolten, und »vurdc daselbst auch auf die I Pflanzenwelt ausgedehnt: ״Jedes GraS hat seinen GeniuS, der seinen WachSthum befördert לי." Die Worrc der Schrift: ״Kennst du die Gesetze des Himmels, oder bestimmst du seine Herrschaft (משטרו ) ans Erden (Job 38, 33)" »vcrde» hier als biblische Begründung angeführt. Die zwölf Zeichen der Ekliptik werden mir den Personen und Erzählungen der Bibel in Rapport gebracht "׳). Die Söhne Isachar'S, welche ״die Einsicht hatten in die Zeiten, um zu wissen, was Israel lhnn »nüsse ll Ebron. 12, 32)" »verdcn zu Astrologen gemacht (Tbrg. z. St.) "), und die Hofaftrvlogen Pharao'S spielen, »vie bei IosesuS, so auch im Thaliuud und Midrasch eine nicht ulibedeutcude flkolie '«). Ob die Kunde von der altäg»w׳tNPcn Astrologie in die jüdischen Schulen gedrungen »var, oder ob die Schristgekehnc» die Anschauungen und Zustände ihrer Zeit und Umgebung, »vie in vielen andere,) Stücken, so auch h»cr, in daS Alrerthnm;»»rückverlegten, könnte z»vcifelhaft sein. Letzteres ist »vahrscheinlich. DaS Wort, ivoinil sie in der Regel Astrologisches bezeichnen. .אצ^נגינרת ^.טט:ממר, ist jedenfalls griechisch, nicht ägr'ptisch.?)?an darf dasselbe aber nicht für narooyoitiu halten, »vie bisher häufig geschah. ES ist vielmehr die hcbräisirte Forin von (trr/nrr, seil, yoa^tj — geheime Schrift, womit die Astrologen ihre Theoreme anszejchneten. Mcrktvürdiger Weise bewahrt der Thalmnd sogar zwei NatwitätStadellen. Eine derselbe» »vird auf den Arzt R. Ehaniaa b. Ehama, eine auf den durch die Sage so sehr verherrlichten R. Iosua b. Levi zurückgeführt. Die Tabelle deS kctzlern berücksichtiget die Tage der Woche, und nimmt, mehr oder minder gezwungen, die sechs SchöpfungStage der Genesis zur Grundlage ihrer NativitätSbestimmungen. DaS »veilverbreitc Vornrtheil z! Gunsten der SonnlagSkinder ist auch in dieser Tabelle sestgrhalten. Dieselben haben, wenn auch nicht immer auf rühmliche Weise, eine hohe Stellung zu erwarten. Der Mondtag fleht Jähzornige, der Dienstag reiche, die Milt»voche Gelehrte, der DonnerS-

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