Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 24 (11.6.1863)
- Date
- 1863-06-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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401 402 die sich dazu berufea und befähig, glauben, ergeht die Bitte für größtmöglichste Verbreitung und Einträglichkeit dieses SchriftchcnS, ober anderweitige kräftige Förderung unseres Planes eifrigst thätig zu sein, sich zu diesem Behufe, wenn nöthig, als Lokal» und ZweigcomiteS zu konstituiren und als solche sich mit unö in Verbindung zu setzen. In einer später einznberusenden Depurirtenversammlung dieser Eomi« täS wird über die eingcgangenen Beträge Rechnung erstattet und ferner über eine allgemeine würdige Feier bei Ueber. nabme deS HauseS, über Verwendung desselben zu einem WohlthätigkeitS oder Bildungswerke, über die Personen oder Eovporationen, auf deren Namen daS HauS übertragen werden soll u. s. w. beratheu und beschlossen werden. So möge denn unser Rns ein lautes Echo in allen Herzen sinden, möge jeder sich beeilen, nach seinen frästen sein Schärflein beizutragen, daß recht bald jene durch die Geburt eines der Edelsten geweihte Stätte zum Gemeinqule Aller erworben werde, als ewiges DaukeSzeichen deS gesammtcn JudentbumeS, deö ganzen deutschen Volkes, ja der ganzen Menschheit für den Juden, den Deutschen, den Weiscn, den Menschen Mofeö Mendelssohn. Leipzig, im Mai 1863. Der Vorstand teS Vcrcii'S!nr Förtkrunz gciirigcr Imercncii in, Iudentbunik'). Ilie ildrofo^ic in Der ' . Kjafmuötfdjen uni) iiflrfilfjftfmuüifrjjcn M. (Sine ganze Reihe von Jahrhunderten blickte man iragend und forschend nach den Gestirnen deS Himmels. Die fragen blieben, ivie man allgemein glaubte, nicht unbeanlwonet, die Forschungen nicht unbelohnt. Wie daö Leben feib|t, jo stand auch die LebenSbetrachtung unter dem Ein« flusse der Astrologie. Einheimischen, jüdischen Ursprungs war dieselbe nicht; in Aegyten wurde sie schon srühzeliig kulti« virt. Hier war sie mit der Landessprache auf'ö Engste verbunden. Nachdem man nämlich begonnen hatte, Sonne, Mond und die übrigen Planeten als Schöpferkräfte zu betrachten, und denselben einen nicht unwesentlichen Einstuß aus die ganze Natur zuzuschreiben; nachdem man gesehen, daß die Planeten in den verschiedenen Zeichen deö ThierkreiseS einen verschiedenen Einstuß ans die Natur auöübten, und man deshalb ') Wir habt« Wohl nichl Ilüthig. uns,kt« Lts,rn tkll Gtgrnil-nd L.cics Ausrufezu tmpf-HIen. D״ Ocbcnfbtärtcr an Moses°hn tönnco auch von ln Rrdaklio» d,s ״Ben Lb-nanja" btzogen auch letzteren besondere Kräfte und Eigenschaften beigelegt halte, die in ihren zwölf Vorstehern Person,'fizirt wurden; gelangte man bald zu dem Glauben, daß die Einflüsse der Gestirne sich nicht allein auf die Welt im Großen und Gan« zen, sondern auch ans jeden einzelnen Menschen, besonders in dessen GcburtSstunde, erstrecken müßten, da man diesen gewissermaßen als eine kleine Welt betrachtete'). Je einhei. Mischer aber astrologische Beschäftigung im alten Aegypten war, desto weniger könnte eS auffallcn, wenn sich auch im alten Israel Spuren davon fänden. Um so bedeutsamer muß eö daher erscheinen, daß dieö nichl der Fall ist. Nickt von den Aegykern, sondern von den Ehaldäern, welche Diodor als Schüler der ägyptischen Priester in der Astrologie bezeichnet, lernten jüdische Astrologen die Wahrsagekunst auS den Ster« neu. Hieraus erklärt sich, weshalb kein früherer Prophet astrologische Verirrungen bekämpft oder auch nur erwähnt. Cb die Weissagung BilcamS: ״ES geht ein Stern auf aus Jakob und eS erhebt sich ein Komet *) anö Israel, und er zerschmettert die Seiten MoabS und zerschellet alle Söhne deö Getümmels (-1M. 24. 17)״ eine Anspielung aus den Volksglauben an siderische Einflüsse enthalte, wagen wir lnffu ui entscheiden. Jedenfalls tritt erst Jcremiaö der aber gläubischen Furcht vor Himmelszeichen mit Nachdruck cmgegen'», und ein nacherilischer Prophet spottet der Ohnmacht der HimmelStheiler und Sternenseher (Jesaj. 47, 13)• Die prophetische Einsprache blieb nicht erfolglos. Die ganze Literatur der zweiten Tempelperiode, deren Reichthum immer klarer eingesehen wird, gibt davon Zeugniß. Noch im letzten Befreiungskriege waren die Führer der Nationalpartei nüchlern und unbefangen genug, sich weder von dem ״s ch w e r t ä h nlichen Gestirne", noch von dem Kometen beirren zu lassen, und den Kamps mit Rom auszugeben 4). JosesuS selbst, der dies berichtet, spricht sich indeß über die Sorglosigkeit der Hauptstadt sehr tadelnd auS: ״Aus die sichtbaren Zeichen und Andeutungen der kommenden Verwüstung achteten sie nicht, noch glaubten sie daran, vielmehr waren sie, als ob sie w«der Seele noch Augen hätten, wie versteinert, und blieben taub gegen die Zeichen GotteS." Der Stern der Magier im MatthänS-Evangclinm (2, 9), den viele AuSleger für eine Eonstellation erklärten, gibt jedenfalls Zeugniß von dem astrologischen Glauben der ältesten Judenchristen. JosesnS berichtet auch von dem Kaiser TiberiuS, daß sich derselbe meisterhaft aus NativitätSstellungen verstanden habe'). JosesuS selbst war ohne Zweifel in astrologischen Träumereien befangen. Nicht wenige seiner Mitbürger waren eS ebenfalls. Daher seine Erinnerung an die warnenden HimmelSzeichen, welche vor dem Eintritte der letzten Katastrophe sichtbar waren. In den tbalmudischen Quellen ist von dieser Erinae« rung keine Spur. Dock konnten auch die jüdischen Schulen 770^