Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1863-05-13 · 20 (13.5.1863) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
6 (1863)
Issue
20 (13.5.1863)
Date
1863-05-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2542917-2542918-2542939--3117-2546966
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

363 364 Anschauung Hot Bahn brechen können, kann man nur dem wohklhätige» Einflüsse de« obenerwähnten Mtnschtufrcnndk« zuschreiben, von dem hier überhaupt die Antkgnng zu jedem Fortschritte anSgeht, und dem die bieskge EuliuSgemeinte olle« zu verdanken hat. wodurch sie sich vor gleiche» Schwestergemcinken vortheilhast au«zeichoet. Noch hat aber bier die Hydra der Zwietracht nicht all ihre Häupter verlöre» . noch begeifern Rohheit und Aberglaiiben jede bessere Regung, ja, noch gibt r« Individuen, die den Namen ״Orthodoren" vrofauirend Trug und Zwietracht säen und — Unheil ernten. Diese« Unbeil wuchert aber, wie jede« llnlraut, in solchem Maße, daß e« da« Gedeihen niiscreS GemeintewesenS gefährdet, und deshalb hat der hie, sige Gemcindevorstand jede ZwangSmaßregel bescitigend, zu einem Rabbinal-kollegiiim seine Zuflucht genommen, und au die Nabbiucr zu S. 0. Ujhelh, Nngvnr, 91. Mibnly und Pecse-Ncudors die Einladung ergeben lassen, sich hier z» versaniuielu und die schöne Rolle der Friedenssiifter und Hersteller der Ordnung zu übernehmen: Da ich nun voraussetze, daß die Beschlüsse und taS Gebaren dieser Dersammlung für die Vcfcr des ״B (5h.״ von Zntcrcssc sein dürsten, so habe ich da« Augennierk drrtelbcn adflchilich auf das Terrain dicker Vorgänge gelenkt, in» dem ich znr geeigneten Zeit, wen» mir der hochverehrte Redakteur dieser Blatter i» den Spalten derselben Raum gestatten will'), sowohl über lic Veranlassung, als auch über die Verhandln».,,!! deS in Aussicht stehenden EollcgiumS getreulich zu rcscrircn Willens bin. M. 9!. Rothenberg. I» Homotttla (Zempliticr Komilat) int Mai. Die Kalamität riincrer Zeiwürsnisse und Parteiungen ibeill die diesige nicht iinansebii. lichc Gemeinte mit iiianchcu andern jüdischen Gcuiciiice» innerhalb »nt außerhalb des Vaterlandes. Eigeuihümlich ist bei uns der llnisiand, daß während anderswo die 5)״hc׳.׳ra Kaddischa" der EiiiigungSpiinkt der Geincindeglieder ist. hier der Zwiespalt gerate im Schoße dieser Ehcvra zum Durchbruche kam. Die alte, ungefähr ttl) Mitglieder zählende Ehevra hat eS dahin gebracht, daß sich die Gemüt! er des großen Thcils der Gemeinde derselbe» enisremtcle», lind der Theil eine »cnc Ehcrra Kaddischa aründetc, welche in diesem Augciiblieke schon 130 Mitglieder zählt, dir meist znr bcmittclien ('lasse gehören. Die alte Ehevra wüthcle gegen il'ie ,üngerc Schwester, und eS kam selbst zn ikandalösen Ausiritlcu. ländlich laiiic» beite Parteien darin überein, daß ein ans fünf Rab- 1'uw 11 bestehendes SchietSgcricht über die Eristenz der ״dievr« novn'. kiilschcice. Bis zur Stunde sind die fünf Friedensbote» »och nicht erschienen. Vielleicht gelänge es bei gutem Willen von beiden Seiten, die Angelegenheit auch ohne fremde Intervention zu ordnen. A. N. Mi-kolcz» 4. Mai. Während eS in den meisten israelilischcn Gemeinden tinsereS thcuercn Vaterlandes seit einige» Zähren im Hinblick aus Tempel.- und Schulwesen nach gehaltener Rundschau wirklich so aiissieht, wie n»scr großer Mentelssohi, gelegcnheitlich von den Wöchneriniien spricht: ״Zufrieden, daß sie eine leidliche Geburt hergcgeben, schließen sie die inatten Angen und bekümmer» sich wenig um bereu Säuberung״ , mach» unsere Gemeinde. die für jeden Fortschritt beseelt, hiervon eine musterwürdige Ausnahme. — Dem Grundsätze huldigend, dass zur Belebung religiösen Sinne« einer-. »nd zur Förderung der Volksbildung autcrieitS Tempel und Schule zwei Faktoren find, worau« da« Wohl einer Gemeinde. sowie da« eine« ganzen Volkes resultir«, schien derselben kein Opfer zu groß, diesen beiden Faltcren ihre größte Ausmerksamkeit zazuwenden. und so sehen wer nun aus dem Hauptplatzr des hiesigen Orte« den neuen Tempel bis auf die Malerei, die eben jetzt rn Angriff genommen wurde, seiner Vollendung nahe als ein wahre« Nonnmentalgebäude dir Stadt verschönernd dastehen. deffru innere Einrichtung ganz darnach angethan sein dürste, dem angestrebtea Zwecke, einen geregelten, zeitgemäßen Gotte«dienst einznsühren, zu entsprechen.— WaS unsere Hauptschulen betriff», so lassen dieselben noch rklatauten Beweisen ihrer trefflichen Leistungen, die bei Gelegenheit der jüngst stattgehabten öffentlichen Prüsnngen wieder so glänzend sich dewährten, weiter gar nicht« z» wünschen übrig, als daß die Gemeinde recht bald in den Stand gesetzt würde, ihren Lehrern, die trotz ihrer lieben Noth, gegen die sie so hart anzukämpfen haben, unverdrossen und rüstig in dem Weinberge de« Herrn arbeiten, denspärlichen Gehalt erhöhen und ihnen denselben dann aber auch pünklich aii-zablen zu könne». Der seit sechs Monaten ungefähr an der hiesigen Hanplschole als Direktor sniigireiidc RabbinatS-Eandidat Dr. Klein, dessen Ausgabe eS zugleich ist. Erhorlationen an die Schüler zu halten, wobei sich stet« auch ein weiter Kreis von Erwachsenen einsindet, hielt am jüngst verwichenen zweiten Pcßachtagr im Tempel eine Predigt, — wozu die ganze Intelligenz unserer Gemeinde sich einfand — die nach Gehalt und Form ein wahres Meisterstück war. und nach alle» Richtungen die orthodore, sowie die Fortschrittspartei so sehr besriedigte, daß der Grmriiidevorstand, um diese», BeisallSgefühlc einen sichtbaren Ausdruck zn geben, Herrn Kdurch vier alhtbare Vorstandsmitglieder eine wcrthvolle goldene Kette übcrrtichcn ließ. Zm Znleressc der Gemeinde, sowie in dem des wackcrn Redners, wünschen wir, daß dies (5adeau als Symbol der enger» Verkettung beider diene» und eS sich bewahrheiten möge, was Fama spricht, daß man nämlich alle» Ernstes daran denkt, Herrn Dr. Klein als Prediger für den neiien Tempel zu gewinnen. Znm Lchlnssc ncsti die Meldung, daß seit Knrzciu viele isr. Kaufleute, die früher ihre Handlungen auch an den Srbbathtagcn geöffnet hatten, dieselben jetzt geschlossen halten. H. B. An» Mähren, im Mai. Unter den vielen Schöpfungen. welche der Fortschritt im Jlidcnthnmc seit »encrer Zeit i»S Leben gcrusen, nehme» »»streitig die hebräisch-deutsche» Schulen den ersten Platz ein, sie sind da« »ntrüglichstc Zengniß eines noch nicht kikalteten Eifer« sür die Besörternng der Bildung, »nd liefern den sprechendsten Beweis von der noch rege» Bereit- und Opfcrwilligkeit sür die Heran« bilkiiiig der Zngend. Sic sind aber auch unter allen Schöpfungen die dankbarsten mit lohnen im reichlichsten Maße die edlen Bestrebtiiigen ihrer Gründer, den» in unser» Schnleu wird gegenwärtig ein vlanmäßigcr und ein dem Zweck entsprechender Unterricht crthcilt. und die Schüler derart hcrangebilbcl. daß die Mehrzahl derselben bei ihrem Austritte »»mittelbar de» Gymnasial- oder Realstudic»;»geführt werden kan». Wahrlich ,in großer Fortschritt! ich möchte sagen im Berhältniß zu dcu früheren Lehranstalten. ein Riesenschritt. Läßt man aber auch in diesen vereinigten Schulen dem Hebräischen mit dem Deutschen ein gleiches Recht;»kommen? Ich muß sagen, »ei»! man ist überzeugt, daß dem erster» gar oft eine stiesmütterliche Behandlung z» Theil wird, und daß dasselbe mit dem Deutscheu eher ausgegangen, als vereinigr zu sein scheint, und zwar nur aus dem Grunde, weil viele Lehrer mit diesem Fache nicht genügcnd vertraur. zu wenig Werth darauf legen, und also durch das Deutsche Ersatz zu geben trachte». Dir Schuld liegt aber nicht au den Lehrer», daß sie sich damit zu wenig vertraut gemacht haben, sondern an dem Mangel einer guten Gelegenheit, dir ihnen während de« Studium« hätte geboten werden sosten. Der sich zum Lehrer gualifizirende Jüngling ist oft bei seinem Austritte au» der Schule mit einem ziemlich großen Schatz von hebräischem Wissen ausgerüstet, jedoch bei seinem Uederlritte in die Realschule ist ihm jeder Weg zur Fortbildnng abgeschnittr». bevor er dir PrLparandi, verläßt, hat sich da«selbr auf Null reduzirt und — solche werden dann hebe Lisch, deutsche Lehrer. ') Mit Vergnügen. Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.