Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 20 (13.5.1863)
- Date
- 1863-05-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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360 359 ׳enden die Zusage, daß ee dem morgigen Schacharith-Gebete in der Svva- ( aoge beiwohnen werde. Unsere Gemeinde-Repräsentanz strsltr ihm und!,inen Begleitern zwei Equipagen z»r Drrsügung und wollte ihn auch deute Morgen« zum Gottesdienste abholen laffea. dem beizuwohneu er aber durch Unwohlsein verhindert war. Um eilf Uhr empfing er den Vcrnand und da« Rabbinal, bei welcher Gelegenheit der Herr Oberrabbiner Fa siel fine kurze rnglische Ansprache an ihn richtete und den! Tert einer von dem auch den Leser» de« .Den Ebananja" rüdmlich bcl kannten Herrn Josef Löwy versaßlcn hebräischen an ihn gerichteten! Adresse verlas, und ihm sowodl diese׳ als auch eine zweite in deutscher! Sprache. von der gesamnitrn Geiiieuide - Repräsentanz unierschriebe», übergab.! Letztere lautet wie folgt: ״Hochgeborner Herr! An tiefem tcstli-! chen!age. welcher »11« gewiß »»vergeßlich bleiben wird, .ind an welchem uns de,« seltene, unerwartete Glück zu ahril wurde, den verdienst- > volle» Glaubensgenossen iiliscreS JahrhuiiterS in nuferer Mitte zu t'eden. könne,1 wie e« nicht »»terlaffni, Ew. Hochgeboren, dessen gefeierter > Raine ui jeden, jüdischen Herzen einen frohen Widerklang findet, und I dem jede jütische Brust ans dem weilen Erdenrund warm cntgenschlägt, ■' denlich und ehrfurchtsvoll zn begrüßen »nd im Namen unserer ganzen > Gemeinde znznrnsc»: ברוך אהה בבואך ברוך אהה בצאתך Mögt! der gütige Gott da« «hrure Haupt Euer Hochgeboren noch lang,, lange | er balle» znm Wohlc und zur Zierde Israel«, ein Wunsch, welcher unser! a>I.-rbeiligster ist. die wir in Ehrfurcht zeichnen Ew. Hochgeboren (Folgen I :ic Untrrschriste»). ' Sir Mowa Montenor, eewiderie auch in englischer Sprache, ׳ vnc rankte sichtlich gerührt in freundliche» Worten für die Ehre, und ( druckte feine Freude darüber au«, den ehrwürdigen Herrn Obcrrabbincr j mit den Gemeindivoiüaiir bei sich zu sehen; ließ sich die Anwetcudcu einzeln vorstcllen und lud Alle ein, fall« sic rinmal nach London kämen, >!׳!! gewiß zu besuchen, indci» er Jede» seiner ״Binder" mit Vergnügen de, nch wl-e. (Sr eiitschnlrigie sich auch, daß er dem MoegcngotteSkienste n>ch! beiwohnen konuic. - Auf da« Ans,icke». sich der bereitstebende» '.'-agen z» bediene», und das Geleite de« Vorstände« anuclimcn zu erwileric er liebevoll und sreunklich, daß c. seine» Glaubens. 1 b>.'׳lern nie eine Freundschaft abschlage» könne, und sprach auch den Wunsch an«, vor seiner Abreise uiiseru Tempel scheu;״ wollen, verbat , sich aber allen Pomp und jede« Aiissehe» erregende Gepränge Der Geinrindcvorstaiid »nd Herr Oberrabbincr Fasset eiupsingk»! liui am Eingänge de« bellerlcnchtclen GotleShauje». Nach vollendetem , M!!,cha Gebete verließ er dasselbe, 300 Frank« zur Vertheilung an die! Ar me n ziirücklassend. und fuhr von dort in Begleitung de« Vorstandes ן zum Bahnhöfe, uni seine Reise über Pest sorlzusetze». l Eine große Meiischciliiiengc war am Bahnhöfe versallimelr. um j den rübmlichst bekauiiten rastlosen Kämpfer des Iiidciithiinl« zn sehen. j »nd rief ihm bei seiner Abreise ein herzliche« Lebewohl zu. wünschend. > daß diese Perl, unsere« Stammes noch lange zur El,re Israel« und! zu», Wohle aller Armen und Bedürftigen erhalten bleiben möge. Der j bonge Vorstand meldete dem Bester Vorstände durch deu Telegraphen j tu Ankniist de« verehrte» Gaste«. I Baronrt Mose« Montefiore ist ei» Mann von hoher, aber von! Aller »nd Kummer über den jüngsten Verlust seiner rühmlicheu Gattin! gebeugter Statur. von äußerst anständigem Aurseben und streng religiöum Sinne. An den Thüren seiner Wohnung im Hotel hing eine מזווה nud eine lalcnkcrmäßig eingerichtrie HTDC- Al« Herr Rabbiner Faffel die bedrälsche Adresse ablas. zeigte er aut da« bloße Haupt, gleichsam als fände er c« »ichl anständig. sich mit nublöpUui Haupte dieser Svrache zu tetienew. Er spricht riebst der englischen auch dir sranzösi«! 'che nur versteht gut die hcbrärsche Sprache. Möge Gotte« Schutz ihn begtliien nud ibm jugentliche Kiänr verlerben'. ' k. Pest, 10. Mai. Sir Wfoiti Moatefior, begrüßten beute. 1) Der israelitisch-ungarische Verein durch die Herren Dr. Rozsah. Dr. Polkas, Fenyvesn. Lrirner. Zsengery. Dr. Darach. Dr. Groß. Dr. Löwv. Herz, Stern, Truzer. Wahrmann, Dr. Pollak führte da« Wort in englricher Sprache. (Die künftige Nummer bringt dir Rede in wortgetreurr Nebersktzmig. Rrd.): 2) Drr Handwerkerverrin, durch eiue Drpntatron, in deren Namen der Direkioe, Herr Jakob .Kern, eine jranzöfische Anspräche hielt; 3) Der Thalmiid-Thoravercin; 4) Die A ltofner Gemeinde: 5) der Vorstand der hiesigen Gemeinde, in deren Namen Dr. Hauser eine rngliscke Begrüßungsrede hielt. — In den, prov. Statut für den siebend. Landtag wird den Inte» da« aktive und passive Wahlrecht z»,rkann>. L Wiener Briefe. kl. ״Gott behüte mich vor muimi Freunde״!" Diner Ausruf kam unsrrnt ehrw. Manuhrimcr im Lause dieser Wochr gewiß recht oft in den Sinn. S i e haben die hienge EidcSleistmig von 1 IG in der Stil, zu Nr. 12 Ihre« auch hier mir großer Ansknerksanileit gelesenen Blattes einer — allerdings icharsrn, aber durchaus gerechten und uiipartciischcii — Kritik nnierzoge». ohne Mannheimer oder sonst irgend eine Person zu Iikiinc». Herr Szantü, »ns..- Filot'of. ״iid Hrre Dr. Wolf, unser Historiker. glaubten nun für den weder aiigegriffenei,, noch überhaupt geiia niuen Manul,cimer in die Schranken treten zu müssen, und von ihnen erfährt man zuerst, daß Mannheiluer zwar nickt der ausschließliche Urheber der so viel Unsinn rnikaliciiden EidcSsormcl ui, aber doch au deren Absaffniig lbeilgeuommc» habe!! Daun, mchl zufrieden posaunen die beiden Herren, der Filoi'os und der Historiker, mit vielem Pathos au-, daß Mannkei-!»er für die Beeidung keine Reuunicraiion aiigenoiiimen habe. ״Die EilcSleistiiiig ist ein Gebot'), ei» gottgefällige« Werk, für dessen Förderuiig man sich nicht ablol11׳c!1 läßt, wie die« wieder einer lehr zarlsin- »igcn jnlischcn Latziing entspricht." Durch diese Glorifikattoii haben die Herren unsere» greisen Mannheinicr, secilich ehuc Lessen Verschuldung, leider zuin Gegenstände de« Gespöttes gemacht Wein, lch gut untrerichtet bin. hat Mannheimer selbst seinen unbernscncn Lobrcdncr» eine» derbe,l Verweis gegeben '). Gewiß ist. daß man allerlei Witze über die Inkonsequenz macht, welche uni! liegt. laß ein Prediger von einer Beeidung, weil dieselbe eine Mi zwa ist. leine Gebühr anniuimk, währcnd er von Trauungen, durch welche die erste Mizwa der Thora ge« fördert wird, wie von?eichcurcdcn, dieser greßc» Mizwa, sich dir Stola jahraus jahrein gcsaklen läßt! Wa« für Publikum müsse» sich auch dir Herren denken, dem sie solche abgeschmackte Albernheiten austischcn ( Nach der ihaliiiudischc» Satzung sollten Rabbiner und Prediger über- Haupt keinen Gebalt beziehen: ״Wie ich. sprach der Herr zu Moses, uncntgelllich lehre, sollst auch tu uncnlgclilich lebre»!" Ader diese .,zartsinnige" Satzung ist längst außer Brauch gckonimr», weil sie sich mit len wirkichcn Lebcnsvcrhälinisien seit Jahehundertcii nicht mehr verträgt. Da« Predigen, die Berküntiguiig de« göttlichen Worte«. muß nach der Theorie nuferer geschwätzigen ״Neuzeit" kein gottgcsäkligis Werk sein, da ja sonst M. al« Prediger keinen Gehalt beziehen dürste. Die Breitung«- gebühr betreffend, gibt c« i» der Welt sicherlich keinen einzige» בעל הוראה, der irgend einen grgründclen Skrupel dagegen erhoben batte, oder erheben könnte. Hier in Wir» ist auch männiglich bekannt, daß Maiiiiheillier nicht aus religiösen oder Ibeologischen Motiven die frag liche Nemuncraliou zurückweist. Seine ehrenvoll, soziale Stcllnng vrrbietet ihm, eine Gebühr anzuiithinen. welche nicht ander«, als nach dem bestehenden Dlätrii-Systemr bemessen werden könnte. Sapienti sat. Uebri gen« können Sie vcrsichrrl sein. daß man sich Ihre acht Punkte sehr gui geuierki bat. und sich bereit« anschickt, Gebrauch davon zu machen. Nachbemerkungeit des Nedakteurs. ') Hierüber köiiueo sich die Herren Sz. und W. an« dem B- Eh. Nr. 18. S. 328. 329 gründlich dclehrru. ') Und gewiß mit Recht. Aber auch ich muß deu Herrn aus den Finger klopfe». Duselben sübren eine höhere Eiiischnkiiriz an. welche